Interview...
Hallo Markus. Zuerst mal vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst und unseren Lesern einen interessanten Einblick in deine Einstellung, dein Schaffen und deine Beweggründe gibst. Zunächst möchte ich dich bitten, eine kurze Vorstellung deinerseits zu geben, um uns einen Richtung weisenden Einblick über deine Anfänge, dein Leben und deine Tätigkeiten und Aufgaben auf Metalmessage zu gewähren.
Besten Gruß Fo! Angefangen mit Metal an sich habe ich mit circa 15 Jahren. Und noch heute gibt mir diese einzigartige Musik viel mehr als sich so mancher vorstellen mag beziehungsweise kann. Ich habe bereits eine Menge im Leben gemacht – neben zwei erlernten Berufen mit jeweiligem gutem Abschluss entdeckte ich irgendwann das Schreiben für mich. So wurde ich das, was ich heute hauptsächlich bin – freier Autor. Eine echte Leidenschaft. Metalmessage ist somit mittlerweile die wohl größte beziehungsweise an eigenen Artikeln umfangreichste Einmann-Metal-Magazin-Seite der Welt geworden. Ich jedenfalls kenne keine inhaltsreichere Seite, die von einem Einzelnen auf die Beine gestellt wurde. Für Metalmessage verfasse ich haufenweise Rezensionen, Interviews und mehr. Daneben habe ich eigens eine Seite für all meine Naturfotografien dort eingerichtet.
Ende letzten Jahres hast du also bereits den fünften „Metal Message“ Sampler in der gewohnt limitierten Fassung auf die Menschheit losgelassen. Beeindruckend dabei ist vor allem die unglaubliche Liebe zum Detail, das hineingesteckte Herzblut und die vielen, immer wieder neu zu entdeckenden Finessen im Booklet. Wie lange arbeitest du eigentlich im Gesamten an einem Sampler und wie viel Idealismus und Aufopferungsbereitschaft musst du für so ein wuchtiges Projekt geben? Was sind deine Beweggründe, dermaßen viel Liebe und Zeit in so ein Vorhaben zu investieren?
Danke für das bestärkende Lob und die anerkennenden Worte. Solche Veröffentlichungen nach eigenen Wunschvorstellungen zu realisieren, das dauert. An „V“ beispielsweise saß ich circa eineinhalb Jahre, in der Regel täglich. Zum Glück habe ich einen hervorragenden Grafiker fürs Layout meiner Veröffentlichungen, mit dem ich seit Längerem wirklich exzellent zusammenarbeite. Neben der Musik haben mich die oftmals prächtig und detailliert gemalten Frontcover beziehungsweise grafischen Gestaltungen der Veröffentlichungen aus dem Metal-Bereich schon seit jeher vollauf fasziniert. Nicht selten kaufte ich Platten nur wegen dem Cover, obwohl die Musik darauf mir selbst gar nicht so gut gefiel. Irre. Aber so sind sie eben, die Großsammler - mit Hingabe am Werk. Im Zuge dessen störte es mich auch schon immer sehr, dass so mancher wirklich geniale Coverzeichner im Gegensatz zur jeweiligen Band fast nichts von all dem Ruhm abbekam, welcher so manchen Metal-Releases heftig zuteil wurde. Eines Tages hatte ich die konstruktive und ergiebige Idee, selbst Sampler zu kreieren, welche sowohl Bands als auch den beteiligten Covermalern eine probate Supportmöglichkeit bieten sollten. So ist an jeder Metalmessage-Kompilation auch ein Pinselkünstler beteiligt, welcher das Frontcover nach meinen zugrunde liegenden Ideen dazu gestaltet. Ich versende ja immer haufenweise Review-Exemplare an viele einschlägige Metal-Medien, wobei ich nicht müde werde, die Rezensenten vorab immer wieder drauf hinzuweisen, bitte auch etwas übers Frontcover etc. zu schreiben. Insgesamt mache ich mir wirklich keinerlei Illusionen: Meine Sampler sind primär reine Liebhaberstücke. „Gebraucht“ werden sie im eigentlichen Sinne nicht. Andererseits, ich mache dabei, was ich eben meine machen zu müssen. Es müssen ja nicht alle Metal-Fans nur noch den ganzen Tag über ihre lieb- und identitätslosen überfüllten MP3-Dateiordner hin und her hasten, und sich mit Mausklicks ihre Player abfüttern. Ich hingegen liebe die gute alte Schule des Genres, also, beim Hören von persönlich aus ehrlichen Motiven favorisierter Musik immer auch einen realen Tonträger in den Händen halten zu wollen. Wenn ich manchmal in ein Gespräch über Spartenmusik verwickelt werde, höre ich leider immer öfter das hilflose Statement: „Der Song war ja so geil! Aber keine Ahnung, wie die Band oder der Song hieß oder was das Frontcover des Albums war, ich hab’ den Track halt als MP3 halt bei mir auf dem Rechner in irgendeinem meiner vielen Ordner. Hab’ da ja sowieso schon keinen Überblick mehr drüber.“ (…) Also, Leidenschaft, Tiefgang und Hingabe definiere ich persönlich im Metal jedenfalls anders. Nicht zuletzt eben auch ein massiver Antriebsfaktor für die Metalmessage-Reihe, die da genau dagegen ansetzt! Im Namen der Leidenschaft!
