Interview...
Das neue Album erscheint am 27. Juli. Kann es als Nachfolger der „Black Meddle“ Alben gesehen werden? Was erwartet uns?
Nein, eigentlich ist es fern ab von dem Sound der “Black Meddle” Alben. Es kann eher als ein Follow- Up der 2006 LP „Insinct: Decay“ gesehen werden. Es ist viel aggressiver und roher als die „Black Meddle“ Alben und ist viel mehr im Black Metal verankert als diese.
Kürzlich habt ihr mit DARK FORTRESS, PHLEFONYAAR und VERDELET getourt. Wie war das Touren mit diesen Jungs?
Die Tour hat Spaß gemacht. Bei allen vier Bands handelte es sichum großartige Leute. Alle haben sich gut verstanden. Ein glücklicher Umstand, wenn man bedenkt, dass es sich um eine dreieinhalb Wochen Tour handelte und alle vier Bands in einem Bus zusammen waren. Wenn es also eine Horde Arschlöcher gewesen wäre, wäre das Reisen auf solch engem Raum miserabel gewesen. Die Tour war aber wirklich spaßig und ich glaube auch ziemlich erfolgreich. Das Ergebnis der Show in Wien war etwas enttäuschend und ich kann mich erinnern, dass wir zu Anfang des Sets einige technische Schwierigkeiten auf der Bühne hatten. Aber nachdem wir das geregelt hatten kann ich mich erinnern, dass unser Auftritt ganz gut war. Woran ich mich auch erinnere ist, dass die Leute in Wien mehr Merch als bei irgendeiner anderen Show (mit Aunahme der Festivals) gekauft haben!! Das war wirklich großartig wenn man bedenkt, dass gerade einmal 100 Leute oder so da waren. Also, Danke nochmal an die von Euch, die wir getroffen haben oder für die wir Merch signiert haben. Ihr habt der Band wirklich geholfen einiges an Merch loszuwerden. Ein spezieller Dank geht auch an Alex vom Totem Records Shop/ PUNGENT STENCH, dafür, dass er die Show für uns organisiert hat. Wir haben ihn damals getroffen und er ist wirklich ein großartiger Typ.
Im April seid ihr mit „Instinct: Decay“ in voller Länge aufgetreten. Wie seid ihr darauf gekommen? Wie haben die Fans reagiert? Erzähl uns doch einfach vom Roadburn-Festival!
Das kam zu stande, weil wir von VOIVOD (mit denen wir 2009 in den Staaten getourt haben) gefragt wurden. Wir wollten etwas ganz spezielles machen. Das letztemal, als wird dort waren, haben wir in punkto Songauswahl einfach ein reguläres Live-Set gespielt, das wir bei jeder andern Show auch spielen würden. Und weil wir das Roadburn hochachtungsvoll als das beste Heavy Music Festival auf dem Planeten (unserer Meinung nach) bezeichnen, wollten wir etwas einzigartiges für unser Set dieses Jahr machen. Deswegen haben wir uns entschieden „Instinct: Decay“ von vorn bis hinten zu spielen. Dieses Album war NACHMYSTIUMs erste tiefe Reise in die Psychedelic unserer Musik. Und wenn man bedenkt, dass es sich beim Roadburn in vielerlei Hinsicht um ein psychedelisches Metal Festival handelt, dachten wir das passt. Außerdem ist es ein favorisiertes Album der Fans und eines der wenigen NACHTMYSTIUM Alben die wir ohne Schwierigkeiten und ohne andere Leute, außer den fünf festen Mitgliedern, live komplett wiedergeben können. Die Show war großartig und die Menge ging wirklich ab. Wir haben das Album ziemlich gut gespielt. Es gab einige Songs die wir noch nie live gespielt hatten (oder nicht einmal geprobt in diesem Line-Up). Diese Songs hätten etwas straffer sein können. Das sagt aber jeder Musiker oder jede Musikerin über sein oder ihr eigenes Werk. Es geht immer besser. Wie wir es erwarteten und wie wir es gewohnt sind, ist das Festival locker heruntergelaufen und wir hatten einen Mordsspaß. Es ist ein großartiges Festival und die Leute die es organisieren (Walter, Jürgen und Yvonne um genau zu sein) sind einige der besten Leute mit denen ich je zusammenarbeiten durfte. Wir unterstützen sie zu 100% wo wir nur können. Wenn möglich würden wir immer am Roadburn spielen.
Wie wichtig ist es für euch als Black Metal Band wahrgenommen zu werden?
