Tinta Leal

:: WOLFSNÄCHTE TOUR 2012 feat. POWERWOLF

Veranstaltungsinfos...
Datum: 31. März 2012
Ort: Wörgl, Komma
Support: Mystic Prophecy, Stormwarrior, Lonewolf
Verfasser: Thomas Patsch
Zitate...
"Dort wo das vermeintlich Gute das Böse bekämpft, feiert das Böse oft seine größten Triumphe."
Martin Eric Ain (Celtic Frost)
Live Report

Das Komma Wörgl ist einer der Fixpunkte im Konzertleben Westösterreichs. Größen wie JUDAS PRIEST, W.A.S.P., SAXON oder DIO gastierten schon hier, der Spannungbogen reicht von ANTHRAX bis DEICIDE, von DISMEMBER bis RAGE, all diese Größen gaben sich hier bereits die Klinke in die Hand. Ganz besondere Momente in der Komma-Geschichte waren jene, in denen man eine Band kurz vor dem absoluten Durchstarten noch in relativ überschaubarem Rahmen genießen konnte – VOLBEAT und AMON AMARTH seien hier als Beispiele genannt. Zuletzt hatte man bei SABATON die Ehre, bei den heute hier gastierenden POWERWOLF beschlich einen das ähnliche Gefühl, einem absoluten Highlight im Tiroler Konzertgeschehen beiwohnen zu dürfen. Die Zeichen bei diesem einzigen Österreich-Konzert standen also auf Sturm, schließlich hatte man mit LONEWOLF, MYSTIC PROPHECY und STORMWARRIOR heiße Eisen mit auf Tour und die metallische Vollbedienung fand an einem Samstagabend statt, der traditionell mehr Leute hinter dem Ofen hervorlockt.

Den Anfang an diesem absoluten schwermetallischen Feiertag machten die Franzosen LONEWOLF, die speedigen Metal der klassischen Schule zelebrierten. Mächtige Chöre, RUNNING WILD-artige Refrains und flinke Gitarrenläufe des Napalm Records Signings versetzten die kuttenbewehrten Metal-Gralshüter mit mächtigen Perlen wie „Viktoria“ in ihren persönlichen Metalhimmel.


STORMWARRIOR (c) Jaqueline Reberschak

STORMWARRIOR, die Band mit dem schlechten Bandlogo und den grottigen Albumcovern krachte im Anschluß dermaßen in das Auditorium, dass es eine helle Freude war. Old School Power Metal der Marke frühe HELLOWEEN oder RUNNING WILD streichelte die Seelen der angereisten Altmetalljünger und ließ die wahren Metalhearts glühen. Die Nordlichter brachten Schwung in die Bude wie es für eine Vor-Vorgruppe tatsächlich mehr als unüblich ist, die zahlreichen Fans dankten es den Deutschen und feierten Smasher wie „Ragnarök“, „Metal Legacy“, „Heading Northe“, „Valhalla“ oder das neue „Heathen Warrior“ gebührend ab. Spieltechnisch tadellos und in bester Feierlaune präsentierte das Hanseatenquartett anlässlich ihres überhaupt ersten Österreich-Konzerts ein speediges Kraftmetalpaket nach dem anderen. STORMWARRIOR ist ein fast traumwandlerisches Gespür für das Schreiben von veritablen Metalhymnen zu attestieren, die live auch aufgrund der vocaltechnischen Unterstützung von Basser Yenz entsprechend fett rüberkommen. Vollends gepackt haben mich STORMWARRIOR auf dem letztjährigen Bang Your Head Festival, als das Hamburger Quartett dermaßen unverbraucht, spritzig und beherzt zu Werke ging, dass keine dem Heavy Metal verschriebene Seele unberührt bleiben konnte. Der heutige Supportgig schrie förmlich nach mehr! Wenn die Metal-Endlosschleife so wie der heute gezockte Set aussehen soll, dann abonniere ich umgehend einen Platz in der ersten Reihe….take me to Metal-Valhalla, Baby!


MYSTIC PROPHECY (c) Jaqueline Reberschak

MYSTIC PROPHECY hatten nach dieser geilen Aufwärmrunde alle Hände voll zu tun, nicht zwischen dem STORMWARRIOR´schen Powermetalgewitter und dem übermächtigen Headliner zerquetscht zu werden. Mit viel Schwung poste sich der Fünfer durch das mit knackigen Songs durchzogene Powermetal Set, das im Vergleich zu STORMWARRIOR jedoch weniger klassisch angehaucht war. Da dies erst der zweite Gig dieser Konzertreise war, konnte man noch frisch und bissig zu Werke gehen. Nach dem gelungenen Seteinstieg mit „Through The Eyes Of The Devil“ jagte ein Hammersong den nächsten. Besonders in Erinnerung bleiben dabei das markante „Evil Empire“, aber auch die neuen Songs vom Überalbum „Ravenlord“ (wie „Hollow“ und „Endless Fire“) integrierten sich geschmeidig in die Setlist. Frontmann R.D. Liapakis nützte die Bühne weidlich aus und entlockte den Fans sowohl beim getragenen „Wings Of Destiny“ als auch beim Speed-Monster „Die Now“ entsprechende Reaktionen. MYSTIC PROPHECY trafen inmitten dieses sehr gelungenen und homogenen Tourpackages mit ihrem kraftvollen Sound den Nerv vieler Zuschauer, dennoch gönnten sich nicht wenige eine Verschnaufpause an der Komma-Bar.

