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:: ANDROMEDA


Martin Hedin (Keyboard/Produktion) (15. März 2012):

Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn Fans und Kritiker mögen, was wir tun. Es zeigt einem irgendwie, dass man nicht vollkommen verrückt ist.

Martin Hedin, Keyboarder und verantwortlich für die Produktion bei den Schweden von ANDROMEDA, beantwortet einige Fragen zum neuen Album "Manifest Tyranny".

Interview by Marco Frieborg
Interview...

Hey Martin! Wie fühlst du dich momentan?

Sehr gut, danke!

Lass uns über euer neues Album ”Manifest Tyranny” reden:
Euer Album in drei Worten?

Rote Pille der Matrix? Hehe...

Das Feedback zu eurem Album war sehr gut! Also was denkst du über die Reaktionen der Kritiker und der Fans? Bist du glücklich damit?

Sehr sogar! Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn Fans und Kritiker mögen, was wir tun. Es zeigt einem irgendwie, dass man nicht vollkommen verrückt ist.

Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet? Gingen die Aufnahmen ohne Schwierigkeiten vonstatten oder hattet ihr mit irgendwelchen Problemen zu kämpfen während der Arbeit im Studio?

Haha! Schwierigkeiten gab's bei so ziemlich jedem Ereignis des Aufnahmeprozesses, so wie immer. Aber Spaß beiseite, die Zeit zu finden ist das Problematischste. Aber in dem Moment, in dem wir wirklich arbeiten, laufen die Dinge ziemlich glatt.

Was denkst du über euer neues Album? Bist du stolz auf eure Leistung?

Fürs erste wage ich es mal, ”ja” auf die Frage zu antworten. Natürlich gibt es immer Details, über die du denkst, dass du sie hättest besser gestalten können. Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr glücklich mit dem Album.

Hast du irgendwelche Lieblingsstücke auf dem Album?

Ich mag ”Survival Of The Richest” wegen seiner Eingängigkeit und Traurigkeit. Außerdem mag ich ”Asylum” wegen seiner Komplexität und Andersartigkeit. Aber es ist schwer, das zu entscheiden, wirklich.

Wie würdest du eure musikalische Entwicklung von eurem ersten Album ”Extension Of The Wish” zum neuen beschreiben?

Jedes Album hat seinen eigenen Charme, denke ich. ”Extension Of The Wish” war neu und energiegeladen. ”II=I” war anspruchsvoll und gewagt. ”Chimera” war heller und eingängiger. ”The Immunity Zone” war dunkler und härter. ”Manifest Tyranny” ist eine Mischung aus allem. Ich würde es nicht als reifer bezeichnen, weil wir versucht haben, es so rebellisch wie möglich zu gestalten. Aber natürlich ist es schwer zu verstecken, dass wir das Ganze jetzt schon länger machen.

Wenn du ”Manifest Tyranny” mit euren alten Werken vergleichst, was ist das beste Album, was ihr je gemacht habt? Gibt's da einen bestimmten ”All-Time-Favorite”?

Ich war immer sehr zufrieden mit ”II=I”, es ist definitiv mehr ”prog” als die anderen Alben. Aber es war auch meine allererste Produktion, also mangelt es dem Album etwas an gutem Sound. ”Manifest Tyranny” ist bis jetzt unsere beste Sound-Produktion und meiner bescheidenen Meinung nach ist keine langweilige Sekunde darauf. Es müsste unser bestes Album bis jetzt sein. Aber ich denke, dass jedes unserer Alben es wert ist, angehört zu werden!

Warum habt ihr euch für den Titel ”Manifest Tyranny” entschieden?

”Manifest Tyranny” bezieht sich auf den im 19. Jahrhundert geläufigen Begriff ”Manifest Destiny” (offenkundige Bestimmung), der Glaube, dass die USA dazu bestimmt sei, Demokratie und neue Technologie zu verbreiten. Das einzige, was sich geändert hat ist, dass du niemanden mehr ”Manifest Destiny” sagen hörst. Seht euch das Gemälde ”American Progress” von John Gast an – das beschreibt das Konzept ziemlich gut. Das Konzept unseres Albums sind wütende Texte, die Themen wie den Irak-Krieg, das korrupte Bank-System, verdeckte Operationen, die sich mitschuldig machenden Medien, etc. behandeln. Themen, die mich schwer aufregen. Ich denke, diese Texte zu schreiben, ist ein Weg, mit der kranken Gesellschaft klar zu kommen, in der ich lebe.

