Wovenwar - Josh Gilbert

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Es ist egal völlig egal was wir gemacht hätten, Nörgler hätte es ohnehin gegeben - Josh Gilbert kennt die Ausweglosigkeit seiner Situation.

Nach dem tragischen Ende (?) der Metalcore-Preisabräumer AS I LAY DYING haben die dortigen Instrumentalisten an einer neuen Band gearbeitet und mit WOVENWAR so ziemlich alles verändert. Zugänglicherer Sound, cleane Vocals, völlig neue Songs - in den USA sind die Erfolge bereits deutlich merkbar, in Europa dauert es noch etwas. Bassist Josh Gilbert nahm sich vor dem Gig in der Wiener Szene ausreichend Zeit für Stormbringer, um über die "Wiederauferstehung", künftige Ziele und - völlig überraschend - frei und offen über die Causa AS I LAY DYNIG und Tim Lambesis zu quatschen. Lesen Sie selbst...

Veröffentlicht am 27.05.2015

Josh, euer Debütalbum „Wovenwar“, mit dem ihr ein ganz neues musikalisches Kapitel begonnen habt, wird im August ein Jahr alt. Was kommt dir in den Sinn, wenn du an die Anfänge der Band zurückdenkst?

Nach all den Vorkommnissen rund um AS I LAY DYING haben wir im Juni 2013 erstmals beschlossen, dass wir weiter Musik machen wollen, wussten aber noch nicht genau wie. Wir haben also einfach jeder für sich zuhause gejammt und nach den ersten paar Songideen und Demos, die wir aufnahmen, haben wir uns zusammengeredet und die Ideen weitergesponnen. Anfangs haben wir einfach nur Songs ohne Ziel geschrieben. Als wir dann aber unseren Sänger Shane gefunden haben, den wir schon von anderen Bands persönlich kannten, war uns erstmals klar, dass hier was Kompaktes entstehen könnte. Wir haben einfach weitergearbeitet und als Metal Blade davon Wind bekamen, waren sie sehr begeistert und wollten ein Album rausbringen. Das war der springende Punkt, denn über die Monate hinweg hatten wir ohnehin schon acht, neun fertige Songs.

Habt ihr schon im Vorfeld gewusst, dass euch Metal Blade auch mit der neuen Band ihr Vertrauen aussprechen würden?

Schon ein paar Wochen nachdem die Sachen mit Tim Lambesis aufkamen, kam Label-Boss Brian Slagel zu uns und sprach uns sein Vertrauen aus, sollten wir je wieder Musik machen wollen. Wir wussten von Anfang an, dass wir ihre Unterstützung hatten, haben aber sechs fertige Songs abgewartet, bis wir ihnen überhaupt etwas vorgespielt haben. Es war aber natürlich ungemein wichtig und auch erleichternd für uns, von Beginn weg diesen Support zu haben. Man muss aber auch sagen, dass AS I LAY DYING eines der erfolgreichsten Pferde im Metal-Blade-Stall war und sie natürlich auch nach diesen Gesichtspunkten entschieden. Vor allem in den USA waren wir damals groß und die Situation war für das Label großartig. Schließlich gibt es die Möglichkeit, dass wir aus einer Scheißsituation heraus erfolgreich werden. Wir hatten verdammt hart gearbeitet und die Band implodierte damals nur wegen der falschen Entscheidung einer dummen Person.

Was war der entscheidende Moment, an dem ihr beschlossen habt, mit neuem Bandnamen und neuem Sänger durchzustarten?

Zwei Wochen nach den Vorkommnissen haben wir uns getroffen. Wir brauchten zuvor alle etwas Urlaub, um die Dinge zu verdauen, haben uns dann im Haus von unserem Gitarristen Phil Sgrosso getroffen und über den Status Quo geredet. Weitere drei Wochen später war es allen vier von uns klar, dass wir weitermachen wollen – allerdings eben anfangs noch ohne Ziel.

Viele AS I LAY DYING-Fans haben sich eine Art „Rip-Off“ ihrer Lieblingsband erwartet. WOVENWAR gehen aber in eine komplett andere, melodischere Richtung. War es anfangs schwer, die alten Fans nicht zu vergraulen?

