Mann, wie hatte ich mich im Vorfeld gefreut über das erste österreichische Festival anno 2007 – bei DEM LineUp auch kein Wunder; da konnte die Devise nur lauten: METAL is FOREVER!!
Freitag, halb9 morgens: Abfahrt nach Strasswalchen bei strahlendem Sonnenschein und gefühlten 23 Grad … nach der halbwegs genauen Wegbeschreibung standen wir dann gegen 10 Uhr am Festivalgelände das um diese Zeit noch spärlich gefüllt war – nun gut, dieser Zustand sollte sich dann schleunigst ändern…
Nach dem obligatorischem Chaos beim Zeltaufbau (jaja, das ist eher nicht mein Fachgebiet – aber nach 20min. war die bescheidene Hütte wind-und wetterfest verankert !) und ein oder drei Bier bei Tisch gings dann gegen 13 Uhr endlich los mit dem Tagesprogramm:
Als erstes enterten die Salzburger Schwarzmetaller ISEGHAAL (deren Sänger die Band lustigerweise nach einem Song selbst als ISEGRIMM vorstellte ! na ja, is egal …) die Scheunenbretter um mit ihren polternden Krachhymnen die ersten eingetroffenen Besucher wachzurütteln – gelungen ist das meiner Meinung nach weniger – nebst dem etwas undifferenzierten Sound war auch das Songmaterial eher 08/15, aber Marduk oder Endstille-Freaks kamen in der guten halben Stunde sicher auf ihre Kosten!
Warum aber gleich 2 Coversongs (Mayhem & Tormentor) im Set Einzug hielten war dann aber die Frage aller Fragen - nicht genug Eigenmaterial vorhanden?
VERITAS MENTIS
Die erste Band, die ich mir zu Gemüte fügte, waren die Deather von Veritas Mentis. Das Fünfpiece wollte ich mir ja schon am Bavarian Battle geben, allerdings konnte ich damals dem Konzert nicht beiwohnen. Im Vorfeld sagen mir schon diverse Kollegen, dass bei den Jungs die Post abgeht, und so war es auch diesmal: feiner Melodic Death, der die zu diesm Zeitpunkt anwesende Meute schon sehr gut zum Bangen verleitete. Der Sound ist zwar nicht gerade überragend originell, aber durch diverse Midtempoparts hatte man immer wieder leichte Verschnaufpausen in den Songs, was die Brutalität ordentlich steigerte und mir ausgesprochen gut gefiel. Für mich also schon mal ein sehr feiner Beginn eines noch viel feineren Festivals
LUCIFERI EXCELSI
Wenn eine Band schon mal Luciferi Excelsi heißt, kann man davon ausgehen, dass es sich hierbei um keine White Metaller handelt. Im Gegenteil, hier schoß Black Metal der alten Schule aus den Boxen, der mich hin und wieder an mighty Dark Funeral erinnerte. Auch sie lockerten ihr Geböller immer wieder mit Midtempogewalze auf, was für Abwechslung und Atmosphäre sorgte. Klar, Songs kannte ich keine von den Herren, aber sie machten ihre Sache gut und – Achtung! – ohne Corpsepaint.
SERENITY
Was soll ich noch großartig über die „Austrian Melodic Metal Sensation“ schreiben? Live wie immer ein Hammer, dauerte der Soundcheck leider so lange, dass die Herren nur 4 Songs spielen konnten – schade insofern, weil sie eine gute Abwechslung zu all dem Geböller und Gegrunze darstellten und das Publikum immer wieder gekonnt animierten (Frontmann Georg war as usual in seinem Element!). Während also draußen ein Wolkenbruch für angenehme Schlammatmosphäre sorgte und der Wind das Red Bull Zelt wegfegte, gabs auf der Bühne Sound vom Feinsten. Ich denke mal, dass die 5 Buam mit diesem Gig sicher wieder etliche neue Fans dazugewinnen konnten. Von meiner Seite gibt’s sowieso nur einen römischen Einser! (Deimon)
Tja, den Lobgesang von Oberfan Ralph kann ich voll und ganz verstehen – die Musik ist zwar Geschmackssache und definitiv nicht meine Baustelle – aaaber Serenity verstanden es in der knapp bemessenen Spielzeit immer wieder die Fans zum mitmachen zu bewegen und da ich zumindest in einem Song diverse Blind Guardian-Parallelen ausmachen konnte und bei keyboardgetränktem Melodic-Metal normalerweise das Weite suche muss man hier nur eines sagen: Respekt ! Ich bin geblieben – die ganzen 4 Songs lang! (CoB)
BEFORE THE FALL
Metalcore ist ja ansich überhaupt nicht mein Ding, aber Before the Fall verstanden es, mich zumindest live vollends zu überzeugen – die Jungs hatten den ersten imposanten Moshpit des Tages, vor der Bühne ging ordentlich die Post ab! In einem etwas größeren Sicherheitsabstand war es sehr lustig anzusehen wie diverse Irre außer Rand und Band herumkickten, sich gegenseitig den Full Contact gaben oder einfach nur den Propeller starteten. Die Band lockerte ihren Sound immer wieder durch diverse Beatdowns auf, was das Publikum mit exzessivem Herumgehüpfe honorierte. Manchmal erinnerte mich das Ganze an MACHINE HEAD, ohne allerdings ganz die Klasse der Bay Area Verteranen zu erreichen. Trotzdem, mir gefiels, und das Publikum feierte die Band vor allem in den ersten paar Reihen ordentlich ab – gekonnt!
