ELVENKING

:: SEVENTH WONDER


Tommy Karevik (24. Mai 2011):

Vor dem ProgPower, hatte Roy sich dazu entschieden nicht mit Kamelot auf Tour zu gehen. Ich bekam von Thomas einen Anruf und er fragte mich, ob ich vielleicht als Vertretung einspringen könnte.

Auf der gerade zu Ende gegangenen KAMELOT Tour hatte ich in Stuttgart die Gelegenzeit mit Gastsänger Tommy Karevik über die Tour, seine eigene Band SEVENTH WONDER, sowie über deren neustes Album "The Great Escape" zu sprechen.

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Interview by xandra
Interview...

Seventh Wonders neues Album “The Great Escape” ist jetzt seit ein paar Monaten auf dem Markt. Wie war die Resonanz bei den Fans und der Presse?

Tommy Karevik: Ehrlich gesagt war sie überraschend gut. Nach dem Erfolg von “Mercy Falls” hatten wir Angst, dass die Leute sich daran festhalten würden und alles was danach kommt kritisieren. Von daher waren wir sehr überrascht, als wir gute Presse dafür erhielten.

Das Video für “Alley Cat” ist richtig gut geworden. Wie war es, euer erstes richtiges Video zu drehen?

Tommy: Es war ganz schön schwer. Es benötigte sehr viel Planung, weil wir nur einen Tag im Studio zur Verfügung hatten. Wir mussten die komplette Ausrüstung mitbringen und aufbauen. Ich hatte die Idee für den Look und arbeitete zusammen mit Johan Larsson an der Umsetzung, er ist übrigens auch unser Ersatz-Bassist für dieses Jahr. Er hat das Video gedreht, von daher besprachen wir ein paar Tage vor den Aufnahmen, wie wir das ganze machen wollten.

Das Konzept des Videos war also deine Idee?

Ja, ich würde schon sagen, dass das Konzept für das Video von Anfang an meine Idee war. Alles war in schwarz gehalten, nur mit ein paar Spotlights, so als würden wir im Dunkeln, oder im Weltall spielen. Das passte gut zum Stil des Booklets, aber auch dem allgemeinen Sound des Albums.

Wir wollten außerdem versuchen das rote, wie eine Sanduhr geformte, Symbol des Album Covers mit einzubringen. Wenn wir heutzutage live spielen, benutzen wir die gleichen Kostüme und denselben Stil, wie im Video. Das repräsentiert den Stil und das Gefühl des neuen Albums.

Ich finde das Video ist richtig gut geworden, vor allem da wir nicht die Möglichkeit hatten viel Geld dafür auszugeben. Johan Larsson hat einen unglaublich guten Job gemacht, all die Puzzleteile) zusammenzufügen. Er ist für uns eine große Unterstützung. Er hat sogar die Sanduhr aus dem Intro selbst gekauft. Es ist eine echte Sanduhr, die er zu Hause auf der Toilette gefilmt hat. Er filmte den durchlaufenden Sand und fügte auch den Sound hinzu. Er ist wirklich, sehr, sehr gut und außerdem ein sehr netter Typ. Einer meiner besten Freunde.

Es muss ein ganz schöner Schock gewesen sein, als euer Schlagzeuger, Johnny Sandin, sich entschloss die Band letzten Herbst zu verlassen. Er war ein wichtiger Teil der Band. Wie war es für dich, als er sich entschloss zu gehen?

Eigentlich ahnten wir bereits, dass es so kommen würde. Er hat viele Kinder, um die er sich kümmern muss, von daher war es für uns eigentlich keine große Überraschung. Natürlich war es ein trauriger Moment für die Band, er war zehn Jahre lang ein Teil davon, viel länger als ich selbst. Es war wirklich schade, dass er sich entschloss zu gehen, aber wir respektieren seine Entscheidung. Ich mag Johnny als Person sehr gerne und ich kann verstehen, warum er sich entschlossen hat mit dem Schlagzeug spielen aufzuhören. Er hat eine Menge Dinge in seinem Leben am Laufen und er wollte sich mehr um sich selbst und um seine Familie kümmern. Allerdings war es wirklich schwer innerhalb von nur wenigen Monaten einen Ersatz zu finden, da wir für das neue Album auf Tour gehen wollten.

Habt ihr euch eine Menge Schlagzeuger angeschaut und warum fiel eure Wahl am Ende auf Stefan Norgren?

