:: SOULFLY |
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"Ein Schöpfer, der ein Wesen wie ein Erdferkel erschaffen hat, kann nur Humor haben!"
Tobias Sammet (Edguy/Avantasia) |
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Live Report
SOULFLY machten auf ihrer „Enslaved“-Tour auch Halt in Tirol, somit mußte in der KuFa akuter Camouflage–Cargoshorts–Alarm ausgerufen werden! STORMBRINGER war wieder exklusiv für euch im Moshpit, der eigentliche Wettersturm (samt kleinerem Hagelschauer) war schon kurz vor dem Konzert über Tirol hinweggezogen. Trotz der vielen vorgebrachten Gegenargumente (schon oft gesehen, Fußball-EM, kein „echter“ Metal, zu teuer etc.) fanden sich rund 350 Schaulustige und Fans ein und forderten mit „SOULFLY, SOULFLY“-Rufen ihre Favoriten ein.
Generell knallten SOULFLY vor allem in der ersten Showhälfte viele Hits („Prophecy“, "Frontlines", „Primitive“ etc.) von immerhin schon 8 Studioalben in die Menge. Der Profi weiß eben, wie man die Menge gleich für sich gewinnt und den Club zum Brodeln bringt. Als Gimmicks streute das Quartett Snippets von BLACK SABBATH´s „Iron Man“ und PANTERA´s „Walk“ in “Intervention“ und „Porrada“. Auch mit SEPULTURA-Reizen wurde nicht gegeizt. Mit „Arise“/“Dead Embryonic Cells“, „Troops Of Doom“ und „Refuse/Resist“ krachten gleich mehrere ultimative Genre-Classics der einstigen Thrash-Institution in die shortbewehrte Schweißmeute, die dabei gänzlich aus dem Häuschen geriet. Verpackt die neue SEPULTURA – Besetzung diese Nummern jedoch in ihr neuzeitliches Soundbild, so intonieren SOULFLY diese Nummern in ihrer eigenen, dreckig-„tribaligen“ Art. Ähnlich wie bei U.D.O. und ACCEPT bleibt bei mir bei SOULFLY und SEPULTURA bis zuletzt Unschlüssigkeit, auf welche Seite ich mich schlagen würde, wenn ich in puncto alte Hits zwischen den beiden Lagern wählen müsste. Man weiß einfach nicht, von wem man die alten Bandklassiker lieber hören will. Die Perfektion gäbe es hüben wie drüben eh nur im Falle einer Reunion. Was jedoch beide Combos eint ist der markante grollig-rockende Drive, der an MOTÖRHEAD erinnert, und ganz nebenbei hat Max nach dem Split – meiner Meinung nach - beileibe die besseren Alben veröffentlich und Songs geschrieben.
SOULFLY stehen ja sowieso mehr für erdigen Groove denn für filigrane Instrumententechnik, mehr für den Urschrei denn für Eierkneifgeträller, folgerichtig liegt der Focus einer SOULFLY-Show klar auf dem Dreadlock-Monster Max, der wie üblich Aussteiger-like in Armeehemden steckte und mit sonstigem Rasta-Kram behangen war. Ein wilder Zottelbär aus dem brasilianischen Dschungel ist eine unheilige Allianz mit einem Arizona-Wüstenfuchs eingegangen … heraus kam die lebende Metal-Legende Max Cavalera. Ex-STATIC X-Basser Tony Campos lieferte auch vocaltechnische Unterstützung während sich Gitarrist Marc Rizzo auf´s Posen und Spielen beschränkte. Einzig Drummer David Kinkade schien die Hitze augenscheinlich doch anständig zu schaffen zu machen, dennoch wurde ein Drumsolo in die Setlist eingebaut.
Ansonsten wurde zum Modern Metal-Standardprogramm aufgerufen. Den Aufforderungen zum Circle-Pit kamen die Besucher nur zu gern nach. Das klatschnasse, oberkörperfreie Menschenleiber-Knäuel, in dem man doch eher ungern gefangen sein würde, stampfte in immer größer werdenden Kreisen durch die KuFa und entlüftete das Energieventil. Die sommerlich heißen Temperaturen machten so manchem Kreislauf zu schaffen und ließen auch bei wackeren Metal-Warriors den Schweiß von so mancher Stirn perlen. Nach rund 70 Minuten bot das Tribal – Quartett noch den Hüpfburgschlager „Jumpdafuckup“ auf, der nahtlos in „Eye For An Eye“ überging. Mit Tönen des Maiden – Classics „The Trooper“ verhallten die letzten Klänge des heutigen Abends. Der inzwischen fetznasse Mob zog aus der Sauna glücklich von dannen, nur um draußen vom leichten Nieselregen gekühlt zu werden. Am heutigen Abend durfte man SOULFLY in guter, wenn auch nicht überragender Form erleben, Portugal hatte sich inzwischen ins Fußball-EM-Halbfinale gekickt. Ich musste auch heute wieder feststellen: SOULFLY geht eben irgendwie immer!
© alle Livepics: Tina Burgstaller SETLIST:
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