DAGOBA
Da Thirdmoon (und auch Riger) leider krankheitsbedingt ihren Auftritt absagen mussten, waren Dagoba die nächste Band auf der Bühne – und was für ein Klassegig es war! „What Hell Is About“, ihre letzte CD, läuft bei mir immer wieder durch die PA, die Herren wissen, wie man ordentlich Gas gibt, und so war es live umso intensiver, den ModernMetal-Krachern zu lauschen und kollektiv auszurasten. Kein Wunder, wenn man so eine Mörderscheibe im Gepäck hatte. Der Livesound war bestechend, ultrafett und differenziert, das Stageacting kann man nur mehr als brutalst einstufen und der Fronter hatte vom derben Geröchel bis zum cleansten Gesang alles drauf, was das Herz begehrte. Die Meute tobte und ich kann mich nur einem Fan, mit dem ich danach quatschte, anschließen: Gott!
ABORTED
Die Belgier live zu sehen war mir immer schon ein großes Anliegen, da deren DVD „The Auricular Chronicles“ ein wahrhaft fettes Teil geworden ist und die Vorfreude auf das Highspeedgeknüppel ins unermessliche stieg. Was soll ich sagen? Die Band hat es perfekt verstanden, ihre Granaten ins Publikum abzufeuern! Das Zusammenspiel war perfekt, der Schlagzeuger nicht von dieser Welt und Grunzer Svencho ist wahrhaft ein Meister seines Fachs! „Slaughter and Apparatus“ quasi live auf der Bühne! Als dann auch noch DER Bandhit kam, nämlich “Meticulous Invagination”, gabs eh kein Halten mehr… Die Fans fraßen der Band aus der Hand, besser kann man Grindcore/Death Metal nicht mehr zelebrieren! Ganz großes Kino, wahrlich, und 2 dicke Daumen nach oben für ABORTED! (Deimon)
Jau, Aborted – wer bei diesem Death/Grind Geschoss stillstand war entweder tot oder BonJovi-Fan; hier gabs von der ersten Sekunde an nur Vollgas an den Kesseln & Gitarren zu bestaunen; musikalisch spannte man den Gore-getränkten Bogen über die letzten 3 Alben und machte vor allem Anhänger von old Carcass bzw. Death eine Riesenfreude – technisch erste Sahne und spielfreudig gingen die Belgier ab wie Sau und zermantschten das zum Bersten gefüllte „Zelt“ innerhalb weniger Songs zu Eingeweide-Müsli ! On Stage mindestens genauso beeindruckend wie auf CD, mMn sogar noch besser da der leicht unterkühlte Studiosound live doch etwas derber rüberkam! (CoB)
HATESPHERE
Danach kamen die Thrashfreaks Hatesphere auf die Bühne geschlendert – wer nach dem Massaker das Aborted angerichtet hatten auf eine Verschnaufpause hoffte war hier fehl am Platz: Sänger Jakob stachelte gleich nach dem Startintro das Publikum durch seine Agilität immer wieder zu Moshpits, Stagediving und sonstigen Mätzchen an; ohne seine Texte aus den Augen zu lassen marschierte der Hüne – aktiv wie sonst nur Barney von NapalmDeath oder 10 RedBull intus ? – zu den Livegranaten (ua. „The Coming of Chaos“ / „500 Dead People“ / „The Fallen shall rise in a River of Blood“) mit einem geschmackvollen KingDiamond-Shirt über die (für ihn) viel zu kleine Bühne und machte Stimmung ohne Ende ! Fazit: Hatesphere sind die geborene Liveband & immer wieder ein Genuss ! (CoB)
Nach dem Gig von Aborted dachte ich, dass Hatesphere es ziemlich schwer haben werden, das Level zu halten – weit gefehlt! Thrash Metal at ist best! Band und Publikum waren gleichermaßen entfesselt und trieben sich immer wieder zu neuen Höchstleistungen. Kein Wunder, wenn man so einen Sympathiebolzen wie Sänger und Ganzkörper-Tattoo Jacob in den Reihen hatte, der sich immer wieder artig mit einem „Dankeschön!“ äh... bedankte. Wer hier nicht mitbangte war entweder taub, besoffen oder tot – oder alles gleichzeitig, wie manchen Besuchern anzusehen war. Sound und Licht konnte man nur als absolut großartig bezeichnen, was auch das rappevolle Zelt mit viel Applaus und unzähligen Pommesgabeln honorierte. Spitze ! (Deimon)