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Das Highlight des Samplers sind zweifellos die im Jahreszeiten-Zyklus aufbereiteten und von dir selbst geschossenen Fotografien, die einen unweigerlich von unserer schönen Natur und der dazugehörigen Freiheit und Unabhängigkeit schwelgen lassen. Auf deiner Seite www.metalmessage.de gibt es unzählige weitere, wunderschöne Motive zu bewundern. Wie wichtig ist dir die Natur an sich? Wie problematisch siehst du die sukzessive Zerstörung dieser durch deinesgleichen – den Menschen?
Genau richtig erkannt, die Naturbilder sind zyklisch, also den Jahreszeiten entsprechend chronologisiert angeordnet. Ich habe die Bilder abschließend ausgewählt, als die Tracklist für „V“ bereits fest stand. Ich selbst liebe die Wetterextreme der jeweiligen Jahreszeiten, also frostklirrende und schneereiche Winter sowie den alles erweckenden Frühling als auch mörderisch heiße Sommer und einen farbenprächtigen und laubduftreichen Herbst. Leider kann ich meiner Liebe zu diesen geschilderten Zuständen nicht immer ausreichend frönen, denn extrem heiße und lange Sommer als auch extrem schneereiche Winter werden ja immer seltener. In der Natur läuft das Ganze eben auch zyklisch ab, das wechselt seit Anbeginn der Erde ja immer wieder. Eiszeiten, Warmzeiten – für fundierte Geologen beispielsweise ist das ein rein natürlich ablaufender klimatischer Prozess. Ob der Mensch selbst wirklich Einfluss darauf hat, ist noch immer nicht komplett bewiesen. Ich selbst bin sooft es geht, draußen in abgelegenen und stillen Regionen, wo ich Ruhe finde und mentale Kraft tanken kann. Wenn ich in schöner natürlicher Umgebung bin, beispielsweise in den Bergen, fehlt mir nichts. Ich vermisse darin dann rein gar nichts. Immer und immer wieder überwältigt mich die gigantische Schönheit und Reinheit unberührter Natur so sehr, dass ich meine Kamera hervorholen und die Eindrücke festhalten muss. Ich war schon als Kind ein ausgesprochener Naturverehrer, daher wurde ich mit Aufkommen der Subkategorie auch schlagartig Pagan Metal-Anhänger. Der Mensch kommt ja, nicht nur paläontologisch betrachtet, direkt aus der Gebärmutter von Mutter Natur – doch ist ihm mittlerweile der größte Teil der Natürlichkeit bedauerlicherweise abhanden gekommen. Was sich beispielsweise in einer Unzahl der verschiedensten Allergien bemerkbar macht. Alles wird ja beispielsweise den ganzen lieben langen Tag nur noch desinfiziert, jeder noch so kleine menschliche Duft wird weggesprüht mit synthetischen Duftstoffen, manche duschen gar dreimal am Tag mit Überdosen von Duschgels, in aller Hast reingestopft wird zum Großteil wertloser und zuckerreicher Fabrikfraß, etc. etc. Ich könnte dazu seitenlang weiter aufzählen. Ich will hier aber auch nicht immer nur reale Negativismen vom Stapel lassen. Aber solange die profitgierige Pharmaindustrie prächtig an den neuen „Zivilisationskrankheiten“ mitverdient, werden die Lebensumstände für die Menschen global immer noch naturferner und artfremder werden. Ist ja auch so viel bequemer. Nur darum funktioniert der große Plan der ganzen Lobbyisten mit der Spezis Homo Sapiens ja überhaupt erst. Irgendwann werden wir allesamt aus Tuben unsere genetisch ausoptimierten „Lebensmittel“ nuckeln und das auch noch lecker finden. Eine grausige Vision. Aber wenn das mit den immer mächtiger werdenden Monopolisten auf diesem Sektor so weitergeht, werden sie über kurz oder länger alles an Firmen schlucken, was kleiner ist als sie. Ein sehr interessanter und aufschlussreicher, aber auch immens bestürzender Dokumentarfilm zu diesem leidigen Kontext ist „We Feed The World“ von Erwin Wagenhofer. Nachdem man den gesehen hat, überlegt man sich zweimal, welche Nahrung man wo genau einkauft. Der antike griechische Philosoph Platon aus Athen sagte: „Nur die Toten haben das Ende des Kriegs gesehen.“ Stimmt genau, und diese zeitlose Weisheit lässt sich auch auf den vorherigen Themenkontext anwenden, denn die weltweiten findigen Food-Designer der mächtigen Lebensmittelkonzerne werden wohl niemals damit aufhören, an den Ernährungsgrundlagen der Menschheit manipulierend herum zu basteln.
