EXODUS - Jack Gibson

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"It was just the music that we felt in our hearts and it came out that way."

Der EXODUS-Bassist in einem sehr ausgiebigen und ehrlichen Gespräch über das Touren, sein liebstes EXODUS Album, den Zeitplan für das nächste Album, den Songwriting- und Aufnahmeprozess, das Wiederaufleben von Thrash Metal und vieles mehr. (German and English Version available)

Veröffentlicht am 22.11.2016

Vor der "Battle of the Bays" in Wien (Livereport) hatte ich das Vergnügen, den sehr charmanten Jack Gibson zu interviewen, der EXODUS erstmals im Jahr 1997 beitrat. Backstage saßen wir für ein nettes und sehr interessantes Gespräch über verschiedenste Dinge, vom Touren über den Songwriting- und Aufnahmeprozess bis zum Wiederaufleben von Thrash Metal, zusammen.

 

Ihr seid derzeit auf der "Battle of the Bays"-Tour mit OBITUARY, PRONG und KING PARROT, mit nur noch ein paar wenigen ausständigen Shows. Wie lief die Tour bisher?

Oh Mann, die Tour war großartig! Wir wollten schon immer eine Tour mit OBITUARY machen. Wir haben immer wieder mal Shows zusammen gespielt. Es ist toll die Zeit, den Monat, hier mit ihnen zu verbringen. PRONG ist eine Band, die ich auch immer schon gemocht habe, also war es toll, die Jungs kennenzulernen. KING PARROT kannte ich nicht vor der Tour, die Kerle sind ein großartiger Haufen. Die Tour war spitze. Alle kommen miteinander aus und die Shows waren großartig.

Bisher keine Flops dabei (Anm.: "clunkers" ist der Begriff, den EXODUS benutzen, um Shows zu beschreiben, bei denen das Publikum nicht abgeht)?

Nein, schaut nicht so aus. Wir hatten jede Nacht ziemlich gute Shows.

Was gefällt dir am Touren am besten und was sind die größten Nachteile, oder was vermisst du am meisten?

Der offensichtliche Nachteil ist, dass man nicht zu Hause ist. Einmal ist ein Haustier gestorben, während ich nicht da war. Leute werden krank und kommen ins Krankenhaus. Zetro's Mutter ist früher dieses Jahr gestorben, als wir gerade unterwegs waren. Wie du dir vorstellen kannst, wenn man nicht zu Hause ist, passieren Dinge, bei denen man gerne anwesend gewesen wäre. Aber es ist auch was ich liebe zu tun. Ich mag es rauszugehen und meine Musik mit denen zu teilen, die sie hören wollen, und dazu noch die Welt zu sehen, beides kommt zusammen. Es ist ein doppeltes Privileg herumzureisen und unsere Musik spielen zu können.

Wie viele Leute sind in eurem Tourbus?

Oh Gott, unser Bus ist brechend voll! Da sind, lass mich mal nachdenken… 18 Leute in unserem Bus und der Fahrer.

Wie verbringst du die Zeit während der Fahrt?

Vor allem mit Schlafen (lacht). Wir hatten diesmal einen ziemlich dichten Reiseplan, also schlafe ich die meiste Zeit. Ich lese auch. Vor ein paar Jahren habe ich aufgehört zu trinken, also mache ich das nicht mehr wirklich, aber einige der Jungs machen noch Party und hängen herum. Wir reisen meistens in der Nacht, also kommt man zuerst nach der Show etwas runter, geht zu Bett und wacht dann am nächsten Ort auf.

Ihr hattet kaum freie Tage.

Nur ein paar, ja… Aber so mögen wir es. Freie Tage unterbrechen den Rhythmus und wir würden sowieso lieber arbeiten an den freien Tagen.

Schildere mir einen üblichen Tag auf Tour. Wie sieht der aus?