MERCENARY
Auch die nächsten Dänen konnten das Level mühelos halten, es ist mittlerweile schon fast beängstigend, wie perfekt die Herren Musiker aufeinander eingespielt sind. Der neue Mann am Fünfsaiter steht seinem Vorgänger in nichts nach, im Gegenteil, selten sah man so ein Tier auf der Bühne. Kracher wie „World Hate Center“, „The Hours That Remain“ oder „11 Dreams“ sind nun mal wahre Göttergaben, und nicht umsonst wird die Band nahezu überall abgefeiert. So dachte wohl auch das Publikum, die auch Mercenary ein weiteres Mal lautstarkes Feedback gab und den Musikern war es anzusehen, wie sehr sie ihren Auftritt genossen. Bestechend in Form und vom Sound her exzellent – hier mal ein großes Lob an den Mischer, der fast jede Band druckvoll und klar abmixte, nur bei manchen Bands war mal der Bass zu laut, was aber dem Spaß keinen Abbruch tat! Respekt! (Deimon)
Mein Eindruck – absolute WELTKLASSE was hier abging ! Mercenary waren eine willkommene Abwechslung zu all dem Geschepper, manchen gefiels halt genau deswegen weniger, aber die Nörgler waren hier eindeutig in der Unterzahl !
Der melodische Sound der Dänen war ein Ohrenschmeichler erster Güte – bei Songs wie „Firesoul“ oder „Redefine Me“ kam die Gänsehaut meterdick über meinen verzückten Körper gekrochen, alleine die Gesangsleistung von Fronter Mikkel (dessen Lederjacke und sonstiges Outfit stark an Ripper Owens erinnerte!) war grenzgenial – zugegeben sah ich Mercenary heute das erste, aber sicher nicht das letze Mal! (CoB)
EISREGEN
sind für mich ein Phänomen: ich finde sie total Scheiße, und fast alle Leute, mit denen ich geredet habe, empfanden ebenso, trotzdem war das Zelt stolz angefüllt, als die Band die Bühne betrat... However, für mich hieß es, schleunigst zum nächsten Bierstand zu gehen, denn auch dieses Mal konnte mich die Band in keinster Weise berühren... Prost! (Deimon)
Klar, die Thüringer polarisieren – manche finden sie grenzgenial, manche einfach belanglos oder total schlecht; der Auftritt am SummerNights wird ihen wohl auch keine neuen Anhänger bringen, soviel ist sicher !
Kaum altes Material (ausser „Krebskolonie“) am Start, Bewegung auf der Bühne gleich Null, langweilige Songs und Kreisklasse-Niveau an den Instrumenten führten zu einer Gähnattacke nach der anderen – sicher die schlechteste Band dieses ersten Festivaltages; was die Leute an dieser Band (die genau EIN halbwegs gutes Album am Markt hat !) finden ist mir schleierhaft und ehrlich gesagt muss ich noch folgendes anführen – Live noch schlechter als auf Platte rüberzukommen ist auch eine Leistung! (CoB)
HEAVEN SHALL BURN
Nun gut, das Leiden hatte schnell ein Ende – HEAVEN SHALL BURN standen als nächste Band am Programm und konnten von Anfang an das Publikum auf ihre Seite ziehen!
Wer Kracher ala „Profane Believers“ oder „They Weapon they Fear“ auf dem goldenen Metalcore Tablett servierte und ohne Unterlass die Boxen mit ihren richtig platzierten Breakdowns auseinandernahm konnte nur als Gewinner die Arena verlassen – meine Wenigkeit hätte zwar ein paar Uptempoparts mehr vertragen, aber auch so war die deutsche Formation eine sicher Bank und hinterliess nach einer kurzweiligen Dreiviertelstunde nur zufriedene Gesichter, moshpitgeschädigte Köpfe und sicher einige neue Fans mehr! Well done !
