BATTLE BEAST - Battle Beast

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Jussi Poikonen (22. Mai 2012):

Es geht bei den Songs um fröhliche Themen wie Psychosen, Abhängigkeit, Sorgen und Zorn. Und natürlich um Monster im Abwassersystem...

Die Finnen, die mit "The Treachery Of Senses" ein frühes Highlight des Musik-Jahres veröffentlicht haben, standen uns für einen kurzen, pointierten Plausch zur Verfügung.

Interview by Christian Wiederwald
Interview...

Nach dem Erfolg bei “Suomi Metal Star” kam das Debüt „The Treachery Of Senses“ und dieses Album hat es in sich. Fantastischer, technischer, moderner Metal, der ohne die im Genre so beliebten Growls auskommt. Nach meiner beinahe euphorischen Kritik blieb mir nichts übrig, als ein paar Fragen an die Finnen zu stellen.

Beantwortet wurden diese vom Gitarristen Jussi Poikonen.

Beginnen müssen wir mit "Suomi Metal Star". Kannst Du mir ein wenig über diesen
Wettbewerb erzählen? Und war der Vertrag mit Century Media der Preis für den ersten Platz in diesem?

Ja, der Vertrag mit Century Media war in der Tat der Preis für den ersten Platz bei „Suomi Metal Star". Der Wettbewerb war nicht so präsent in den Medien wie die diversen „Popstars“-Wettbewerbe, da er größtenteils online abgehalten wurde. Es waren allerdings eine Menge wirklich starker Bands dabei und deshalb hatten wir nicht wirklich mit dem Sieg gerechnet. Aber genau das ist dann passiert. Daraufhin blieb uns nichts übrig als uns mächtigst zu betrinken und SCORPIONS-Songs in der Karaoke-Bar zu singen.

Kurz zu eurer Geschichte bzw. zu einem bestimmten Punkt in eurer Historie. Ist es richtig,
dass ihr zwar schon seit 2002 existiert, aber erst wirklich 2008 durchgestartet habt als euer
Sänger Sakari Ojanen von einem längeren Aufenthalt aus Spanien zurückgekommen ist? Hat
diese Pause etwas damit zu tun, dass ihr euch von rifflastigem Rock hin zum technisch-progressiven
Metal entwickelt habt?

Wir haben schon ein Demo herausgebracht bevor Sakari nach Spanien gezogen ist und wir waren nicht sehr angetan vom Resultat. Die erzwungene Pause gab uns allen Zeit, über die Band und die von uns produzierte Musik nachzudenken. Als Sakari dann zurückkam haben wir einfach versucht, als Band die Kurve zu bekommen. Die progressiven Elemente waren bis zu einem gewissen Grad immer präsent in unserer Musik aber dann, nennen wir es Evolution, sind sie wirklich vermehrt hervor getreten im neuen Material.


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Wie läuft bei euch das Songwriting ab, habt ihr da eine Arbeitsteilung, der eine die Texte, der andere die Musik?

Unser Sänger Sakari schreibt alle Texte. Sakari und Ville, unser Schlagzeuger, haben die meisten Songs auf dem Album geschrieben, aber die Songs werden üblicherweise noch anständig überarbeitet in der Arrangement-Phase. Wir funktionieren als Demokratie, jeder von uns muss mit den Songs glücklich sein, bevor sie als fertig abgesegnet werden.

Was sind eure Einflüsse? Auf dem Album ist ja so ziemlich alles vertreten, vom Djent bis Jazz,
von “regulärem" Metal bis zu sehr ruhigen Momenten. Es ist mittlerweile sehr selten, dass ein
Album völlig eigenständig klingt, aber ihr habt es mit dieser Mischung geschafft.