POWERWOLF
Begleitet vom Geruch von Weihrauch fiel das Wolfrudel namens POWERWOLF mit „Sanctified With Dynamite“ in Wörgl ein und feuerte unverblümt gleich „Prayer in the Dark“ ins benebelte Publikum nach. Gemessen an der Welle der Begeisterung, die der Band im ordentlich gefüllten Komma schon jetzt entgegenschlug wurde sofort klar, dass der heutige Abend ein denkwürdiges Liveereignis wird und diese 14 Dates umfassende Tour zu einem Triumphzug für die Band werden muß! Statt ehrfürchtig den theatralisch-packenden Powermetal-Klängen zu lauschen wurde der Fünfer gleich von Anfang an von euphorischem Applaus getragen. Die heulenden Grauen sind (neben SABATON) DIE Aufsteiger des Genres und verstehen sich auf die perfekte Verquickung von hitverdächtigen Metalhymnen und wölfisch angehauchtem Wortwitz (böse Zungen mögen es Kalauer nennen), gepaart mit sakraler Theatralik und teils platten Klischees. Doch gleich wie ihre schwedischen Metalbrothers konnte sich die Band ein unvergleichliches Profil (Marke LORDI trifft RUSSKAJA) herausarbeiten und punktet zudem mit einem mächtigen Sympathiebonus.


(c) Jaqueline Reberschak

Begleitet von druckvollem Sound und einer entsprechenden Lightshow zelebrierte der Fünfer seine Missa Powerwolfensis. POWERWOLF zündeten ein wahres Feuerwerk an bombastischen, spritzigen Metal-Hits wie „All We Need Is Blood“ oder den Videohit „We Drink Your Blood“. Jeder im Saal wurde ergriffen von der Macht und Klasse des älteren Songmaterials wie „Prayer In The Dark“ sowie von den Jetzt-schon-Bandklassikern vom überragenden „Blood of the Saints“-Album, die allesamt aus vollen Kehlen mitgesungen wurden. Das gut gefüllte KOMMA gab sich inbrünstig der Aura und Show der Deutschen hin, POWERWOLF durften in ein Meer aus geschüttelten Köpfen, in die Höhe gerissene Arme und Teufelshörner blicken.

Besonderen Charme versprühte Frontmann Attila Dorn, der mit seiner Theatralik und dem klassisch angehauchten Gesang einen wesentlichen Punkt bei POWERWOLF darstellt und auch optisch sowie mit seiner markanten Aussprache in Sachen Publikumsanimation und Show ebenfalls unschlagbar ist. Das Konzept von POWERWOLF fußt neben den Greywolf – „Twins“ (Matthew und Charles) ja maßgeblich auf dem Habitus des Sängers, der in ein Messgewand gekleidet ein Fable für die Sagen rund um die grauen Wildhunde und transsilvanische Schauermärchen hegt. Die Band ließ sich jedoch ebenfalls nicht lumpen, ging beherzt und feierwütig zur Sache und blieb dem Publikum in Sachen Stageacting und Bühnenoutfits nichts schuldig. In den Orgelpausen mimte sogar Organist Falk Maria Schlegel den mit Fahne bewehrten Publikumseinpeitscher, Drummer Roel zockte ein mit „Painkiller“-Versatzstücken angereichertes Drumsolo, für zusätzlichen Wind (sic!) auf der Bühne sorgten die Windmaschinen, welche die Mähnen der Saitenfraktion rockstar-like gen Himmel wehen ließ.

Ergriffen durfte man den gänsehauterzeugenden Melodien und Songs lauschen, bei Refrains wie „Resurrection By Erection“ oder "Saturday Satan" blieb sowieso kein Auge trocken und kein Mund ungeschmunzelt. Der fast schon geniale Schachzug, den Fans (perfekt zum Tourstart hin getimed) als Gratisbeilage zur aktuellen Printausgabe des Metal Hammer eine Live-CD beizulegen animierte wahrscheinlich noch zusätzliche Fans, sich diesen Live-Leckerbissen nicht entgehen zu lassen. Nach rund einer Stunde beschloß der Bandclassic „Lupus Dei“ (Hey, Hey, Wolves don´t pray!) die fesselnde Metal-Messe, bevor der Zeremonienmeister nach „Moscow After Dark“ und weiteren 15 Minuten die Absolution in Form des Rausschmeißers „In Blood We Trust“ erteilte und die Fans aufgrund der bekannten Anrainerproblematik pünktlich um 23 Uhr in die Nacht entließ. Sollte die Domestizierung (Chartnotierungen, volle Hallen) der wilden Wolfshunde so weitergehen, dann sehen POWERWOLF einer wahrhaft grauen Zukunft entgegen! Das Tiroler Rotkäppchen durfte sich jedenfalls wieder sicher fühlen, da das Wolfpack weiterzog, die Metal-Welt weiter im Sturm zu erobern! Eine solche überzeugende und geile Metalparty hätte es jedenfalls verdient, auf einem regulären Live-Album verewigt zu werden!


(c) Jaqueline Reberschak

Setlist Powerwolf:

Sanctified With Dynamite
Prayer In The Dark
Catholic In The Morning ... Satanist At Night
We Drink Your Blood
All We Need Is Blood
Dead Boys Don't Cry
Werewolves Of Armenia
Drum Solo
Raise Your Fist, Evangelist
Resurrection By Erection
Saturday Satan
Lupus Dei
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St. Satan's Day
In Blood We Trust
Moscow After Dark

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