TANKARD
Nachdem Pungent Stench immer noch nicht am Gelände aufgetaucht waren kamen eben Tankard zum Zug (welch Wortspiel!):
Schon lange wollte ich die deutschen Thrashveteranen mal live sehen, und endlich sollte es auch wirklich klappen. 25 Jahre gibt es die Band schon, und wie viele Hits haben wir ihnen doch zu verdanken: „Zombie Attack“, „Beermuda“, „Space Beer“ und natürlich DEN TANKARD-Song überhaupt: „Empty Tankard“! Es war einfach unglaublich, wie Frontmann Gerre trotz seiner enormen Bierplautze über die Bretter fegte – auch seine Kollegen hatten ordentlich Spaß in den Backen, was sich sofort nach dem ersten Song aufs Publikum übertrug. Legendär auch die etwas beleibtere Dame auf der Bühne, die zusammen mit Gerre um die Wette poste. Vor der Bühne herrschte sowieso Ausnahmezustand, und da es auch an Licht und Sound absolut nichts zu bemängeln gab, kann ich nur sagen, dass alleine TANKARD schon den Eintritt wert waren – selten hatte ich soviel Spaß, einer Band bei ihrer „Arbeit“ zuzusehen! Hammer!!
PUNGENT STENCH
Tja, nachdem die Uhr schon gefährlich nahe an der Sperrstunde klopfte schafften es Mr. Wank und Gesellen (auch bekannt als PUNGENT STENCH) gegen 1:45 PM doch noch auf die Bühne – da Eile geboten war gabs nur knappe Ansagen, feinstes Arschgewackel und natürlich OldSchool (Death)Metal aus Vienna - da wie gesagt nicht allzu viel Zeit blieb beschränkten sich die Sickos auf altes Material, („Splatterday Night Fever“ – treffend gewählt für diesen Auftritt!) das zwar lässig aber nicht allzu motiviert in die leicht dezimierte Menge geschleudert wurde und nach einer halben Stunde ein jähes Ende fand…
Trotzdem bleibt folgende Erkenntnis: lieber eine halbe Stunde Wiener Blues als eine Eisregen-CD dreimal hören zu müssen…
So long, nach diesem Stench-Appetizer gings ab ins Bettchen das nach dem vorangegangenen Regen (einmal mehr) die Rückbank des eigenen PKWs darstellte … Shit happens!
Schlafpensum erste Nacht: knappe 2 Stunden … inkl. Kreuzschmerzen und dezenter Genickstarre …. Aua …
Bierkonsum erster Tag: 11 Halbe und ein oder 2 Seiterl auf der (einzigen) langen Hose ! dazwischen auch am NussSchnaps gelabt, Mineral derweil nur fürs Zähneputzen benötigt!
Essenskonsum: 1 Bosner (teuer & zum abgewöhnen!), 3 Scheiben Schnittbrot, 2 Kabernossi und 1 Portion Pommes … gesunde Kost halt!
Samstag – Tagwache gegen 7 Uhr morgens; das Wetter ? eine Spur besser geworden – die Frisur passt so halbwegs! Aber: Mundfasching ole !!
Frühstück ? Aber klar doch – Schnittbrot mit Wurstaufstrich, dazu 2 Dosen Bier, was braucht der Mann von Welt mehr ??
Viel Zeit blieb nicht mehr , um sich gepflegt einen hinter die Binde zu kippen – gegen halb11 waren wir schon wieder am Start und nutzten die Gelegenheit um einen weiteren NussSchnaps zu verkosten; nachdem die Scheunentore pünktlich um 10:45 aufgingen startete der Samstag mit dem ersten tonalen Angriff auf die geplagten Lauschlappen ….
AVENGING ANGELS
Am Samstag als erste Band die Bühne zu erklimmen ist natürlich nicht gerade von Vorteil, da die meisten Festivalbesucher noch schlafen oder immer noch zu besoffen sind, um irgendetwas mitzukriegen. Wie auch immer, die ANGELS meisterten ihre Arschkarte mit Bravour. Die beiden Mannen am Mikro sorgten für die nötige eigene Note, und die Instrumentalfraktion war in bestechender Form. Ihr melodischer Death Metal war genau das richtige musikalische Frühstück, dass ich gebraucht habe, um einen weiteren grandiosen Festivaltag einzuläuten. So dachten wohl auch die zu diesem Zeitpunkt circa 60 anwesenden Nasen, die die Band mit einigem Applaus bedachten.