Ich stehe auf, gehe rein, esse etwas vom Catering und sitze herum, trinke Kaffee oder Tee und dusche und warte darauf, dass die Show beginnt. Dann rocken wir und dann steigen wir wieder in den Bus, fahren ab und reisen zum nächsten Ort. Das Touren kann ehrlich gesagt ziemlich langweilig werden nach der zweiten Woche, weil es immer wieder derselbe Tag ist. Du weißt, ein bisschen wie "Und täglich grüßt das Murmeltier". Während ich es zwar liebe, es ist ein großartiger Job... und in diesem Umfeld, umgeben von anderen Leuten, die ich gerne um mich habe, macht es doch zumindest Spaß.

Ich vermute, dass es bei den meisten Jobs so ist, früher oder später wird es wie "Und täglich grüßt das Murmeltier".

Genau. Wir haben Glück, denn wir haben die Möglichkeit zu touren, live zu spielen und den kreativen Teil, das Aufnehmen und das ganze andere, das gleicht sich alles aus.

Im Turock (Essen) habt ihr nach der Show mit den Fans gefeiert. Ich bin mir sicher, die Fans waren begeistert. Wie war es für dich?

Ich bin nicht zu lange herumgehangen, denn wie ich bereits sagte, ich trinke nicht mehr, daher ist der Besuch von Bars, das rumhängen mit anderen Leuten… Ich meine, die Jungs sind dort rumgehängt und den Leuten gefällt es. Wir tun das sowieso oft. Wir hängen häufig noch rum mit der Gruppe von Leuten, die länger bleibt und ähnliches. Unsere Fans sind unsere Freunde, du verstehst was ich meine? Wir machen das seit 20, 30 Jahren, also kennen wir viele Leute, die wir immer wieder sehen.

Ich nehme an, in den 80ern gab es weniger weibliche Fans als heute auf euren Shows?

Weibliche?

Ja.

Oh, ja, EXODUS ist eher eine raue Band. Sie war niemals die Sorte Band, die viele Frauen anzog. Die kommen vor allem mit ihren Freunden, denn EXODUS ist eher Männermusik.

Es gilt noch immer nicht als feminin, Dinge zu mögen, die sich etwa mit Wut oder Aggression beschäftigen.

Ich nehme an, es gibt viele Mädels, die sie mögen, aber es ist nicht wie bei Black Metal oder melodischen Bands, die bekannt dafür sind ein weibliches Publikum zu haben. Wir haben ein eher raues Publikum. Die Jungs gehen da raus und schlagen sich gegenseitig die Schädel ein und ich mache Mädels keinen Vorwurf, dass sie da nicht dabei sein (lacht) und das durchstehen wollen. Aber das ist nun mal die Musik, die wir spielen, es ist dieser physische Austausch zwischen uns und dem Publikum, du verstehst was ich meine? Das ist einfach... das kommt einfach mit dem Bereich (Anm.: soll heißen, der speziellen Art von Musik). Manchmal gehen wir mit anderen Bands auf Tour und plötzlich sind da überall Mädels bei den Shows und ich denke mir: "Ah, das ist cool". Aber ich würde sagen, die Anzahl an Mädels ist heute wahrscheinlich dieselbe wie damals.

Damals in den 80ern war Glam Metal scheinbar beliebter bei den Mädels. Ein bisschen finde ich das noch immer überraschend, denn wenn man sich Glam Metal genauer ansieht, nicht nur die Videos und Cover, auch die Texte sind oft ziemlich frauenfeindlich.

Ja. Darum hat sich vor 30 Jahren niemand geschert. Das (Anm.: Misogynie) war nicht einmal ein Wort. Das war scheißegal. Mädels mochten die Jungs, die Mädels wollten mit den Jungs ficken, die Jungs wollten mit den Mädels ficken, und keiner war deswegen auf irgendjemanden sauer. Alle, die da waren, hatten eine großartige Zeit und bekamen was sie wollten, und tranken und rauchten und fickten und das war Spaß. Die Leute tun so, als ob nur weil da ein heißes Mädel auf dem Cover von RATT war, sie Frauen schlecht behandelt hätten. Die Dame hat nicht nur vermutlich 5.000 Dollar für das scheiß Foto bezahlt bekommen, sondern die Mädels, die dort waren, wollten dort sein. Wir haben Frauen nicht gezwungen mit uns rumzuhängen oder irgend sowas. Die wollten mit den Jungs rumhängen, die so aussahen und diese Musik machten.