Beeindruckend und nachahmenswert ist die Tatsache, dass deine Viking-/Pagan-/Folk-/Black Metal Bands auf den jeweiligen Samplern aus aller Herren Länder stammen. Wie stellst du Kontakte zu „exotischeren“ Protagonisten aus Kanada, Spanien oder sogar Brasilien her? Wie wichtig ist es dir, heidnische Gruppen aus ungewöhnlichen Staaten zu engagieren um sie auch hierzulande einem ausgewählten Publikum bekannt zu machen?
Nun, alle relevanten Bands auf dieser Erde haben bis auf wenige Ausnahmen entweder ihre Homepages im Netz oder Myspace-Profile – da kommt ein Kontakt mit anschließender Kommunikation in der Regel rasch zustande, was sehr erfreulich ist. Kontakte zu „exotischen“ Truppen stelle ich immer ganz besonders gerne her, mich reizen fremde Kulturen und Ansichten sehr! Ich bin der Auffassung, dass jedes noch so kleine Land auf der Welt in der Historie eine ganz eigene Kultur, einen ganz eigenen naturnahen Spiritualismus und daraus resultierend auch eine ganz ureigene religiöse Weltsicht hatte – zumindest, bevor sie von den großen „Weltreligionen“ ihrer Identität beraubt wurden. Leider fielen der Machtgier und der Grausamkeit genannter Weltreligionen fast alle Naturvölker zum Opfer – ich denke da beispielsweise primär an die einstigen und heute verbliebenen Ureinwohner Amerikas oder Australiens, denen ganze Kontinente brutal geraubt wurden und die heute ein erbärmliches Schattendasein gegenüber den „zivilisierten“ Usurpatoren führen müssen. Es gibt viele sehr interessante Bücher zu diesem Kontext. An dieser Stelle möchte ich auch noch die so genannten „Entwicklungsländer“ ansprechen, welche ja vor ihrer kulturellen Zerstörung allesamt über Jahrtausende entstandene blühende Hochkulturen waren – ja, bis ihren altspirituellen Traditionen und Glaubensauffassungen eben „im Namen des Herrn“ der Garaus gemacht wurde. Doch zurück zum eigentlichen Thema: Wenn also Bands aus solchen Bereichen der Erde ihre ganze eigene Art von Pagan Metal kreieren und damit ihren Ahnen beziehungsweise deren ruhmreichen Taten und Überlieferungen mit allem Stolz huldigen, so empfinde ich das schlicht gesagt als großartig! Mir persönlich kann es ehrlich gesagt eigentlich gar nicht exotisch und fremdartig genug sein. Am liebsten habe ich es sogar, wenn dann auch noch alttraditionelles Instrumentarium zum Einsatz kommt. Ich hoffe daher sehr, dass noch viel mehr Bands aus abseits entfernten Regionen des Planeten die vielen wunderbaren Ausdrucksmöglichkeiten des heidnischen Metal für sich entdecken und die Fans mit hochgradig künstlerisch eigenständigen Musikwerken beglücken werden. Bislang gibt es nämlich gerade einmal eine brauchbare Melodic Black Metal-Horde aus Ägypten – doch ich kann mir da soviel mehr vorstellen. Gerade die altägyptische Mythologie mitsamt all ihren herrlichen Mysterien bietet doch einen unerschöpflichen Fundus an Möglichkeiten für solcherlei Klänge. Ja, „heidnisch“ ging es wie gesagt ganz früher überall auf dieser Welt zu, nicht nur in Europa.
