AFM Records

:: 5 Jahre Planet Metal Party

Veranstaltungsinfos...
Datum: 19. Oktober 2006
Ort: ,
Support: KORPIKLAANI, FIRESTORM, BREWTALITY
Verfasser: nagelfar
Zitate...
"Musik ist nur dann gut, wenn sie dich zum Headbangen bringt."
Jake Sirokman (Manntis)
Live Report

Oktober scheint zum Monat der nachgeholten Konzerte zu werden. Haben uns Anfang Oktober schon SATYRICON mit ihrem, wie man so schön schubladisiert, progressivem Blackmetal beglückt so war es nun Zeit für Korpiklaani das lang versprochene und dann sehr kurzfristig abgesagte Konzert nachzuholen. Unterstützt wurden die (angeblich) trinkfesten Finnen von zwei österreichischen Bands, namentlich BREWTALITY welche erst unlängst durch eine sehr kurzweilige Demo auf sich aufmerksam machten sowie FIRESTORM, welche durch ihr markantes Outfit und ihr hohes spielerisches Niveau schon länger ein Fixpunkt der heimischen Musiklandschaft sind.

Gleichsam hohes Niveau boten BREWTALITY gleich zum Einstieg, vor allem die Stimme von Sänger Alex muss hier hervorgehoben werden welche nicht nur in den üblichen Rock'n'Roll Stimmungen zu Hause ist sondern sich auch gern mal in Tonlagen abschweift welcher unsereins nur durch einen kräftigen Tritt in die Cochones zu erreichen vermag. Vom Stil her hat man sich dem Schweinerock vermischt mit leichten Punkeinflüssen verschrieben und dabei zeigt sich, dass man keine 60 sein muss um noch guten Rock'n'Roll schreiben zu können. Vor allem Songs wie "pants down" und "jet-speed" gingen sofort ins Ohr und veranlassten die Beine zum fröhlichen mitwippen. Das Publikum war gewohnt teilnahmslos wodurch sich Sänger Alex den leicht bissigen Kommentar: "Jo, seids eh super, hoit, jo" nicht ganz verkneifen konnte. Vielleicht liegts aber auch an der kaum vorhandenen Bühnenshow, die den Auftritt noch leicht verkrampft wirken ließ, mehr Posing bitte!

Über jeden Zweifel erhaben ist die Bühnenshow von FIRESTORM. Von den Kostümen angefangen über die einheitliche Farbgebung bei den Instrumenten bis hin zu den musikalischen Duellen und dem sehr fototauglichen Posing passt hier einfach alles. Unverständlich, wieso diese Band zwar bei uns relativ gut bekannt ist aber noch nicht die ihr eigentlich gebührende Aufmerksamkeit bekommen hat. Stilistisch irgendwo angesiedelt zwischen Powermetal, Punk und (Hard)rock beweist diese Band nicht nur Talent sondern auch Abwechslungsreichtum und ein Gespür für gute Melodien, nicht zuletzt, da man sich gerade ROXETTE als abschließende Coverversion ausgesucht hatte. Allen, die diese Zeilen jetzt neugierig gemacht haben, sei die neue FIRESTORM EP "The Outsiders" ans Herz gelegt, welche auf der Bandhomepage für 7 zu haben ist.

Vor den mit Spannung erwarteten KORPIKLAANI wurde vom Planet Music noch eine kleine Verlosung anlässlich 5 Jahre Planet Music veranstaltet. Interessant dabei, dass die AMON AMARTH Sonnenblenden deutlich beliebter zu sein schienen als die diversen Hauptpreise. Noch während der Moderator auf der Bühne stand enterten auch schon KORPIKLAANI eben diese und wurden sofort von begeistertem Beifall begrüßt. Auffällig dabei, wie stark sich die Fangemeinschaft innerhalb von kurzer Zeit vergrößert hat. Spielte man vor nichtmal 2 Jahren im Monastery vor vielleicht 30 Leuten waren an diesem Abend doch einige Hundert Fans anwesend, nicht übel für ein Konzert an einem Donnerstag! Sänger Jonne Järvelä verkündete gleich anfangs, dass er sich nicht so wohl fühle, für mich wirkte er einfach nur wieder stockbesoffen, mag sich jeder seinen Teil denken. Wahrscheinlich wars aber nur der Versuch, die Sympathien des Publikums zu gewinnen, was aber sowieso nicht notwendig gewesen wäre, da dieses der Band sowieso schon längst ergeben ist. So wurde jeder Song mit lautem Jubel begrüßt. Was KORPIKLAANI für mich auszeichnet ist, dass man bei dieser Band einfach merkt, dass es ihnen noch Spaß macht auf der Bühne zu stehen, sei es nun bei einer der diversen Instrumentalnummern, den Hymnen auf den Alkohol (neu im Programm das Lied "Lets Drink!") oder bei eher traditionell angehauchten Stücken wie "Hunting Song" oder "Korpiklaani". Man interagiert mit dem Publikum, schüttelt Hände und kennt die Leute aus der ersten Reihe sogar per Namen, sehr sympathisch das.

Mit drei veröffentlichten Alben im Rücken hat man auch schon genug Material um quasi ein Best Of aus der gesamten Bandgeschichte bieten zu können, wie es in letzter Zeit erfreulicherweise häufig der Fall ist, und sich nicht nur auf das aktuelle Album zu konzentrieren. Einzig überraschend fand ich dabei die große Zahl an reinen Instrumentalnummern, das könnte allerdings mit dem eingangs Erwähnten "Unwohlsein" des Sängers zusammenhängen. Höhepunkt war natürlich wieder die inoffizielle Hymne aller Freundes des Gerstensafts bei der unter lauten "Beer, Beer" Rufen wieder einige Dosen des goldgelben Getränks im Publikum verteilt wurden. Allerdings möchte ich anmerken, dass man den für die Bierauswahl Verantwortlichen steinigen sollte, was besseres als Schwechater hätte man doch sicher auftreiben können!

Konzert 16.06.2012 - Sergeant Steel & Matthias Schneider & Brute
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