Artas - Hannes & Radek

Artikel-Bild

Versuch einmal einem besoffenen Australier nach dem Gig zu erklären dass deine Band Staub und Schatten heißt ...

Von Staub&Schatten zu Artas, leicht betrunkenem Gequatsche auf lästigen Promo-CDs und dem allgemeinen Fernsehverbot erzählen jetzt und hier Hannes und Radek im Doppelpack ...

Text: PMH
Veröffentlicht am 22.09.2008

Hallo Jungs! Zuallererst: was genau passierte mit Staub&Schatten .. warum die Umbenennung? Angeblich war ja da die aktuelle Plattenfirma Napalm Records nicht ganz unschuldig dran …

Staub und Schatten war immer eine Art „unklare Vision“ für uns. Ein Konzept ohne Konzept wenn du so willst. Einfach 5 Freunde mit Instrumenten in einem Keller, die sich jeden zweiten Tag die Seele aus dem Leib spielten um anschließend die Nacht durchzufeiern. Da waren (sind) immer viele Freunde und Fremde dabei, und so entstand eine bunte Comunity um Staub und Schatten, ein Selbstläufer irgendwie. Namen und Konzept waren allen scheissegal, und es fühlte sich einfach gut an.
2007 fingen wir dann an das Ganze live auf der Bühne umzusetzen, und da gings gleich drunter und drüber. Im Endeffekt standen wir dann in Tolmin nach einer Handvoll Gigs und waren „Metalchamp“.. mit Plattendeal, Slots auf fetten Festivals usw. Wir haben neues Equipment gekauft, ein Album aufgenommen, und einfach viel klarer gesehen wo wir mit unserer Musik hin wollen.
Du bist ja nicht der Erste der uns auf die Namensänderung anspricht, und wenn wir Interviews geben und formulieren sollen WIESO, fällt mir immer auf dass eigentlich jeder von uns seine eigenen Gründe hatte ;) Auf jeden Fall hat es jeder irgendwie gewollt/gefühlt und wir wollten dem Ganzen einen NAMEN geben.
Abgesehen davon; versuch einmal einem besoffenen Australier nach dem Gig zu erklären dass deine Band Staub und Schatten heißt .. ;)

Bleiben wir kurz bei Napalm: Seht ihr euch da als „Lonesome Rider“ im ganzen Gothic-Stall den die Steirer sonst so präsentieren; oder isses euch wurscht was da abgeht solange IHR anständig promotet werdet ?

Das mit dem „Gothic-Stall“ kann ich nicht ganz nachvollziehen. Bei Napalm hast du ja genauso Vesania, Hollenthon, diverse Folk-Metal bands oder auch Stuck Mojo.
Wir fühlen uns aber im Moment sehr wohl, und haben auch einen guten Kontakt zum Label, der uns immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Als Newcomer Band ist das extrem wichtig, weil du genau genommen erstmal keine Ahnung hast.

Stichwort „The Healing“: aufgrund des Titels und des düsteren Szenarios am Cover hab ich für eine Sekunde an den Film „I am Legend“ (jaja, der mit Will Smith) denken müssen … was waren eure Intentionen dahinter ? Habt ihr da Dennis Sibeijin frei werkeln lassen oder einfach eines seiner Werke ausgesucht ?

Staub zu Staub und Schatten über alles! Wir wollten für das Cover ein düsteres und gleichzeitig Energie geladenes Szenario, und hatten recht schnell das Bild vom maskierten Krieger mit schwarzer Fahne im Kopf (postapokalyptische Black Block-Romantik hehe).
Auf „The Healing“ dreht sich sehr viel um Freiheit, Lebenskraft und Untergang. Wir sind dann auf frühere Projekte von Dennis Sibejin aufmerksam geworden (u.a. Job for a Cowboy ), und dachten gleich er wäre der Richtige um die Atmosphäre zu erzeugen die wir wollten.

Was mich erstmal erheitert, danach jedoch nur mehr genervt hat, sind die – ähem - Voiceover´s auf der Promo. Hat die jemand von der Band rübergequatscht - und – was haltet ihr generell davon dass anscheinend ohne Sicherheitsmaßnahmen (Watermarked, Voiceovers und dergleichen) in der Musikindustrie nix mehr geht … ich denk mal dass „The Healing“ sicher schon der ein oder andere „Fan“ schon seit Wochen als MP3-File daheim am PC hat.

Ja, die hat der Hannes etwas betrunken drübergequatscht ... aber ab dem 27. Oktober gibt’s die Platte ja auch ohne Voiceovers, also keine Sorge ;)
Die Promo soll halt ihren Zweck erfüllen und nicht als vollwertiges Album herhalten. Im Fall von Voiceovers eben mit nervigen Nebenwirkungen, aber genau genommen könntest du dich auch genauso gut darüber beschweren, dass kein Booklet mitgeliefert wird.

Warum gibt´s die Texte in drei verschiedenen Sprachen (Deutsch / Englisch / Spanisch) – für mehr Abwechslung oder ergab sich das beim Songwriting einfach so ?

Verschiedene Sprachen sind einfach cool, und wir finden dass sie den Liedern einfach einen anderen Sound geben. Es war jetzt nicht unbedingt geplant so viel wie möglich zu mischen, aber es haben sich doch aus eben diesem Grund recht viele Mehrsprachige Titel entwickelt.
Bastardo MUSSTE zum Beispiel spanisch sein, und würde auch nie im Leben so klingen würden wir`s deutsch oder englisch machen

2 Mikrofonartisten in einer Band - gibt´s da öfter Diskussionen wer was singen darf bzw. wo was am besten passt; bei "I am your Judgement Day" klingt der Cleangesang ja schon fast wie truer Powermetal ... ;)

Diskussionen wer was singt gibt es eigentlich kaum. Wir schreiben die Lieder zusammen im Probraum, und genau so wie bei den Sprachen ergibt sich dann auch meistens recht schnell wer wo was singt. Bei den Aufnahmen wird dann noch verfeinert, rumgetauscht oder was hinzugefügt. Manchmal ist es am Ende halt truer Powermetal ;)

Steht hinter „The Healing“ ein lyrisches Konzept oder ist´s eine lose Aneinanderreihung von Geschichten die das Leben schrieb ? Zumindest ich kann mir unter einem "Rhagenfels" nix vorstellen ...

