PURE STEEL RECORDS

:: WYKKED WYTCH


Ipek (03. Juni 2012):

Es ist hart kreativ zu sein und dunkle Musik zu schreiben, wenn die Sonne jeden Tag in dein Gesicht scheint und glückliche Menschen an den Stränden verweilen

WYKKED WYTCH haben vor kurzem ihr neues Album „The Ultimate Deception“ auf den Markt gebracht. Ein guter Zeitpunkt um Frontfrau Ipek mit ein paar Fragen zu durchlöchern…

Interview by Tom
Interview...

Wie immer erst einmal danke für dein Interesse an diesem Interview Ipek! Ich würde vorschlagen, dass du dich und deine Band mal den Lesern vorstellst. Mit „The Ultimate Deception“ habt ihr ja ein neues Album am Start, wie zufrieden seid ihr mit den bisherigen Resonanzen?

Ipek: Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und dem Sound unseres neuen Albums, es repräsentiert WYKKED WYTCH so wie wir heute sind. Sehr Modern, Technisch, Melodisch, eine Extreme Metal Band. Genau das sind wir, keine Gothic Metal Band, so wie uns einige in der Vergangenheit klassifiziert haben.

Ihr habt euch ja vier Jahre Zeit gelassen zwischen „The Ultimate Deception“ und eurem letzten Album. Gab es besondere Umstände für diese doch etwas längere Zeitspanne bzw. was habt ihr in der Zeit getrieben?

Ipek: Ja, seit dem letzen Album „Memories Of A Dying Whore“, das 2008 veröffentlicht worden ist, verzeichneten wir mehrere Rückschläge. Anfang 2009 verloren wir unseren Lead Gitarristen/Songwritter, der über acht Jahre Mitglied der Band war. Zu dieser Zeit wurde an keinem neuen Material gearbeitet, stattessen begaben wir uns auf US und eine Europäische Headliner Tour, um unser damals aktuelles Album „Memories Of A Dying Whore“ zu supporten. Im Frühjahr 2010 holte ich mir einen neuen Lead Gitarristen und Songwritting Partner an Board und wir begannen an „The Ultimate Deception“ zu arbeiten. Das Material für das neue Album zu schreiben dauerte etwa ein Jahr, danach sind wir im April 2011 ins Studio gegangen. Fertig aufgenommen war das Ganze dann im Juni 2011 und veröffentlicht wurde „The Ultimate Deception“ dann im Februar/März 2012. So das war nun die Reihenfolge des Entstehungsprozesses die zum neuen Album geführt haben. Uns erschien das nicht als eine zu große Lücke, wir waren in dieser Zeit immer beschäftigt, aber die Zeit vergeht ja bekanntlich.

Könnt ihr den Lesern das Konzept eures neuen Albums erklären?

Ipek: Obwohl das Album kein Konzeptalbum ist, gibt es einige gemeinsame Themen und Konzepte, die von Täuschung, Lügen und Verrat handeln. Sowie der persönlichen Erfahrung in der Zeit des Songwrittings.

Auf eurem Album hat mir vor allem euer Gespür für das Mischen der verschieden Extreme Metall Stile besonders gefallen. Habt ihr außer den Hang zum Extremen auch noch andere musikalische Inspirationen, die auch von nicht Metallischer Natur sein könnten?

Ipek: Nun der Grund für die verschiedenen Stile und die Vielfalt des neuen Albums war das wir dazu neigen zu glauben uns mit der Zeit weiterzuentwickeln zu müssen. Auch unser neuer Gitarrist Nate Poulson brachte seinen eigen Stil und seine Einflüsse mit ein. Dennoch blieben wir unseren Wurzeln und unserer Originalität treu, die uns von den anderen Bands da draußen trennt, die das gleiche tun.

Gibt es auch außermusikalische Einflüsse auf WYKKED WYTCH, gewisse Filme oder Bücher die als Inspiration dienen?

Ipek: Also ich kann jetzt nur für mich persönlich sprechen, aber nicht musikalische Einflüsse die mich Inspirieren beim Schreiben von Perversen und Kontroversen Lyrics sind Horror Thriller Filme und True-Crime Shows.

Mit „Fade to Black“ einen Metallica Klassiker habt ihr eure eigene Interpretation des Songs drauf gepackt der mir persönlich sehr gut gefällt, allerdings gab es auch schon einige kritische Stimmen dazu. War es für euch eine schwierige Entscheidung diesen Klassiker selbst zu Interpretieren? Mich würde außerdem Interessieren wie ihr zu METALLICA heute steht.

Ipek: Danke das dir der Cover Song gefällt. In der Vergangenheit hatten wir nie Covers, aber wir begannen damit auf dem letzten Album mit „Sweet Dreams“ und „Bring Me To Life“. Als wir beschlossen diesen Cover Song aufzunehmen, entschieden wir unseren eigenen Input mit reinzunehmen, so dass die Nummer nach einen WYKKED WYTCH Song klingt, aber das Original erkennbar bleibt. Bei Cover Songs gibt es immer wieder Kritikpunkte. Die Menschen werden ihn entweder lieben oder hassen. Es ist ein persönlicher Geschmack, ich habe METALLICA immer schon geliebt für ihre alten Sachen, aber ich bin kein großer Fan ihrer verwässerten Rock Musik die sie heutzutage machen. Für mich sind sie heute mehr eine legendäre Band die immer noch relevant ist für den Metal und deshalb respektiere ich sie.

Kommen wir nun zum Komposition und Aufnahmeprozess. Wer ist eigentlich bei euch hauptverantwortlich für das Komponieren. Herrscht bei euch eine Demokratie oder habt ihr einen bzw. mehrere Kreativköpfe die für das Songwritting verantwortlich sind?

