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Tompte (09. Oktober 2012):

Uns ist es unterm Strich wichtig, dass unsere Songs soviele Leute wie möglich hören können und der Erlös aus CD Verkäufen hat längst nicht mehr so einen hohen Stellenwert wie früher.

Sie sind die einzig legitimen Stadionrocker der Alpenrepublik. BOON, die mit ihrem neuen Album "The Essence Of Everything" einen mehr als überzeugenden Rundling im phetto haben. Gitarrist Tompte a.k.a. Thomas Panzenböck über hektoliterweise Herzblut, den DIY Gedanken und unerfüllte Träume.

Interview by reini
Interview...

Hey Tompte! Zwei lange Jahre habt ihr an „The Essence Of Everything“ geschuftet – im Promozettel wird das so liebevoll mit hektoliterweise Herzblut, alles verbrennende Leidenschaft und die nie enden- wollende Liebe zum Detail beschrieben – wie war’s denn wirklich?

Hej Reini, Das stimmt schon soweit – natürlich punktiert und plakativ ausgedrückt aber puh – DAS war eine Reise, bis wir das fertige Mastertape in Händen hielten. Das Songwriting startete sofort nach den AC/DC Shows im Juni 2010. Die großen Shows haben uns ganz deutlich gezeigt, wo unsere Stärken sind und wo wir nicht so gut abschneiden. Wir wollten noch viel mehr am Punkt kommen, den Kern von Boon freischaufeln und allen SchnickSchnack rundherum weglassen – die Essenz quasi. Das ist wahrscheinlich der Grund warum die Songs deutlich kürzer ausgefallen sind, als auf unseren älteren Platten, aber wir kamen immer wieder an den Punkt, dass es sinnfrei ist, in einen knackiger Dreiminütig künstlich noch Parts einzubauen oder ständig zu Wiederholen. Ein guter Song ist ein guter Song ist ein guter Song. Punkt. Wenn ein Tune auf der Akustik Gitarre besteht, und ohne Show knallt – dann macht das Sinn.

Nach der Songwriting-Phase, nahmen wir Demos auf die wir mit unserem Produzenten besprachen und danach im Proberaum wieder neu überarbeiteten. Danach ging‘s für 5 Monate in die RedRoomSoundlabs wo in „geschützter“ Umgebung alle an unsere Grenzen gingen um das ultimative Maximum aus der Scheibe zu kitzeln. Und ja, wir sind verflucht stolz drauf.

Ihr habt ja wieder beim Johannes Cap im idyllischen Straudorf in NÖ aufgenommen – quasi am Arsch der Welt - aber das Ergebnis ist beeindruckend – soundtechnisch jetzt – als Wiederholungstäter, was gab den erneuten Ausschlag wieder beim Hannes zu werkeln und wie gestaltete sich die Zusammenarbeit diesmal?

Grundsätzlich. Weil er (für uns) mit Abstand der Beste ist und wahrscheinlich kein Produzent auf den Planeten sich so für ein Projekt aufopfert, wenn er damit Feuer gefangen hat wie er es tat und tut. Das hat er auf der „The Almighty Love“ schon bewiesen und diesmal hat er noch einmal ordentlich nachlegen können.

Zuckerschlecken ist es, nebst dem unpackbaren Spaß, den wir bei den Sessions hatten, aber keines. Da fließen Tränen, Schweiß und Herzblut – da liegen Emotionen blank – da sich niemand mit 99 % zufrieden geben mag. Aber das ist wichtig und gut so. Wir sind unheimlich dankbar dafür mit Johannes so ein Genie in der Boon Family zu haben, der unermüdlich, immer alles gibt.

„The Essence Of Everything“ erscheint ja bei LoveLovers Records, was (fast) gleichzeitig auch der Name Deiner Promoagentur ist (LoveLoversVision)– das legt die Vermutung nahe, ihr habt extra für BOON ein Label gegründet – geh ich da richtig mit meiner Annahme und erzähl mal ein paar Hintergründe darüber bitte…

Wir haben intern lange drüber gesprochen wie wir unser Album releasen wollen. Wir waren mit unserem alten Label auch sehr zufrieden, denken aber, dass anno 2012 – wo die Konzerte nicht mehr dafür da sind, dass sich Leute CDs (oder Album egal welchen Formats) kaufen, sondern sich das Blatt um 180 Grad gedreht hat, ein Album ein Gimmick ist, wodurch die Leute zu den Shows kommen – ein Flyer 2.0. quasi.