ULTRAWURSCHT
Danach kam eine Band, die schon wegen des Namens etlichen einen dezenten Grinser im Gesicht verpasste, der ob des Bühnenoutfits und dem bayrischen Charme der Herren Musiker noch größer wurde – der Sänger war als manischer Arzt verkleidet, der Gitarrist hatte einen kleinen Propeller auf der Rübe (den er immer wieder eingeschalten hat, bis es ihm wohl zu heiß wurde...) und der Bassist war in mehr Leder als MANOWARS Joey DeMaio. Wie es sich für eine Grindcoreband gehört, gab es Songs, die gestoppte 4 Sekunden nicht überschritten – und wenn man dann auch noch Reggae-Einflüsse verwurstet (sic!) gabs sowieso nur mehr Ausrasten vor und auf der Bühne – selbst eine Wurstkanone hatte man im Gepäck, mit der immer wieder Konfetti ins Publikum gefeuert wurde. „Es geht um die Wurst!“, sagte der Sänger, und die Leute fraßen ihm aus der Hand – selten so gelacht! Großartige Show!
LACERATOR
Nach der Wurst – Vollbedienung kam mit LACERATOR eine Band, von der ich noch nie etwas gehört hatte. Die 4 Burschen haben augenscheinlich das 20. Lebensjahr noch nicht überschritten, und trotz ihres jugendlichen Alters waren sie gar nicht mal so schlecht. Klar, innovativ ist etwas anderes, aber darum geht’s nicht. Ihr melodiöser Death Metal wurde gekonnt von der Bühne gefeuert, und auch wenn sich der ein oder andere Spielfehler einschlich, so konnte man ihnen doch attestieren, eine gute Show abgeliefert zu haben. Das Publikum sah es ähnlich, und wenn die Herren noch etwas an ihrem Sound feilen, dann könnten sie zu einer richtig guten Band werden – meinen Segen haben sie jedenfalls!
SEEK AND DESTROY
DIE Überraschung des gesamten Festivals! Unglaublich, wie präzise und gekonnt diese maximal 17-jährigen Burschen auf der Bühne agierten. Es schien fast so, als ob die Drei ihren Death/Thrash Metal quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben, anders kann ich es mir nicht erklären, dass die Band sämtliche Vorgruppen – im wahrsten Sinne des Wortes – ziemlich alt aussehen ließen. Werte Leser, hier kommt was Großes auf uns zu! Und so, als ob es das Natürlichste auf der ganzen Welt wäre, fegen sie einen Hammer nach dem anderen von der Bühne. Hier kann ich nur noch begeistert meinen Hut ziehen – Grandios!
POSSESSION
Die Salzburger Haudegen gibt’s bekanntermaßen schon einige Jahre länger als SEEK AND DESTROY, allerdings konnten sie mich in keinster Weise so mitreißen wie ihre Vorgruppe. Das liegt vor allem daran, dass ihr Sound einfach zu altbacken (sic!) und zu stumpf für meine Granitohren ist. Klar, ihre Instrumente beherrschen sie und knüppeln können sie auch, aber das war mir einfach zu wenig nach den 3 Jungspunden von SEEK AND DESTROY. Hier fehlte mir leider das gewisse Etwas, was das Publikum allerdings nicht davon abhielt ordentlich mitzugehen und die Band abzufeiern.
PERISHING MANKIND
Die Grazer Dame und ihre Mannen waren da schon wieder ein ganz anderes Kaliber. Es ist einfach immer wieder unglaublich zuzusehen, wie Beat!e quasi mühelos ihre Felle verdrischt und der Rest der Band ihr in absolut nichts nachsteht. Man merkte es PM sichtlich an, dass sie schon etliche Livegigs absolviert hatten, die Wand, die von der Bühne kam, war schon fast beängstigend. Sänger Holger, stilecht bewaffnet mit einem 50er Jahre-Mikro, schien wie von der Tarantel gestochen, so aggressiv war sein Stageacting. Ich habe die Band ja schon öfters livehaftig erleben dürfen, und bis jetzt bin ich auch nie enttäuscht worden. Auch das Publikum feierte PM ordentlich ab, sodass man von einem wahrlich gelungenen Auftritt reden kann. Daumen hoch!
