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:: STIGMHATE


Mike (15. April 2012):

Wir sind mit dem Folk-Label nicht wirklich einverstanden, wir sind generell keine Freunde von Labels!

Black Metal aus Italien - wie in Gottes (hrhrhr) Namen funktioniert das... (der Autor ergeht sich in Klischees über das Land südlich unserer Grenzen...)

Interview by Christian Wiederwald
Interview...

Seit 1998 schon treiben sich die Italiener von STIGMHATE im Untergrund herum und konnten mit "The Sun Collapse" ein starkes Stück Black Metal veröffentlichen. Kurz drauf schon sandte ich meine Fragen an die Jungs und bald darauf kamen die Antworten vom Gitarristen Mike in elektronischer Form zurück.

Black Metal aus Italien - wie in Gottes (hrhrhr) Namen funktioniert das?
Die Wurzeln der Musik liegen im dunklen, kalten Skandinavien. Wie hat es mit euch begonnen?

STIGMHATE wurde in längst vergangenen Jahren 1998 geboren, als ich meine Vorgängerband auflöste. Zu dieser Zeit war ich sehr beeinflusst vom skandinavischen Black Metal und der Szene dort oben, aber auch vom amerikanischen Death Metal. Ich kann aber nicht wirklich erklären wie die Musik, die wir spielen entstanden ist. Ich wollte nur etwas kreieren, das auch ich mir anhören würde. Etwas Kraftvolles, voller Negativität. So begann das Projekt STIGMHATE.

Euer Label bezeichnet eure Musik als technischen und originellen Black/Death Metal mit
Folkeinflüssen und melodischen Parts. Das kommt ziemlich hin, auch wenn die Folk-Einflüsse
sehr, sehr selten sind. Wie habt ihr es geschafft, so viele verschiedene Stile in eurer Musik zu
so einem starken Album zu vereinen? Wie geht bei euch das Songwriting vor sich? Es kann nicht
einfach sein, einen so breit gefächerten Sound zu kreieren, der trotzdem Spaß macht.

Wir sind mit dem Folk-Label nicht wirklich einverstanden, wir sind generell keine Freunde von Labels! Wir werden so oft mit anderen Bands verglichen, wir holen uns aber keinesfalls Einflüsse von einer speziellen Band. Unsere Musik ist das, was aus unseren Köpfen kommt und was in unserem Proberaum entsteht. Es ist eine natürliche Darstellung unseres Sounds, kein gewolltes Kopieren einer bestimmten Band.
Zum Songwriting: Wenn ich damit beginne ist der Song eigentlich schon großteils in meinem Kopf fertig. Ich nehme dann die Grundlagen in meinem Studio auf und arbeite an den Melodien und den Riffs. Das schicke ich dann an unseren Schlagzeuger der seine Parts ausarbeitet. Der finale Schritt ist dann, das alles in den Proberaum zu bringen, alle Details zurecht zu biegen und den Song stimmig fertig zu komponieren.
In letzter Zeit aber versuchen wir immer mehr, die Songs im Rahmen von Jamming-Sessions entstehen zu lassen. Die ersten Resultate hören sich ganz gut an.

Was mir sehr gut gefällt ist, das auf der offiziellen Homepage die Musiker ihre Einflüsse
auflisten. Und die sind vielfältig, von BURZUM über PINK FLOYD zu DREAM THEATER
und DEATH. Sehr vielschichtig für eine Black Metal Band. Kommen auch Einflüsse dieser
verschiedenen Bands in eurer Band vor?

Ich denke, dass jeder von uns in der Band die Musik in seinem Leben an erster Stelle sieht. Und jeder von uns möchte seinen musikalischen Horizont laufend erweitern. Jeder von uns hört sich verschiedenste Stilarten an und hat auch ganz unterschiedliche Backgrounds musikalischer Natur. Ich denke, dass es etwas Zusätzliches in unsere Musik bringt. Wir sind sehr aufgeschlossen und wir verschließen keine Türen in unseren Songwriting-Sessions. Das neue Material wird auch etwas experimenteller werden.

Vom Sammeln erster Ideen bis zum fertigen Produkt. Wie läuft die Arbeit bei STIGMHATE ab?

