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:: METALFEST AUSTRIA 2010 Tag 1
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Veranstaltungsinfos...
| Datum: |
13. Mai 2010 |
| Ort: |
Mamling, Schloß Mamling |
| Bands: |
TWILIGHT OF THE GODS, ALESTORM, BEHEMOTH, DECAPITATED, SIX FEET UNDER, URGEHAL, SEPULTURA, GRAILKNIGHTS, DEATH ANGEL, SHINING, CORVUS CORAX, MANEGARM, TMK MINING, POWERWOLF, BENIGHTED, SCARED TO DEATH, RIGER, OUTRAGE, SKYFORGER, VULVATHRONE, DUST BOLT, GODHATECODE, LOW CHI, DESICCATED, BLOODFEAST, PROSPERITY DENIED, UNHALE, COUNTERWEIGHT, ALL FALLS DOWN, FORSAKEN |
| Verfasser: |
nagelfar |
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PromiZitate...
"Wir haben den dümmsten Präsidenten aller Zeiten. Das frustriert uns und deshalb klingt die neue CD so hart."
Danny Carey (Tool)
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Live Report
Was haben Mining am Inn in Oberösterreich, über 90 Bands aus allen Bereichen der härteren Tonart und Fans aus allen Teilen Österreichs und Deutschlands gemeinsam? Ein großes Festival das zum vierten Mal in Folge stattfand, wenn auch unter anderem Namen. Neben dem neuen Namen hatte man auch noch die Location zum wiederholten Male gewechselt, dieses Mal auf die andere Seite des Ortes, nahe zu Schloss und Badeteich und einem großen Acker als Campingplatz, welcher die Gehzeiten erfreulich verringerte.
Bands wie TESTAMENT, DEATH ANGEL, BOLT THROWER,PARKWAY DRIVE, DEICIDE, aber auch unbekanntere Acts wie MILKING THE GOATMACHINE, BENIGHTED, GODHATECODE und 50 LIONS sollten die Stimmung an diesem verlängerten Wochenende ordentlich anheizen.
Die Hauptbühnen hatte man im unteren Bereich des Geländes untergebracht, in einfacher Reichweite von Essens Ständen und den überall im Gelände verteilten Bars. Vom Dresdner Handbrot (ein Geschenk Gottes oder Satans, je nach Vorliebe) bis zur Bratsemmel war alles zu haben. Ein eindeutiges Plus gegenüber dem Vorjahr, wenn auch die Qualität zwischen den einzelnen Ständen stark schwankte, was wohl auch einige magenverstimmte Döneresser bezeugen können.
Von Mittwoch auf Donnerstag war die Welt wettertechnisch noch in Ordnung und so konnte man sich gemütlich BENIGHTED aus Frankreich zu Gemüt führen. Leider sind die Herrschaften in unseren Breitengraden nicht sehr bekannt weswegen sie wohl diesen frühen Slot erhalten haben, ungerecht, spielen sie doch „grindigen“ Death Metal erster Güte! Die Jungs gehen professionell zur Sache und heizen mit fetten Blastbeats, tighten Gitarrenriffs und groovigen Moshparts dem überraschend zahlreichen Publikum gehörig ein. Christoph (Sethrion)