Tommy: Wir haben ehrlich gesagt gar nicht so viele Schlagzeuger vorspielen lassen. Es war nur einfach sehr schwer einen guten Ersatz in der Gegend von Stockholm zu finden. Wir wollen unbedingt eine Band bleiben, die ihren Sitz in Stockholm hat. So können wir alle ohne Aufwand zusammenkommen, üben, mal ein paar Bier trinken und einfach Spaß haben. Wir wollen eine familiäre Atmosphäre und das funktioniert nicht, wenn der Schlagzeuger aus... wir hatten Bewerben aus vielen Ländern. Weit weg wie Südamerika, oder Portugal, oder auch Norwegen. Wir wollten unbedingt jemanden aus Stockholm, oder der näheren Umgebung finden.

Als Stefans Name aufkam waren wir sehr interessiert. Wir hatten ihn bereits vor ein paar Jahren auf einem Festival getroffen, auf dem er mit seiner Band Lion's Share spielte. Wir hofften, dass es mit ihm klappen würde. Als er dann das erste Mal mit uns spielte, hatten wir das Gefühl, dass er gut zur Band passen würde. Ich habe ihn ehrlich gesagt noch gar nicht so oft getroffen, nur zwei oder drei Mal, aber ich freue mich schon darauf ihn besser kennenzulernen, wenn ich wieder zu Hause bin und wir die Songs proben. Er ist ein sehr netter Kerl und ich glaube er wird sich bei Seventh Wonder sehr gut einfügen.


Seventh Wonder

“Mercy Falls” war ein großer Erfolg und wird von vielen als eines der besten Konzeptalben überhaupt gesehen. War das mehr Motivation oder Druck, als es mit der Arbeit für “The Great Escape” losging?

Tommy: Für mich war es eher Druck. Ich weiß nicht warum, vielleicht lag es an all dem Lob, das wir für “Mercy Falls” bekommen hatten. Auf dem Album machten wir einfach all das was wir wollten, egal um welche Art Musik es sich handelte. Einige Songs sind mehr wie ein Musical, andere sind Balladen. Wir waren damals sehr unsicher darüber, wie die Reaktionen auf “Mercy Falls” ausfallen würden. Als wir dann damit begannen am Nachfolger zu arbeiten wussten wir, dass wir uns nicht wiederholen dürfen. Wir mussten uns weiterentwickeln und etwas anderes machen, allerdings musste es sich natürlich trotzdem noch nach Seventh Wonder anhören. Den richtigen Anfang zu finden war ganz schön schwierig, als das Endresultat dann da war, konnten wir erst einmal aufatmen. (lacht) Egal was wir machen, es wird immer wie Seventh Wonder klingen, von daher werden die meisten Fans damit zufrieden sein.

Ist es einfacher ein Konzeptalbum zu schreiben, oder ein Album mit Einzelsongs?

Tommy: Ehrlich gesagt kommt es darauf an, was du meinst. Bei “Mercy Falls” arbeiteten Andreas und ich zusammen an der Geschichte. Wir teilten sie in verschiedene Szenen, oder Kapitel. Von daher wussten wir vorab, welche Art von Songs wir zu schreiben hatten, ob es ein schneller Song sein würde, oder nicht. Die Geschichte war bereits vorab geschrieben, wir mussten das Skript nur noch interpretieren und in die Songs integrieren. Der Teil war auf alle Fälle einfacher, allerdings war es ein dermaßen großes Unterfangen alles zu planen, dass es am Ende trotzdem sehr aufwändig war. Es beanspruchte eine Menge Zeit, viel Nachdenken und viele Flaschen Wein. (lacht) Von daher würde ich sagen, ein Konzeptalbum fordert einen wesentlich mehr, auf einem normalen Album kann man machen was man will und das Ergebnis ist dann einfach das was es ist.

Die Aufnahmen für das letzte Album dauerten wesentlich länger, es war wirklich sehr anstrengend alles einzuspielen. In erster Linie lag es an der verfügbaren Zeit der einzelnen Bandmitglieder. Wir dachten auch, es würde einfacher werden, da wir diesmal unser eigenes Studio hatten. Am Ende stellte es sich heraus, dass es dadurch viel schlimmer wurde. Wenn man sein eigenes Studio hat, muss man nicht so sehr auf die Zeit achten. Man kann sich ein paar Tage länger Zeit nehmen und noch dies und das ändern. Man findet immer etwas, dass man noch verbessern kann, aus dem Grund wurde am Ende alles nach hinten verschoben. Wir fühlten uns einfach noch nicht soweit, als wir fertig sein sollten.

