01.12.2011, Arena - kleine Halle

RIVAL SONS

Veröffentlicht am 08.12.2011

Mit ihrer (digitalen) EP und dem offiziellen Debütalbum „Pressure & Time“, das in der Medienlandschaft europaweit Höchstnoten eingesammelt hat, haben die

RIVAL SONS

in diesem Jahr schon reichlich Eindruck hinterlassen. Jetzt zeigt sich das Quartett aus Kalifornien auch erstmals auf Headliner-Tour in unseren Breiten und legt in der kleinen Halle der Arena Wien einen Stopp ein.

Die ist überraschend gut gefüllt, wenn man bedenkt, dass die Band bisher ein Geheimtipp, ohne all zu viel Airplay oder (zumindest in Europa) Touren als Support für bekanntere Szenegrößen ist. Das Publikum ist teilweise sehr jung und alternativer, als ich es bei dem Stil der Jungs aus Los Angeles, die sich vor allem an den späten 60ern und frühen 70ern orientieren, erwartet hätte.

Spätestens, als die RIVAL SONS um 21:15 die Bühne betreten, eine Vorgruppe gibt es heute Abend nicht, zeigt sich, dass die Fans wissen, wegen wem sie heute gekommen sind. Über ein so aktives und textsicheres Publikum dürften sich Newcomer vermutlich nicht all zu oft freuen. Songs wie „Burn Down Los Angeles“, „Get What’s Coming“ oder „Save Me“ werden lauthals mitgesungen und in den ersten und letzten Reihen wird getanzt. Nur die Jungspunde, die vor der Bühne einen Pogo-Pit starten wollen, werden recht schnell wieder ruhig gestellt.

Die Band selbst kann ihr Material überraschend nah an der Studioqualität darbieten. Nur die Tatsache, dass mit Scott Holiday nur ein Gitarrist auf der Bühne steht, und entsprechend weniger Gitarrenspuren zu hören sind, lässt den Sound etwas dünner erscheinen. Beim Gesang sorgend Michael Miley (Drums) und vor allem Bassist Robin Everhart dafür, dass die mehrstimmigen Passagen klingen, wie auf Platte. Die Stimme von Jay Buchanan ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und nicht zuletzt der Grund für dutzende von Led Zeppelin Referenzen in der Musikpresse. Etwas nervig finde ich sein Gezappel, das teilweise auch einfach etwas sehr aufgesetzt wirkt. Der Versuch, wie XY auszusehen (in diesem Fall vermutlich unter anderem wie eine Kombination von Robert Plant, Jim Morrison und Roger Daltrey), kommt einfach zu bemüht.

Die RIVAL SONS zeigen, ähnlich wie THE ANSWER einige Tage davor, was im Retro-Bereich im Moment in Bewegung ist. Starke Alben, starke Konzerte. Wenn es Gerechtigkeit in der Musikwelt gibt, reicht es bei der nächsten Tour (hoffentlich mit dem nächsten Album im Gepäck) schon für die Haupthalle der Arena.


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