Das war halt die damalige Zeit.

Ja, ich meine… ich weiß nicht… es braucht jemanden von außerhalb, um auf etwas zu blicken und zu sagen, das ist frauenfeindlich, oder das ist rassistisch, oder das ist dies und das. Das kommt nicht von innen.

Und oft nach Jahrzehnten, im Nachhinein rückblickend.

Ja, genau. Ich meine, es ist anders.... man beurteilt es durch eine andere Linse.

Was heute als sexistisch gilt, ist wahrscheinlich auch nicht dasselbe, das man vor Jahrzehnten sexistisch genannt hätte.

Ja, das glaube ich. Alle diese Werte ändern sich im Laufe der Zeit. Etwa wenn du denkst, dass damals etwas schlecht war und heute ist es das nicht und umgekehrt. Die Menschen ändern sich und sie werden sich wieder ändern.

Gibt es einen EXODUS-Song, den ihr noch nie live gespielt habt, den du gerne spielen würdest? Oder einen, den ihr schon lange nicht gespielt habt?

Das ist eine gute Frage. Wir haben so viele Songs, dass es sicherlich einige gibt, die ich liebe, die es nicht ins Set schaffen. Ich im Speziellen scheine das Problem zu haben, dass das die Songs, die ich mag, live nicht gut rüberkommen. Das Publikum scheint sie nicht so sehr zu mögen wie manche der anderen.

Welche Songs zum Beispiel?

"Culling the Herd", von einem unserer älteren Alben ("Tempo of the Damned"), habe ich wirklich geliebt und dachte, das wird echt stark, aber das Publikum fand ihn nur okay. Vom letzten Album ("Blood In, Blood Out") war es "Wrapped in the Arms of Rage". Wir alle dachten: "Yeah, let's get wrapped in the arms of rage together and play it!", und es ist ein fantastischer Song. Und wir taten es, wir kriegten ihn auf die Reihe und spielten ihn, spielten ihn hervorragend, aber er kam einfach nicht an, also nahmen wir ihn aus dem Set. Du weißt, wie unsere Shows angelegt sind, wir möchten die Action am Laufen halten, also muss man einiges tun, um den Schwung aufrecht zu erhalten. Deshalb sieht man uns auch nicht die langsameren, düstereren Songs spielen, weil die das Pit stoppen, dann müssten wir es im nächsten Song erst wieder in Fahrt bringen. Deshalb sind unsere Sets häufig maßgeschneidert, gemäß "der geht in den über und der in den", und das Publikum bekommt keine Pause. Das ist eine Art, wie wir entscheiden, was ins Set kommt und was nicht. Es ist nicht: "Ich mag den Song, komm spielen wir ihn". Wenn er das Publikum nicht dazu bringt, miteinander zu kämpfen, dann fliegt er aus dem Set.

Mein Kollege hat letztes Jahr Zetro interviewt und er meinte "Blood In, Blood Out" sei sein liebstes EXODUS-Album. Welches ist deines?

