Dawn of Perception - Benny Rodigas

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Das Cover ist von einem renommierten italienischen Fotokünstler, dass die düstere Stimmung der Songs sehr gut einfängt. Aber ist ja wie bei der Musik auch alles Geschmackssache...

Rein optisch reisst die zweite EP der Deutschen nicht allzuviel. Unter der öden Oberfläche gibts aber jede Menge zu entdecken ... Gitarrist Benny gibt im Smalltalk auch noch zu Protokoll das er weder Coroner noch Anacrusis kennt: Werft den Purchen zu Poden ! ;)

Text: PMH
Veröffentlicht am 28.05.2008

Hallo Benny! Warum hat es eigentlich so lange gedauert um neues Material an den Start zu bringen (das erste Lebenszeichen „Fragments“ liegt rund 3 Jahre zurück) und - warum oder weshalb hats schlussendlich dann doch nur für eine EP gereicht? Das liebe Geld?

Nee, wir sind einfache so lahm beim Komponieren, haha, aber für die nächste Scheibe wollen wir uns definitiv weniger Zeit lassen.

Rein vom Sound her kann man euch ja ein Faible für progressive Technotrash-Klänge ala Anacrusis oder Coroner anhängen, aber auch der gute Chuck Schuldiner (Death) hat definitiv seine Spuren hinterlassen – wie würdet ihr einem Unwissenden eure Musik erklären?

Von Anacrusis und Coroner habe ich leider noch nie was gehört, aber eine leichte Affinität zum guten alten Chuck kann man schon nicht von der Hand weisen. Unseren Sound würde ich als technischen Melodic Death Metal mit nem Schuss Progressivität und nem guten Verhältnis zwischen modernen Sounds und Traditionsbewusstsein beschreiben.

Da ja sicher nicht viele Leute das Debüt „Fragments“ kennen werden (mich eingeschlossen) – welche perfiden Unterschiede im Sound oder in euren instrumentalen Fähigkeiten haben sich da in den letzten Jahren herauskristallisiert? Spielt ihr heute noch Songs davon live?

„The Perishing Silence“ ist einfach die Weiterentwicklung und ein großer Schritt nach vorne in allen Belangen - technisch, songschreiberisch und bei der Produktion. Auf „Fragments“ haben wir viel experimentiert, nun haben wir überflüssigen Ballast über Bord geworfen und auch mehr auf die Livetauglichkeit geachtet. Ein paar Songs von der alten Scheibe spielen wir aber schon noch live.

Der Schwachpunkt von „The Perishing Silence“ liegt mMn nicht in der Musik sondern in der Aufmachung. Selbst wenn es „nur“ ein Demo ist so kann ich mich mit dem Artwork / Logo nicht wirklich anfreunden…

Ein Demo ist „T.P.S.“ keinesfalls, sondern eher ne EP. Das Cover ist von einem renommierten italienischen Fotokünstler, dass die düstere Stimmung der Songs sehr gut einfängt. Aber ist ja wie bei der Musik auch alles Geschmackssache.
Wir sind mit dem Resultat sehr zufrieden. Und solange die Musik überzeugt, ist das für uns ja nicht ganz so schlimm, das dir NUR das Artwork nicht gefällt, haha.

Komponiert ihr eure Stücke am Wochenende gemeinsam im Proberaum oder hat sich da auch schon die Unart des „zuhause am PC rumspielen und dann Ideen zumailen“ eingebürgert?

Die meisten Ideen arbeite ich schon alleine aus, aber die Songs werden dann ganz altmodisch im Proberaum zusammengebastelt. Wir wohnen ja auch alle recht nah beieinander, von daher haben wir jetzt nicht so ein großes logistisches Problem uns zu treffen. Meistens nur ein Zeitliches...

Ihr seit ja momentan noch auf der Suche nach einem zweiten Gitarristen – gibt’s da schon Neuigkeiten ? Welche Aufnahmeprüfungen müssen Interessierte denn so bestehen um im erlauchten Kreis aufgenommen zu werden ;)

Es gibt schon ein paar „Anwärter“, die wir allerdings noch genauer unter die Lupe nehmen müssen. Wichtige wäre es natürlich die Sachen gut spielen zu können, mehr zählt aber eigentlich, wie man menschlich dann klar kommt. Auf jeden Fall darf es dem Kandidaten nicht an Motivation und Engagement fehlen.

