:: Rubberfreshtival 2009 |
|||||||||
|
Veranstaltungsinfos...
|
Zitate...
"Es wird von mir nie einen Song geben, in dem ich 'Bush, du Arsch!' oder so etwas singe, das ist mit einfach zu platt."
Mille Petrozza (Kreator) |
||||||||
|
Live Report
Wenn sich der Juli langsam dem Ende zuneigt gibt es ein kleines Fleckchen Wald im Salzburger Land, ganz in der Nähe zur deutschen Grenze, das für ein paar Tage im Zeichen von ganz eigentümlichen Umständen steht. Genau am 24. und 25. Juli dieses Jahres war es nämlich wieder soweit, dass sich die Jungs von RUBBERFRESH (mit unzähligen Helfern) dazu veranlasst fühlten, die Festung Kniepass kurzerhand in ein Festivalgelände umzugestalten. Diese ominöse Veranstaltung trägt den Titel „Rubberfreshtival“ und wurde 2009 zum mittlerweile neunten Mal veranstaltet. Wie es letztes Jahr so zuging und wo die Ursprünge des Freshtivals liegen, könnt ihr hier oder auch dort nachlesen. Dieser bislang schon recht eigenartig zu lesende Text wird sich nämlich hauptsächlich mit den Geschehnissen dieses Jahres beschäftigen, und da gibt es doch tatsächlich so allerhand zu erzählen.
Voice Artist FII, Regen und Plastic Monroe... Tag 1 – Freitag, 24. Juli
You Know? und Dave & The Pussies Nach längerer Umbauphase (die sich nun noch mehr Leute im Barzelt vertrieben) kamen PLASTIC MONROE auf die Stage. Sie waren auch der erste Act, der von der in diesem Jahr zum ersten Mal verwendeten Videowall wirklich gebrauch machen durften. Die schönen Visuals untermalten das starke Set, das von sanften Indieklängen bis psychedelischen Rock wirklich alle Stücke spielte. Sängerin Manu konnte dem Sound ihre spezielle Note aufdrücken und trotzdem schien hier aber die Musik als Ganzes immer im Vordergrund zu stehen. Währenddessen goss es unbarmherzig weiter, sodass auch das Zelt, unter dem das Mischpult stand, mehrmals vom Wasser befreit werden musste. Um Mitternacht durften YOU KNOW? dann als letzte Band für diesen Tag ihre Songs zum Besten geben. Hardcore baut ja bekanntlich auf eine recht große Hörerschaft, und so kam es doch tatsächlich dazu, dass nun vor der Bühne beträchtlich mehr los war. Vielleicht war aber auch der nun etwas nachlassende Regen ein Mitgrund. Die Band selbst zeigte sich motiviert und in Spiellaune, leider waren die dazugehörenden Songs nicht unbedingt von der besten Sorte. Teils wurden Rockelemente eingebaut und somit versucht, mehr Groove zu erzeugen, aber insgesamt blieb die Vorstellung doch recht blass, vor allem wenn man sich etwa die Songs auf MySpace als Vergleich anhört. Aber es kann ja an einem Tag nicht jede Band gut sein. Nach diesem Auftritt tanzten die Puppen natürlich noch bis in die Morgenstunden, wie soll es bei einem anständigen Festival auch anders sein?
So schauts aus, wenns Wetter dann passt (Johnny Gass im Vordergrund) Auch die nächste Band TANGERINE TURNPIKE sagte den Auftritt kurzfristig ab, sodass die DAVE & THE PUSSIES auf den Kuschelrock folgten. Und das kann man nun getrost als extreme Abwechslung im Line Up bezeichnen. Vor recht großer Menge präsentierte das Trio instrumentalen Rock’n’Roll der schnellen, dreckigen und sehr Tarantinoesken Schule. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass alle Bandmitglieder in hautengen (!) gelben Ganzkörperanzügen mit schwarzen Streifen auf der Seite gekleidet waren. Der Sound selbst war technisch sehr gekonnt in Szene gesetzt und vor allem der Song aus dem „Pulp Fiction“ Soundtrack wusste zu gefallen. Auf Dauer war es vielleicht etwas eintönig, da sich das Gros der Songs im selben Geschwindigkeitsbereich befand und auch die Länge und Dynamik nicht wirklich variierte. Aber den Leuten dürfte es gefallen haben, und wenn es nur wegen dem besonderen Outfit war. Als letzte Band vor den Hausherren spielten HSD Hardcore/Punk mit sehr, sehr dezentem Blechbläsereinsatz. Zu Beginn konnte man ob dem Sax auf der Bühne zwar schon den Ansatz von Ska riechen, zur Entfaltung kam der Duft jedoch nicht. Vielmehr ging es sehr plötzlich in schnellere und abgedrehtere Gefilde. Musikalisches Können traf hier bislang auf Verweigerung von wirklich nachvollziehbaren Ansätzen, das dafür aber konsequent.
the one and only Rubberfresh on stage Wie war das noch schnell mit der Geisterstunde? Ach ja, um Mitternacht kommt doch die Hausband und ladet alle zum mitfeiern ein. RUBBERFRESH konnten auch diese Jahr überzeugen, gerade auch durch ein sehr abwechslungsreiches Set mit Songs vom aktuellen, erst vor kurzem erschienen Album „One For All, All For Nothing“ bis hin zu den alten Klassikern. Recht zu Beginn standen bei „Kiss You“ geschätzte 30 Personen auf der Bühne, die zum Song und den zu dieser Zeit psychedelischen Visuals abtanzten. Ergab ein recht eigenes wie auch schönes Bild. Man muss den Jungs sowieso zu gute halten, dass sie nach der ganzen Vorbereitung, dem Stress und den äußeren Umständen überhaupt am letzten Tag noch fit genug sind, um knapp zwei Stunden Vollgas zu geben. Vielleicht kam es ja nur mir so vor, aber Basser Töni war zumindest etwas ruhiger als sonst. Ganz spurlos können diese Anstrengungen ja auch an keinem vorbei gehen. Erwähnenswert ist auf alle Fälle noch das Jackson-Medley, das vom verstorbenen King Of Pop überlebensgroß auf der Videowall unterstützt wurde. Der Rest ist mittlerweile schon Geschichte, aber eine, die man sich immer wieder gerne erzählt beziehungsweise gerne anhört. Egal ob live oder aus der Konserve. Und wie letztes Jahr kann man das Lob an alle Beteiligten – von den Bands bis zur gesamten Freshtival-Crew – nur wiederholen. Bleibt uns nur noch den Jungs alles Gute zu wünschen für das nächste Jahr. Dann gibt es das zehnjährige Jubiläum, für das RUBBERFRESH sicher wieder einige Trümpfe in der Hand haben. Lassen wir uns überraschen.
Noch keine Kommentare vorhanden.
Schreibe jetzt den ersten Beitrag zu diesem Artikel! |
|||||||||