Nach der fetten Show der Franzosendeather von BENIGHTED galt es die 3. Bühne (in einem Zirkuszelt!) so wie die zahlreichen Merchandise Stände im oberen Festivalgelände zu inspizieren. Hier konnte man angefangen von CDs und T-Shirts über Schuhe sogar eine komplette Römer-Rüstung beziehen. Interessant wäre ja, ob sich der Käufer dieser Rüstung gegen die zahlreich vertretenen Wikinger hätte durchsetzen können (man vergleiche: http://en.wikipedia.org/wiki/Deadliest_Warrior)
TMK -Mining stand als nächste Band auf der Setlist, wobei der Begriff Band hier nicht gerade zutreffen dürfte. Immerhin handelte es sich um niemand geringeren als die TRACHTENMUSIK KAPELLE Mining die es sich nicht nehmen ließ als vierter Act des Tages die Hauptbühne zu rocken oder eher zu schunkeln. Am Anfang wirkten die 20 Herrschaften noch leicht unsicher, allerdings brach das Eis nach ein paar altbekannten Klassikern und selbst den Trachtenmusikanten fällt es leicht die Menge mit ihren teilweise über 150 Jahre alten Hits in Stimmung zu bringen, nicht zuletzt mit ihrer Zugabe, der indirekten Heimathymne auf Tirol (Und da hat niemand Buh gerufen? Anm. d. Red.). Inzwischen ist es ja schon zum Trend geworden Trachtenmusikkapellen auf Festivals spielen zu lassen, ob das jetzt mit Tradition zu tun hat oder einfach nur eine „Wacken Nebenerscheinung“ ist bleibt mal dahin gestellt. Christoph (Sethrion)
CORVUS CORAX spielten passend nach der TMK Mining, quasi eine weitere Zeitreise zurück ins tiefe Mittelalter. Es ist immer wieder interessant den deutschen Spielleuten zu zu sehen wie sie zu Werke gehen. Nicht nur das Publikum genießt die energetische Show, auch die Trachtenmusikkapelle genießt vom Photograben aus diese Trachtenmusik in andere Variation? Nach knapp 40 Minuten verabschieden sich die Deutschen Spielmänner unter lautem Applaus von der Bühne. Christoph (Sethrion)
„Hey Guys! -Fuck this Folk-Music - Are you ready for some real darkness?!“ - klare Aussage und Ansage zugleich und die konnte nur von einem der kontroverseren Musiker kommen: Niklas Kvarforth, Mastermind hinter SHINING. Man kann von Kvarforth halten was man will, eines ist sicher, er ist Wahnsinniger und Genie zugleich, was sich auch in seinem Lebensstil und seiner Musik manifestiert.“ Vilseledda Barnasjälars Hemvist“ war der erste Song des 30 Minuten dauernden Sets. Leider sorgten leichte Soundprobleme dafür, dass die Stimme und teilweise die Instrumente nicht richtig zu unterscheiden waren, das tat der guten Stimmung (Bei einem Shining Konzert? Müssten sich da nicht alle ritzen? Anm. d. Red.) aber keinen Abbruch und Songs wie „Längtar Bort Från Mitt Hjärta“ sorgten für regen Applaus. Ein harter Kontrast zum freundlichen Gedudel der diversen Spielmänner davor, es sollte nicht der Einzige bleiben. Christoph (Sethrion)
Über die Strumpfhosenträger von GRAILKNIGHTS breiten wir hiermit einen Umhang des Schweigens und gehen gleich weiter im Text mit SEPULTURA.
