Interview...
Hi David! Ihr habt ja „Asylum“ wie auch schon „Indestructible“ selber produziert. Ist es heutzutage schon so, dass ihr genau wisst was ihr wollt und daher keinen Produzenten mehr braucht?
Wir haben halt diesen gewissen Standard und natürlich muss dazu gesagt werden, dass Johnny K. ein ungemein guter Lehrer war, er hat uns alles Nötige beigebracht. Fast könnte man ja meinen, der kleine Vogel ist erwachsen geworden, kann das Nest verlassen und schon selber fliegen. Weißt Du was ich meine?
Wenn Du genau aufpasst, dann bist du in der Lage genau jene Sachen zu lernen, die Du brauchst.
Wir waren noch nie eine Band, die ihre Songs im Studio geschrieben oder arrangiert hat. Das passiert alles schon bevor wir ins Studio gehen, dort sind wir 100% vorbereitet und die Songs sind zu 95-98% exakt die gleichen, die dann auch auf’s Album kommen. Du siehst, für uns bedeutet Studio einfach reinzugehen und aufzunehmen. Ich möchte jetzt aber nicht behaupten, dass wir nie wieder mit einem Produzenten zusammenarbeiten werden, es kann ja sein, dass wir kreativ im Stress sind oder einfach externe Meinungen haben wollen, da kann ich mir schon vorstellen, dass wir jemanden engagieren.
Derzeit, solange unsere Inspirationen da sind, wir diesen wirklich großen Respekt voreinander haben, sowohl vor jedem seinen technischen Vermögen, als auch vom jeweiligen Input her gesehen, ist es aber nicht notwendig. Wir sind verdammt gut wenn es darum geht jeden einzelnen in der Band zu kritisieren, aber auch um jeden von uns zu Höchstleistungen zu pushen.
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Selbstverständlich klingt „Asylum“ verdammt noch mal nach einem DISTURBED Album, aber wie siehst Du persönlich jetzt die Veränderungen, speziell im Vergleich zu „Indestructible“? Oder ist es für Dich einfach der logische nächste Schritt?
Hmmm da müsstest Du mir mal erklären was für Dich jetzt der „logische nächste Schritt“ bedeutet?
Aber „Asylum“ zeigt auf jeden Fall eine Weiterentwicklung unseres Sounds. Da findet man Dinge die wir noch nie in unserer Karriere zuvor ausprobiert haben, die Intros zum Titeltrack oder zu „Another Way to Die“ fallen mir da spontan ein zum Beispiel. Wir haben mehr Elektronik, aber auch mehr Effekte auf das Album gepackt als in der Vergangenheit und wir haben in diverse Richtungen Neuerungen ausprobiert, sei das jetzt von der Melodie her oder vom Rhythmus her. Der größte Unterschied ist aber sicher in meinen Lyrics zu suchen. Derart direkt habe ich mich noch nie ausgedrückt.
Auf „Indestructible“ waren Deine Lyrics ja sehr, sehr persönlich. Wie verhält sich das auf „Asylum“?
Diesmal hält es sich eher die Waage, ich habe ein wirklich gutes Split hinbekommen zwischen wirklich persönlichen und dann eher in die globale, ja auch politische Richtung tendierenden Texten. Aber wenn ich wirklich persönliches von mir geben diesmal, dann ist das wirklich klar und einfach zu verstehen, das Kryptische, was ich ja in der Vergangenheit so gerne verwendet habe, ist diesmal wirklich einer komplett offenen direkten Aussage gewichen.
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Wir wissen ja alle, dass „Believe“ 2 mal Platin eingefahren hat, „Ten Thousand Fists“ und „Indestructible“ sind auch beide Platin dekoriert, ist das jetzt die Meßlatte für „Asylum“ oder habt ihr es Euch abgewöhnt Eure Alben nach den Verkaufszahlen zu klassifizieren?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde wir wollen nicht so viele Leute wie möglich erreichen. Wobei das dreht sich nicht immer nur um Verkäufe, es ist ein Teil davon, zugegeben, aber wir machen uns eher Gedanken jene Anzahl an Fans zu vergrößern, die uns live sehen wollen. Das ist eher das Ziel, da wollen wir weiter wachsen, auch wenn die Verkaufszahlen unserer Platten stagnieren, was ja de facto bei den letzten Alben schon passiert ist.
Ironischerweise oder für uns natürlich glücklicherweise ist die Live Fanbase nach wie vor am wachsen und darauf wollen wir auch unser Augenmerk richten. Ich muss ja nicht extra dazusagen, dass in unserer vom Internet angetriebenen Zeit es immer schwieriger wird wirklich Hardcopys Deiner Alben zu verkaufen!
Jetzt hab ich Dich ja zweimal während Eurer letzten Tour live gesehen (Juni 2008 am Nova Rock und Oktober 2008 im Wiener Gasometer), da hast Du immer zu Beginn der Show diese Hannibal Lecter Nummer abgezogen. War das nur für diese Tour, oder wird das vielleicht so etwas wie das David Draiman Markenzeichen?
Eigentlich geht das ja ganz weit zurück, ich hab das schon mal gemacht während der „Sickness“ Tour und daher ist es ja schon mal in der Vergangenheit passiert und bei der kommenden Tour werden wir das mal weglassen. Wir haben bzw. hatten aber wirklich unglaublich viele Meetings mit unserer Produktionsfirma den anstehenden Tourzyklus betreffend und wir wollen wirklich was ganz spezielles und auch was ganz eigenständiges bieten, etwas was man von DISTURBED noch nie gesehen hat. Vom Intro her, ich glaube soviel verraten zu können, dass es wohl den gleichen Geist haben wird, aber trotzdem anders sein wird.
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Jetzt kommt ja „Asylum“ mit der lange angekündigten DISTURBED DVD als Free Bonus, eine doch eher nicht alltägliche Sache oder?
Das stimmt, aber es reicht heutzutage wohl nicht mehr einfach eine CD auf den Markt zu werfen, da muss man schon etwas mehr bieten. Wir hatten aber in diesem Fall eher das Gefühl das wir das wirklich wollen und weniger, dass wir das in dieser Form auf den Markt bringen müssen. Wir sind mit der Loyalität unserer Fans derart gesegnet, dass die einfach dieses Geschenk wenn man so will verdient haben.
Die „Decade of DISTURBED“ DVD bietet jetzt jedem die Gelegenheit uns etwas näher kennen zu lernen, gibt einen Inside Look in unser Tourleben und das Ganze kommt zusammen mit der „Asylum“ CD.
Ihr hattet in dieser Dekade ja erst einen Wechsel im Bandgefüge. Gibt es da vielleicht ein Geheimnis, warum es derart stabil läuft bei Euch?
Das ist einfach: Wir respektieren einander.
Wir honorieren auch ungemein was jeder von uns zum Gesamten innerhalb der Band beisteuert. Wir wissen, dass wir weit stärker sind wenn wir zusammenhalten, wir haben auch verstanden, dass die Umstände hinter DISTURBED sehr einzigartig sind, das passiert nicht jedem im Leben und das hegen und pflegen wir. Seit 14 Jahren kennen wir uns jetzt und wir wissen mittlerweile mehr von uns, als von manchen unserer Familienmitglieder.
Einfach ausgedrückt: Das Wissen um unsere spezielle Situation und der Respekt und die Admiration jedem einzelnen gegenüber in der Band! Und am wichtigsten wohl die Gewissheit zu wissen wie glücklich wir miteinander sind.
Dem kann ich jetzt gar nichts mehr hinzufügen, David Besten Dank für Deine Zeit!
You are very welcome!
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