Ipek: Bei jedem Album das wir bisher gemacht haben wurde die Musik in der Regel von unserem Leadgitarristen geschrieben, ich schrieb bisher immer die Lyrics, Songtiteln und Konzepte. Außerdem helfe ich bei den Arrangements aus, zum Beispiel wo Strophen oder Refrains reinpassen oder eben beim neu-arrangieren von Riffs und Ideen. Unser Keyboarder Salvatore bringt Ideen für Samples und Intros ein und kommentiert unsere Kompositionen. Für gewöhnlich sind immer nur zwei bis drei Mitglieder von uns am kreativen Prozess beteiligt. Wenn wir auf Shows spielen sind wir immer eine Sechsköpfige Live Band. Wir heuern immer wieder eine Handvoll an Live-Members an mit denen wir in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben, sodass wir die Songs spielen können wie sie geschrieben wurden.

Wie war die Zusammenarbeit mit Daniel Castleman und die gemeinsame Zeit im Studio. Könnt ihr uns einige witzige Momente schildern?

Ipek: Es war großartig mit Daniel zusammenzuarbeiten, er war sehr kreativ und hilfreich. Er half uns den Sound zu bekommen den wir für das Album wollten. Ich kann mich gerade nicht an irgendwelche lustigen Momente erinnern. Wir hatten einen begrenzten Zeitrahmen, um all die Aufnahmen zu vervollständigen, sodass wir die meiste Zeit ernsthaft daran arbeiteten das Album rechtzeitig fertigzustellen.

Ist derzeit neues Material schon in Planung und wenn könnt ihr uns schon mal ein wenig darüber erzählen.

Ipek: Das neue Album ist erst vor zwei Monaten erschienen und wir habe gerade eine 35 tägige USA Tour mit SOULFLY hinter uns. Deshalb ist es noch zu früh um mit den Schreiben von neuem Material anzufangen, vielleicht fangen wir am Ende des Jahres damit an, wenn wir sonst nichts zu tun haben. Im Moment fokussieren wir uns darauf das restliche Jahr mehr zu touren.

Soweit ich es Richtig im Kopf habe, wart ihr 2009 das letze Mal auf Europa Tour. Was waren so die Eindrücke von der Alten Welt und sind neue Shows in Europa beziehungsweise in Österreich geplant?

Ipek: Wir lieben Europa und wir tourten hier eine lange Zeit. Dort sind die loyalen Fans und Metal ist hier immer noch sehr groß. Wir planen derzeit im Sommer oder Herbst 2012 nach Europa und zu euch nach Österreich zu kommen.

Ihr seid ja aus dem sonnigen Florida, das ja bekannt ist für seine Death Metal Szene. Spielt eure Heimat eine Rolle bei eurem kreativen Schaffen?

Ipek: Nicht wirklich… Es ist hart kreativ zu sein und dunkle Musik zu schreiben, wenn die Sonne jeden Tag in dein Gesicht scheint und glückliche Menschen an den Stränden verweilen. Es ist nur Zufall, dass Florida ein Platz ist wo einige bekannte Death Metal Bands leben. Es hat also überhaupt nichts zu tun mit unserem kreativen Schaffen.

Bleiben wir beim Thema Florida. Wie sieht eigentlich der Kontakt innerhalb der Szene aus. Wie ist es um den Nachwuchs bestellt, könnt ihr uns ein paar Geheimtipps über unbekannte Newcomer geben?

Ipek: Die Szene ist dieselbe wie überall, vielleicht sogar ein wenig kleiner. Ein paar Clubs sind für Underground Bands verfügbar und es gibt keine wirkliche brüderliche Metal Unterstützung wie in einigen Kleinstädten im mittleren Westen. Junge Bands haben es immer noch Schwer die Möglichkeit für einen Auftritt zubekommen, es gibt einfach zu viele Bands aber zu wenig Plätze zum auftreten.

Ihr treibt euch ja bereits seit den mittleren neunziger Jahren in der Metal Szene rum. Was haltet ihr vom derzeitigen Retro Trend bezogen auf Thrash, Death und Black Metal. Kommen da bei euch nostalgische Gefühle auf?

Ipek: Die neue Ära des Metal ist alles was die Leute in den letzen zehn Jahre dazu bewegte nicht mehr nur ein Sub-Genre des Metal zuhören, heute kannst du alle Stile in einen Album kombinieren, das die verschiedensten Typen von Fans anspricht. Auf den Festivals und den Touren werden die verschiedenen Stile wie Metal, Punk, Death und Black Metal kombiniert. Es gibt keine Diskriminierung mehr, solange du gute Musik spielst werden dich die Leute umarmen.

Obwohl wir uns im digitalen Zeitalter befinden, haben Vinyl Veröffentlichungen oder auch Tapes wieder deutliche Zuwachsraten. Wie steht ihr zu diesen Medium. Seit ihr selbst Sammler oder bevorzugt ihr eher moderne Medien wie digitale Downloads oder CDs?

Ipek: Ich habe so viele alte CDs und Taps, dass ich nicht an Vinyl interessiert bin. Ich besitze keinen eigenen Plattenspieler, deshalb bleibe ich jetzt bei meinen CDs und DVDs.

Kommen wir nun zum Ende des Interviews, zunächst möchte ich mich mal bedanken für das nette Gespräch, die letzten Worte an die Fans und Leser unseres Magazins gehören euch!

Ipek: “Please go out and buy CDs support the scene and the metal bands are not mainstream, Get ready for New WYKKED WYTCH attack soon in Europe ,till than metal up yours!!”

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