BATTLE BEAST - Battle Beast

:: OVER YOUR THRESHOLD


Lukas Spielberger (18. August 2012):

Bei zunehmendem instrumentalen Anspruch wird es immer schwieriger, gleichzeitig zu singen und ein Instrument zu bedienen.

Mit OVER YOUR THRESHOLD prog-deathen die nächsten talentierten Nachwuchsdeutschen durch's Geäst. Wir sprachen mit Gitarrist Lukas Spielberger über Einflüsse, Bandbesetzungen und Klon-Kritiken.

Interview by reini
Interview...

Jungs ihr habt nach nur einer EP "Progress In Disbelief“ einen Deal bei Metal Blade Records ergattert. Wie kam da der Kontakt zustande und welche Erwartungen habt ihr von der Kooperation mit Metal Blade Records?

Ja das stimmt, unsere EP "Progress in Disbelief" kam damals 2008 in Eigenproduktion heraus. Wir haben uns dazu entschlossen, "Facticity" im Vorhinein aufzunehmen, um uns mit einer komplett fertigen Produktion, auch mit Artwork, auf Labelsuche zu machen. Falls kein Deal zustande gekommen wäre, hätten wir die CD selbstverständlich auch (in Eigenregie) veröffentlicht.

Nach den Aufnahmen haben wir vorab schon zwei Songs von "Facticity" veröffentlicht. Metal Blade ist daraufhin aufmerksam geworden und wir haben uns mit einem fertigen Exemplar von "Facticity" bei ihnen beworben. Folge: Deal, haha.
Wir möchten einfach, dass unsere Musik möglichst viele Menschen erreicht, was durch ein professionelles Label wie Metal Blade Records natürlich viel besser realisiert wird, als wenn wir das selber in die Hand nehmen würden.

Anfang 2012 verließ euch ja mit Leonhard P. ein Gründungsmitglied von OVER YOUR THRESHOLD. Ersetzt habt ihr ihn gleich zweifach: Kilian Lau an der Gitarre und Ludwig Walter am Gesang. War euch von Anfang an klar, dass ihr einen dezidierten Sänger und einen "Ersatz“-Gitarristen für Leonhard haben wolltet, oder hat sich das einfach ergeben?

Dafür haben wir uns bewusst entschieden. Der Grund dafür war einfach, dass bei zunehmendem instrumentalen Anspruch es immer schwieriger wird gleichzeitig zu singen und sich jeder besser auf sein Instrument konzentrieren kann. Außerdem ist es uns wichtig, dass wir unsere Songs live zu 100% umsetzen können ohne auf Gesangsparts zu verzichten. Mit diesem Wechsel sind wir bei neuen Songs flexibler im Songwriting und können den Gesang vielfältiger einsetzen.

Aufgenommen habt ihr euer neues Album "Facticity“ ja bereits 2011, inwieweit ist Leonhard auf "Facticity“ noch zu hören und wie different klingt die "Facticity“ jetzt ohne ihn?

"Facticity" wurde noch komplett im "alten“ Line-Up aufgenommen, sprich Leonhard ist sowohl als Sänger als auch als Gitarrist zu hören. Wir haben uns bewusst dafür entschlossen die CD noch mit ihm zu veröffentlichen, da er ja schließlich von Anfang an dabei war und wir "Facticity" als Abschluss von der Ära betrachten. Ein Sängerwechsel bewirkt natürlich immer einen gewissen Klangwechsel. Wir haben jetzt auch keinen Sänger gesucht, der versucht den Gesang von Leonhard zu imitieren, und Ludwig hat uns auf Anhieb sehr gut gefallen. Ludwig singt eher in den tiefen Lagen, während Leo’s Gesang mehr in den mittleren Tonlagen angesiedelt war. Durch den Umstieg von Sänger/Gitarrist auf seperaten Sänger und Gitarristen kommen die Songs etwas tighter rüber, da es bei manchen anspruchsvolleren Parts natürlich schwieriger ist Gitarre zu spielen und gleichzeitig zu singen.

Mix und Mastering für "Facticity“ übernahm ja der V. Santura (TRIPTYKON, DARK FORTRESS) – ich mein, dass Ergebnis spricht für sich. Wie seid ihr mit seiner Arbeit zufrieden und könnte sich da von eurer Seite her eine längerfristige Zusammenarbeit entwickeln?

Ja in der Tat. Die Arbeit mit V. Santura im Woodshed Studio hat uns viel Spaß gemacht. Er macht einfach einen sehr guten Job und es herrscht immer eine angenehme Atmosphäre. Wenn es sich zeitlich ergibt, möchten wir auf jeden Fall die nächste Scheibe wieder bei ihm aufnehmen.

Was mir an eurem Album so gefällt, bei aller technischen Herangehensweise versteht ihr es immer wieder auch wirklich coole, nachvollziehbare Parts einzubauen – als Beispiele möchte ich hier "Self Exhibition“ und "Abdicated“ anführen. Ist das ein Schwerpunkt in eurem Songwriting: "Progressiv soll es schon sein, aber wir wollen die Hörer auch nicht mit einem technischen Overflow überfordern“?

Das freut mich, du hast unsere Devise eigentlich sehr gut erkannt. Die Songs sollen schon eingängig sein, aber mit einem gewissen progressiven Touch damit der gesamte Song abwechslungsreicher und spannender wird.

Jetzt könnten ja kritische Zeitgeister euch einiges vorwerfen, eure Herkunft (Bayern), eure Ausrichtung (Progressive [Death] Metal) und der Umstand, dass Steffen Kummerer (OBSCURA) als Gast auf "Facticity“ zu hören ist, könnte euch die ein oder andere „OBSCURA Clone“-Kritik einbringen. Was entgegnet ihr solchen Statements?

Naja, OBSCURA sind definitiv ein Einfluss für uns, das will keiner leugnen. Jede Band hat in der Regel seine Einflüsse die man gerade am Anfang mehr oder weniger erkennt. Wer sich jedoch die ganze CD anhört wird erkennen, dass man das nicht verallgemeinern kann. Aber ich denke den Vergleich muss man nicht negativ sehen, da gibt es durchaus Schlimmeres.

Die berühmten "letzten Worte": Willst du den Lesern von Stormbringer.at noch etwas mit auf den Weg geben?

Hört einfach mal in "Facticity" rein und/oder schaut bei unseren Konzerten vorbei, vielleicht ist etwas für euch dabei. Wir freuen uns über jeden Stormbringer-Leser. Danke fürs Lesen und unterstützt die Underground-Metal-Szene.

Nochmal danke, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!

Danke an euch für das Interview und die ständige Unterstützung.

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