Our Survival Depends On Us - ganze Band

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Vergiss nicht, Kunst, Musik, Malerei all das zusammen ist die letzte noch elementare Sprache, die die gesamte Menschheit versteht und das Einzige, was die Leute heutzutage noch abholt oder berührt.

Vier Zeitgenossen, die nicht unterschiedlicher sein könnten und doch alle bei der gleichen Leidenschaft – Musik - auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Das wäre eine grobe Umschreibung für OUR SURVIVAL DEPENDS ON US. Lange war es Still um die Combo aus Salzburg, Grund genug für mich mal beim Proberaum der Herrschaften anzuklopfen und um viel Interessantes, Altbewährtes und doch Neues zu hören. Taucht am besten selbst ein in ein Interview, das so umfangreich ist, dass wir es euch als Soundcloud-Datei weiter unten noch im Ganzen präsentieren möchten.

Veröffentlicht am 24.04.2013

Der Proberaum von OUR SURVIVAL DEPENDS ON US gleicht einem gemütlichen Wohnzimmer für alle die, die Musik, Literatur und Jagd mögen. Ein Tarnnetz hängt von der Decke, gedimmtes, angenehmes Licht. Unter den Blicken von so mancher Jagdtrophäe und Helden der Musikgeschichte oder Literatur setzte ich mich in einen Kreis mit Thom, Mucho, Barth und Mani zusammen, um gleich zu Beginn die Frage in den Raum zu werfen, warum es so lange still um OSDOU war. „Ich denke es gibt einen qualitativen Unterschied zwischen Musiker und Künstler. Auch wenn es für dich vielleicht elitär klingt, aber wir sehen uns schon als Künstler. Der genaue Unterschied zwischen Musiker und Künstler ist, dass der Künstler Inspiration für seine Arbeit braucht.“, eröffnet Gitarrist und Sänger Thom das Gespräch. „Das heißt Musik ist für uns kein Selbstzweck oder dass wir irgendwelche mathematischen Formeln mit unseren Musikinstrumenten umsetzen, sondern dass wir die Inspiration, die uns das Leben austeilt verarbeiten und umsetzen können. Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, dass wir uns zusammen setzen und schauen was passiert, quasi den Status Quo bestimmen, uns orten auf dieser großen Landkarte und ein Statement setzen.“ Bleiben wir beim Thema Veränderung, gute Bands leben davon, wie sieht es da bei OUR SURVIVAL aus? Geht die Reise weiter wie bisher oder geht es auf zu neuen Ufern?

Eine Reise die nie aufhört.

Die Reise hört nie auf, die Reise geht immer weiter, allerdings verfolgen wir jetzt keinen Masterplan. Wir sind jetzt nicht vier Individuen die sich zusammen gesetzt haben und gesagt haben wir gründen eine Band wie es in anderer Form vielleicht eine Interessensgemeinschaft oder Glaubensgemeinschaft machen würde und haben zu dem Zweck ein Statut aufgestellt, nach dem wir leben oder dergleichen. Das wirst du bei uns nicht finden. Das Ganze ist einer organischen Bewegung unterworfen und das Organische ist dieses Leben selbst.“ Sänger und zweiter Gitarrist Mucho fügt hinzu, „Und das in einer sehr Welten verbindenden Art und Weise! Wie die Natur und alles was uns umgibt und wer wir sind. Schau dir unsere Band an, wir sind markante Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Wegen, das unter einen Hut zu bringen bzw. da mal einen Konsens und Nenner zu finden, ist schon für viele Andere nicht leicht. Gerade aus dieser Schwierigkeit heraus sehe ich die Chance für sehr viel kreatives Potential, was allerdings, wie schon Thom richtig ausführte, immer neu gefunden wird! Jede Nummer auf unseren Platten hat für jeden von uns eine ganz bestimmte Message oder einen Knackpunkt.“ Die Songs von OSDOU sprechen meist für sich selbst. Bei Songs wie ,I Will Not Obey‘ oder ,A Stream That Won´t Run Dry‘ muss ich unweigerlich an Mucho denken, während ich bei ,Ocean Of Inspiration‘ an Bassist Barth denken muss. Letzterer verbringt doch auch sehr viel Zeit in der Natur, da stellt sich die Frage, wie viel davon in die Musik miteinfließt. „Ja natürlich! Du musst wissen, ich habe keinen Fernseher und für mich gibt es teilweise nichts besseres ,als rauszugehen, mich zum Bach zu setzen und reinzuschauen und zu hören was er sagt.“ entgegnet mir Barth. „Oder wenn ich im Wald oder auf unserer gemeinsamen Alm zusammen mit Schlagzeuger Mani bin, es ist spannend zu hören was die Natur sagt und wie viel Kraft uns selbige gibt, unglaublich.“ Die Neudegg Alm in der Abtenau / Salzburg ist besagter Kraftspender und beliebter Aufenthaltsort der vier Musiker und unter anderem auch der Schauplatz der Sommer Sonnwende 2013. Heuer unter anderem mit dem Headliner PRIMORDIAL. Dieses Event und alles was dahinter steckt ist aber zugleich auch der Mind von OUR SURVIVAL DEPENDS ON US, wie Barth mir verrät.