Für mich dauerte es auch sehr lange, da ich während der Aufnahmen Probleme mit meiner Stimme hatte. Während der letzten paar Wochen, schlief ich sogar für eineinhalb Wochen im Studio. Ich schlief für zwei Stunden, stand auf, trank einen Red Bull, nur um alle Gesangsharmonien aufzunehmen und davon haben wir auf dem Album verdammt viele. Am Ende ist es ganz schön anstrengend, die ganzen Aufnahmen durchzuziehen, wenn die Stimme bereits ermüdet ist. Aber so ist das halt als Sänger.

Wer ist bei Seventh Wonder hauptsächlich für die Lyrics und fürs Songwriting zuständig?

Tommy: Das Songwriting machen unser Gitarrist Johan Liefvendahl, Andreas, der Bassist und ich. Jeder ist also zu einem Drittel fürs Songwriting verantwortlich. Die Lyrics werden von mir und Andreas geschrieben. Die Melodielinien, Gesangslinien, die Arrangements und die Gesangsharmonien mache ich alleine.

Die Lyrics der Songs sind sehr unterschiedlich auf jedem Album, woher nehmt ihr eure Inspiration?

Tommy: Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber bei Lyrics und Melodien, lasse ich mich vom ganz normalen Leben inspirieren. Wenn mich etwas sehr stark berührt, wie die Tatsache das die Musik der größte Teil meines Lebens ist. Musik ist das, was mich immer weitermachen lässt, Musik gibt mir Kraft. Also hatte ich auf dem letzten Album die Idee, einen Song darüber zu schreiben. Das ist das was ich fühle und die Leute können sich in die Situation hineinversetzen. Ich schätze mal ich lasse mich von allem möglichen inspirieren. Es macht keinen Unterschied ob du traurig oder glücklich bist, ich will das Gefühl während ich singe mit meiner Stimme herüber bringen. Wenn es ein fröhlicher Song ist will ich, dass die Leute glücklich sind, wenn sie ihn hören. Wenn ich etwas in meinem Herzen fühle, dann höre ich genau hin und versuche es mit meiner Stimme auszudrücken, damit alle dasselbe fühlen, während ich singe.

Ich finde, dass dir das sehr gut gelingt.

Tommy: Ja, das ist auch etwas nachdem ich selber suche, wenn ich Musik höre. Ich möchte das gleiche fühlen, dass der Sänger fühlt, oder dass die Musik versucht auszudrücken.

Andererseits habt ihr auch oft Melodien, die ein sehr fröhliches Gefühl vermitteln und trotzdem kombiniert ihr sie mit sehr ernsten, oft auch sehr düsteren Texten. Ist das nicht irgendwie widersprüchlich?

Tommy: Manchmal spielen wir gerne mit der Aussage eines Songs und der Kontrast kann viel Spaß machen. Man singt über etwas sehr ernstes, aber mit einem kleinen Twist. Ich finde es kann sehr cool sein, als Abwechslung zu reiner Ernsthaftigkeit.

Wenn man bei einem Song die Lust verspürt durchs Zimmer zu tanzen, bis man plötzlich feststellt... “Oh, Gott, bei dem Text sollte man eigentlich nicht tanzen!” (lacht)

Tommy: (lacht) Ja, wir machen das nicht mit allen Songs, aber ab und zu ist es ziemlich cool. Kennst du unser Album “Waiting In The Wings”?

Ja, ich liebe es.

Tommy: Bei “The Edge Of My Blade” ist es zum Beispiel so...

Das ist einer meiner Lieblingssongs und in erster Linie der Grund, warum ich die Frage gestellt habe. Ich liebe den Song, aber der Text ist nicht sehr... fröhlich. (lacht)

Tommy: Nein und das ist wohl das beste Beispiel dafür. (lacht)


The Great Escape

“King Of Whitewater” ist mein Lieblingssong auf dem letzten Album, allerdings verstehe ich die Lyrics nicht so ganz. Kannst du mir sagen, worum es in dem Song geht?

Tommy: Das ist eigentlich ganz einfach. Für den Song habe ich die Lyrics und die Musik komplett selbst geschrieben. Ich hatte die Idee über ein schwedisches Phänomen mit dem Namen “Näcken” zu schreiben. Es ist altes Märchen über einen Mann der in einem Fluss sitzt und Geige spielt. Die Melodie ist so betörend, das jeder der sie hört, sie spielen lernen möchte und zum Fluss geht und darin ertrinkt.

