29.09.2013, Arena - kleine Halle

AUDREY HORNE

Veröffentlicht am 10.10.2013

Was war denn da heute los? Ich habe bestimmt schon hunderte Bands gesehen, von denen machne mal mit größerer, mal mit kleinerer Besucherzahl gewürdigt wurden. Aber wovon ich an diesem Abend Zeuge wurde, kann nicht in Worte gefasst werden. Da war eine der geilsten und trotz der vielleicht 100 Besucher motiviertesten Bands, die ich jemals gesehen habe, am Werk und kaum jemand nimmt davon Notiz. Was ist mit den ganzen Hard Rock Fans los, dass sie sich ein solch großartiges Konzerterlebnis entgehen lassen? THE ANSWER werden leider in Wien genausowenig gewürdigt, wie an diesem Abend AUDREY HORNE. Was diese Band an Performance leistet, ist jedoch mit kaum einer anderen aktuellen Band zu vergleichen. Besonders, dass kein Bandmitglied irgendwie weniger motiviert war als ein anderes, zeichnet ein Qualitätsmerkmal aus, das ich selten bei Konzerten erleben durfte. Aber erst mal der Reihe nach. Die Opener Band GOLD schaffte ich anreisebedingt leider nicht mehr zu sehen. Dafür war ich pünktlich zu KARMA TO BURN um 9 Uhr in der kleinen Halle der Arena am Start. Mit der Lichttechnik von AUDREY HORNE ausgestattet und einer größeren Bühne als im Viper Room zum Frühjahrsgig war showmäßig noch einen Tick mehr drinnen als beim letzten Gig. Aufgrund der spärlichen anwesenden Besucher kam aber leider nicht die selbe schweißtreibende Atmosphäre wie im Viper Room auf. Die Riffs waren trotzdem wieder erfuhrtseinfließend. Geblendet von den Crowdblendern hieß es Augen zu und durch. Nur mit einem Bier in der Hand konnte diesen staubtrockenen Desertrockklänge Paroli geboten werden. Viel zu kurz war diesmal leider der Gig, um das Feld für die Hauptband zu räumen. Ich hoffe beim nächsten Mal auf ein reines Stonerevent, wo sich die Bands nicht gegenseitig die Fans wegnehmen.

Ich muss zugeben, dass mir AUDREY HORNE zwar schon seit einiger Zeit bekannt waren, ich jedoch erst aufgrund ihres neuen Releases "Youngblood" so richtig auf diese moderne Hard Rock Band aufmerksam wurde. Und deshalb war bei mir das neue absolute Überalbum im Laufe des Sommers einige Male auf Dauerrotation geschaltet, um mich auf das Konzert im Rahmen des "Masters of Rock" vorzubereiten. Krankheitsbedingt kam es leider nicht dazu, diesem nach Beschreibung des stormbringer Festivalberichts, absolut genialen Konzerts beizuwohnen. Umso mehr freute ich mich, nach Ankündigung im stormbringer Interview von Sänger Toschie, dass die Band aufgrund ihrer Napalm Records Zusammenarbeit sicher auch in Österreich touren werden. Unter anderem deshalb waren meine Erwartungen der Zuschauerzahlen höher, als dann tatsächlich eingetroffen. Der Sonntag war dann auch der Hauptgrund den die Bands als Vorwand für eine zufriedene Bilanz hernahmen, um trotzdem Vollgas zu geben. Als dann die Gitarren beim "Redemption Blues" in Metallica „Ride the Lightling-Fight fire with fire“ Manier starteten, war bei mir kein Halten mehr. Bei den Zeilen "I’m going nowhere“ und dem coolen Basspart während des Songs und den darauf wieder einsetzenden Gitarren floss das Bier genüsslich die Kehle runter. Die Band poste um ihr Leben, geilere Gitarrenparts hört man selten und der Frontman ist wirklich einer den man als solchen bezeichnen kann. Absolut geiler Start!

Nach dem Song "Bridges and Anchors“ vom selbstbetitelten Vorgängeralbum "Audrey Horne“, gings dann auch schon mit dem Titelsong "Youngblood“ vom neuen Album weiter, das mit einem sehr smoothen softeren Vers beginnt und mit einem eingängien Refrain punktet. Das Twin-Lead Gitarren Solo im Thin Lizzy Stil ist mit unglaublichen Melodiegefühl einfach nur als geil zu bezeichnen. Bei "Show and Tell“ gibt’s dann Hamond Orgelparts in Deep Purple Stil. Eigentlich bei jedem Song harmonieren die Gitarrenleads so perfekt mit dem Gesang, dass es kaum zu fassen ist. Und wie schon am Album festzustellen ist der Abwechslungsreichtum bei den neuen Songs für mich ein Qualitätsmerkmal, das nicht für möglich gehalten werden kann. Der folgende Song "Pretty Little Sunshine“ hat es mir besonders angetan und diesen Ohrwurm werde ich in den nächsten Wochen sicher nicht mehr los. Ein absoluter Feel Good Song, der Begeisterungsstürme auslöst und mich mit den Refrainzeilen "I’m out of my mind..“ mit absoluter Freude zum Mitsingen animiert. Ein Wahnsinn! "There goes a Lady“ ist ein weiterer meiner Favoriten des neuen Albums, absolut cooles Feeling. Zwischendrinnen lässt es sich die komplette Band, mit Ausnahme des Drummers, auch nicht nehmen mit dem Publikum im Zuschauerbereich zu feiern. Dass der Sänger das durchzieht habe ich ja schon des öfteren erlebt, mit welchen Enthusiamus das aber Toschie machte, sucht seinesgleichen.

Mit "The King is Dead“ folgte dann ein weiterer Ohrwurm, bei dem die Zeilen "This is the end of our days“ im Refrain lange hängenbleiben. „This Ends here“ war dann der letzte neue Song vor einigen alten Songs. Und ich muss mich wiederholen, die Gitarren sind überirdisch, so geil wie kaum etwas anderes. Die Refrainzeilen „All we are, we are all“ fräßten sich dann auch noch in die Gehirnwindungen und werden auch nach reichlichen Alkoholgenuss nie wieder verschwinden. Nach "Firehose“ folgte dann der einzige Beitrag vom "Le Fol“-Album namens "Threshold“ und so einige Anwesende hätten sich sicher ein paar ältere Songs gewünscht. Denn nach "Blaze of Ashes“ gab es als Zugabe wieder einen neuen Song: "Straight into your grave“. Vielleicht liegt es daran, dass die ältere Ausrichtung der Songs nur bedingt zu den neuen passen oder ob es einfach nur aus Promotionzwecken getan wurden musste.

Es wurde somit eigentlich fast alle Songs des neuen Albums gespielt, was auch davon zeugt, dass hier wirklich alle Songs absolute Volltreffer sind. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf das nächste Konzert von AUDREY HORNE in Wien, bei dem mindestens hundert Leute mehr kommen müssen. Zumindest habe ich das der Band am Nachhauseweg versprochen! Setlist AUDREY HORNE: Redemption Blues Bridges and Anchors Youngblood Show and Tell Cards With the Devil Pretty Little Sunshine There Goes a Lady The King Is Dead This Ends Here Firehose Threshold Blaze of Ashes Straight Into Your Grave


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