SYNCHRONOMICA
Die Melodic-Blackies hatten es anschliessend schwer den Stimmungspegel zu halten – der Mix aus CradleofFilth & Graveworm (mit deutschen Texten ?) war mMn zu unspektakulär um hier wirklich was zu reissen, nebenbei stand das Keyboard viel zu penetrant im Vordergrund … (CoB)
Auf diese Melodic Blackmetaller war ich schon sehr gespannt, da deren letztes Album schon ein ganz feiner Feger ist. Live ließen sie auch nicht wirklich viel anbrennen – oder besser gesagt, DOCH – denn sie hinterließen mehr oder weniger nur Schutt und Asche. Highspeed – Geböller trifft auf elegische majestätische Parts, das ist wahre Music(k) in den deimonischen Stahlohren, hehe! Ein gelungener Auftritt, auch das Publikum ging gut mit. (Deimon)
EVENTIDE
Besserung versprachen dann die Steier – mit Einheitsdress ausgestattet präsentierten uns die Mannen Power meets Thrash meets Melodie; super rübergebracht & mit teilweise dreistimmigem Gesang auch was fürs Auge, lediglich der etwas dünne Gitarrensound verdarb einem den Hörgenuss etwas; egal – Klassesongs wie zB „Chamber of Desert Dreams“ oder „See you in Hell“ MUSS man mal live erlebt haben ! (CoB)
Die Grazer sah ich das erste Mal am Celtic Metal Festival in Hallein, nur dass der Auftritt dort leider durch etliche technische Mankos als kein so großer Erfolg zu bezeichnen war. Am Summer Nights war davon nichts zu spüren, im Gegenteil, diesmal steppte der Bär auf und vor der Bühne. Ach ja, Meister Tazz (Guitars) bekommt ab sofort den Beinamen „The Animal“! Headbang deluxe! Die 30 Minuten, die die Band zur Verfügung hatte, vergingen wie im Flug und ich bin mir sicher die Band hat wieder weitere Fans dazugewonnen! (Deimon)
MISERY SPEAKS
boten dann feinsten deutschen (Death)Metalcore der mich ein klein bisschen an härtere Neaera erinnerte und auch sonst in meist flottem Tempo aus den Boxen bolzte ohne die genretypischen Mosh&Breakdownparts ausser Acht zu lassen; neben einigen Blastparts (hossa !) bot man auch einen komplett neuen Song der sicher Appetit auf den kommenden Longplayer machte - Guter Auftritt!
THE SORROW
Einmal mehr stand Metalcore auf dem Programm – die Vorarlberger (die optisch ziemlich emo-mässig rüberkamen und frisurentechnisch wohl die Beatles als Vorbild nahmen …) kamen aber eine Spur dreckiger als die meisten Core-Bands rüber und schreckten auch nicht vor einigen Noiseparts im Auftritt zurück ! Ein kurz angespielter Amon Amarth - Song („Pursuit of Vikings“) schaffte dann wieder das Stimmungsbarometer nach oben zu treiben – bin mal gespannt ob der in Bälde erscheinende Longplayer das hält was die Band live verspricht!
IN SLUMBER
Die Oberösterreicher schafften es – übrigens bereits zum xten Mal heuer live zu bewundern – einmal mehr das anfangs verhaltene Publikum mit ihrem melodischen Deathmetal aus der Reserve zu locken, Fronter Wolf (der im Gegensatz zu Thirdmoon live nur mit dem Mikro bewaffnet ist) trieb seine Mannen unentwegt zu musikalischen Höchstleistungen und mit einem guten Mix aus alten und neuen Songs („In Pain“ / „One Bullet for One Aeon“) vom Hammeralbum „Scars: Incomplete“ konnte sowieso nix schiefgehen!
Definitiv eine heisse Aktie am heimischen Metalmarkt! (CoB)
Die Linzer genoss ich das erste Mal im Dezember letzten Jahres in Innsbruck – und wie haben sie mich damals umgeblasen! So sollte es auch dieses Mal geschehen! Unglaublich, wie präzise und tight die Herren ihren Todesmetall ins Publikum schossen. Wahrlich, hier war eine der besten österreichischen Livebands in dieser Musiksparte am Werke. Die neue Scheibe heißt ja „Scars: Incomplete“, aber nach diesem Gig waren die Wunden wahrlich komplett… im Genick! ;) (Deimon)
EXCREMENTORY GRINDFUCKERS
Ohne Worte ! Wer so besoffen auf die Bühne kommt und danach aber dermassen spielfreudig eine Fun-Grinderuption (von 4sec. an aufwärts) nach der anderen in die gierige Meute schaufelt kann nur gewinnen ! Dass der Set natürlich ausschliesslich Coverversionen bot war ja keine Überraschung – Highlights meinerseits: die Hasselhoff-Nummer „I´ve been looking for Grindcore“, der Scooter-Techno-Grindsong und der vorgestellte neue Track (Titel? Keine Ahnung … wird aber sicher was mit „Grindcore“ im Text sein, hehe !) … beide Bierbecher hoch!