Aus Altem entsteht Neues

Interessant auch zu wissen wie Schlagzeuger Mani über das Kunstwerk OSDOU denkt. „Ja, wie du schon sagtest, wir sind sehr verschieden und ich hatte schon oft genug die Schnauze voll von verschiedenen Bereichen der Band. Trotzdem macht das Ganze am Ende einen Sinn, es würde ja immerhin nichts rauskommen dabei, wenn alles miteinander nicht passen würde und das pusht mich extrem nach vorne, weil ich sehe, dass es kein hoffnungsloser Boden ist sonder ein neuer, ein fruchtbarer. Das ist es, was mir am meisten gibt an dieser Band.“ Aus Altem entsteht Neues kurz gesagt und ist auch einer der mit Gründe für die lange Pause. Hat vielleicht die Verbindung gefehlt? Mucho sieht das nicht so: „Nein, der Connect war schon da, aber du musst wissen, für eine Nummer auf einem unserer Alben haben wir drei andere weggeworfen. Das ist ein Teil von uns, da wir sehr selbstkritisch sind. Wir legen neue Songs immer auf die Waagschale, teilweise sogar über Monate!

Wo wir beim Sound der Band gelandet sind. Wie würde man die Musik am besten jemand nahebringen, der zum Beispiel Taub ist und gerne beschrieben haben würde, wie der Sound klingt. Thom dazu: „Also wenn ich das mit einem Gefühl beschreiben müsste oder mit Dingen, die er kennt wäre es wohl am ehesten ein verschlammter Waldboden, der irgendwann ins Reisig übergeht und in diesem Reisig ist ein Wildschweinfell. Jetzt stell dir das vor, wenn du die Augen schließt und du dir vorstellst du krabbelst auf allen Vieren zuerst über diesen Waldbodenschlamm kommst in das Reisig und landest schlussendlich auf diesem borstigen Wildschweinfell, dann hast du OUR SURVIVAL in Ihrer Soundästhetik erfasst. Es ist schwierig, aber das ist vielleicht das Bild, welches ich einem tauben Menschen erklären würde.“ Und was bedeutet schlussendlich der Sound für die Band selbst? Auch dazu hat Thom etwas zu sagen: „Da ist es ebenso schwierig. Jeder Künstler bedient sich einer Sprache und jeder bedient sich seinem eigenen Stilelement. Beim Sound ist es ganz wichtig, dass er authentisch klingt und dass er wächst. Was auch der Grund ist, warum wir keine Freunde von Expirimenten sind. Wir versuchen einfach das was im Proberaum über Monate heranwächst so weit wie möglich beizubehalten und in den Aufnahmeprozess hinüber zu retten. Am Livesektor funktioniert das sowieso besonders gut. Da kannst du auf das bestehende, deine Instrumente und auf deine Ausdruckskraft zurückgreifen und hast die zusätzliche Komponente: Die Energie vom Publikum. Das was man live hören und vor allem fühlen muss! Das ist auch das, was der Mucho mit dieser Magie meint, immerhin ist Musik eine der letzten Mysterien!“. Auch Schlagzeuger Mani hat eine eigene Sicht zum Thema Sound: „Das gute an dem Sound ist, dass er auch eine sehr heilende Komponente für mich hat. Jedes mal wenns mir wirklich dreckig geht, dann richtet mich das wieder auf und wenn wir durch die Erde pflügen können und neue Samen einsetzten können, dann ist das wunderbar, ein großartiges Gefühl!“

