AMON AMARTH - Deceiver Of The Gods

:: TOMBSTONES


Ole Christian Helstad (20. Mai 2012):

Es ist wichtig den Hörern zu zeigen, was sie am Konzert erwartet. Eine ehrliche Präsentation der Musik.

Als "Norweedian Doom" bezeichnet das Trio TOMBSTONES ihren musikalischen Einschlag. Bassist Ole gewährt in einem kurzen Interview Einblicke in die Bandgeschichte und plaudert über die Doom Szene in Norwegen. Verraten wird außerdem, was die Combo beeinflusst und wie sie dem Hype des Analogen gegenübersteht.

  show this interview in english...

Interview by Lilith
Interview...

Wie sind die Reaktionen auf euer neues Album „Year Of The Burial“?

Bis jetzt waren die Reaktionen überwältigend. Wir haben sehr viele Reviews bekommen und meistens wurde unser Album hochgelobt. Natürlich haben wir auch einige schlechte Rückmeldungen bekommen aber diese Reviews scheinen ganz klar von Leuten zu kommen, denen unser Genre nicht zuspricht. Wir freuen uns, dass es Leute gibt die unser Ding verstehen, denn wir haben das Album in Form und Sound recht extrem gestaltet.

Zurzeit tourt Ihr in Norwegen bevor ihr im August in Ungarn auftretet und im September nach Österreich kommt. Wie hat euch das Publikum bis jetzt aufgenommen?

Es war wirklich gut. Wir haben die meisten Songs von „Year Of The Burial“ in unsere Setlist aufgenommen. Deshalb können wir nun sicher sein, dass sie auch dem Live-Setting gerecht werden. Das Publikum war meistens gut drauf, obwohl wir uns manchmal mehr von einem Gig erwartet hätten. Norwegen hat nicht sehr viele Einwohner und es ist schwer die Leute von der Couch hoch zu bekommen, wenn du nicht gerade im Radio läufst oder dich einem Mega-Hype unterwirfst. Unsere Musik ist nicht wirklich Mainstream aber wir ziehen scheinbar immer mehr Leute zu unseren Gigs. Das ist mehr als genug für uns.

Das neue Album ist auch auf Vinyl erhältlich. In Zeiten von Raubkopie und mp3 treffen viele Bands diese Entscheidung. Seht Ihr Euch als Romantiker der Vergangenheit oder warum habt Ihr Euch dafür entschieden?

Ja, ich glaube wenn es um Vinyl geht sind wir Romantiker. Glücklicherweise sieht es so aus als hätte dieses Format zurück zum Markt gefunden. Für Bands, die ein Album wie unseres haben gibt es nur ein Format, um dem gerecht zu werden. Der warme Sound wird noch wärmer und die Bässe werden wuchtiger. Für unsere Ohren perfekt! Eine weitere Sache die nur auf Vinyl richtig präsentiert werden kann, ist das Artwork. (…)

Bevor wir zu Eurer Musik kommen, bin ich noch interessiert an dem Bandnamen. Es gibt eine Death Metal Band aus den USA die TOMBSTONES heißt und etwa drei oder vier andere Bands aus unterschiedlichsten Genres die TOMBSTONE oder THE TOMBSTONES etc. heißen. Warum entscheidet man sich für so einen direkten und einfachen Namen? Gibt’s da eine Geschichte dahinter?

Hehe, wir waren uns dessen bewusst. Die Band wurde vor einigen Jahren von Bjorn und Jonas, ein ehemaliger Gitarrist der 2009 tragischerweise gestorben ist, R.I.P., benannt. Sie dachten der Name klingt cool und vermittelt den richtigen Eindruck von unserer Musik. Seit dem heißen wir TOMBSTONES und da gibt’s auch keinen Weg zurück. Hinsichtlich Google ist es wahrscheinlich der schlimmste Name überhaupt, nach YES vielleicht. Unmöglich dabei die richtigen Treffer aufzufinden.

Es scheint so, als würdet ihr großen Wert auf Authentizität in eurer Musik legen. Wie steht ihr zum derzeitigen Trend analoger Aufnahmetechniken?

Analoges Equipment gibt der Musik immer einen viel wärmeren und natürlicheren Sound und das ist immer etwas Gutes. Viele moderne Produktionen klingen eiskalt, mit Kompressionen von biblischen Ausmaßen. Es ist einfach furchtbar und schmerzt in den Ohren. (…)
„Year Of The Burial“ wurde auch nicht auf Band aufgenommen, sondern am Computer, also könnte man sagen, dass wir die Technologie selbst schon zu schätzen wissen, wenn es ums Aufnehmen geht. Das wichtige ist, man sollte sein Material immer in einem Livesetting aufnehmen um die Band als Einheit erfassen zu können. Es ist wichtig den Hörern zu zeigen, was sie am Konzert erwartet. Eine ehrliche Präsentation der Musik.

Auch euer Video zu „Unveiling“ auf eurer Myspace-Seite (www.myspace.com/tombstonesoslo) ist sehr bodenständig. Kannst Du etwas über den Inhalt und die Verbindung zu Eurer Musik erzählen?

