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Sebastian Swart (13. Juni 2012):

Da musst du ihn schon selber fragen. Er tut allerdings nicht sonderlich viel dafür, hat das aber noch ganz gut drauf. Seine Stimme ist noch immer unverbraucht.

Nach der Reunion zum 20-jährigen Jubliäum von "Cursed" erscheint nun auch, dazu passend, eine DVD. Das war mit der Grund, mich kurz mit Sebastian Swart zu unterhalten.

Interview by Christian Wiederwald
Interview...

Gehen wir gleich in medias res: Wie kam es zur Reunion 2011?

Es gab schon im Vorfeld einige Anfragen an MORGOTH, schon vor der eigentlichen Reunion. Die haben wir allerdings zum damaligen Zeitpunkt aus verschiedenen Gründen abgelehnt. 2010 war es dann soweit, dass einige Promoter auf uns zugegangen sind und gesagt haben, „es ist jetzt 20 Jahre her, dass die „Cursed“ erschienen ist, wäre das nicht ein Grund etwas zu machen?“ Marc und mir ist dann aufgefallen, dass das wirklich schon 20 Jahre her ist. Wir haben dann Harry gefragt. Er erbat sich zuerst Bedenkzeit hat dann aber doch ziemlich rasch angerufen und sein okay gegeben. Dass Rüdiger und Carsten nicht dabei sein werden wussten wir im Vorhinein. Wir haben aber gesagt: „Okay – wir ziehen´s jetzt durch.“ Der Grund war tatsächlich das 20-jährige Jubiläum der „Cursed“ und dass uns die Promoter zur selben Zeit angefragt haben.

Wie war das, nach 15 Jahren wieder auf großen Bühnen zu stehen?

Wir haben natürlich einen gewissen Druck gehabt. Wenn wir so etwas schon machen dann soll es auch Hand und Fuß haben, etwas Halbgares abliefern wollten wir nicht. Wir haben dann sehr intensiv geprobt und in Wermelskirchen zwei Warm-Up Shows gespielt. Und die waren schon ziemlich gut gelungen. Da war es für uns klar, dass wir es auf größeren Bühnen probieren können. Und die erste Show war dann gleich das Rock Hard-Festival in Gelsenkirchen. Da hat man schon etwas Respekt. Es sind immerhin 8.000 Leute in diesem Amphitheater. Wir waren schon etwas nervös, aber nach den drei ersten Songs ist das Eis gebrochen und es hat dann nur noch Spaß gemacht.

Zur DVD: Was sofort auffällt, ist der enorm brutale Sound. Ihr klingt deutlich härter als vor 20 Jahren.

Das liegt ganz einfach an den Verstärkern. Diese Ultra-High-Gain-Geschichten gab es damals noch nicht. Man spielte über die Peavys und das war es dann auch schon. Da kann man heute ganz andere Sachen machen mit dem Sound.

Wie schafft es Marc, nach wie vor diese unmenschlichen Screams live zu bringen?

Da musst du ihn schon selber fragen. Er tut allerdings nicht sonderlich viel dafür hat das aber noch ganz gut drauf. Seine Stimme ist noch immer unverbraucht.


Alle Fotos: MORGOTH Facebook

Wie ist es überhaupt zur Idee gekommen, eine DVD aufzunehmen?

Wir hatten ja noch keinen Live-Release gehabt und haben zum 20-jährigen „Cursed“-Jubiläum einige Shows mitgeschnitten bzw. mitschneiden lassen und haben uns letztlich fürs „Way Of Darkness“ entschieden. Es sollte einfach ein schöner Abschluss für diese Auftritte werden. Und das Jubiläum bot sich da einfach an.

Es ist mittlerweile üblich, elendslange Dokumentationen auf DVDs mit zu veröffentlichen. Habt ihr euch bewusst gegen eine solche entschieden oder war das überhaupt nie ein Thema?

Das war eigentlich nie ein Thema. Wir haben einfach geschaut, was haben wir an Material. Wir sind auch nicht so Typen, die es toll finden wenn ihnen die ganze Zeit ein Kameramann hinterher läuft. Man kann das dann auch nicht wirklich ignorieren. Ich mag das persönlich überhaupt nicht. Dokumentationen können manchmal recht interessant sein, klar, aber wenn ich mir zum Beispiel „Making Of“s von Filmen ansehe ist halt auch leicht die Illusion und die Faszination weg.

Wie ist es zur erneuten Zusammenarbeit mit Dirk Rudolph, der auch schon das Cover von „Cursed“ gestaltet hat, gekommen?