Ich glaube, das was ich letzten Endes am meisten mag... natürlich mag ich auch jedes neue, wenn es rauskommt, aber eines meiner liebsten ist "Exhibit A" ("The Atrocity Exhibition... Exhibit A"), aus verschiedenen Gründen. Zum einen hat Gary damals viel Black Metal gehört und das ganze Album hat einen sehr dunklen Oberton. Und die Songs sind diese langen, epischen, symphonieartigen Songs, und ich mag so was. Ich mag einen langen guten Song mit einer Tonne Riffs. Es ist außerdem das erste Album, das Gary schrieb, wissend, dass Lee in der Band sein würde, also hat er die Gitarren darauf richtig entfesselt. Denn, du weißt, gegen Ende von Ricks Zeit in der Band hat er mit seinem Gitarrespiel nicht mehr so gut mitgehalten wie er sollte. Also hat Gary Dinge geschrieben, von denen er wusste, dass Rick sie live spielen könnte. Auf "Exhibit A" war es für Gary das erste Mal, das er sich dachte: "Ich kann schreiben was auch immer ich will!", und die Gitarrenparts sind intensiv und fantastisch darauf. Ich glaube "Exhibit A" ist es. Nach "Exhibit A" hatten wir uns entschlossen, kürzere, kommerziellere Songs zu probieren, die Sorte die man im Radio hört. Ich mag "Exhibit B" ("Exhibit B: The Human Condition") zwar, ich mag alle für das was sie sind, aber ich denke "Exhibit A" ist das eine, das hängen geblieben ist…

Gary und Lee arbeiten perfekt zusammen. Tom meinte in einem Interview, Gary mache schwarzgebrannten Schnaps und Lee hochwertigen Wein.

(Lacht) Ja, irgendwie. Aber das ist der Songwriting-Prozess. Lee braucht viel länger, um einen Song zu machen, er formt ihn Stück für Stück. Gary ist einer dieser ultrakreativen Typen, der einfach reinkommt und sagt: "Hier ist der Song, den ich letzte Nacht geschrieben habe" und er ist fix und fertig, mit Text und allem drum und dran. Sie haben einfach eine unterschiedliche kreative Art, verstehst du? Aber ja, das ist eine etwas lustige Analogie.

Ihr habt gesagt, dass ihr nächstes Jahr mit der Arbeit am neuen Album beginnt und hofft, dass es später im Jahr erscheint.

Ja, wir hoffen, dass es entweder im Oktober rauskommt oder, falls es zu Verwicklungen kommt, im Februar, aber wir planen für Oktober.

Hat Gary schon Riffs oder Ideen präsentiert?

Ja, ja. Wir haben zwar noch an keinen davon gearbeitet, aber er ist bereit, wenn wir im Januar zurückkehren. Im Februar kommen wir dann zusammen, stellen die Musik zusammen und werden hoffentlich bis Ende März im Studio sein, um sie aufzunehmen.

Nimmt Gary seine Ideen noch immer auf CDs oder Kassetten auf?

Oh, nein, nicht Kassetten. Wir alle haben Digitales, wie iPhone oder was auch immer.

Erst vor ein paar Jahren hat Tom in einem Interview gesagt, dass er noch Kassetten verwendet.

Ja, Tom möglicherweise. Der ist ziemlich altmodisch.

Er meinte, Gary schicke ihm Kassetten.

Oh, ja? Ich kann mich nicht daran erinnern, aber das ist möglich. Ich gehe einfach rüber, Gary spielt es und ich nehme es mit meinem iPhone auf. Ich sage einfach: "Spiel den Song". Ich filme ihn beim Spielen und dann gehe ich nach Hause, dann kann ich es sehen und hören so oft ich will... es ist wie mein eigenes, privates YouTube-Video. Die Technik hat vieles auf diesem Gebiet einfacher gemacht.

Ihr verwendet auch Pro Tools im Studio.

Ich bin ein Pro Tools User, stimmt.

Du besonders, das meinte Tom auch in einem Interview. Er meinte, du seist besonders behände mit dem Computer.