Downloads sind ja in Wahrheit auch schon wieder längst durch Spotify, Deezer und andere Streaming-Plattformen abgelöst worden, die Web 2.0. Medien beschleunigen auch vieles – darum haben wir nach Lösungen gesucht unsere Musik möglichst autark zu verwalten. Uns ist es unterm Strich wichtig, dass unsere Songs soviele Leute wie möglich hören können und der Erlös aus CD Verkäufen hat längst nicht mehr so einen hohen Stellenwert wie früher. Außerdem gefällt mir der DIY Gedanke irgendwie ganz gut – und es heißt ja nicht, dass wir Alles im Alleingang machen, sondern immer wieder gerne feine Kooperationen mit langjährigen Partnern haben.

Aber,… dass ist jetzt alles zu sehr Business bla bla – wichtig ist uns als Band, der Moment, wo wir Vier - egal ob im Studio, im Proberaum oder auf der Bühne - als Einheit Musikmachen und richtig zufrieden mit der Welt sind. Zum Glück gefällt das auch noch vielen Zuhörern.

Bei der Akustik-Ballade „Don´t Go Away“ habt ihr ja auch auf Ziehharmonika und Xylophon zurückgegriffen – wurden die von der Band eingespielt, oder habt ihr Euch da Verstärkung ins Studio gehohlt?

Die Idee mit dem Xylophon hatte unser neuer Bassist – der Max – der es auch direkt im Studio umsetzte – uns gefiel das sofort. Die Ziehharmonika hat ein ganz spezieller Gast eingespielt, da deren Label ned ganz so cool damit ist, „darf“ ich nur soviel verraten, das er „jung“ ist und aus einem „Tal“ in Tirol kommt. Einige keine sie/ihn evtl. von den Amadeus Awards 2010 :-)

Ich hab Euch ja als die einzig legitimen Stadionrocker der Alpenrepublik tituliert, gefällt so was, oder ist Euch das eher Powidl, wenn einer mit so markanten Sprüchen daherkommt, noch dazu ein Journalist?

WOW, wie geil. Das ehrt uns wirklich sehr. Beim neuen Album trifft es auch wirklich zu, hört man aus unseren Mündern, wenn unser Selbstvertrauens-Booster mal wieder auf Anschlag ist haha.

Nein ernsthaft. Wenn ich mir das Album nun mit etwas Abstand anhöre, was wir da gezimmert haben, kann ich es – im positiven Sinne – auch kaum glauben. Und ja, Stadionrock – das gefällt mir.

Stadionrocker ist sowieso ein gutes Stichwort: AC/DC (mehrfach!), VOLBEAT, JUDAS PRIEST, WHITESNAKE, ich mein was soll da noch groß kommen, ihr wart in der Vergangenheit eh schon mit dem Who Is Who auf der Bühne und viel mehr als AC/DC geht sowieso nicht – oder gibt es diesbezüglich noch unerfüllte Träume/Visionen?

So riesige Shows zu spielen, ist noch immer kaum zu fassen oder in Worte zu packen. Dass wir dazu die Möglichkeiten hatten, wissen wir auch unglaublich zu schätzen und sind sehr dankbar dafür. Träume und Visionen haben wir immer, zu Hauf – an erster Stelle steht bei uns aber nebst, Business und all der Nebengeräusche IMMER dass es unheimlichen Spaß macht in dieser Konstellation gemeinsam Musik machen zu dürfen. Dass ist schon etwas sehr sehr kostbares. Wer schon mal live bei einer BOON-Show dabei war wir bestätigen, dass man uns die Spielfreude immer mehr als deutlich anmerkt.

Die berühmten "letzten Worte": Willst Du den Lesern von Stormbringer.at noch etwas mit auf den Weg geben?

Ich würd mich wahnsinnig freuen, wenn viele die BOON noch nicht kennen, oder unserem Projekt schon ein gewisses Etikett aufgedruckt haben, sich die Zeit nehmen, um in unser neues Album reinzuhören. Es ist wirklich sehr schön geworden und wir haben uns irre bemüht und

zweitens NATÜRLICH:

ESST MEHR OBST UND GEMÜSE :-)

Noch mal Danke, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!

Und auch ich sag nochmals Danke für das Interview und die Unterstützung – dass das nicht selbstverständlich ist, wissen wir – DANKE!

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