ELUVEITIE
Aus Spass wurde Eluveitie – nachdem die Grindfuckers die Hütte rockten lag es nun in schweizer Hand dem ganzen Event wieder einen etwas ernsteren Anstrich zu verpassen: die 7 oder 8 Musikanten hatten aber bei ihrem Autritt ebenfalls Spass in den Backen und machten mit der Skyclad-lastigen Musik (Folk/Paganmetal mit einigen DM-Parts) ihrerseits alles richtig, da auch die optische Komponente und der Sound passten kann man den Nachbarn nur zu einem gelungen Auftritt gratulieren ! Für mich sicher eine der positiven Überraschungen des SummerNights-Festivalsamstags – und das Debüt „Spirit“ sollten sich Interessierte ganz dick auf ihren Einkaufszettel notieren ! (CoB)
Auf die Schweizer war ich auch sehr gespannt, konnte mich deren letztes Album „Spirit“ schon ziemlich begeistern. Leider zog sich der Soundcheck wegen der vielen Instrumente ordentlich in die Länge. Nichtsdestotrotz konnte man noch einige Songs zelebrieren, und ich war begeistert, denn im Gegensatz zu vielen anderen Pagan Bands geben die Damen und Herren auch schon mal ordentlich Vollgas, ich höre hier sogar eine Prise DARK TRANQUILLITY raus. Es war eine feine Sache und vor allem eine willkommene Abwechslung zu all dem Brachialgetrümmer der Vorbands. (Deimon)
ENDSTILLE
Danach wurde es wieder seeeehr böse und schwarzmetallisch – die deutschen Kriegsfanatiker standen (ebenso wie die Grindfuckers stark angeheitert) danach mehr oder weniger standfest auf Deck; Highspeedscheppersound ala Marduk / Dark Funeral sowie eine eisige Klampfenwand sorgten bei zahlreichen Freaks zwar für Freudentränen, meine Wenigkeit konnte in dem Inferno jedoch so gut wie keine Abwechslung oder sonstigen Highlights heraushören – wenn die Jungs nicht ihre Songs (ua. „Frühlingserwachen“/“Navigator“) angesagt hätten könnte man fast glauben es war nur ein einziger Longtrack der sich über die gesamte Spielzeit ergoss … ergo: not my Cup of Tea!
Nachdem man bis jetzt die RunningOrder halbwegs im Griff hatte (und auch 2 Bands weniger heute am Programm standen; Samhayn sowie Darkside waren – aus welchen Gründen auch immer – nicht am Start) begannen jetzt erst so richtig die Probleme; die Techniker von Turisas schafften es den Auftritt eine geschlagene Dreiviertelstunde nach hinten zu rücken; sehr professional auch ! Nach diesem Fiasko stand nur mehr Schadensbegrenzung auf dem Plan & diverse Bands mussten ihre Setlist kürzen – schönen Dank auch!
TURISAS
Anscheinend hatten auch die bärigen & blutverschierten Bühnenklamotten eine Menge Zeit verschlungen, so blieb den Finnen nur die Zeit für 4 Songs (ua. „To Holmgard and Beyond“ vom neuen Werk) , welche sich allesamt in ihrer Eigendefinition „Battle Metal“ bewegten – wer auf eine Mischung aus Manowar, Folk und typisch finnischer Kost ala Ensiferum kann wurde hier ansprechend bedient, überwältigend war der Kurzauftritt aber keineswegs, neben dem dröhnenden Bass und den immer wieder kehrenden Soundproblemen (manche Instrumente waren teilweise „out of order“ !) waren auch die Bewegung und Spielfreude an der kurzen Leine gehalten – da hatte man die Band im Vorprogramm der Apokalyptischen Reiter schon besser in Erinnerung ! Und was die Herren Musiker anschliessend im Backstagebereich aufführten verdient hier nur zwei Wörter: Peinlich & Unprofessionell!