Derrick Green ist auch nach vielen Jahren nicht unumstritten aber eines ist Tatsache: Er ist ein guter Frontmann und seine Stimme weiß auch live zu überzeugen. Der Fokus der Show am METALFEST 2010 lag mehr auf alten Songs wie dem All-Time Klassiker „Refuse - Resist“ oder „Roots Bloody Roots“. Gleichzeitig sind SEPULTURA noch immer eine Livemacht die keine großen Spielereien auf der Bühne benötigt (von den obligatorischen Trommeleinlagen mal abgesehen) und sich nicht vor dem Vergleich mit jüngeren Bands zu scheuen braucht. Selbst die verhältnismäßig frühe Spielzeit tat der Stimmung keinen Abbruch, denn zahlreiche Fans hatten sich wieder eingefunden um den Brasilianern zu huldigen – trotz des mittlerweile strömenden Regens. Christoph (Sethrion)
Um 17:00 war es dann auf der 3rd Stage so weit und DESICCATED durften gepflegt dem „Auralterrorismus“ frönen. Das Sextett aus Neulengbach noch live erleben zu dürfen hat mittlerweile fast Seltenheitswert und auch wenn die Deathgrinder mit starkem Hardcore-Einschlag erst im September ihre kurze, aber äußerst viel versprechende Karriere beenden werden, erlebten Fans der Band wohl bereits den Metalfest-Auftritt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. DESICCATED selbst jedenfalls ließen sich nicht lumpen und legten kompromisslos die Bühne in Schutt und Asche. Einzig Maskottchen Frank stand stoisch an vorderster Front, während sich das Sänger-Zwiegespann Grunt- und Kreischduelle lieferte und die restliche Mannschaft trotz
anspruchsvoller Songstrukturen nicht um Bewegung verlegen blieb. Leider gingen viele der technischen Raffinessen im Soundbrei unter, aber das Publikum ließ sich auch so gerne überzeugen – besonders als die Burschen mit „I Will Be Heard“ fast unmerklich ein HATEBREED-Cover in ihr Set schmuggelten. So bleibt uns nur zu sagen: Wir werden euch vermissen. (Bernhard Schubert)
(c) Max Dengler 4 stormbringer.at
Dieser Lehrstunde in Sachen Deathgrind folgte eine ebensolche im Bereich Black Metal. URGEHAL aus Norwegen waren die nächsten auf der Bühne und nutzten die nächsten 40 Minuten um dem Publikum einen Black´n Roll Hit nach dem anderen vor den Latz zu knallen. Songs wie „Nekromisantrop“ oder „Bloodhunt“ trafen den Nerv des Publikums und sorgen für Stimmung ab der ersten Minute. Sogar ein SEPULTURA Cover wurde zum Besten gegeben. Christoph (Sethrion)
Nach diesem norwegischen Intermezzo ging es schnurstracks Richtung Amerika und zu
SIX FEET UNDER, welche, mit Death Metal Legende Chris Barnes am Micro, die Show mit dem Klassiker „The Day the Dead Walk“ eröffneten. Der Sound war von Anfang an sehr wackelig und fiel nach knapp 10 Minuten komplett aus. Ein sichtlich angepisster Chris Barnes stapfte über die Bühne und fand es nicht der Mühe wert einen Satz Richtung Publikum zu verlieren.
Nachdem das Problem behoben werden konnte setzten die Amerikaner Ihre Show mit Songs wie „America The Brutal“ fort. Der Sound wurde besser und Barnes konnte mit seiner Stimme mal wieder auf ganzer Länge beeindrucken. Vor allem seine „Pig Squeals“ bringt wohl so schnell kein zweiter Vocalist auf die Reihe.
Leider wirkte die Band insgesamt ziemlich lustlos was sich auch auf die Stimmung im Publikum übertrug welches kaum mitging, außer natürlich als mit dem dem Graveland Classic´s AC / DC Cover Song „TNT“ das Set beendet wurde. So schnell die Jungs auf der Bühne erschienen waren so schnell waren sie danach auch wieder verschwunden. Christoph (Sethrion)
Zur gleichen Zeit wie SIX FEET UNDER lärmten GODHATECODE im Zirkuszelt. Die Österreich-Schwedisch-Spanische Death Metal Koproduktion rund um den äußerst umtriebigen Wolfgang Rothbauer zeigte, wo der Grind Hammer hängt. Staccato Riffs, ein Sänger, der dem Rumpelstilzchen das Königinnenkind abspenstig machen würde und eine Rhythmusfraktion so präzise wie Sebastien Loeb beim Kurvenfahren, alles Trademarks, die GODHATECODE zum absoluten (Geheim?)tipp für Freunde des Brutal Death machen, hoffentlich demnächst beim Konzertdealer ihres Vertrauens!
(c) Max Dengler 4 stormbringer.at
Die darauf folgenden DECAPITATED waren wohl definitiv die Überraschungen des Jahres 2010. Nach dem tragischen Tod von Schlagzeuger Vitek bei einem Unfall vor zwei Jahren hatte wohl niemand mehr damit gerechnet diese Band live jemals wieder zu sehen.