Es war eine unheimlich schwere Situation. Hätten wir nach jemandem suchen sollen, der so screamt wie Tim und AS I LAY DYING weiterführt? Wir wollten dann einfach jemanden, der singen kann und sich stärker auf Melodien fokussiert. Natürlich haben wir genug Leute, die sich darüber beschweren, dass bei uns nicht mehr geshoutet wird. Aber im Prinzip wäre es egal gewesen, was wir machen, wir hätten nie alle zufriedenstellen können. Wir sind aber dieselben Instrumentalisten, dieselben Leute, die Riffs und Rhythmen schreiben – nur eben alles melodiöser. Die Typen, die zehn Sekunden nach einem neu hochgeladenen Video auf YouTube motzen, die hat man sowieso.

Ihr habt also bewusst nach einem Sänger gesucht, der melodisch und klar singen kann?

Gar nicht bewusst. Die ersten Demos, die noch rein instrumental waren, waren verdammt heavy. Ein paar klangen wie AS I LAY DYING und weitere sogar noch härter. Wir hatten einige Sänger im Kopf, aber einen passenden zu finden war der härteste Teil für die Band. Einige hatten ohnehin anderes zu tun, aber wir haben nie eine Audition oder eine Probe veranstaltet. Ende August 2013 haben wir uns mit Shane Blay getroffen, zwei neue Songs von ihm singen lassen und waren hin und weg. Wir haben hie und da schon noch ein paar Screams in den Songs, aber sie sind nur nebensächlich. Wichtig war uns, dass jemand seine eigene Stimme hat und nicht wie irgendjemand anders klingt.

Wart ihr anfangs nervös aufgrund des Drucks, der allein schon wegen eurer immens erfolgreichen Vorgeschichte auf euch lastete?

Wir hatten einfach keine Erwartungen. Wir haben sogar neues Equipment gekauft, um touren zu können. Wirklich positiv überrascht waren wir, als wir nach dem Album-Release die ersten Tourangebote bekamen. Da war Zakk Wylde von BLACK LABEL SOCIETY, den wir auf unserer allerersten Tour supporten durften. Schon nach unserer ersten Single „All Rise“ wurden wir vom Pukkelpop Festival engagiert, weil sie uns auch von früher vertrauten. Das hat uns anfangs natürlich sehr geholfen. Von da an war der Boden für uns geebnet und wir konnten uns schon früh auf unsere Performance und die Energie bei den Shows konzentrieren – das Drumherum klappte ja schon. Es war auch schön zu sehen, wenn wir bereits das zweite Mal in einer Stadt waren und dort schon fünf bis zehn Leute Shirts von uns anhatten. Da merkst du, du machst etwas richtig. (lacht) Wir machen es im Prinzip wie früher – wir touren so viel wir können. Ich stieg 2006 bei AS I LAY DYING ein und konnte den Aufstieg in Europa, wo wir nie so populär waren wie in den USA, beobachten. Von kleinen Venues hin zu den großen Hallen. So wollen wir das auch jetzt machen. Wir arbeiten uns nach vorne.

Aber es ist es nicht schwierig, jetzt wieder weiter unten anzufangen, nachdem ihr mit AS I LAY DYING schon Tausender-Hallen und mehr gefüllt habt?

Ich würde nicht sagen schwierig. Es ist schon rein finanziell immer eine Herausforderung nach Europa zu kommen. Die Flugkosten, die Visas, die du brauchst, der Zoll, der Tourbus und all das Zeug. Die Bühne selbst ist uns egal. Ob groß oder klein macht keinen Unterschied, solange sie unter uns nicht zusammenbricht. (lacht) Wir kriegen unser Equipment überall unter. Egal ob auf einer Riesenbühne mit BLACK LABEL SOCIETY oder hier notfalls im Szene-Backstagebereich. Das macht uns gar nichts aus.

In den USA seid ihr mit „Wovenwar“ in den Rock-Charts gleich gewaltig durchgestartet. Wie kann man das mit Europa vergleichen, wo ihr nicht ganz so populär seid?