Was passiert textlich auf „The Perishing Silence“? Gibt’s da einen lyrischen Zusammenhalt oder steht jedes der Stücke für sich isoliert auf dem Silberteller?

Nun ja, es gibt kein übergeordnetes lyrisches Konzept, aber die Songs beschäftigen sich schon größtenteils mit den Abgründen unseres menschlichen Daseins, "Halo of Nails" z.B. ist ein kleiner Abgesang auf die Leute, die uns eigentlich führen und für das Volk arbeiten sollten, uns aber nur Verderben und Kriege bringen.

Über welche Umwege kam eigentlich der Kontakt zu Producer Jakob Hansen (Hatesphere / Heaven Shall Burn / Volbeat … und tausend andere Hartwurstbands…) zustande ? Habt ihr ihm dann das Material zukommen lassen oder selbst den Weg nach Dänemark angetreten – und – seit ihr (noch) zufrieden mit dem Endresultat?

Nun wir haben ihm einfach ne Mail geschrieben, haha. War also alles ganz unkompliziert. Wir haben ihm das Rohmaterial zugeschickt und er hat die Chose dann gemastert. Ein persönlicher Kontakt kam aus Zeit- und Finanzgründen leider nicht zustande. Sehr zufrieden sind wir aber auf jedem Fall mit dem Resultat.

Um zum Thema Liveauftritte zu kommen: was darf / kann man sich von eurem Auftritt erwarten - Songs, die 1:1 von der CD übernommen werden oder doch ein wenig Freiraum für kleinere Änderungen?

Ja, wir versuchen die Songs schon ziemlich original zu spielen, ansonsten viel Energie und jede Menge musikalische Arschtritte, haha.

Welche Pläne stehen anno 2008 noch so auf dem Programm? Ein paar Einzelgigs, diverse Festivalauftritte (u.a. auf dem EisenwahnFestival im Juli) – und evtl. die Unterschrift unter einem Plattenvertrag? Was wäre denn das perfekte Label für euren Sound ?

Wir versuchen auf jeden Fall noch einige Gigs an Land zu ziehen, wäre auch cool, wenn es vielleicht mal in Österreich klappen könnte. Und natürlich wäre es super wenn ein Label uns unter Vertrag nehmen würde um die EP anständig zu promoten und zu vertreiben. Ansprüche, hm, ein faires Angebot und ein guter Vertrieb der CD wäre schon super.
Ein perfektes Label wäre eins, dass einem nicht nur die Kohle aus der Tasche zieht sondern wirklich hinter der Musik steht und nicht nur die Dollarzeichen in den Augen hat.

Ich nenn jetzt mal ein paar beliebige Bandnamen und bitte um deinen fachkundigen Kommentar dazu:

DEW-SCENTED:
einer der besten modernen Trash Bands, mag ich persönlich viel lieber als Slayer...

OPETH:
Genies, Visionäre, großartige Musik, vor dieser Band kann man nur den Hut ziehen!

KREATOR:
musikalisch nicht ganz so mein Fall, aber ich hab großen Respekt vor Mille, der nie ein Blatt vor den Mund nimmt und zu einer der aufrichtigsten Personen im Metalbusiness zählt

MESHUGGAH:
verrückt, außergewöhnlich und technisch brillant

HYPOCRISY:
ich mag besonders die alten langsamen schleppenden Songs, viel Atmosphäre

NEVERMORE:
wahnwitzige Gitarrenorgien und geniale Songschreiber, auch ne sehr einzigartige Band

Eine etwas anders gelagerte Frage für zwischendurch – wie hoch schlägt Deutschland Gastgeber Österreich bei der anstehenden Fussball-EM bzw. wer wird denn diesmal den Titel holen?

Ich bin für Island, haha. Aber die sind wahrscheinlich gar nicht dabei.
Nee, Fußball ist nicht so mein Fall, gewinnen sollten die Besten - aber wie bei der Musik passiert das auch zu selten.

Falls ihr noch was auf dem Herzen habt – famous last Words?

Danke für das Interview! Und wir hoffen natürlich auf viele neue Fans und auf zahlreiches Erscheinen bei unseren Konzerten! Metallische Grüße, Benny & Dawn of Perception.


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