Elvenpath - Till Oberboßel

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Der Underground ist die Wurzel der Metalszene. Wenn sie stirbt, stirbt der Metal ebenfalls...

Deutliche Worte des Gitarristen und Mastermind von ELVENPATH. Im Interview verrät er uns weiters die Hintergründe der bislang letzten CD "Gateways", sowie Details über die (wieder) blühenden Zukunftsvisionen der Band....

Text: adl
Veröffentlicht am 10.05.2005

Bitte erzähle ein wenig über den bisherigen Werdegang von Elvenpath.

Elvenpath wurden im Winter 01/02 gegründet mit dem Ziel, den Power Metal ins Rhein-Main-Gebiet zu bringen, denn der war bis dahin hier noch sträflich unterrepräsentiert. Bislang haben wir zwei Demo-CDs veröffentlicht, „2002“ (2002) und „Gateways“ (2004) und etwas über 20 Gigs gespielt, u.a. mit Bands wie Wizard, Majesty, Accu§er und Sacred Sin. Im Herbst 2004 kam es zu einem Split, als die halbe Band ausgestiegen ist, aber nun sind wir wieder komplett und bereit für neue Schandtaten.

Wie seid Ihr eigentlich auf diesen Namen gekommen? Habt Ihr Euch dabei durch Nightwish inspirieren lassen?

Der Name Elvenpath stammt natürlich vom gleichnamigen Nightwish-Song, auch wenn wir sonst eher weniger mit der Band gemeinsam haben. Ich stehe sehr auf Nightwish und mag Bands, die sich nach Songs ihrer Helden benennen und ihnen so Ehre erweisen, man denke nur an Dark Avenger, Eternal Glory, Deadnight Warrior, Castaway oder die Legionen von Bands, die sich nach Priest-Songs benannt haben. Außerdem wollte ich für die Band einen Namen, der nach Fantasy klingt aber nicht klischeehaft ist und eine positive Stimmung ausstrahlt. Und da ich gleichzeitig ein großer Tolkien-Fan bin und in seinem Werk vor allem die Elben verehre, war klar, daß wir uns nicht auf den Orcpath begeben würden.

Eure CD „Gateways“ ist nun schon seit einiger Zeit erhältlich. Was kannst Du mir über die Entstehungsgeschichte erzählen?

„Gateways“ ist im Homerecordingverfahren entstanden, daher konnten wir über einen recht langen Zeitraum daran basteln. Wir haben im April 2003 mit den Aufnahmen angefangen und wollten die CD eigentlich im Frühherbst draußen haben, dann kam es allerdings doch noch zu Verzögerungen diverser Art, und auch das Preßwerk machte uns noch einen Strich durch die Rechnung, so wurde es im Endeffekt Januar 2004, als wir sie endlich rausbringen konnten.

Wie bist Du im Allgemeinen mit der fertigen CD zufrieden?

Mittlerweile sehe ich „Gateways“ mit großem Abstand, da die Scheibe ja doch schon ein wenig Zeit auf dem Buckel hat. An den Songs würde ich trotzdem nur wenig ändern, die mag ich immer noch sehr gerne. Die Produktion gefällt mir allerdings nicht so wirklich, die ist mir zu dünn ausgefallen. Das ist ein Punkt, auf den wir beim nächsten Mal besser achten werden.

Wie sind die bisherigen Reaktionen (Fans, Magazine…) darauf ausgefallen?

Überwiegend gut. Die meisten haben uns ein positives Feedback gegeben und uns auch eine große Steigerung zum ersten Demo bescheinigt. Es waren auch ein paar Verrisse dabei, aber damit kann ich leben, denn die Leute, auf deren Urteil ich wirklich etwas gebe, fanden durchaus positive Worte. Allerdings sind die Songs für die nächste Scheibe schon komplett fertig, und ich denke, hier erwartet euch eine nochmalige große Steigerung. Watch out!

Wie würdest Du Eure Musik jemandem beschreiben, der sie noch nie gehört hat?

Stell dir die 523ste Hammerfall-Kopie mit Elbenohren vor, dann kommt das ganz gut hin, hähä…nun ich denke, wir sind eine typische Melodic Power Metal-Band, die nicht gerade vor Originalität strotzt aber gute Songs schreibt und eine unterhaltsame Liveshow bietet. Es war nie unser Ziel, die Musik neu zu erfinden, sondern wir wollten immer einfach nur die Musik machen, an der wir Spaß haben. Ich nenne unsere Musik Melodic Power Metal, da wir die Melodieverliebtheit des europäischen Metals mit dem Riffing und der Härte des US Metal kombinieren.

Wer ist denn bei Eurer Band fürs Songwriting zuständig?