Wir haben die Texte zu „The Healing“ nicht am Stück geschrieben. Von daher könnte man schon sagen dass sie eher lose an einander gereiht sind. Allerdings sind die Menschen hinter den Texten, und ihre Überzeugungen, immer die Gleichen.
Und „Rhagenfels“ ist eben „die letzte Zuflucht die dir jetzt noch bleibt“ !

„Gangsta´s Paradise“ wird wohl ein Nummer Eins – Hit in 42 Ländern werden ;) Wie kommt man als Musiker auf so ne abgefahrene Covernummer? Steht ihr alle auf Michelle Pfeiffer ? Naja, abgesehen davon ist´s schon ein geiler Song geworden der einigen anderen die Show stielt …

Beim Metalchamp 2007 musste in der 2. Runde jede Band aus einer vorgegebenen Liste einen Song auswählen und covern. Wir haben uns für Gangster´s Paradise weniger wegen dem Text, als vielmehr aus einem rein musikalischen Aspekt her entschieden. Das Lied enthält einen mehrstimmigen Chor, und diesen mit Gitarren umzusetzen war für uns eine besondere Herausforderung, außerdem ist das Lied wie gemacht für zwei Sänger. Am Ende waren alle so zufrieden, dass es kurzerhand noch aufs Album kam...

Das Label preist euch als 5 Krieger des „Modern Metal“ an, ihr selbst firmiert auf eurer MySpace-Seite unter Metal/Thrash und so manche stempeln euch mit dem Unwort „Metalcore“ ab: meiner Meinung findet sich von all dem was auf dem aktuellen Rundling; aber was macht ARTAS jetzt so besonders/anders in euren Augen ?

Wir versuchen sicher nicht krampfhaft „besonders“ oder „anders“ zu klingen. Wir nehmen unsere Inputs aus einer doch recht breiten Musikpalette und denken nicht großartig darüber nach obs jetzt „Metal“, „Core“ oder „Pop“ ist…
Wir werfen einfach unsere Energie und Gefühle hinein, und heraus kommt Artas.

In punkto Liveauftritte geht´s ja momentan noch etwas dürftig zur Sache – wann darf man mit einer livehaftigen Vernichtung der Bundesländer rechnen ? Oder gibt’s die Möglichkeit mit einer grösseren Band auch das europäische Ausland unsicher zu machen ?

Wir wollen in naher Zukunft soviel live spielen wie nur möglich! Ich bin in letzter zeit auch schon fast die Wände hoch gelaufen ;) Mehr kann ich im Moment leider nicht sagen, aber sobald was Fixes ansteht melden wir uns natürlich auf http://www.myspace.com/artasmetal

Inwiefern kratzen schlechte Reviews an eurem Ego – zB. das deutsche Legacy-Mag war ja nicht wirklich angetan von eurem Werk, schob euch in eine Ecke mit ProPain und warf euch seelenloses wie unoriginelles Geschrote vor …

Kratzen nicht ;) - Wir machen die Musik die wir lieben und kümmern uns im Prinzip nicht darum ob sie jetzt allen oder niemandem gefällt. Natürlich ist es schön gutes Feedback zu bekommen, wir wollen uns davon aber nicht einschränken lassen. Bands die jedem gefallen gibt es meiner Meinung nach nicht; nur Solche die mehr oder weniger polarisieren… und ein Review wird auch immer etwas rein Subjektives bleiben.
Jeder hat seine eigenen Vorlieben, das ist ja das schöne an der Musik - und gefällts nicht, dann schreib halt ein schlechtes Review, ist dein gutes Recht ;)
Etwas nervig bleibt natürlich, wenn du das Gefühl bekommst der Verfasser hätte die Platte gar nicht gehört. Aber auch damit muss man klarkommen wenn man sich einer breiten Öffentlichkeit stellt.

Gibt’s unter den ganzen österreichischen Bands sowas wie Futterneid (v.a. weil ihr ja jetzt bei einem doch bekannten Label untergeschlüpft seid) , oder kommt ihr mit der nationalen Szene doch gut aus ? Irgendwelche Tipps welche Bands man unbedingt gehört haben sollte – und welche nicht ?

Ich denke nicht, dass es im Bezug auf Uns so was wie Futterneid gibt… Wir haben eigentlich von Anfang an das Gefühl gehabt von den anderen Bands unterstützt zu werden (zB Perishing Mankind haben uns regelrecht „gepusht“, Devanic haben uns für "Judgement Day" sogar ihren Sänger geliehen, danke an dieser Stelle !). Und in der doch recht kurzen Zeit auch verdammt viele coole Leute kennen gelernt.
Ich hab generell das Gefühl, dass in Österreich gerade verdammt viele gute (neue) Bands unterwegs sind. Die muss man einfach ALLE gehört haben… deswegen keine Liste an dieser Stelle sondern: Augen auf !

Zum Abschluss eine Frage für die Quadrataugen unter uns - eure Top5 Filmempfehlungen des heurigen Jahres inkl. kleinem Kommentar:

Wir schauen keine Filme, wir machen Musik !
(jaja ... Anm. d. Verf.)


WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: ACCEPT - Symphonic Terror
ANZEIGE