Das klingt ein bisschen wie die Loreley.

Tommy: Ja. Die Geschichte ist schon hunderte von Jahren alt. Solch mysteriöse Geschichten faszinieren mich. Es ist erstaunlich, dass Menschen wirklich an solche Dinge geglaubt haben und das sie zu viel Angst hatten zum Fluss zu gehen, weil sie nicht wussten, was passieren würde. Heutzutage haben wir das Internet, aber damals wurde Information nur durch Erzählungen weitergegeben.

Es verhält sich bei dem Song “Banish The Wicked” von der “Waiting In The Wings” sehr ähnlich. Der Song vermittelt das gleiche Gefühl. Er handelt von der Aurora Borealis, dem Polarlicht. Die Menschen haben es damals als Göttin verehrt. Sie glaubten, dass es übernatürliche Kräfte hatte und über die Geschehnisse auf der Erde entscheiden konnte.

Mir gefällt das Artwork des Booklets des neuen Albums sehr. Weißt du ob die Spinne eine besondere Bedeutung hat, oder soll es einfach nur cool aussehen?

Tommy: Es hat sogar mehrere Bedeutungen. Für den letzten Song “The Great Escape” kann man es als Symbol für Angst betrachten. Spinnen sind ein Symbol für Angst und das ist es, um was sich das Konzept des Songs dreht. Die Angst den Sinn des Lebens zu verlieren. Kennst du die Story die sich hinter dem Song verbirgt?

Nur ungefähr, ich glaube es gibt keine englische oder deutsche Version von “Aniara” die man kaufen könnte, von daher kann ich es nicht lesen. Aber ich kenne die Kurzzusammenfassung.

Tommy: Das alles passiert, weil die Menschheit die Erde zerstören und sie mit mehreren Schiffen die Erde verlassen müssen. Sie sind auf dem Weg zum Mars. Eines der Schiffe wird von einem Meteorit getroffen und kommt vom Kurs ab, driftet ziellos ins Nichts. Jeder auf dem Schiff weiß, dass es das gewesen ist, alle werden dort sterben, nur eben noch nicht jetzt. Wie kommt man mit der Tatsache zurecht, dass das Leben keinen Sinn mehr hat? Sie driften ins Nichts, für tausende von Jahren. Die Leute versuchen jeden Tag damit klar zu kommen. Sie versuchen etwas zu finden, dass ihrem Leben einen Sinn gibt. Daher beschäftigen sie sich mit Religion, sie haben Sex, sogar richtige Orgien und solche Sachen. Es ist eine sehr düstere Geschichte.

Ja, und darüber hinaus sehr faszinierend.

Tommy: Zur gleichen Zeit als unser Album erschien, wurde das Stück am Theater in Stockholm aufgeführt, eine ziemlich große Inszenierung. Es ist wirklich eine sehr coole und suggestive Geschichte.

Hattet ihr auch mit dem Gedanken gespielt ein komplettes Konzeptalbum darüber zu schreiben?

Tommy: Nein, nie. Wir wollten einfach einen langen Song schreiben, aber wir hätten nie gedacht, dass er so lang werden würde, das passierte einfach. Wir hatten am Anfang die Idee, dass es cool wäre einen richtig epischen Song darüber auf dem Album zu haben. Daraufhin begannen wir die einzelnen Teile zusammen zu puzzeln und am Ende ergab sich dann ein dreißig Minuten langer Song.


Tommy Karevik

Gibt es Pläne für eine Seventh Wonder Tour dieses Jahr?

Tommy: Ich hoffe wir werden einige Konzerte spielen. Wir sind im Gespräch über ein paar Konzerte in Italien. Außerdem werden wir beim ProgPower Europe auftreten. Vielleicht ergeben sich noch ein paar mehr Konzerte, aber keine ganze Tour. Damit werden wir wohl warten, bis Andreas wieder in Schweden ist. Außerdem ist es nicht so einfach, einfach mal auf Tour zu gehen. Es muss geplant werden. Da wir jetzt einen neuen Schlagzeuger haben, können wir mit Planungen anfangen, aber leider weiß ich darüber im Moment noch nichts. Wir hatten allerdings einige Angebote für Auftritte, leider mussten wir sie ablehnen, weil wir keinen Schlagzeuger hatten.

Zurzeit bist du als Gastsänger mit Kamelot auf Tour. Wie läuft es bisher?