Ich bin okay. Ich meine, da gibt es sicher Typen, die mehr über Computer wissen, und sicher gibt es Kids die mehr über Pro Tools wissen als ich, aber wir haben es so oft bei Aufnahmen verwendet, ich habe gesehen, was da passiert und besuchte dann ein paar Kurse, damit ich es selbst machen kann. Ich bin zwar kein Zauberkünstler, aber ich habe das meiste vom letzten Album getracked und ich habe vor, dasselbe für das nächste zu machen. Viele Kids, viele junge Typen können mit Pro Tools umgehen und beherrschen alle Tricks, aber sie können kein Album zusammenstellen. Ein Album zusammenzustellen und es zu realisieren ist ein anderer Prozess, als einfach ein Computerprogramm zu bedienen. Das Computerprogramm ist also für mich sekundär, es ist das Wissen darüber, wie man ein Album macht, das wird langsam zu einem raren Gut. Ich meine damit, wie man es macht, wie man das Ganze dazu bringt, nach etwas zu klingen, das ist eine Kunst, die langsam verloren geht. Wir mussten reingehen und Bänder schneiden und zusammenfügen und den ganzen verrückten Scheiß, den man machen musste. Der Computer ist einfach das, es ist das Zeug, aber einfacher. Es ist ein Prozess, wenn du verstehst was ich meine? Manche Bands wollen den Computer nicht so viel verwenden, wie sie könnten. Wir haben die Idee vor langem aufgegeben, es ist halt einfacher, es macht meiner Meinung nach alles einfacher und besser.

Ihr kommt noch alle auf die altmodische Art im Studio zusammen?

Nicht alle, denn wenn wir schreiben, sind es vor allem Tom und Gary, die die Songs ausarbeiten. Ich finde, wenn ich mich einmische, bremse ich sie, weil ich es dann auch lernen muss, du verstehst was ich sagen möchte? Sie können einfach reingehen und Ideen austauschen, sie arbeiten die Songs aus und Bass und Gesang sind wie das Tüpfelchen auf dem I. Das kann später kommen. Es sind vor allem Gary und Tom, die zusammenkommen und Lee und Tom, die die Songs richtig ausarbeiten. Ich gehe rein, setze mich hin und höre viel zu, aber ich stöpsel selten ein und spiele mit, denn, wie ich bereits sagte, trample ich auf die kleine kreative Stimmung, die sie zusammen haben könnten. Und ich kann nach Hause gehen und es lernen; ich gehe und schaue ihnen beim Spielen zu, filme Gary dabei, wie er den Song spielt und gehe dann nach Hause und lerne ihn selbst. Ich muss nicht Gary and Toms Zeit stehlen, um das zu tun. Also wir tun Dinge ein bisschen anders, aber wenn es Zeit ist einfach zusammenzukommen und zu spielen, ja, dann kommen wir in einem winzigen, kleinen Raum zusammen und lassen es krachen.

In den späten 90ern haben manche Leute "alte" Metal Bands verachtet und gemeint, deren Zeit sei vorbei und Bands wie LIMP BIZKIT und LINKIN PARK und MARILYN MANSON wären die Zukunft. Aber jetzt blüht die Metal Szene und es gibt ein breites Spektrum an verschiedenen Genres und Künstlern, und die "alte Garde" hat zurückgeschlagen.

Sicher. I glaube, einer der Gründe hierfür ist die Musik, die wir und Bands wie wir machen. Die älteren Bands, wir meinten es wirklich ernst, denn wir machten kein Geld, du verstehst was ich meine? Und ich denke jene Bands, die das gemacht haben, waren für eine Weile wirklich, wirklich populär, sie scheffelten Geld und machten es für Geld, während eine Band wie EXODUS oder OBITUARY... wir taten es aus Liebe für das was wir tun. Deshalb ist auch die Musik ehrlicher und von einem echteren, puren Ursprung als von einer Band, die versucht an eine Platin-Veröffentlichung anzuschließen, du verstehst was ich meine?

Ich glaube auch, dass diese Musik veralteter klingt als eure. Wenn man sich klassische Thrash Metal Alben ansieht, dann klingen sie noch immer frisch und aufregend, und viele Thrash Metal Bands haben in den letzten Jahren fantastische Alben veröffentlicht, wie ihr selbst oder ANTHRAX oder TESTAMENT, die sind alle gut in Form.