Das mache überwiegend ich. Auch die anderen Mitglieder haben schon Songs und Ideen beigesteuert, aber das meiste kommt von mir. Normalerweise läuft es so, daß die Songs zu Hause geschrieben werden, und im Proberaum werden dann noch kleinere Details gemeinsam arrangiert, es hat also jeder bei seinen Parts gewisse Freiheiten.

Und wer schreibt die Texte?

Auch hier schreibe ich den Löwenanteil. Die Texte handeln von vielen verschiedenen Themen, überwiegend bewegen wir uns im Fantasybereich, aber wir nehmen auch Bezug zu realen Ereignissen, behandeln persönliche Themen, und hin und wieder verbraten wir auch gerne mal ein paar Metalklischees. Wir wollen uns da nicht in irgendeiner Richtung limitieren. Und damit jeder weiß, worum es geht, haben wir im „Gateways“-Booklet zu jedem Text ein paar erklärende Worte beigefügt. Ich denke, das werden wir auch auf den künftigen Veröffentlichungen so handhaben.

Vergangenen Oktober sind Euch Sänger/Gitarrist Michael und Euer Drummer Martin abhanden gekommen. Gibt’s schon geeignete Kandidaten für eine Nachfolge?

Nicht nur Kandidaten, wir konnten die Lücken bereits wieder schließen. Die Band lag ein halbes Jahr auf Eis, aber jetzt haben wir wieder eine gute Besetzung zusammen, die der alten auch mindestens ebenbürtig ist. Die neuen Mitglieder heißen: Kosma (v), Heiner (g) und Markus (d). Ich freue mich sehr darauf, mit den Jungs bald wieder auf die Bühne zu gehen und die nächste CD aufzunehmen.

Plant Ihr in Zukunft auch wieder einen Keyboarder aufzunehmen?

Das wissen wir noch nicht so genau. Wir haben auf den CDs bislang immer Keyboards gehabt, live hingegen ohne Keys gespielt, das würden wir auch gerne weiterhin so handhaben. Trotzdem werden wir vielleicht irgendwann auch wieder einen festen Keyboarder aufnehmen, aber das ist im Moment noch unklar.

Ich nehme an, Ihr seid auf der Suche nach einem Label. Wie gestaltet sich denn die Suche?

Wir hatten Kontakt zu mehreren Labels, aber durch die halbjährige Zwangspause hat es da natürlich einige Komplikationen gegeben. Noch ist da allerdings nichts definitiv vom Tisch, vielleicht klappt es ja doch noch. Details möchte ich hier aber im Moment noch nicht ausplaudern. Ansonsten machen wir halt ein drittes Demo. Auf jeden Fall wird es spätestens 2006 eine neue Scheibe von uns geben.

Wo seht Ihr Euch in fünf Jahren?

Bevorzugt in einer fetten Villa in Beverly Hills…und zwar nicht als Reinigungskraft, hähä. Es wäre natürlich schön, Erfolg zu haben, aber das ist 1) unwahrscheinlich, da der Markt einfach gnadenlos voll ist und 2) auch gar nicht unser primäres Ziel. Wir wollen einfach nur unsere Musik machen, regelmäßig CDs veröffentlichen und viel live spielen. Es wäre cool, wenn wir unsere Musik über ein Label veröffentlichen könnten und die Chance bekämen, auf Tour zu gehen. Aber da ich meine Hellseherausbildung noch nicht abgeschlossen habe, unterhalten wir uns da am besten in fünf Jahren nochmal drüber.

Abschließend hast Du noch die Gelegenheit zur Werbung in eigener Sache. Warum sollte man am besten gleich jetzt auf Eure Homepage surfen, um Eure CD zu bestellen?

Weil wir eine gute Power Metal-Band sind, und man bei uns für 5,- € (+ 1,50 € P/V, bei Bestellungen aus dem Ausland bitte vorher nachfragen) über 40 Minuten gute Musik auf einer schön aufgemachten CD bekommt. Außerdem muß der Underground unterstützt werden, denn er stellt die Wurzel der Metalszene dar, und wenn die Wurzel stirbt, stirbt der Metal ebenfalls. Und da das keiner der Millionen von Menschen, die sich die letzte Maiden gekauft haben, will, sollten sie allesamt umgehend „Gateways“ bestellen! Und wen das noch nicht überzeugt hat, der kann bei uns auch mal via Mp3 reinhören.

Danke daß Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast & viel Erfolg weiterhin!

Elvenpath haben zu danken! Vielen Dank an Dich für diese Gelegenheit, hier zu Wort zu kommen und viel Glück mit Deinem Zine! Ich möchte alle Leser grüßen, die sich noch für den Underground interessieren und nicht bloß den großen Bands hinterherlaufen. Bitte besucht unsere Homepage www.elvenpath.com und schreibt uns!
Elvenhails…Till / Elvenpath


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