BEHEMOTH
Als Nergal und seine Mannen (übrigens wieder im dezenten Corpsepaint unterwegs) mit gewaltiger Verspätung ihren Kreuzzug starteten war das Turisas-Geplänkel rasch vergessen, zu gewaltig und atemberaubend war die polnische Black/Death-Armada unterwegs ! Nebst einem famosen (Drum)Sound waren es vor allem die Songs die überzeugen konnten – „Christians to the Lions“, „From the Pagan Vastlands“ oder „Prometherion“ vom neuen Meisterwerk „The Apostasy“ konnten einfach alles und schlugen wie die vielzitierte Bombe in Strasswalchen ein ! Blastinferno´s vs. Riffmassaker + saugeile Kompositionen & Spitzensound = Behemoth!!
Da aber nach gut 35 Minuten schon wieder Schicht im Schacht war (Turisas sei Dank!) konnten viele Fans nicht glauben und forderten lautstark eine Zugabe ! War aber nix mehr zu machen – schade drum; aber egal – Behemoth konnten sich so oder so einen starken Auftritt ins Notizheftchen eintragen…
CALIBAN
Die deutschen Metalcore-Veteranen bildeten dann zu sehr später Stunde den Abschluss dieses Festivals - ob gerechtfertigt oder nicht sei mal dahingestellt, schliesslich gibt es genauso viele Liebhaber wie Gegner dieser Combo
Nach einer wieder seehr langen Umbaupause gings dann gegen halb2 mit einem pathetischen Intro endlich los – die in schickes Weiss gehüllten Musikanten präsentierten zwar solide Kost (dessen Hauptaugenmerk - wen wunderts - auf die 3 Roadrunner-Werke gelegt wurde), diverse kleine Spielfehler und ein nicht immer fehlerfrei röhrender Andy konnten aber weder stimmungs-noch showtechnisch gegen Behemoth anstinken!
Immerhin schafften es Caliban in der knappen Stunde noch den ein oder anderen Fan der sich noch auf den Beinen halten konnte zu einem kleinem Moshpit anzustacheln; aber da sichtlich beide Parteien (Band & Publikum) deutliche Ermüdungserscheinungen zeigten war wohl niemand traurig dass keine Zugabe mehr verlangt wurde – auch diverse Knackser in der Backline waren nun an der Tagesordnung (die man heute aber desöfteren vernahm!); dennoch sollte man für´s nächste Jahr einen besseren Headliner an Land ziehen, Caliban sind da ganz sicher nicht meine erste Wahl!
Nach dem letzten Ton gings ohne Umschweife zügig ins Bett … denkste ! Nach diversen Diskussionen & noch etwas „Allohol“ gingen die Lichter dann erst gegen 5 Uhr früh aus – die Frisur war im Eimer, die Grobmotorik auch leicht angeschlagen...
Bierkonsum zweiter Tag: so über den Daumen geschätzte 10 Halbe … inkl. 3 NussSchnaps & eine halbe Mineral-Weisswein…
Food: 1 Schnitzelsemmel, 1 WienerSchnitzel mit Salat & Pommes, 2 Festivalgeländegrashalme & 1 Leberkässemmel
Schlafpensum: knappe 3 Stunden … chrrrr…. diesmal aber ohne Genickstarre oder sonstige Extras!
Für euch tranken, sangen, tanzten, fotografierten und recherchierten vor Ort:
Mr. Deimon (Ralph A.) & Mr. Cult of Blood (Peter H.)
Als Abschluss gibt’s noch ein kleines Plus/Minus – Review vom Festival an sich:
+ die Veranstalter & Crew (immer ein Ohr offen für Probleme oder Lob, schnelles Eingreifen nach dem Unwetter am Freitag)
+ der Grossteil der Bands (Ausnahmen bestätigen die Regel)
+ die Merchandisestände (Auswahl top; Preise waren verhandelbar & grossteils auch fair !)
+ die Auswahl im Verpflegungsbereich
+ der NussSchnaps
+ die Location an sich (auch wenns teilweise etwas eng wurde)
- der sanitäre Bereich (WC-Anlagen samstags unbenützbar, ausser man hatte einen starken Magen, Duschen wären auch kein Fehler gewesen – aber dafür hatte man ja das Wasser direkt von oben )
- keine Sanitäter vor Ort
- diverse „Fans“ die sich im Pit & am Gelände total daneben benahmen
- Bosnerstand (3€ für EINE Wurst im ansonsten leeren Weckerl?)
- der etwas eng gesteckte Spielplan; 3 oder 4 Bands weniger & dafür mehr Spielzeit im nächsten Jahr wäre ein guter Kompromiss!