BATTLE BEAST - Battle Beast

:: SIX FEET UNDER


Chris Barnes (10. Mai 2012):

Ich persönlich glaube, es ist mein bestes Album seit „The Bleeding“ (was ja - wie wir alle wissen - ein CANNIBAL CORPSE [!!!] Album war!)

SIX FEET UNDER sind mit ihrem neuen Album "Undead" sprichwörtlich von den Toten auferstanden. Über die Wiedergeburt einer totgeglaubten Legende unterhielten wir uns mit Frontröchler Chris Barnes persönlich.

Interview by reini
Interview...

Auf Verspätungen bei Interviews muss man sich ja einstellen, SIX FEET UNDER Mastermind Chris Barnes hatte gleich eine halbe Stunde, begründete dies aber damit, dass der deutsche Metal Hammer Redakteur eindeutig zu viel gequatscht hatte. „Ich wird mich eher kurz halten Chris“ war meine Antwort. „Mann, wir können solange quatschen wie Du möchtest, ich hab Metal Blade schon darüber informiert, dass der heutige Zeitplan sowieso komplett über dem Haufen ist.“ Ließ mich ein bestens gelaunter SFU Frontmann wissen.

Gut Chris, dann möchte ich gleich anmerken, dass ich einigermaßen überrascht bin.

Chris Barnes bekommt einen dezenten Lachanfall am Telefon und nachdem er sich von diesem erholt hatte meinte er:

Weiß Du was, dass muss ich jetzt einfach mal loswerden. Du bist heute der vierte oder fünfte deutschsprachige Journalist mit dem ich mich unterhalte. Und nicht nur Euer Akzent ist irgendwie witzig, nein Jeder und ich mein wirklich Jeder hat mir dieselbe Einstiegsfrage gestellt. *ha ha ha ha* Ihr braucht gar nicht erst die Frage zu stellen, ich weiß mittlerweile schon automatisch was da kommen wird. *ha ha ha ha*

Ich wollte aber eigentlich darauf hinaus, wie Du heute, mit einem gewissen Abstand, zu den letzten drei SFU Veröffentlichungen („13“, „Commandment“ und „Death Rituals“) stehst?

Well….sie haben ihren Platz in der SFU Diskografie. Das ist sicherlich die beste Art auf alle Platten die ich gemacht habe zurückzublicken. That was then and this is now

Jetzt ist ein gutes Stichwort, denn „jetzt“ heißt die neue „Undead“ und die ist ein riesiger Schritt zurück in die richtige Richtung, um ehrlich zu sein, gerade mit „13“ und „Commandment“ konnte ich so gar nichts anfangen. Ganz anders „Undead“, sicher Deine beste Arbeit seit, ach verdamt ich kann mich gar nicht mehr erinnern.

Da stimme ich Dir zu 100% zu. Ich persönlich glaube, es ist mein bestes Album seit „The Bleeding“ (was ja - wie wir alle wissen - ein CANNIBAL CORPSE [!!!] Album war!)


Pic by Stephanie Cabral

Für mich gibt es ja zwei Hauptgründe warum „Undead“ so gut ausgefallen ist. Erstens die Produktion, die Mark Lewis (DEICIDE, DEVILDRIVER) übernommen hat und für den Mix war dann Jason Suecof (WHITECHAPEL, JOB FOR A COWBOY) verantwortlich. Warum hast Du beschlossen, diesmal nicht selbst zu produzieren?

Ich war einfach der Meinung, dass ich in der Vergangenheit nicht wirklich den besten Job bei den Produktionen gemacht habe. Bei „Death Rituals“ war der Sound zumindest ordentlich, auch weil Toby (Anm.: Toby Wright) einen fantastischen Job beim Mix machte, aber ich hab einfach nicht die Ausbildung um das wirklich ordentlich hinzubekommen. Es war mir auf Dauer dann auch einfach zu viel Arbeit und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es nicht das Richtige für mich ist. Mittlerweile ist es mir wichtiger an meinen Vocals zu arbeiten, ich konzentriere mich auf mein „Instrument“ und darauf lege ich den kompletten Fokus. Natürlich hatten Rob und ich einen riesigen Input bei der Produktion, aber die Hauptarbeit haben wir Mark und Jason machen lassen.

Ich glaube auch nicht, dass ich derart hart an meiner Stimme, dem Sound meiner Vocals hätte arbeiten können, wenn ich auch für die Produktion verantwortlich gewesen wäre. Es ist einfach nicht mehr mein Ding, ich werde mich wohl auch in Zukunft auf meine Aufgaben konzentrieren und das ist meine Stimme und das Verfassen der Lyrics.

Das bedeutet bei den Aufnahmen dann aber für Dich auch weit weniger Stress oder?

Ich äußere mich schon während der Produktion zu vielen Dingen, aber um ein Beispiel zu nennen:

i am able to put my teeth out, but i would rather go to a dentist.

wenn Du verstehst was ich meine.