Beispiellos ist in jeder Hinsicht deine Hingabe zum naturverbundenen, traditionellen Metal. Du musst ja massenhaft Zeit und Energie investieren, um immer up-to-date zu bleiben und dermaßen viele Reviews, Interviews etc. zu machen. Was macht Markus Eck, wenn er nicht gerade dem Metal frönt oder in der wunderschönen Natur Lebensenergie tankt? Wie essentiell ist für dich diese Musik, wie stark kannst du dich mit der Ideologie, der Geschichte, den Spielarten dieser Sparte identifizieren?
Musik ist mein Leben. Sie kann einem wichtige Türen zu einem selbst öffnen, wenn man es zulässt. Wenn ich all die Stunden die ich bis heute in Metalmessage beziehungsweise meine damit verbundenen Projekte gesteckt habe, zusammenzählen würde, würde eine für mich astronomisch hoch anmutende Zahl herauskommen. Daher verschwende ich daran ehrlich gesagt keinen Gedanken, ich mache einfach immer weiter. Neben all der Musik und der Auslebung meiner Passionen für Mutter Natur ernähre ich mich qualitativ möglichst hochwertig und mache sehr viel Sport: Krafttraining und Laufen im Winter, und im Sommer kommen intensives Radfahren und viel Schwimmen dazu. Als ich mit zwölf Jahren das erste Mal mit Metal in Berührung kam, war es gleich um mich geschehen. Ich hörte bei einem Kumpel die „Killers“-LP von Iron Maiden, welche ich mir sofort auf Tape zog. Das habe ich heute noch, und es läuft noch immer prächtig. Stark geprägt von einer wohl „klassischen“ Hardrock- und Metal-Laufbahn, begann ich aber sowieso so früh als möglich, den frühen Helden diverser Stilistiken begeistert zu lauschen. Dabei blieb es natürlich nicht. So kamen über die Jahre Tausende von Bands und eine stetig gesteigerte Begeisterung für harte und manchmal weniger harte Musik in mein Leben, welches gerade durch Metal – und Musik an sich – ein sehr bewusstes geworden ist. Erfreut beobachtete ich an mir die ständige eigene musikalische Weiterentwicklung, was Stilistiken und Inhalte meiner Lieblingsmusik anbelangte. Heute höre ich mir eigentlich alles an, was mich positiv berührt und habe schon längst aufgehört, Bands mein Interesse nicht in gebührender Weise zukommen zu lassen, nur weil sie in einem Genre agieren, welches mich nicht so sehr auf den Plan ruft. Simultan zu dieser Passion registrierte ich – mit ständig wachsendem Unmut – die stellenweise erschreckende Unkenntnis bei einigen Teilen der Metal-Presse sowie einen mitunter schier beängstigend anmutenden Dilettantismus, mit welchem manche Artikel oder auch gerade Kritiken über „meine“ Bands verfasst wurden und werden. Auch reicht der Wahrheitsgehalt der Berichterstattungen oftmals nicht annähernd an die Realität heran und auch der lyrische Anspruch erfüllt nur sehr selten mein ästhetisches Empfinden. Irgendwann fing ich daher an, mir meinen Enthusiasmus von der Seele zu schreiben; zuerst nur für mich und für Freunde, dann in zunehmendem Maße professioneller. Ich bemühe mich, es immer etwas anders zu machen als der Großteil der Zunft; also primär etwas mehr Begeisterung und Emotionalität in meine Artikel zu transformieren, da der Leser an sich meiner Meinung nach so zu mehr Interesse zu bewegen ist. Ich habe als Schwermetaller jedenfalls schon manche Überraschung erlebt, die mir bewies, dass die wertvollsten Perlen oft aus sehr großen Tiefen gefischt werden müssen. Ein Ende ist daher nicht in Sicht – und mich wird man wohl also auch noch als dann noch immer hoffentlich geistig bewussten Spätrentner mit meiner musikalischen Leidenschaft erleben können.
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Für deinen neuen Sampler konntest du mit der Megadeth und Death Coverzeichner-Legende Ed Repka eine weitere Koryphäe gewinnen. Thor im Kampf mit den Höhlentrollen ist wohl nicht nur meiner Meinung nach ein ideales Motiv für die musikalische Untermalung und die großartigen Fotocollagen. Wie viel Freiheit gibst du den Coverkünstlern und in welchem Maße entscheidest du, wie das Motiv im Endeffekt auszusehen hat?