Die Sache mit der Natur und Inspiriation

Sogar der berühmte Naturbeobachter Viktor Schauberger und seine Theorie der freien Energie wird für den Sound von OSDOU als Beispiel genannt. „Da hast du einen ähnlichen Zugang zur Musik. Es gibt ja dieses Bild, das er der Natur entnommen hat, wo er diese Bachforelle im Bach beobachtet hat, die vollkommen in der Strömung gestanden ist und ohne erkennbaren Kraftaufwand einfach gestanden ist. Der Bezugspunkt zur Musik liegt darin, dass man eine Bezugspunkt zur Natur hat und man versucht diese Inspiration bzw. Beobachtung auf die eine oder andere Art und Weise musikalisch zu interpretieren!“, erklärt Thom den Zusammenhang. „Vergiss nicht, Kunst, Musik, Malerei all das zusammen ist die letzte noch elementare Sprache, die die gesamte Menschheit versteht und das Einzige, was die Leute heutzutage noch abholt oder berührt, selbst wenn diese in ihren Mechanismen festgefahren sind, das haben wir auch schon nach Shows gemerkt, als wir tolle, berührende und vor allem interessante Gespräche mit Fans hatten, die von unserer Musik so berührt wurden.“, fügt Mucho noch an.

Schön langsam setzt das Interview zur Kurve in die Zielgerade an, trotzdem gibt es noch interessante Aspekte anzusprechen. Zum Beispiel die Texte, die auf der einen Seite kämpferisch sind und auf der anderen Seite einfach „Nein“ zu gewissen Dingen sagen oder auch Texte der Akzeptanz. Entstehen die Texte auf die selbe Weise, wie die Musik bei OSDOU? „Bei uns wird jeder für sich selbst eine andere Interpretation für unserer Texte finden.“, beginnt Mani zu erklären. „Genauso wie das Publikum eingeladen ist, die eigene Geschichte zu verarbeiten und auf Grund der Verarbeitung kommt man weiter!“, und Gitarrist Mucho weiters, „Egal ob du Songlyrics hast oder ein Gedicht hast, es geht immer darum eine Schnittstelle zu haben, wo du die Leute abholen kannst oder vielleicht sogar dich selbst. Das was man kennt und spürt einfach! Musik und Text stehen in einer ständigen Symbiose meiner Meinung nach! Wir versuchen mit unseren Texten immer sehr geradlinig zu arbeiten und auf andere Art und Weise doch sehr Bildgewaltig!“ Gitarrist u. Sänger Thom meint dazu: „Manchmal funktioniert es sehr einfach den Hörer abzuholen. Wenn es z.B. darum geht innere Ruhe abzubilden, im musikalischen und textlichen Sinne, dann ist das beste Beispiel dafür der Song ,Collecting Tears Of A Phoenix‘. Die Nummer dauert knapp elf bis zwölf Minuten und besteht insgesamt aus drei Textzeilen. Die ersten acht Minuten singen wir nur einen Satz und du brauchst acht Minuten damit du erst mal diese innere Ruhe erreichst! Das ist ein Zugang zu dem Ganzen, weswegen wir auch gewisse Textzeilen mantrisch immer wieder wiederholen!

Vier Aspekte, Vier Menschen

Musik, Lyrisches, Mutter Natur, der Mensch selbst. Vier Aspekte, Vier Menschen. Wäre noch Interessant zu wissen, was die Zukunft für das Kunstwerk namens OUR SURVIVAL DEPENDS ON US bringt? „Wir sind gerade in einem extrem arbeitsintensiven und emotionalen „Aha“-Kreativ-Prozess. Es tut sich viel im Moment, in unterschiedlichen Bereichen. Auf der einen Seite haben wir schon eine Live DVD fix und fertig produziert, welche im Sommer oder Herbst das Licht der Plattenläden erblicken wird. Auf der anderen Seite stecken wir mitten in den Aufnahmen zum neuen Album.“, gibt uns Thom Auskunft.

Und die letzten Worte mal vier wären?

Die Basis bleibt die gleiche und deswegen ist die Musik immer eine andere!“, so Drummer Mani.

Das Leben ist spannend, meistens ist es wichtig das du deine Art und Weise findest, wie du mit dem Leben zurecht kommst!“ Gitarrist Thom

„Keep the home fires burning! Keep the flames of liberty alive!“ Gitarrist Mucho
und zu guter letzt Basser Barth: „Der leichteste Weg ist nicht immer der Beste! Die Leute sollten wieder mehr Respekt gegenüber der Natur zeigen! Danke!“.

Gütl Christoph

OUR SURVIVAL DEPENDS ON US


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