Die verstehen ihren Job einfach besser als ich es tue, ich kann es zwar, aber es ist für mich mittlerweile einfach a fucking pain in the ass..


Pic by Stephanie Cabral

Neben der Produktion hat es ja auch in Eurem Line-Up massive Veränderungen gegeben. Als Greg und Terry SFU voriges Jahr verlassen haben, hattest Du da auch mit dem Gedanken gespielt SFU unter Umständen aufzulösen?

Nein, diesen Gedanken hatte ich nie. Als die beiden die Band verlassen haben, arbeiteten Rob und Ich bereits an vier Songs für das Album, es war schon länger in meinem Kopf, dass ich Veränderungen vornehmen wollte. Ich hab zu jeder Sekunde vorwärts geschaut und wollte sowohl mich, als auch die Band auf den nächsten Level pushen.

Du hast ja bereits erwähnt, dass Rob in die Produktion mit eingebunden war, Du mit ihm Songs geschrieben hast… Ist Rob, den wir ja alle noch von CHIMAIRA kennen, so etwas wie der Key-Faktor von SFU geworden, der diesen frischen Wind in die Band brachte? Und wie ist das Verhältnis zwischen Steve, der ja auch schon wieder über 15 Jahre an Deiner Seite werkt, und Rob?

Er hat eine verdammt frische Prise nicht nur in die Band, auch in unser Songwriting gebracht. Rob ist ein ungemein talentierter, intelligenter, bewusster Songwriter und auch Gitarrist. Ich mein, der Kerl kennt SFU von klein auf, der ist mit unserer History derart vertraut, der weiß ganz genau was ich auf welchen Alben gesungen habe. Er kennt seine Gitarre besser als alle Gitarristen die ich bislang in meinem Leben getroffen habe, Rob ist der „Full Package“ Man. Und er hat es zu Stande gebracht, dass er in mir nicht mehr vorhanden geglaubte Energien und Ideen zu Tage fördert, mit seinen Riffs, mit seinen Ideen, und mit dem Gefühl, dass dieser Gitarrist mir das Beste abverlangte.

Steve auf der anderen Seite wäre nicht mehr in der Band, wenn er nicht so ein harter Arbeiter wäre, eine Person, die sich stetig weiterentwickeln möchte. Ich hatte ja schon länger das Gefühl, dass sich Steve irgendwie einsam gefühlt hat, ihm ist ein zweiter Gitarrist abgegangen. Vielleicht hat er nicht so gedacht, aber mir kamen diese Gedanken schon des Öfteren. Als dann Steve und Rob aber begannen auf Tour miteinander zu arbeiten – seitdem ist auch Steves Einstellung eine komplett andere.


Pic by Stephanie Cabral

Hat Kevin, Euer neuer Drummer, auch an den neuen Songs gearbeitet, oder wie entstand „Undead“?

Es waren hauptsächlich Rob und Ich. Rob schrieb die Musik, ich kümmerte mich wie gewohnt um die Lyrics. Kevin hatte ein wenig Input, aber die Hauptarbeit haben sich Rob und Ich geteilt. Wir arbeiteten auch mit ein paar externen Leuten zusammen. Ben Savage von WHITECHAPEL, Jari Laine von TORTURE KILLER, Steve hat auch einen Song geschrieben – viele dieser Ideen und Materialien werden wir dann wohl auf unserem nächsten Album verarbeiten.

Über das Killer Artwork von Dusty Peterso müssen wir noch sprechen… wie strikt hast Du Dusty Auflagen gegeben, oder hatte er ziemlich freie Hand?

Wir haben Dusty in den Wahnsinn getrieben, so viel kann ich Dir verraten.
Er übermittelte uns Entwürfe, wir sagten ja Cool, dann sandten wir es zu Metal Blade und die meinten nur „NO“. Dieses Spielchen ging dann sicher ein Jahr lang so weiter…aber Dusty hat wirklich hart an dem Artwork gearbeitet. Obwohl, nach zwei oder drei Entwürfen kamen schon so Fragen auf, ob wir uns nicht um einen anderen Designer umsehen möchten. Aber ich meinte immer nur, no man, i know Dusty will fucking nail this thing. I can feel it, i just knew it and he knew it too.

Dusty wollte das Artwork aber auch unter allen Umständen zu aller Zufriedenheit durchbringen, bei jeder anderen Band hätte er wohl alles hingeschmissen… wahrscheinlich ist es auch deswegen so gut geworden, weil Dusty ab einen gewissen Zeitpunkt wirklich pissed off war. Als ich das endgültige Cover dann bekommen habe, da wußte ich dann „Dusty definately nailed it! The evilest thinig i’ve ever seen.“

Chris, es war ein wirklich unterhaltsames Gespräch und Danke nochmal für den Rebirth von SIX FEET UNDER.

Thx Man, i appreciate that!

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