Es ist interessant, dass wir bis auf drei Konzerte in Südkalifornien nach der Albumveröffentlichung kaum Shows als Headliner hatten. Aber die Leute kaufen sehr viel Merch, was wahnsinnig wichtig ist, um heutzutage überhaupt zu überleben und touren zu können. Du siehst die Leute in Europa auch mitsingen, was auch schön ist. Natürlich touren wir in den USA etwas mehr, aber auch in Europa singen an die 50 Leute pro Show unsere Zeilen mit und das ist doch schön dafür, dass wir hier nicht zuhause sind. Wir haben im Herbst 2014 mit IN FLAMES hier im Gasometer gespielt und diese Tour hat uns in Europa enorm geholfen, weil sie sehr gut lief. Die Shows waren riesig, es war unsere erste Europa-Tour und wir konnten uns viele Leute erspielen. Jetzt spielen wir hier und einige Leute erkennen uns wieder – das ist großartig.

War es innerhalb der Band anfangs schwierig, euren Sänger Shane in ein Korsett von Menschen zu stecken, das seit Jahren eingespielt ist?

Wir kennen Shane schon zwischen sechs und 15 Jahren – je nachdem wer von uns. Nachdem Shane unkompliziert ist und wir alle zusammen schon lange befreundet sind, war das von Anfang an kein Problem. Am schwierigsten war es wohl noch, ihm klarzumachen, wie ernst wir die Sache nehmen. Ich glaube keiner seiner Bands davor hat sich jemals so ernsthaft im Studio und auf der Bühne verhalten. Bei uns muss einfach alles passen, das ist uns wichtig. Wir wissen, wie hart man sich Erfolg erarbeiten muss, schließlich können wir uns noch gut daran erinnern, wie wir mit AS I LAY DYING Headliner auf Festivals waren. Es ist aber alles einfacher als früher und alle sind viel glücklicher.

Eine interessante Situation. Es gibt ja nicht viele Beispiele in der Musikgeschichte, wo sich eine bereits erfolgreiche Band einen weiteren Erfolg quasi neu erarbeiten muss.

Wir wissen aber zumindest, was wir dafür tun müssen, weil wir alles schon einmal erlebt haben. Wir müssen einfach die Leute mit unserer Musik erreichen. All das ist natürlich auch an einen Zufallsfaktor gebunden. Du kannst nicht auf Knopfdruck Erfolg haben – wir arbeiten hart und tun unser Bestes, aber ohne Glück und dem richtigen Momentum wird es trotzdem schwer. Wir müssen auch die alten AS I LAY DYING-Fans einfach überzeugen, dass WOVENWAR gut für sie ist. (lacht)

Durch den melodischeren Gesang könnt ihr natürlich ein breiteres Publikum erreichen. Habt ihr von Anfang an daran gedacht?

Es war keine Intention von uns. Die Riffs waren schon bei AS I LAY DYING sehr melodisch, skandinavisch. Die Melodien lagen uns immer im Blut. Bei WOVENWAR singe ich auf acht, neun Songs mit, bei AS I LAY DYING waren es vielleicht drei. Bei AS I LAY DYING konnten wir einfach keine melodischen Gesangspassagen einbauen, das wäre mit Tim nicht gegangen. Meine Eltern haben geliebt, was ich bei AS I LAY DYING gemacht habe, aber sie hätten sich das niemals angehört. Bei WOVENWAR ist das anders, durch die cleane Stimme erreichst du einfach mehr Menschen. Auch wenn die Instrumente wirklich Metal sind. Aber es ist eben nicht mehr so brutal wie früher. Die Songs haben einfach nach dieser Stimme gerufen. Beim nächsten Album werden wir das aber vielleicht etwas stärker ausbalancieren, da wir entdeckt haben, dass Shane auch ein sehr guter Screamer ist.

Das nächste WOVENWAR-Album wird also überraschen?

Hoffentlich. Wir haben noch nichts Spezifisches geschrieben und jammen wieder jeder für sich dahin. Wir haben uns über die letzten zwei Jahre gut gefunden, können etwas aus dem bestehenden System ausbrechen und etwas variabler werden. Wir werden sehen. Wir haben aber null Zeitdruck und jammen einfach zum Spaß herum. Wenn es passt, wird es erscheinen. Sommer oder Herbst 2016 wäre eine gute Zeit, um es zu veröffentlichen. Wir haben mit Metal Blade noch nichts Genaueres vereinbart, aber alle zwei, drei Jahre ein neues Album wäre natürlich der grobe Plan.