Tommy: Nun, ich würde sagen sehr gut. Es hat seine Hochs und Tiefs, aber es ist eine gute Erfahrung für mich, so viele Shows zu machen, zu sehen wie die großen Jungs arbeiten, mit dem Tourbus zu reisen, nette neue Leute kennenzulernen, Schokolade geschenkt zu bekommen (lacht), von daher ja – es läuft sehr gut.

Die nächste Frage ist recht ähnlich, ich würde gerne wissen, wie deine persönliche Erfahrung ist auf einer so großen und langen Tour zu sein, im Vergleich zu den normalen Konzerten von Seventh Wonder?

Tommy: Es ist wirklich viel, viel größer als das was ich normalerweise gewöhnt bin. Alles ist professioneller, zum Beispiel der Sound und das Licht. Sie haben einen Tourmanager der sich um alles kümmert, der dir sagt wo du hingehen sollst, wo du stehen sollst, was du essen sollst und wo du schlafen sollst. (lacht) Es ist einfach anders, mit Seventh Wonder fahren wir meistens mit Vans, im Großen und Ganzen so wie Sons Of Seasons es machen. Es ist nicht unbedingt besser, nur anders.

Wie ist der Kontakt mit Kamelot ursprünglich zustande gekommen?

Tommy: Eine Woche, oder sechs Tage, bevor wir zum ProgPower USA in Atlanta gefahren sind, hatte Roy sich dazu entschieden nicht auf Tour zu gehen. Kamelot hatte also keinen Sänger und die Nordamerika Tour stand vor der Tür. Ich bekam von Thomas einen Anruf und er fragte mich, ob ich die Songs lernen möchte und vielleicht als Vertretung einspringen könnte. Ich wusste, dass er auch mit Michael Eriksen gesprochen hatte, von daher erklärte ich ihm, dass es nicht möglich wäre. Ich hätte nur eine Woche Zeit gehabt zwanzig Songs zu lernen und ich kannte Kamelot davor noch gar nicht. Es wäre eine verdammt schwere Aufgabe geworden. Ich sagte ihm, dass ich für ein oder zwei Songs einspringen könnte, wenn er das möchte, aber mehr wäre einfach nicht möglich. Wir vereinbarten also, dass ich das machen würde und ich lernte einen Song – Edenecho. Ich sang den Song für sie beim ProgPower das erste Mal und das war es dann auch. Ich flog nach Hause und widmete mich wieder dem Alltag. Ein paar Wochen später bekam ich einen weiteren Anruf von Thomas und er fragte mich, ob ich auf der Tour dabei sein möchte. So bekam ich das Angebot und es ist wirklich eine großartige Erfahrung für mich.


Tommy Karevik

Wann hast du damit begonnen zu singen und wann hast du dich dazu entschieden für eine Metal Band zu singen?

Tommy: Ich war in der fünften oder sechsten Klasse im Chor. Ich habe eigentlich nie viel gesungen, aber ich habe natürlich viel Musik gehört. Als ich sechzehn war lernte ich Johan Larsson, unseren aktuellen Ersatz-Bassisten, kennen und ich begann mit einer Gitarre Songs zu schreiben. (lacht) Ich lernte ihn in der Schule kennen und er inspirierte mich dazu Musik zu machen. Er zeigte mir einige Sachen und dadurch lernte ich Bands wie Sonata Arctica, Dream Theater und einige Projekte von Jorn Lande kennen. Kennst du Beyond Twilight? Jorn Lande singt dort ebenfalls. Ich wollte unbedingt auch so singen können. Daher baute ich zu Hause ein Mikrofon auf und versuchte mir vorzustellen, genauso zu klingen wie er. Irgendwann klang es dann auch so, mehr oder weniger. (lacht) Ich sang also zu Hause und im Auto und versuchte einfach so zu klingen wie das was ich hörte. Johan und ich hatten eine Band mit dem Namen “Johan und Tommy Band” und ich schrieb Pop Songs für Kinder in schwedisch. (lacht) Später kam der Typ von Vindictive auf mich zu und fragte, ob ich nicht auf ein paar seiner Demo-Songs singen möchte. Ich schrieb also die Melodien und die Lyrics für seine Songs, welche Seventh Wonder dann irgendwann hörten. Sie luden mich zum Vorsingen ein, als ihr Sänger ausstieg. Oder rausgeworfen wurde. Das ist glaube ich die ganze Geschichte. Ich liebe es einfach zu singen und ich versuche so zu klingen wie die Leute die ich mag. Nicht zu sehr versteht sich.

Ich finde du hast einen sehr eigenen und ungewöhnlichen Stil.