Ja, Mann. Das war ein großes Wiederaufleben und das ist, weil diese Bands schon immer großartig waren, also machen sie auch weiter großartiges Zeug. Ich meine, das sind alles Gruppen von ultrakreativen Leuten, die etwas Ultrakreatives machen, du verstehst was ich meine? Und ich glaube viele dieser anderen Bands... Ich glaube viele der Nu Metal Bands, das waren einfach Typen, die keine wirklich harte Musik spielen konnten. Ich möchte wirklich kein Arsch sein, aber sie beherrschten ihre Instrumente nicht wirklich gut, also haben sie diese tiefer gestimmt, das Riff eine Saite runter verschoben, um zu versuchen härter zu klingen. Wir mussten nie neue Saiten auf unsere scheiß Gitarre aufziehen, wir schrieben einfach harte Riffe. Es ist also, denke ich, eine Frage danach, wo der kreative Prozess startete, für die älteren Bands war das in einem unverfälschten Platz, weil wir es taten, weil wir es tun wollten. Wir haben nicht versucht Bräute abzukriegen oder wir hätten Hair Metal gespielt und es geschafft, du verstehst was ich meine?

Ihr habt die Musik wirklich geliebt.

Es war einfach die Musik, die wir in unseren Herzen gefühlt haben und sie kam auf diese Weise raus.

Was war es am Heavy Metal, das dich angesprochen hat?

Ich weiß nicht. Ich meine, damals war das einfach gute Musik. Ich vergleiche das mit alten Bands. Du kannst dir "Led Zeppelin I" und "(Led Zeppelin) II" anhören und es ist noch immer hammergeil! Die waren eine richtige Band. Sie waren eine Band, die sich abmühte und Scheiße erlebte und es kommt halt irgendwie in ihrer Musik raus. Es ist irgendwie dasselbe, ich finde, Metal war der Rock meiner Generation, verstehst du was ich meine? Das waren die coolen, harten Typen. Und die Jungs in METALLICA und EXODUS und SLAYER, die waren coole, harte Typen, ich glaube das war es, was mich wirklich angezogen hat, da sie taten, was ich machen wollte.

Kannst du von deiner Musik leben, seitdem du professioneller Musiker geworden bist oder musstest du jemals zusätzlich einen anderen Job machen?

Seit ich bei EXODUS bin, kann ich im Großen und Ganzen davon leben, was wir hier machen. Es gab zwar ein paar schlechtere Zeiten, während derer ich auch andere Jobs hatte, aber größtenteils, seit ich zu EXODUS gekommen bin, habe ich nur Musik gemacht. In den letzten Jahren habe ich damit begonnen andere Bands aufzunehmen, aber vor allem mache ich Musik.

Wolltest du schon immer Musiker werden oder hattest du andere Pläne als du jünger warst?

Mann, als ich jung war, wusste ich wirklich nicht, was ich machen wollte, ich wusste das echt einfach nicht. Das einzige, das ich wirklich mochte, war mich mit anderen Leuten zusammenzutun und Musik zu machen. Das war kreativ, es war eine Herausforderung für meinen Verstand, es war wirklich das einzige, das ich jemals machen wollte.

Kaufst du Alben noch immer auf CD oder Vinyl?

Nicht zu häufig, einfach weil ich sie vor allem auf meinem iPod höre, da ich es liebe, weil ich all die Musik, die ich je besaß, die ganze Zeit mit mir haben kann. In den letzten vier bis fünf Jahren bin ich dazu übergegangen, Alben die ich mag auf iTunes oder wo auch immer zu kaufen. Ab und zu mal kaufe ich aber auch Vinyl oder eine CD, aber das muss etwas sein, das ich wirklich mag, wenn ich das tue.

Gibt es etwas das Leute nicht über dich wissen, das sie überraschen würde?