Habt ihr von Anfang an beschlossen, AS I LAY DYING und die vielen Hits dieser Band bei WOVENWAR-Liveshows komplett auszuklammern?

Diese Songs und die Zeit früher war nicht nur für uns, sondern auch für unsere Fans etwas ganz Spezielles. Außerdem sind die Songs einfach so arg durch die Geschichte mit Tim verknüpft und in Mitleidenschaft gezogen worden, dass ich vermute, sie zu spielen wäre wie eine Art von Angriff. Wir wissen, dass die Leute sie gerne hören würden, aber die Lyrics sind alle von Tim und all das, was er getan hat, wie er tickt, ist auch in seinen Texten verankert. Für uns fühlt sich das einfach falsch an. Ich kann ziemlich sicher ausschließen, dass WOVENWAR alte AS I LAY DYING-Songs live spielen werden.

Werdet ihr zwei Jahre nach dem Aufkommen dieser irren Geschichte rund um Tim noch heute von den Geistern der Vergangenheit verfolgt?

Nicht verfolgt. Es ist einfach schwer zu erklären. Wenn eine Band erfolgreich ist, wirst du nie ein Interview hören wo jemand sagt, dass die interne Atmosphäre vergiftet sei. Am Ende bei AS I LAY DYING hatte aber niemand mehr eine gute Zeit. Und das schon ein Jahr bevor die ganzen Dinge passierten. Das Songschreiben war schon unfassbar schwierig, weil sich zwischen Tim und uns anderen eine Kluft bildete. Man soll ja auch nicht nur Spaß haben, sondern auch ernsthaft an die Sache herangehen, aber bei uns war das schon sehr zäh am Ende, wir hatten auch kein Bock mehr auf ein neues Album. Es war schmerzhaft zusammenzuarbeiten. Das sind eher die Dinge, die mich verfolgen. Es war natürlich großartig in einer so erfolgreichen Band zu spielen, aber so wie jetzt einfach Spaß zu haben und Entscheidungen zu treffen, nach denen sich nicht alle gegenseitig hassen hat auch seine Vorteile. (lacht) Es reicht eine falsche Zutat im Rezept, um es zu vergiften – so war es die letzten paar Jahre bei AS I LAY DYING.

Waren möglicherweise auch all die Preise, die Auszeichnungen und der immense Erfolg mit AS I LAY DYING eine Art Fluch für euch?

Nein, das würde ich nicht sagen. Wir haben ja nicht alles und jeden gehasst. Auf Tour und auf der Bühne, wo wir uns am wohlsten fühlten, waren wir eine Einheit. Vor 3.000 Leuten, die alle jede Zeile deiner Songs kennen, waren wir wieder ein Team. Egal wie hart alles war und ist – auf der Bühne holst du dir die Belohnung ab. Am Ende war es das alles wert und ich würde die Zeit auch nicht missen wollen. Die Zeit auf Tour vermisse ich wirklich und von der heutigen Perspektive aus siehst du natürlich rückblickend, warum etwas wo und wann schlecht gelaufen ist. Du würdest es gerne ändern, aber es geht halt nicht mehr.

Ihr habt also viel aus dieser Zeit gelernt?

Eine ganze Menge. Allein schon, wie wir miteinander umgehen und wie die Rollen verteilt sind. Bei WOVENWAR ist jeder gleich wichtig und hat jeder dasselbe Mitspracherecht. Das ist eine gewaltige Änderung zu früher.

Habt ihr irgendeinen Kontakt zu Tim oder seine Familie?

Nein, nicht wirklich. Es gab einige Versuche in diese Richtung und einige von uns in der Band haben anfangs zu Tim gehalten und sehr viel mit ihm geredet, als die Sache ans Tageslicht kam. Aber das hat sich dann irgendwann alles zerschlagen, denn obwohl er in dieser aussichtslosen Position war, hat er uns sein wahres Gesicht gezeigt, mit dem wir nicht rechneten. Ich will nicht zu stark ins Detail gehen, aber ich habe daraufhin beschlossen, die Kommunikation mit Tim zu beenden. Für mich war es das einfach nicht mehr wert. Ein Freund von uns kommuniziert mit ihm ab und zu im Gefängnis. Das ist so ein offener Typ, der mit jedem ins Gespräch kommt. Ich weiß, dass Tim noch immer ein Studio hat und auch Freunde von mir halten Kontakt mit ihm. Er nutzt seine Zeit im Gefängnis wohl so gut es geht. Wenn er rauskommt hätte ich kein Problem, mit ihm zu reden. Es ist nicht so, dass ich ihn mein ganzes Leben lang nicht wiedersehen will, aber ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, mit ihm jemals wieder zusammen in einer Band zu spielen.