Ja, wer kennt nicht „Peace Sells…“ oder „Rust In Peace“ von MEGADETH beispielsweise oder „Spiritual Healing“ von DEATH? Ich bin absoluter Fan seiner Werke. Dem guten Ed habe ich über die Jahre immer wieder meine riesige Begeisterung über seine wirklich wunderbaren Arbeiten geschrieben, von daher kennen wir uns schon länger. Sein bewundernswert zeitloser Stil ist absolut unnachahmlich, so wie er weiß wahrlich keiner mit den Präsenzgewichtungen von leuchtenden Kolorierungen umzugehen. Mit dem Frontcover von „V“ bin ich mehr als zufrieden, er hat besonders die beiden Höhlentrolle genau nach meinen Vorstellungen umgesetzt. Ich will für meine Sampler stets Frontcover haben, die ich mir auch in 20, 30 Jahren noch verdammt gerne ansehen werde. Diesmal wollte ich gar ein wenig weg von all den mittlerweile so fest in der Coverszene eingefahrenen Gestaltungsklischees, die ganzen Wikinger beziehungsweise die Szenarien darum herum sehen ja schon seit einiger Zeit immer ähnlicher aus. Mordsdüster muss es da überwiegend unbedingt sein, und farblich möglichst desolat. Das ist aber nicht so sehr mein Ding. Ich dachte mir, „warum nicht mal ein typisches Heavy Metal-Frontcover?“ Ich wollte diesmal weg von den mittlerweile üblichen grafischen Stereotypen beziehungsweise der ärgerlich uniformen Pagan- und Viking Metal-Vereinsmeierei. Ich selbst gehe jedenfalls nach Möglichkeit stets folgendermaßen vor: Ich übermittle dem jeweiligen Künstler meine Vision bezüglich des Motivs beziehungsweise wie ich mir das fertige Bild am Ende vorstelle. Nach der Übersendung einer ersten groben Skizze an mich kommuniziere ich die weitere Arbeit daran entsprechend aus. So geht es im Idealfall Stück für Stück weiter bis zum fertigen Resultat, kleine partiell von mir gewünschte Abänderungen am Bild inklusive – so komme ich mit dem Künstler am besten und am konstruktivsten voran. Was dabei absolut vermieden werden sollte, ist, in aller Gelassenheit bis auf das Endergebnis zu warten – denn das kann enttäuschend sein und Ärger für beide Seiten mit sich bringen, wenn es dem Kunden gar nicht gefällt.
Das altbekannte Problem rechtsgerichteter Gruppierungen im Pagan-Sektor ist ein nutzloses und schwer einzudämmendes Übel. Das du dich von diesen unnötigen Querulanten fernhältst ist selbstverständlich, aber wurdest du auch schon mal getäuscht? Kann es auch einem Szenekenner wie dir passieren, mit falschen Tatsachen und Motiven diverser Bands konfrontiert zu werden? Wie weit kann man sich in der Szene bewegen, um nicht selbst in die rechte Ecke gestellt zu werden, was auch völlig unschuldigen und ahnungslosen Personen des Öfteren passierte?
Dieser immens leidige Punkt macht mich immer wieder sehr traurig, denn er schadet den wirklich seriösen und wirklich ernsthaften Künstlern im Pagan Metal-Bereich doch noch immer sehr. Das wird wohl leider auch nicht aufhören, solange man damit plump und pseudoelitär provozieren kann – und eine gewisse Sorte an Menschen kann sich bekanntermaßen immer wieder für dumpfe Plumpheit roh begeistern. Arglistig getäuscht wurde ich selbst noch nicht, da ich fast alle wichtigen und ernsthaften Szenekenner dieser Welt zu meinen guten Kontakten zähle – sollte ich mir im Zweifelsfalle also trotz meiner ganzen Recherchen noch nicht sicher sein, frage ich gegebenenfalls dort explizit und gezielt über eine Band beziehungsweise deren Dunstkreis nach, solange, bis ich 100%ig sicher bin. Als „momentan“ ist diese Problematik daher auch beileibe nicht zu bezeichnen, denn gewisse extreme Kreise mit einem ganz gewissen Aufmerksamkeitsdefizit drängen schon seit längerer Zeit in den heidnisch orientierten Metal. Das Problem an sich liegt in der Verwendung von altheidnischen beziehungsweise altnordischen Symboliken und der Runenschrift beziehungsweise deren -Zeichen, wie man als Informierter weiß. Diese wurden im bislang dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte für machthungrige Zwecke auf perfide Weise missbraucht. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis Rechtsrockgruppen und deren nebulöse Hintermänner im Pagan Metal ein neues Betätigungsfeld beziehungsweise Rekrutierungspotenzial erkannten und erwartungsgemäß entsprechend für ihre gefährlichen Ziele und Ansichten nutzen wollten. Dies führte bekanntlich dazu, dass einige Provokateure in den Reihen der Metal-Szene auch schnell von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machten, trotz mangelndem Talent sehr viel Popularität zu erlangen. Eine Art traurige kausale Logik. Früher war es „Satan“, mit dem man sich breiten- und gewinnträchtig im extremen Metal inszenieren konnte, doch „Satan“ in Bild, Bedeutung und letztlich Wort prangt heutzutage mittlerweile ja schon auf Kaffeetassen, Regenschirmen, Plastikbadelatschen, Unterhosen, Baseballmützen, Autoaufklebern etc. etc. etc. Damit kann also niemand mehr erschreckt werden, geschweige denn für irgendein Aufsehen bei den Scharen der Metal-Fans gesorgt werden. Heute sind es daher eben verbotene beziehungsweise geächtete Symboliken, Zeichen und Liedertexte aus dem rechten Lager. Ich selbst bin absoluter Vernunftmensch und halte daher gar nichts von extremem Gedankengut jedweder Art, denn das macht den Menschen immer zu einem Hassklumpen, der anders Denkende nicht akzeptiert beziehungsweise respektiert. So entstehen Kriege. Aber wie heißt es so schön beziehungsweise traurig: Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen. Fakt ist: Gerade, wenn man sich noch recht neu in der Szene bewegt, ist die Gefahr umso größer, unbewusst mit extremen und nicht selten kranken Gesinnungen konfrontiert zu werden. Da heißt es: So gut als möglich vorsichtig sein! Im Zweifelsfalle sollte also immer erst ausreichend recherchiert werden, mit wem man sich auf was einlässt. In der Regel gilt auch: Je extremer und aggressiver sich eine Band in Erscheinung, Songtiteln und Lyriken darstellt, desto größer ist natürlich auch die Gefahr, dass einem da ein so genannter Wolf im Schafspelz unterkommt. Metieranfänger sollten sich daher ganz einfach an die vielen Veröffentlichungen und Bands der großen beziehungsweise vollauf etablierten Labels halten, denn diese veröffentlichen ja erst gar nichts Verbotenes.
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Folgt die Wahl der Bands bestimmten Kriterien? Gibt es gewisse Punkte oder Merkmale, die deine Protagonisten erfüllen müssen, um auf den Sampler zu kommen? Oder reicht bereits die grobe Ausrichtung innerhalb der Szene und die klare Ablehnung rechter Tendenzen?
Selbstverständlich muss für mich als bekannt tiefgründigen Szenemenschen eine ganze Reihe Kriterien erfüllt werden, damit ich eine Band überhaupt erstmal als interessant beziehungsweise geeignet erachte, um auf einem Metalmessage-Sampler zu partizipieren. Und mit den Jahren bin ich immer anspruchsvoller geworden – ein nur natürlicher Vorgang, denke ich. Also, zuallererst mal muss mich das musikalische sowie optische und ideelle Gesamtbild einer Band 100%ig ansprechen. Nach den ersten Anläufen in der gegenseitigen Kommunikation muss mir die Band dann auch unbedingt positive Eigenschaften wie beispielsweise Seriosität, Korrektheit, Aufrichtigkeit, Souveränität und Zuverlässigkeit zu vermitteln wissen. Ja, und hochgradig leidenschaftlich sollten sie hinter ihrer Kunst stehen. Manche Gruppen schreiben beziehungsweise antworten ja nur alle paar Wochen mal, mit solcherlei halbherzigen Metierakteuren will beziehungsweise kann ich nicht kooperieren. Über die Jahre meiner bisherigen Kompilationsveröffentlichungen habe ich selbst natürlich auch nicht wenig auf diesem Sektor dazugelernt. Doch war ich von Anfang an glücklicherweise höchst vorsichtig, wen ich mir da überhaupt ins eigene Sampler-Boot holte, was mir viel Ärger und Enttäuschungen erspart hat. Mittlerweile habe ich auf diesem Sektor durch eine Vielzahl an Lernprozessen eine sehr gefestigte Vorgehensweise beziehungsweise Abarbeitungsmethodik für mich entwickelt, die das Ganze recht reibungslos ablaufen lässt.