Gut, meine nicht ganz so versteckte Seite ist, dass ich ein Liebhaber alter Countrymusik bin und dass ich etwa sechs oder sieben Country Instrumente spiele. Ich spiele Banjo, Mandoline, Kontrabass, Pedal-Steel-Gitarre und einen Haufen Zeugs, und ich schreibe meine eigene Musik und nehme sie auf.

Wird es mal ein Jack Gibson Country Soloalbum geben?

Ich habe schon ein paar Alben rausgebracht. Die Band heißt COFFIN HUNTER und Tom spielt mit mir und es ist einfach Spaßmusik. Es ist etwas, wozu wir keine Gelegenheit haben, das in einer Heavy Metal Band zu machen, aber es ist auch etwas, das ich liebend gerne tue, also machen wir es einfach zum Spaß. Wir gehen raus und spielen Shows und machen irgendwas. Ich versuche gerade, sie hier rüber zu bringen nach Europa und ein paar Shows hier zu spielen. Wir werden sehen, ob es klappt, das wäre ein Vergnügen.

Was ist die nervigste oder dümmste Frage, die dir je in einem Interview gestellt worden ist?

Oh, Mann, ich weiß nicht. Wir scherzen immer über den Typ der fragt: "Ist es wahr, dass Kirk Hammett in EXODUS war?" (lacht), weil wir die Frage noch immer von bestimmten Interviewern gefragt werden und das ist wahrscheinlich die, die wir am meisten hassen. Einfach weil wir denken, dass das wahrscheinlich schon jeder weiß (lacht).

Jeder, der EXODUS kennt, sollte das wissen!

(lacht noch immer) Stimmt, genau!

Tom sagte, dass es entweder er oder Kirk Hammett war, der auf den Namen EXODUS kam, aber dass sie das 2. Buch Mose (Anm. "Book of Exodus" im Englischen) nicht kannten, aber beide, oder zumindest Tom, den Bob Marley Song kannten.

Ja, ja. Ich glaube der Name kommt vermutlich eher vom Bob Marley Album als von der Bibel. Was mich nicht überrascht, so wie ich diese Jungs kenne (lacht).

Zum Abschluss etwas Wortassoziation:

Steve 'Zetro' Souza

Der Sound... sagen wir, die Stimme von EXODUS.

Gary Holt

Er ist mein Mentor und großer Bruder.

Tom Hunting

Tom ist ebenfalls mein Mentor und großer Bruder. Diese beiden Jungs, ich habe viel gelernt von diesen beiden Jungs.

Lee Altus

Lee ist ein großartiger Freund. Er ist ein sehr kluges Individuum und ein wirklich guter Gitarrist und eine großartige Bereicherung meiner Freunde und der Band.

KING PARROT

Mann, die sind durchgeknallt! (lacht) Die Musik ist verrückt und sie sind Spitzenkerle. Sie erinnern mich musikalisch irgendwie an NAPALM DEATH. Sie ist einfach verrückt und durcheinander. Und sie sind lustige, wirklich lustige Typen.

PRONG

Ja, Mann, PRONG ist großartig! Tom (Tommy Victor) ist ein toller Typ und er ist einer der großen Riffmeister. Er ist einer der unaufhaltbaren Riffschöpfer in dieser Art von Musik.

OBITUARY

Mann, die sind spitze! Sie sind alte Freunde von uns und auf der Tour sind wir diesmal noch bessere Freunde geworden und hoffentlich werden wir noch mehr gemeinsam touren in den USA und dergleichen, weil wir eine wirklich gute Zeit mit ihnen hatten.

Kalifornien

Ah, das ist mein zu Hause. Nirgendwo wäre ich lieber. (lacht)

Thrash Metal

Thrash ist irgendwie auch mein zu Hause. Damit sind wir aufgewachsen und es ist die Art von Musik, die den meisten Einfluss auf mein Leben hatte, du weißt schon. Sie gab mir eine Karriere und die meisten meiner Freunde.


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