Tommy: Ja, ich versuche mir die Teile, die mir am besten gefallen, herauszupicken. Ich höre viel Queen und Michael Jackson, ich liebe Country Music. Ich versuche alles miteinander zu vermischen und ich vermute mal, dass dadurch ein ungewöhnlicher Stil zustande kommt, von daher bin ich sehr glücklich damit.

Spielst du ein Instrument?

Tommy: Ich spiele ein bisschen Gitarre, um Songs zu schreiben, damit ich zu den Melodien singen kann. Von daher kann ich ein wenig Gitarre und ein bisschen Keyboard oder Piano spielen. Nur Akkorde, nichts weltbewegendes. Wenn ich schreibe habe ich die Melodien normalerweise im Kopf, meistens brauche ich kein Instrument dazu.

Deine Schwester Jenny singt auch wieder auf dem neuen Album. Wie ist es mit ihr zusammen zu arbeiten?

Tommy: Es ist toll, sie ist so viel talentierter als ich. Wenn ich ihr sage was sie singen soll macht sie es einfach und das Ergebnis ist perfekt. Wir arbeiten sehr gut zusammen, sie ist wirklich sehr, sehr talentiert. Sie hat ein gutes Ohr dafür was gut und was schlecht ist. Sie vertraut mir, wenn ich sage, dass etwas gut ist. Sie sang für “Banish The Wicked” das erste Mal für Seventh Wonder und danach “One Last Goodbye”. Auf dem neuen Album sind es “Long Way Home” und “The Great Escape”. Sie hat also schon bei einigen Songs für uns gesungen und jedes Mal sind ihre Aufnahmen im Studio ruck zuck vorüber. Ich denke auch, dass unsere Stimmen sehr gut zusammen passen, sie haben die gleiche Klangfarbe. Ich würde sie ehrlich gesagt gerne noch mehr singen lassen, vielleicht sogar ganze Songs. Mal sehen was mit dem nächsten Album wird, vielleicht wird sie darauf etwas mehr singen.

Das wäre toll, ich mag ihre Stimme sehr gerne.

Tommy: Ja, sie hat eine unglaubliche Stimme. Vielleicht kann sie ja übernehmen, wenn ich aussteige. (lacht)

Wie sehen die Pläne für die Zukunft von Seventh Wonder aus?

Tommy: Wir wollen wachsen, mehr Fans erreichen und mehr Musik schreiben. Die letzten Monate waren, nach der Sache mit dem Schlagzeuger, eine sehr ungewisse Zeit für Seventh Wonder und jetzt war ich ja mit Kamelot auf Tour. Wir werden mit Sicherheit alles dafür tun um größer zu werden und um unsere Fans glücklich zu machen. Das werden wir mit Sicherheit tun. Seventh Wonder wird immer versuchen der Musik und den Fans treu zu sein. Ich weiß, dass wir mit jedem Album viele neue Fans dazugewinnen, daher sehe ich sehr positiv in die Zukunft. Es ist nicht einfach, von der Musik zu leben, dafür ist das Genre viel zu klein, aber wegen dem Geld machen wir es ehrlich gesagt auch nicht.

Es wäre einfach den Stil zu verändern, um das Massenpublikum zu erreichen, um mehr Geld zu verdienen, aber es wäre schade, wenn ihr das vorhaben würdet. (lacht)

Tommy: Nein, das wollen wir nicht, sonst hätten wir uns schon von Anfang an für ein anderes Genre entschieden. Wir sind einfach ein fröhlicher Haufen Leute, die spielen wollen was ihnen gefällt. Ich kann nicht versprechen, dass wir unseren Stil nie ändern werden, wenn wir das wollen, werden wir es auch machen, aber im Moment deutet nichts darauf hin.

Als letzte Frage mal ein bisschen was anderes: Stell dir vor du gewinnst in der Lotterie, was würdest du mit dem Geld machen?

Tommy: Wow. Eine Sache ist sicher, ich würde meinen Job nicht aufgeben und ich würde auch nicht bei Seventh Wonder aussteigen. Ich würde vielleicht einen Großteil spenden, aber ich würde auch sicherstellen, dass meine Familie und die Jungs von Seventh Wonder nicht für den Rest ihres Lebens bei der Arbeit sich den Arsch aufreißen müssten, falls sie das nicht wollten. Ich schätze mal ich würde die Zukunft von Seventh Wonder sicherstellen. (lacht)

Vielen Dank für das Interview!

Tommy: Vielen Dank!

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