Als die Sache 2013 ans Tageslicht kam, hast du schon damit gerechnet, dass es medial solche Wellen schlagen wird? Dass eben nicht nur die Rock- und Metal-, sondern auch die Mainstreammedien darauf aufspringen würden?

Der Grund, dass diese Causa so hohe Wellen schlug, war meiner Ansicht nach der religiöse Aspekt. Es war einfach, Schlagzeigen wie „Christlicher Sänger plante Mord an Ehefrau“ zu machen. Meine Freunde haben mir damals SMS geschickt und konnten selbst nicht fassen, dass die Story im TV war, in den großen Medien und den größten Websites wie Yahoo und vielen anderen. Durch die Verbindung von Christentum und Heavy Metal war die Story einfach unwiderstehlich für die großen Medien. Das war zusätzliches Drama für sie. Ganz verständlich, wenn man das System kennt. Nach den ersten Tagen war das Ärgste verpufft, dann gab es noch Leute, die irgendwie in Talkshows auftraten und darüber diskutierten. Ich dachte damals nur: „Wow, so kriegt man heute also mediale Aufmerksamkeit“. (lacht) Es war aber schon verrückt. Ich bin damals in ein Hotel eingecheckt und sah im Fernsehen einen Newsticker, wo ich plötzlich zu sehen war. Da war mir klar, dass ich hier nicht mehr auskam. Wir hatten alle große Probleme damit, wussten aber nicht, dass es solche Wellen schlagen würde. Das Schlimme war ja, dass wir Tim schon eine Zeitlang beobachten konnten, wie er sich veränderte und er war auch nie jemand, der irgendwelche Ratschläge annahm. Jedenfalls haben ihn die großen Medien religiöser gemacht, als er jemals war.

Später hat Tim in Interviews auch betont, dass ihr alle gar nicht christlich wärt und die Sache nur weitergespielt habt, um Alben zu verkaufen.

Das war nichts anderes als eine Art Vergeltungsschlag gegen uns. Ich will und kann nicht in die Details gehen, aber Tim hat nach den ersten medialen Berichten nur darüber gesprochen, wie es mit der Band weitergehen soll, welche Schritte folgen werden. Das war für uns natürlich überhaupt kein Thema, wir waren einfach nur froh, dass seine Ex-Frau am Leben war und wollten nicht über das Geschäft reden, sondern einfach unser Leben weiterführen. Das hat ihn ziemlich verärgert, auch weil wir dann zurückgefeuert haben. Er hat einfach nur beleidigt darauf reagiert.

Interessanterweise habt ihr AS I LAY DYING niemals offiziell zu Grabe getragen.

Wir haben, glaube ich, kein offizielles Statement herausgegeben, aber in der näheren Zukunft wird da sicher gar nichts passieren. Ich kann wirklich nicht sagen, das Kapitel wäre endgültig beendet, aber da passiert gar nichts.

Noch einmal zurück zu WOVENWAR – was wollt ihr mit der Band erreichen? Wieder Awards gewinnen, 3.000er-Hallen ausverkaufen?

Es geht uns wirklich nicht um die Awards. Metal-Grammys oder so kann man nicht ernst nehmen. Da voten Leute mit, die den Namen einer Band irgendwo mal hörten, aber mit Metal nichts am Hut haben. Für uns ist es wesentlich wichtiger, unsere Passion auf die Fans zu übertragen und mehr Leute von uns zu überzeugen. Am meisten stolz bin ich auf die Lyrics und Inhalte unserer Songs, Nick Hipa und Shane schreiben sie zusammen und das funktioniert einfach hervorragend. Wir wollen einfach immer besser werden und bessere Songs schreiben. Auch wenn es nichts mit der großen Karriere wird, werden wir sicher weiter spielen und im Studio aufnehmen.


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