Der Bereich des Pagan Metal wurde in den letzten Jahren in galaktische Sphären gehypt. Artverwandte Bands wie Eluveitie, Tyr oder Equilibrium touren sich den Arsch ab und konnten in den letzten Jahren auch unzählige Hallen und Clubs füllen. Wie stehst du zu diesem - mittlerweile bereits wieder abklingenden - Trend in der Szene? Findest du es positiv, dass mit dieser Art der Musik ein breites Publikum angesprochen wird oder stehst du diesem Verlauf eher kritisch gegenüber?
Mit musikalischen Trends ist es ja wie so oft im Leben: Für die einen ist ein halb gefülltes Glas Wasser halbvoll, für die anderen halbleer. Ich für meinen Teil begrüße die immense Fülle an neuen Bands im Pagan Metal sehr, denn sie birgt ja auch einen höheren automatischen Anteil an feinen neuen Bands. Andererseits geht die zweite Seite der Medaille eben damit einher, dass der noch immer tendenziell inflationäre Ausstoß an Trendreitern, Plagiatoren, Kopisten und listigen Trittbrettfahrern auf Seiten der neuen Gruppen auch Unmengen von ärgerlich halbherzigen, dilettantischen und nicht selten gar grottenschlechten Horden mit sich bringt. Sich da durchzuwühlen, kostet mittlerweile wirklich Unmengen von Zeit und Nerven. Nach all den Jahren kann ich glücklicherweise bereits nach wenigen Minuten Hördurchlauf mittlerweile genau und präzise bestimmen, ob eine Band aus Könnern besteht oder nicht. Dass von dieser erdrückenden Fülle an kreativen Genrerepräsentanten ein breites Publikum angesprochen wird, ist natürlich positiv für die Szene an sich zu werten – denn ich halte die von der ideell unverdorbenen Bandklientel darin vermittelten puristischen und zeitlosen menschlichen Werte an sich für sehr wichtig. Wenn also in sozial recht befremdlichen Zeiten wie diesen eine Musikgruppe voller ansteckender Überzeugung davon kündet, wie relevant die grenzenlose Liebe und Treue zur Natur und zu den Mitmenschen doch ist, kann einen das als Charaktermensch ja nur aufrichtig erfreuen.
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Mein Interesse wurde auch von deiner Homepage-Aussage, „keine Death/New/Modern Metal Musik, oder alles was mit Core zu tun hat, zu akzeptieren“ geweckt, wohingegen bei deinen unzähligen Reviews aber Rezensionen von Bands wie Ektomorf, Kataklysm oder Deicide zu finden sind. Ist das nicht doch ein Widerspruch in sich, oder ist hiermit die reine Abtrennung von Reviews und tatsächlichen Bands für deine Sampler gemeint?
Auf den ersten Blick ist das in der Tat ein Paradoxon. Dass auf meiner Magazinseite auch Rezensionen, Interviews etc. zu genannten Kategorien von Bands zu finden sind, hat einzig zur Ursache, dass ich sie individuell selbst dazu auserkoren habe. Ich bevorzuge innerhalb jedes Genres die intelligenten und anspruchsvollen Varianten. Das Motto habe ich letztlich irgendwann auf meiner Page platziert, weil ich bis vor einiger Zeit noch wahre Unmengen an Tonträgern zugesendet bekam, welche in besagte Sparten fielen. Oftmals kam dann schon ein paar Tage später eine Mail mit primär ungeduldigem Grundtenor, wo denn nun bitteschön die CD-Besprechung zum „brandneuen ultrabrutalen Metzelmanifest“ bliebe – so konnte beziehungsweise sollte das eben nicht weitergehen. Ich mache mir eben aus dem überwiegenden Großteil heutiger Death-, Death Thrash-, Nu-, Metalcore- etc.-Bands jedoch gar nichts. Mehr noch, ich finde das Allermeiste davon schlicht gesagt künstlerisch belanglos beziehungsweise Ekel erregend. Ich spreche hier nur für mich. Allein schon die ganzen explizit brutalen Albumcovers, Images, Liedertitel, Songtexte etc. – mich muss Musik immer überzeugen beziehungsweise berühren, und eben nicht die Selbstdarstellung einer Band. Ich suche mir also die Truppen und Kreativen, für die beziehungsweise über die ich etwas verfasse, am liebsten selbst aus. Wenn mich eine Band interessiert beziehungsweise mich ihre aufrechte Attitüde und ihr Idealismus ansprechen, schreibe ich sie vorzugsweise selbst an.
