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:: WALPURGIS METAL DAYS - Day 2

Veranstaltungsinfos...
Datum: 28. April 2012
Ort: Hauzenberg, WMD Hauzenberg
Bands: ACCU§ER - FLESHLESS - HAEMORRHAGE - HELLSAW - HOLY MOSES - IMPERIOUS - LOW DOWN - MARTYRIUM CHRISTI - MASTER - MORGOTH - MOSFET - NECROPHOBIC - ONSLAUGHT - SAECULUM OBSCURUM - SYCRONOMICA - TUXEDO - URINAL TRIBUNAL - ZODIAC ASS - ZOMBIE INC.
Verfasser: christoph
Zitate...
"Wir sind so rechts, wie Adolf Hitler links war - kein bisschen."
Till Lindemann (Rammstein)
Live Report

Tag zwei! Jeder der schon mal auf einem Festival war, kennt die Situation bei wirklich schönem Wetter: Mit langem Schlafen ist da nichts! Trotzdem: So mancher ist noch wach während andere brach im Zelt, Auto, Hotelzimmer oder gar irgendwo am Gelände liegen. Für mich ist die Nacht im Auto für Walpurgis-Verhältnisse sehr „warm“ ausgefallen. Man bedenke, es hat schon geschneit an einem gewissen WMD-Wochenende...
Die Sonne am Horizont schickt die ersten Strahlen in die kleine „Zeltstadt“ und man hörte die ersten Geräusche der erwachenden Festivalbesucher.

Die hatten auch nicht gerade viel Zeit wieder fit oder gar nüchtern zu werden. Bereits um 10 Uhr ging es weiter im Text mit dem Set der Bayrischen Grinder von URINAL TRIBUNAL. Der Name ist Programm. Zum Glück werden wir nicht mit menschlichen Säften gedüngt. Nein, Spaßgrind auf unterstem Niveau steht uns ins Haus. Songs wie „Amoklauf beim Schlussverkauf“ sorgen für gute Stimmung im halbwegs gefüllten Festzelt zu Hauzenberg. Während der Show der Death/Grinder gab es das inzwischen schon traditionelle Weisswurscht-Frühstück mit einem anständigen Weizenbierchen.


URINAL TRIBUNAL

Nach knapp 20 Minuten ging es weiter im Text mit den Jungs von IMPERIOUS. Leider hatten diese das Pech, dass der Großteil der Besucher wieder in Richtung Zeltplatz wanderte weil man entweder zu voll vom deftigen Frühstück war, sich erst mal kultivieren musste, oder weil so manchen schon um diese Zeit einfach zu warm war.
Die Show war trotzdem nicht von schlechten Eltern und man versuchte das beste aus der Situation zu machen.

Auch nicht leichter hatten es die Mannen aus Bayern von SAECULUM OBSCURUM. Diese kämpften sich solide durch ihr Set und versuchten das beste aus der Situation zu machen. Während der Show der Jungs blickte ich mich auf dem Merchandise-Markt um. Dieser bot heuer ein wirkliches trauriges Bild, da viele der Stamm-Mercher dem Festival fern geblieben sind und auch seitens der Veranstalter hörte man, dass es an Leuten fehlt. Somit waren sage und schreibe vier Merchandiser vorhanden. Wenigstens das Essens-Angebot fiel wieder gut aus mit den üblichen Burgern, Indianer-Takkos und Pizzen!

Der nächste Act des heißen Samstag's hatte den Namen TUXEDO. Die aus Oberösterreich stammenden KTM-Vertreter (Mattighofen, die Heimat) versuchten zumindest mal die Traditionen mit Metalcore zu verbinden. Immerhin scheute man sich nicht in zünftiger Lederhose inklusive uriger Bühnendeko auf die Bühne zu gehen. Ob der Sound nun auf die WALPURGIS METAL DAYS passt oder nicht, darüber lässt sich streiten. Tatsache ist allerdings, dass sich zumindest mehr Leute vor der Bühne eingefunden haben, um sich den Sound der „Tuxn-Buam“ zu geben, als bei so manch „traditioneller Metalband". Der Sound ist nicht einfach zu beschreiben. Ein bisschen HC da, ein bisschen Tribal Metal dort. Die Drums noch per Percussions unterstützt und zwei Shouter, die für die nötige Action auf der Bühne sorgen. Alles in allem ein gutes Rezept das aufgeht. Die Band ist überrascht, den Leuten hat´s gefallen und nach 40 Minuten voll lauter Musik und viel Jägermeister ist die Show der Jungs vorbei.

ZODIAC ASS die österreichisch-bayrische Formation war als nächstes an der Reihe. Der Sound besticht seit über zehn Jahren mit der nötigen Portion Aggressivität meets Spaß. Tighte Riffs treffen auf fette Drumbeats und das Songwriting besticht durch Abwechslung und den nötigen Schuss an Professionalität. Schade dass die Jungs es bisher nicht weiter rausgeschafft haben, allerdings wer weiß, vielleicht ist das auch der Grund, warum ZODIAC ASS so eine geile Live-Band sind!?