Wie komponiert ihr die Songs? Wer ist in erster Linie dafür verantwortlich, neues Material zu schreiben? Oder leistet jeder seinen Beitrag auf gleiche Weise?

Meistens schreiben Johan Reinholdz (Gitarre) und ich die Musik. Individuell oder zusammen. Vielleicht bin ich etwas mehr verantwortlich für dieses Album. Einige der Songs wurden individuell geschrieben, aber die meisten sind in Zusammenarbeit entstanden. Jeder von uns hat ganz verschiedene Einflüsse, sodass oft etwas sehr Interessantes dabei herauskommt, wenn wir zusammen arbeiten. Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber ich versuche immer, aus dem Herzen zu schreiben. Natürlich, je erfahrener du wirst, Musik zu schreiben, desto bewusster wird dir, was funktioniert und was nicht. Wenn ich für die Band schreibe, weiß ich, was von den anderen Mitgliedern der Band zu erwarten ist. Ich weiß, dass Thomas nicht widerstehen kann auf alles Polyrhythmik zu spielen, haha. Ich weiß, was David sagen wird, wenn ich ihm einen Song zeige, der für ihn in einer schwierigen Tonart steht. Und ich weiß, dass Johan immer glücklich ist, wenn er ein Solo spielen kann!

Wenn ihr eure Songs schreibt, berücksichtigt ihr dann auch die möglichen Reaktionen eurer Fans zum neuen Material oder lässt ihr eurer Kreativität freien Lauf, egal wer den Kram mag oder nicht?

Nicht wirklich, nein. Natürlich wollen, wir dass sich möglichst viele unsere Musik anhören, aber wenn dass das einzig Wichtige wäre, würden wir bald klingen wie JAY Z oder LADY GAGA. Ich denke, niemand würde gerne sehen, dass das passiert!
Wir machen die Musik, die wir selbst mögen. Und selbst, wenn wir gar keine Aufmerksamkeit von den Medien bekommen, erreichen wir trotzdem noch eine Menge Menschen. Die Reaktionen, die wir von unseren Fans bekommen, sind mehr als genug Belohnung für unsere harte Arbeit!

Was denkst du über den Begriff „Progressive Metal“? Die meisten Medien benutzen dieses Genre, um eure Musik zu kategorisieren. Stimmst du denen zu? Was verstehst du selbst unter dem Wort „progressive“?

Es gibt einige Probleme, als „progressive“ bezeichnet zu werden. Wenn du die Bedeutung betrachtest, soll es heißen, immer etwas Brandneues zu machen. Ich denke, dass wir das versuchen, nichts neues unter der Sonne, aber zumindest neu für uns. Das Paradoxe ist, dass alles was du tust mit deinem ersten Release verglichen wird. Viele, die „Extension Of The Wish“ mochten, sind nicht schlecht darin, deutlich zu machen, was sie alles vermissen. Es ist lustig, wenn jemand, der sich selbst als Fan von progressiver Musik bezeichnet, zur selben Zeit sehr nostalgisch ist.

Welche Bands hörst du so? Woher bekommst deine Inspiration?

Ich habe viel GENESIS, QUEEN, PINK FLOYD, MARILLION etc. gehört. Johan und Thomas sind mehr die Metal-Freunde. Das Ergebnis ist interessant, denke ich. Aber ich denke, dass dich nicht nur Musik dazu inspirieren kann, Musik zu schreiben, wirklich. Meine Inspiration für die Texte kommen dieses mal davon, Bücher und Artikel von Leuten wie Naomi Klein, David Ray Griffin, John Pilger, David McGrowan etc. zu lesen.

Wann werdet ihr auf Tour gehen?

Wir sind für einige Festivals gebucht diesen Sommer, und wir versuchen danach, eine Tour zu starten. Wir lieben es, live zu spielen und unsere Fans zu treffen! Oder besser – uns neue Fans zu machen!

Welche Songs werdet ihr live spielen? Vieles vom neuen Album?

Wir versuchen immer, ein paar Songs von jedem Album zu spielen, aber die Setlist ist sehr anders wenn wir Headliner sind oder wenn wir ein paar Songs auf einem Festival spielen. Es wäre cool, irgendwann einmal das komplette „Manifest Tyranny“-Album zu spielen. Schließlich ist es unser erstes Konzeptabum bis jetzt.

Irgendwelche abschließenden Worte an eure Fans?

Erzählt weiterhin allen von uns! Die Musikindustrie ist nicht das, was sie zu sein scheint, also lasst uns alle daran arbeiten, ANDROMEDA zu pushen! Wir sehen euch auf Tour! Bringt all eure Frende mit!

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