Deiner Fleißigkeit (und auch der Homepage) nach zu urteilen, scharrst du bereits in den Startlöchern um auch mit der sechsten Ausgabe deiner Sampler-Reihe zu beginnen. Wann können Fans darauf hoffen, deine nächste kultische und rare Packung voller Underground-Musik in den Händen zu halten? Hast du bereits einen Termin ins Auge gefasst und bereits mit diversen Bands Kontakt aufgenommen?
Im Moment ist die Zeit noch nicht reif, um etwas Definitives drüber zu verkünden. Ich stecke ja gegenwärtig noch voll im Promotion-Prozess zur aktuellen Veröffentlichung drin – und da kommen primär so einige kommunikative Aufgaben zusammen, welche ein riesengroßes Zeitkontingent einnehmen. Ich bin ein sehr intuitiver Geist und warte immer auf den für mich spürbar richtigen Zeitpunkt, um mich einer neuen Aufgabe zu stellen – das hat bisher glücklicherweise auch immer sehr produktiv funktioniert. Ich werde mich auf jeden Fall bemühen, immer noch besser dabei zu werden. Jedoch: Der Tag wird einst kommen, da habe ich in einer mystischen Vision aufgrund eines spezifischen Schlüsselerlebnisses wieder ein ganz bestimmtes Frontcover vor meinem geistigen Auge, welches ich dann schnellstmöglich von einem talentierten Maler umgesetzt beziehungsweise verwirklicht sehen möchte. Ein schöner wahr werdender Traum wäre es, beispielsweise den begnadeten Amerikaner Ken Kelly oder gar den immens talentierten Briten Rodney Matthews für die Metalmessage-Serie als Illustrator gewinnen zu können. Doch Matthews ist bekannter Maßen seit vielen Jahren vollauf bekennender Christ, von daher wird das wohl nicht möglich sein. Schade, denn ich verehre seine Künste sehr. Kelly wird da schon eher zustimmen, wir werden sehen.
Zum Schluss möchte ich dich bitten, noch ein paar abschließende Worte an unsere Leser zu richten und eventuell noch einige interessante, aber unbekannte Bands zu verraten.
Da fällt mir aus Bauch und Herz heraus nur eines spontan ein, und genau das möchte ich hier wiedergeben: Folgt auf allen Wegen stets eurem purstem Innersten, lasst euch nicht durch eure eigenen charakterlichen Bequemlichkeiten zu Falschem gleich welcher Art verführen und bleibt euch und eurem Geschmack in letzter Konsequenz immer selbst vollauf treu. So halte ich es zumindest selbst mit mir. Zu empfehlende Gruppen: Auf meiner Magazinseite habe ich extra für solche edlen Hochkaräter eine eigene Rubrikseite eingerichtet, die sich „Honour“ nennt. Dort sind meine persönlichen Favoriten nach jeweiligen Herkunftsländern aufgelistet. Ein Almanach zum Nachschlagen sozusagen. In Sachen Bands gibt es so viele, die mich immer wieder glücklich machen und mein Dasein ungemein bereichern. Aber als zeitlos schöne musikalische Perlen erachte ich die jeweiligen Edelwerke von hochklassigen Repräsentanten wie beispielsweise Rivendell, Thurisaz, Vrani Volosa, Uaral, Nest, Throes Of Dawn, Zephyrus, Sear Bliss, Bishop Of Hexen, Primordial, Oathean, Sad Legend, Ringnevond, Windir, Molot Vedim, Dekadent, Chthonic, Irminsul, Molot Vedim, Istapp, Agalloch und Alkonost. Doch bin ich auch nach wir vor ein heißer Verehrer der Subkategorien Heavy-, Power-, Speed-, Thrash- und Melodic Metal, auch darin findet man neben all den Klassikern noch haufenweise wertvolle Perlen.
Ich bedanke mich bei dir für das Interview und würde mich freuen, wieder einmal ein interessantes Gespräch mit dir führen zu können. In diesem Sinne: Skol!
Dito! Ich teile meine Ansichten, Einschätzungen, Empfindungen, Neigungen, Leidenschaften, Meinungen und letztlich auch meine Neugier auch stets sehr gerne mit niveauvollen Zeitgenossen. Vielen Dank an dich und das Stormbringer Mag dafür, dass ich mich und mein Schaffen hier ein wenig vorstellen konnte! Alles Gute & besten Gruß, Markus Eck