Das freut mich zu hören. Wir versuchen in der Tat die ausgetretenen Pfade, die großen Klischees des Metal-Genres zu vermeiden, aber prinzipiell geht es uns darum, die Musik für uns interessant zu machen. Dann spielen wir den Song eine Weile und schauen, ob er auch diesen Belastungstest aushält und zerstören, löschen und verbessern ihn wenn nötig (coole Anspielung, Hr. Poikonen)… Man kann also sagen, dass viele der Songs auf dem Album sich sehr vom Original weiter entwickelt haben über eine gewisse Zeitspanne. Wir alle hören auch viel Musik abseits vom Metal, und wir versuchen nicht, uns selbst zu zensieren wenn es um nicht-metallische Einflüsse geht.

Ich muss dich/euch wegen der Vocals fragen. Üblicherweise gibt es in dieser Art von
Musik meistens den typischen Death Metal-Growl. Habt Ihr euch bewusst dagegen entschieden
oder war es von Anfang an klar, dass ihr mit der natürlichen Stimme von Sakari arbeitet?

Wir haben einfach die Notwendigkeit für Growls nicht gesehen. Natürlich wäre es leichter, damit einen härteren, aggressiveren Sound zu bekommen, aber darum geht es uns nicht wirklich. Klare Vocals helfen uns einfach dabei, eine zusätzliche Schicht an Harmonie in den Mix zu bringen und das kann unserer Meinung nach interessanter sein, als die Standard-Death-Metal Growls die alles überdecken. Wobei diese natürlich auch coole Akzente bringen können, wie zum Beispiel auf dem Song „Sewers“, wo wir sie als Teil der zu erzählenden Story verwendet haben.

Dan Swanö hat gesagt, dass euer Album eines der besten war, dass er jemals abgemischt hat.
Wie war die Arbeit mit Dan und wie geht ihr mit einem Kompliment von einer Ikone wie ihn um?

Die Arbeit mit Dan war fantastisch. Er ist unglaublich schnell beim Mischen und hat es geschafft immer genau den Sound zustande zu bringen, den wir wollten. Es war, als versteht er was wir mit unserer Musik erreichen wollen. Und natürlich war es großartig, ein solches Kompliment von einem solch erfahren Mann wie Dan zu bekommen.

Um nochmals auf die Texte zu kommen. Kurz gefragt: Worum geht es?

Die Texte sind bis zu einem gewissen Grad persönlicher Natur, aber auf diesem Album handeln sie auch von Beobachtungen die menschliche Psyche und die Subjektivität der Wahrnehmung betreffend. Der Titel „Treachery Of Senses“ reflektiert diesen Aspekt der Lyrics. Es geht bei den Songs um fröhliche Themen wie Psychosen, Abhängigkeit, Sorgen und Zorn. Und natürlich um Monster im Abwassersystem.

Das Album ist jetzt schon seit ein paar Wochen veröffentlicht. Ich hab mir einige Reviews von
KollegInnen angeschaut und die sind eigentlich alle zwischen positiv und enthusiastisch angesiedelt.
Wie geht es euch im Rückblick mit dem Album?

Wir sind nach wie vor sehr glücklich mit dem Album, obwohl wir es sicher schon eine Gazillion (ein herrlicher, englischer Ausdruck!) mal im Rahmen der Produktion gehört haben. Es ist, als ob die Sterne günstig standen, es fühlt sich nämlich so an, als ob das Album genau so geworden ist, wie wir es wollten. Natürlich lesen wir auch Reviews, da uns die Meinung Außenstehender auch interessiert, vor allem weil wir noch Newcomer im Geschäft sind. Wir versuchen allerdings auch, diese nicht zu ernst zu nehmen, auch wenn wir überrascht sind, dass es tatsächlich so viele positive Rezensionen geworden sind.

Was bringt die Zukunft für ODDLAND? Sind Tourneen oder gar schon ein neues Album geplant?

Eine Tournee in den nicht-finnischen Staaten Europas wäre auf jeden Fall etwas, was wir gerne machen würden und es gibt auf jeden Fall Pläne. Bisher ist allerdings noch nichts bestätigt – aber haltet eure Augen und Ohren offen für Neuigkeiten später im Jahr 2012. Vielleicht können wir dann ein paar Tourdates bekannt geben.


Zum Abschluss noch ein kleiner Appetizer aus diesem großartigen Album:

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