Ganz und gar nicht. In diesem Album geht es sehr darum, zu unseren Black Metal Wurzeln zurückzukehren. Ich glaube nicht dass wir keine Black Metal Band sind, aber wir sind eine Band die sehr offen dafür ist, aus dem Rahmen unseres Genres auszubrechen. Das haben wir gemacht und das werden wir auch weiterhin so machen. So bleiben die Dinge interessant.
Kannst du uns etwas über den Titel des Albums erzählen? Wie funktioniert die „Silencing Machine“?
„Silencing Machine“ ist ein Verweis auf den NINE INCH NAILS Songtext von „Mr. Self Destruct“ auf „The Downward Spiral“. Ich liebe dieses Album und ich glaube die Idee einer „Silencing Machine“ ist dem sehr ähnlich. Und ich konnte auch eine Analogie für etwas anders in den Lyrics des Titel-Tracks verwenden.
“Borrowed Hope And Broken Dreams” ist ein Song, der auf dem Album sehr hervorsticht (sehr positiv, wie ich meine). Er klingt nicht wie irgendetwas das ihr vorher schon mal gemacht habt. Wie kommt das?
Wir versuchen mit jedem Album etwas Neues zu schaffen. Dieser Song stellt genau das dar: einer dieser Schritte heraus aus der Box des Black Metal. Dieser Song wurde sehr beeinflusst von FIELDS OF NEPHILIM, eine Band die wir seit Jahren lieben. Der Song ist uns sehr leicht gefallen.
Während der Jahre kam es zu vielen Line-Up Wechseln, nun scheint es recht konstant. Kannst du uns etwas zur Band-Struktur sagen?
Wir haben endlich die richtige Gruppe von Leuten die auch gewillt sind, die massiven Zeit und Reiseverpflichtungen einzugehen die es mit sich bringt, Mitglied dieser Band zu sein. Es ist verdammt großartig mit den gleichen Leuten zu touren mit denen du das Album schreibt, das sag ich dir. Es macht die Dinge so viel einfacher als immer Session-Musiker anstellen zu müssen, denen man die Songs erst beibringen muss. Das musste ich so oft machen und ich kann dir gar nicht sagen wie glücklich mich das macht seit zwei Alben in einer Reihe das gleiche Live/Recording Line-Up zu haben. Die fünft von uns, die nun NACHTMYSTIUM ausmachen, spielen seit 2009 als Einheit und passen verdammt gut zusammen. Jetzt sind wir eine bessere Live- und Studio-Band als ich mir je gedacht hatte. Einfach nur wegen dem gemeinsamen und regelmäßigen Musik machen.
Das Artwork eher düster und zurückhaltend. Wie steht es in Verbindung zur Musik?
Es ist symbolisch für ein individuelles Leiden und Alleinsein beim Sterben. Eine Art Analogie für die Kämpfe des täglichen Lebens und manchmal fühlt man sich, als ob man nur kämpft um in Bewegung zu bleiben. Die Geier, die über der Leiche kreisen sind symbolisch für die Gier der Menschen in unserer westlichen, kapitalistischen Gesellschaft. Menschen setzten sich in, sehen dir beim Leiden und Sterben zu und warten nur darauf, dein Leben zu kassieren wenn du nicht hinsiehst. Es ist eine grausame und selbstgerechte Welt in der wir leben.
Diesen Mai habt ihr eine 7‘‘ mit dem Namen „As Made“ heraus gebracht. Es handelte sich um eine limitierte Edition und enthielt, unter anderem, einen Coversong von JOY DIVISION. Was ist eure Motivation für Specials wie diese?
Die EP ist ein Tribut an MINISTRY. Der Ex-MINISTRY Keyboarder/ Programmierer/ Sänger Chris Connelly (der auf den besten Alben, die „The Land Of Rape And Honey“ und „The Mind Is A Terrible Thing To Taste“ inkludieren, war und mit der Band durch die 90er tourte) hat die Vocals für das B-Seiten Cover von “The Eternal” von JOY DIVISION (welche nicht nur einen großen Einfluss auf uns sondern auch auf Chris Connelly hatten) gemacht. Bei dem Song „As Made“, welcher NACHTMYSTIUMs Hail to MINISTRY darstellt, haben wir uns also gedacht, es wäre angebracht Chris einzuladen den Cover Song zu singen und er freute sich darüber! Wir sind sehr glücklich damit, wie die ganze EP geworden ist. Wir planen aber nicht mehr Songs wie „As Made“ in der Zukunft zu machen. Das war eine einmalige Tribute EP, mehr oder weniger.
Gibts noch irgendetwas, dass du gerne noch sagen würdest?
Danke für das Interview und haltet Ausschau nach uns auf der Tour in den Vereinigten Staaten und Europa!
Vielen Dank für das Interview!
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