Das komplett neue Line Up um Band Chef „Wacław ‚Vogg‘ Kiełtyka“ schien sehr gut aufeinander eingespielt zu sein und neben Klassikern wie „Negation“ durften auch neuere Songs nicht im Gepäck fehlen. Ausgehend vom Gebotenen darf man sehr gespannt auf die neue Platte sein, welche wohl weiter Richtung Technischen Brutal Death Metal gehen wird und der rund erneuerten Band technisch wohl Alles abverlangen wird. Diese Rückkehr ist definitiv geglückt. Gratulation! Christoph (Sethrion)
BEHEMOTH haben mit „The Apostasy“ und „Evangelion“ zwei der mächtigsten Black Metal Alben der letzten Jahre aus dem Hut gezaubert, randvoll mit Symbolen, historischen Bezügen und einem immer beeindruckenden Artwork. Dieser Drang zum symbolhaften spiegelt sich vor allem in Nergals Mikroständer wider (ein adaptiertes Seal of Babalon), welcher die Mitte der Bühne dominiert. Nach den vorherigen Soundkatastrophen musste man eigentlich vom Schlimmsten ausgehen, glücklicherweise schien sich aber der mitgebrachte Soundtechniker noch nicht das Hirn aus dem Schädel gesoffen zu haben und konnte somit für die mächtigen und teilweise sehr ausschweifenden Songs eine angemessene Soundkulisse schaffen. Die Playlist konzentrierte sich hauptsächlich auf Material ab der „Zos Kia Cultus“ Periode jedoch könnte es auch einen Song von „Grom“ gegeben haben, Hardcore Fans mögen das bitte bestätigen oder widerlegen! Vom Stageacting kann man sowieso den wenigstens Black Metal Bands einen Vorwurf machen und so funktionierte auch hier die Maschine BEHEMOTH wie ein gut geöltes Uhrwerk voller Gepose und Gebange. Besonders durfte man sich dabei über die Überkracher „Lucifer“ und natürlich „Chant For Ezkaton 2000“ freuen: Brutal, episch, BEHEMOTH! Christoph (Sethrion)
(c) Max Dengler 4 stormbringer.at
Als ALESTORM um 21:00 die Bühne enterten, herrschte stürmischer Seegang. Wie schon letztes Jahr beim Metalcamp waren die Wettergötter den Schotten auch dieses Mal nicht gnädig, das Publikum allerdings umso mehr. Trotz Schlachtfeld vor der Bühne, Schlamm auf der Hose und im und wenigen Grad Celsius in den Schuhen wurden ALESTORM nach allen Regeln der Kunst abgefeiert, was wohl nicht zuletzt dem wärmenden Effekt von alkoholhaltigen Getränken zu verdanken sein dürfte. Die Band ließ sich nicht lumpen und gab – sofern man nach zwei Alben schon davon sprechen kann – alle Klassiker zum Besten und ließ trotz des Wettereinbruchs eine zufriedene Meute zurück. (Bernhard Schubert)
Groß angekündigt, als Headliner gesetzt, bekannte Leute in der Band, absolutes Kultmaterial im Rücken, seitenlange Threads in diversen Foren - man sollte eigentlich annehmen können, dass der Auftritt für TWILIGHT OF THE GODS die sprichwörtliche „gmahte Wiesen“ sein hätten sollen. Man ahnt, hier kommt das große ABER denn leider konnte dieses Allstars Projekt in keinster Weise überzeugen. Angefangen von der absolut unpassenden Stimme, dem peinlichen und übertriebenen Stageacting und dem absolut lustlosen Geschrummel der Saitenfraktion konnte hier einfach nicht die gewünschte Stimmung aufkommen und damit einer Ausnahmeband wie BATHORY gebührend gehuldigt werden. Eine verzichtbare, ach so exklusive, Weltpremiere einer verzichtbaren Band, die sich nicht umsonst den Kommerz Vorwurf in den lautesten Tönen gefallen lassen wird müssen.
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