Es war von Anfang an so geplant, wieder mit ihm zusammen zu arbeiten. Es boten sich zwar einige andere Optionen an, aber wir haben gesagt, wen wir den Dirk Rudolph bekommen können, dann sollten wir es auch mit ihm machen. Ich hab dann auch bei ihm angefragt und er war sofort dabei und hat wie ich finde ein sehr schönes Cover abgeliefert.

Zu den Videoclips, die ihr auf die DVD mit drauf gepackt habt. Wie ist es, sich so alte Videos anzusehen?

Klar, wir haben uns verändert, man wird schließlich älter. Die Haare sind kürzer. Was mir aufgefallen ist, dass sich der Sound unglaublich verändert hat, vor allem bei „Isolated“ und „Sold Baptism“.

Wie seid ihr zu Dan Swanö, der für euch den Mix gemacht hat, gekommen?

Das war eine Empfehlung von unserem Manager, der schon öfter mit ihm zusammen gearbeitet hat. Und Dan Swanö hat ja auch eine recht gute Reputation. Außerdem war er auch früher schon MORGOTH-Fan. Es gibt ja auch Fotos von ihm, auf denen er ein MORGOTH-Shirt trägt. Wir haben dann einen Testmix angefragt. Er hat dann zwei gemixte Songs vorgelegt und uns war klar, dass wir da nicht groß weiter suchen müssen.

Auf dem Presseflyer zu „Cursed To Live“ steht, dass ihr eine „besondere Clubshow“ in Griechenland geplant habt. Was darf man sich darunter vorstellen?

Wir spielten am 9.6.2012 mit HEATHEN, OBITUARY und EXODUS in Athen. Ich hatte eine Anfrage bekommen ob wir da kurzfristig mitmachen können. Es gibt auch noch eine zweite Show in Thessaloniki. Es ist ja auch etwas Schönes mit OBITUARY und EXODUS die Bretter zu teilen, zumal wir die Jungs von OBITUARY noch ganz gut kennen. Und dazu kommt, dass wir noch nie in Griechenland gespielt haben.

Ihr seid ja auch einst mit OBITUARY und DEMOLITION HAMMER getourt.

Das war die Tour im Sommer 1990. Da war ich allerdings noch nicht dabei. Ich bin erst im November 1990 zu MORGOTH gekommen. Genau bei dieser Tour nämlich hat sich Marc entschieden, nur noch den Gesang zu übernehmen und aus diesem Grund bin ich zur Band gekommen.

Ihr habt unlängst am Maryland Death Fest gespielt. Wie war es wieder in Amerika zu spielen?

Es war sehr gut. In den USA haben wir 1991 das letzte Mal gespielt. Wir sind auch ganz gut angekommen. Es war unglaublich heiß, ich hab noch nie eine so heiße Show gespielt. Nach 45 Minuten dachte ich dann auch: Gut, dass es jetzt vorbei ist.

Gibt es generell Pläne eine flächendeckende Tour zu fahren, in Amerika oder Europa?

Nein, die gibt es nicht. Es kann unter Umständen sein, dass man, wenn angefragt, mal vier oder fünf Shows drüben spielt, aber wir sehen uns nicht im Nightliner wochenlang durch Amerika fahren.

Im vorigen Jahr gab es 20 Jahre „Cursed“, wie sieht es 2013 mit 20 Jahre „Odium“ aus?

Wir haben 2013 noch gar nichts geplant. Wir schließen 2012 mit der „Barge To Hell“ ab, dann gibt es im November noch zwei Shows in Deutschland in Berlin und dann sind keine weiteren Auftritte geplant. Das soll nicht heißen, dass dann gar nichts mehr stattfindet, wenn sich etwas Cooles ergibt kann man immer noch Shows spielen. Wir sind aber nicht dabei, „Odium“ zu proben.

Wird es neue Songs geben?

Nein, wir schreiben im Moment nichts Neues. Klar, man hat immer ein paar Ideen im Kopf und es gibt durchaus ein paar Riffs, die zu MORGOTH passen würden. Es gibt keine Songs oder etwas Strukturiertes. Ich weiß auch nicht, ob wir das machen sollen. Die Produktion eines neuen Albums ist sehr zeitintensiv, das macht man nicht einfach nebenher. Und wenn wir etwas machen würden, darf das natürlich nichts Halbgares sein.


Für alle MORGOTH-Fans, und generell für Freunde gepflegten Death Metals kann ich „Cursed To Live“ uneingeschränkt empfehlen.
Und was die Zukunft von MORGOTH betrifft, vielleicht überraschen sie uns doch noch, irgendwann mit neuem Material oder Auftritten.

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