Bei der Produktion von "The Sun Collapse" stammen die Songstrukturen und die Gitarrenarbeit größtenteils von mir, während unser Schlagzeuger Wlv für die Drum-Parts und das lyrische Konzept zuständig ist. Wie ich schon erwähnte, bin ich für die Pre-Production aller Demo-Songs zuständig. Das mache ich alles in meinem Studio. Dann geht es zum Schlagzeuger, der seine Parts und die Tempi ausarbeitet. Dann geht's zum Sänger, der seinen Teil abliefert. Es geht leider nur so, weil unser Schlagzeuger weit weg entfernt wohnt und wenn wir uns dann für die Proben treffen, konzentrieren wir uns auf das Spielen der ganzen, beinahe fertigen Songs und auf das Feilen an den Details, die noch offen sind. Das alles braucht sehr viel Hingabe und Aufopferung, aber wir mögen es hart an jedem einzelnen Song zu arbeiten.
Für das Artwork wollten wir etwas, das mit dem Thema das Albums zu tun hat und es wurde vom Gitarrist der italienischen Band NEFARIUM realisiert.
Bakerteam/Scarlet Records machen einen sehr guten, professionellen Job wenn es um die Promotion unseres Albums geht und wir haben eine gute Beziehung zum Label und sind sehr zufrieden mit dem Resultat.

Wie sieht es mit dem lyrischen Konzept aus? Ich kann mir schwer vorstellen,
dass eine italienische Band über Frost und grimmig kalte Winternächte schreibt...

Hehe! Wir leben zwar in Italien, dort aber ganz im Norden und unser Schlagzeuger lebt in den Bergen, nicht weit von der österreichischen Grenze entfernt, da gibt es schon Schnee, Kälte und all das. Aber darum geht es uns nicht. Die Inspiration für "The Sun Collapse" enstand durch Wlvs Vision das Universum, das Leben und die Menschheit betreffend.
Als er uns zeigte, wie er sich das Konzept vorstellt und die dazu gehörigen Lyrics aussehen werden, waren wir sehr enthusiastisch und waren mit seiner Vision einverstanden.

Euer Sound ist im allgemeinen mit "schwedisch" meiner Ansicht nach ganz gut
beschrieben. WATAIN kommt immer wieder mal hoch. Wie seht Ihr das?

Ja und nein. Lass es mich so sagen, in einigen Teilen unseres Sounds kommt schon ein kleiner schwedischer Einfluss vor, aber wir wollten es durch die Produktion etwas anderes klingen lassen. Kälter, aber auch moderner. Wir wollten jedem Instrument, auch dem Bass, genug Platz im Gesamtsound lassen, etwas, dass im Black Metal selten vorkommt. Wir denken, dass wir in den Hertz Studios, in denen wir aufgenommen haben, ein perfekter Platz in der Hinsicht war. Wir konnten dort den perfekten Sound für unsere Songs finden.

Gibt es so etwas wie eine Black Metal Szene in Italien. Und wenn, seht ihr euch
als Teil dieser Szene?

Klar gibt es Bands in Italien, die Black Metal spielen, einige erfahrene und einige junge. Das Schlimme ist, dass die meisten dieser Bands Zeit damit verschwenden, andere Bands zu kritisieren anstatt an einer gemeinsamen Szene zu arbeiten, die ein gemeinsames Ziel hat. Wir sehen uns deshalb nicht wirklich als Teil dieser Szene, wenn man dies überhaupt als solche bezeichnen kann.

Was ist Black Metal für euch? Nur Musik oder eine Art Lifestyle?

Für uns ist das definitiv ein Lebensstil. Jeder von uns aber fühlt es in sich selbst in seiner eigenen Art und Weise. Wir teilen die Ansichten, was die Menschheit und Religion betrifft. Diese Ansichten sind aber etwas sehr persönliches, und wir möchten diese nicht mit anderen teilen. Wir sind aber definitiv keine Christen, Juden oder Anhänger ähnlicher Kulte.

Was bringt die Zukunft für euch? Wie sieht es mit Tourplänen aus?
Kann man euch vielleicht sogar in Österreich mal live sehen?

Wir stecken mitten in der Promotion für unser Album und natürlich planen wir, überall in Europa live zu spielen, natürlich auch in Österreich. Dazu kommt auch, dass wir schon wieder an neuem Material arbeiten, dieser Prozess endet nie.
Ich bedanke mich für den Support und für das Interview.

Wenn ihr den Untergrund unterstützen wollt, kauft euch unser Album!


Guter Schlusssatz!

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