MOSFET - ich denke diese Combo passt wie angegossen auf das WMD. In vielerlei Hinsicht. Die Band, die sich nach einem Elektronikteil benannt hat, ist in Hauzenberg gelandet um uns mal zu zeigen, was österreichischer Thrash Metal heißt oder heißen soll. Auch hier darf der Jägermeister neben einer ordentlichen Portion gut gemischtem Lärm nicht fehlen. Bis auf den Sänger fliegen die Haare (dieser lässt lieber seinen Adonis-Körper für sich sprechen) und der Funke springt problemlos auf das Publikum über. Thrash der österreichischen Marke wird hier geboten und konnte so manchen eingestellten Bayern problemlos überzeugen, mag aber vielleicht auch am Jägermeister liegen! Gut gemacht Jungs!

Als nächstes an den Start gingen die Münchner von SYCRONOMICA. Black Metal unterstrichen mit Keyboard-Sounds war das Rezept der bayrischen Formation. Die Münchner mussten wieder mit dem Problem kämpfen, dass zu wenig Leute bei der Show anwesend waren was die Atmosphäre trübte. Trotzdem machte man das beste daraus und bot eine gute und solide Show unterstrichen mit wirklich gutem Sound!

Die österreichische Formation HELLSAW setzt als nächste gleich noch eins in Sachen Black Metal drauf. Allerdings nur um eine Ecke düsterer und heftiger wie ich fand. Ob ältere Songs oder neue Kracher vom aktuellen Album „Trist“, es fand alles einen Platz auf der Setlist. Die Band rund um Fronter Aries wirkte perfekt aufeinander eingespielt und legte trotz hoher Temperaturen ein wirklich starkes Set hin. Die Jungs aus der grünen Lunge Österreichs waren sicherlich eines der Highlights des WMD 2012!

Nachdem die Messer in Sachen Black Metal genug gewetzt wurden, wechselte man wieder in Richtung Geschwindigkeit ohne Kompromisse und holte gleich die Kreissägen aus dem Kasten! Pünktlich um 18.10 Uhr starteten die deutschen Thrash-Urgesteine von ACCU§ER ihr Set. Der Sound top und auf den Punkt gebracht, schredderte ein Thrash-Gewitter sondergleichen über den Walpurgis Metal Days nieder! Motivierende Ansagen gepaart mit einer wirklich motivierenden Bühnenshow ließen keine Wünsche für Auge und Ohr offen. Da könnten sich so manch jüngere Bands getrost eine Scheibe davon abschneiden.

Ebenfalls eine Scheibe abschneiden (im wahrsten Sinne des Wortes) könnte sich so manche junge Grindband von der spanischen Institution von HAEMORRHAGE. Seit fast 20 Jahren im Geschäft und schon so ziemlich überall auf der uns bekannten Welt aufgetreten, sind die Damen und Herren immer noch nicht müde. Schön, dass sie ihren Weg aufs WMD gefunden haben, wo sie in den nächsten 60 Minuten das ganze Zelt buchstäblich zerlegen. Die genialen Ansagen von Sänger Fernando genießen inzwischen Kultstatus in der Szene. Wer kennt sie nicht? - „How Many Pathologists In Germany?!!!“ und dergleichen? Schön unterstrichen mit spanischen Akzent. Songtechnisch schüttelt man aus der kompletten Discography so manchen Klassiker aus dem Ärmel á la „Mortuary Riot“! Das Zelt war bei der Show der Spanier am vollsten und es wurde wieder gemosht, was das Zeug hält. Man erblickt sogar so manch einsamen Crowdsurfer in der Menge!

ONSLAUGHT waren der Co-Headliner des Samstagabends. Die inzwischen schon aufgewärmte (oder doch wieder abgekühlte??) Crowd war hungrig auf mehr Geschwindigkeit und mehr Action. Genau richtig für die Engländer von ONSLAUGHT. Vollgas, guter Sound und eine mächtige Portion gute Laune brachten die Jungs übers WMD. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.

Als letzte Band des Abends gingen die Deather von MORGOTH ins Rennen. Auch hier das selbe Bild wie bei den zwei vorigen Acts. Allerdings mit dem Unterschied, dass die Abwanderung der Besucher sich nicht aufhalten ließ. Schade eigentlich, das hätten sich die Jungs anders verdient.

Mit den letzten Klängen von MORGOTH ist auch, musikalisch gesehen, das WMD 2012 Geschichte. Die Party ging noch weiter bis in die frühen Morgenstunden und bescherte dem einen oder anderen schöne Erinnerungen daran. Aber muss es denn sein, dass das Festivalsterben möglicherweise auch das WMD erfasst. Sicher, die großen Festivals können alle mit guten Preisen und guten Bands aufwarten. Aber was spricht gegen weniger Bands, kleinere Locations, dafür mehr Fun und bessere Preise? Natürlich, die Argumentaionen dagegen sind zahlreich und bevor ich mich hier mit der Szene-Polizei anlege, bleibe ich lieber ruhig. Trotzdem - dieses Festival gehört supportet, alleine schon wegen dem Undergroundfeeling. Keep The Spirit Alive!

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