Die Stichwörter sind Atmosphäre und Stimmung! Wir wollen schon seit Jahren ein Video in den Wäldern filmen. Letztendlich haben wir diesen Plan verwirklicht, indem wir in unserer Nachbarschaft gefilmt haben und das ist das Ergebnis. Mir ist nie aufgefallen wie grimmig es eigentlich aussieht - und das nur ein paar hundert Meter von meiner Haustür. Da gibt es dieses verlassene Fabriksgebäude, wahnsinnig dunkel und unheimlich. Mitternachts würde ich mich nicht dort aufhalten.
Ich glaube das Video stärkt die Atmosphäre des Songs und gibt dem Hörer etwas anderes als unser Album-Cover zum Begutachten. Wir haben nicht das Budget um professionelle Videos zu machen, also ist die Alternative das selbst zu tun. Und man kann nicht sagen, dass es nicht cooler aussieht als wenn wir drei jetzt vor der Kamera posieren würden und so tun, als wären wir umwerfend.

Mit sechs Songs und gerademal 40 Minuten Spielzeit ist das neue Album ziemlich kurz geraten. Wolltet ihr es so kurz und knapp oder hat euer Songwriting einfach nicht mehr hergegeben?

Eigentlich hatten wir noch mehr neues Material geschrieben aber wir entschieden uns für diese sechs Nummern. Nun ist das Album so kompakt und die Songs gehen ineinander über. Mit so einem fuzzigen- Heavy Sound würde man meinen, 40 Minuten sind ohnehin schon genug. Wir finden es besser wenn der Hörer hungrig auf mehr bleibt, als nach 50 Minuten abzuschalten. Also ja, das war definitiv Absicht.

Eure Musik kann man ganz einfach als Doom bezeichnen. Es ist ein sehr einfaches, geradliniges Konzept und zieht sich wie ein roter Faden durchs Album. Glaubst du Ihr habt euren Sound schon gefunden oder seht ihr noch Potential für Veränderung und Verbesserung?

Ja, da stimm ich dir in allen Punkten zu! Mit dem Album konnten wir unseren Sound auf ehrliche Weise reproduzieren. Es war ein steiniger Weg bis dorthin, aber unseren Sound haben wir definitiv gefunden. Wenn es um Equipment geht sind wir zu richtigen Geeks geworden. Wir haben ein paar neue Songs in unserer Setlist und auch diese scheinen in die gleiche Richtung zu gehen. Wir haben zwar auch ein paar Uptempo-Stücke aber auch die klingen „Heavy As Hell“ (…)

Ihr beschreibt euren Style als „Norweedian Doom“. Kannst Du uns etwas über die Doom-Szene in Norwegen erzählen?

Die Doom-Szene in Norwegen ist sehr klein aber unter der Oberfläche brodelt es. Es ist sehr lebhaft, wenn man die Größe berücksichtigt.
Speziell in Oslo werden eher internationale Bands in unserem Genre für Shows eingeladen und das gibt den norwegischen Bands die Möglichkeit sich zusammenzutun. (…) Trotzdem ist es komplett „Underground“ und man sieht kaum eine Doomband unter einem Major-Label in Norwegen. Die Agenten konzentrieren sich viel zu sehr auf Hypes aus den USA oder UK. Das ist schade, aber harte Realität. Norwegische Doom-Bands sollen sich darauf fokussieren, was jenseits der Grenzen liegt denn die Beliebtheit und Akzeptanz von Doom ist dort auf einem ganz anderen Level.

Neben den üblichen Verdächtigen wie BLACK SABBATH oder SLEEP - welche Bands haben zu eurem Sound beigetragen? Habt ihr Vorbilder?

Wir werden die ganze Zeit von Bands inspiriert. Das ist eines der besten Dinge, wenn es darum geht, Musik zu machen. Es ist kein Geheimnis, dass SLEEP einen enormen Einfluss auf die TOMBSTONES hatten.
Trotzdem, innerhalb der Band hören wir sehr unterschiedliche Musik. Unser Schlagzeuger ist ein riesiger Hardcore-Fan. Wenn wir eine Band nennen müssten, die von uns allen hochgeschätzt wird ist das YOB. COUGH and NAAM verdienen auch eine Erwähnung. (…)

Vielen Dank für das Interview. Die letzen Worte gehören euch!

Danke an alle, die Interesse an den TOMBSTONES zeigen! Kauft unser Album, dimmt die Lichter, dreht die Lautstärke rauf und genießt den Trip! Wir sehen uns im Escape Metalcorner im September!

Bitte log Dich ein um Kommentare schreiben zu können.
Username:   Passwort:          Registrieren | Passwort vergessen?
Noch keine Kommentare vorhanden.
Schreibe jetzt den ersten Beitrag zu diesem Artikel!
Überblick...
Bandinfo & Links...
TOMBSTONES: Profilseite
Reviews...
TOMBSTONES - Year Of The Burial (CD, 2012)
Interviews...
TOMBSTONES - Ole Christian Helstad (20.05.2012)
Stormbringer CD Tipp
Stormbringer Unsigned Tipp
Die neuesten Reviews...
Die letzten News...
Die neuesten Interviews...
Die neuesten Livereports...
Die neuesten Specials...
SCORPION CHILD - Scorpion Child