05.04.2015, Backstage (All Area), München

DARK EASTER METAL MEETING 2015

Text: Laichster
Veröffentlicht am 10.04.2015

Ostersonntag, die Nachbarschaft trottet wie eine Herde Schafe in die Kirche um sich der katholischen Volksverblödung hinzugeben, nur um daraufhin am traditionellen Ball der Jungbauernschaft gegen die Gebote der eigenen Religion zu verstoßen. Da wird gesoffen, bis Sodom und Gomorrha dagegen wie ein Treffen der "Anonymen Alkoholiker" wirkt, des nächsten Frau wird auch nicht selten begehrt und es kommt aufgrund gewisser Differenzen zwischen Ziegen- und Schafzüchtern zu Mord und Totschlag. Der Schreiber ist diese Bigotterie unter dem Deckmantel des "vorbildlichen" Tiroler Bürgers schon mehr als überdrüssig, nein es bringt ihn doch schon in regelmäßigen Abständen zum Brechreiz, doch bietet sich eine Alternative zum Lederhosen und Dirndl Overkill? Gepriesen sei der große Cthulhu, ja die gibt es! Dank dem jährlich stattfindenden "Dark Easter Metal Meeting" im Backstage München gibt es doch Rettung vor dem geballten Zeltfest- und Schlagerwahnsinn mit Intellektualitätslevel "Malbuch für 3 - 5 Jährige". Also wirft man den Schützenpanzer an, bei gegebenen Wetterverhältnissen ist man übrigens heilfroh noch nicht die Sommerketten aufgezogen zu haben. Man bewegt sich also Richtung Weißwurstland und hat im Gepäck noch mehrere um Asyl ansuchende Tiroler-Metalheads, den ein geballtes Line Up wie heute mit Headliner PRIMORDIAL und garantierten Krachern wie DESASTER, URFAUST oder KETZER sollte man sich nicht entgehen lassen. Ok, und bevor jetzt die Gender Fanatiker anfangen zu rebellieren, mit dem Stormbringer-Flüchtling sitzen zwar noch unsere zwei entzückenden Krawall-Girls und die gefürchtete nach Tirol emigrierte weibliche Berliner Schnauze im Kettenfahrzeug, es gibt aber keine genderkorrekte Form von Metalheads... oder vielleicht Metalheads- und Innen? Über einen offenen Brief mit Vorschlägen zur Lösung des grammatikalischen Dilemmas von Seiten einer gewissen Öko-Politikerin würde man sich übrigens sehr freuen...

Pünktlich um 14:00 marschiert man also in die Location ein und ist wieder einmal über die Accessoire-Politik erstaunt, muss doch eines unserer Krawall-Girls den Patronengurt abgegeben und sieht man doch später noch einige gestandene Männer mit einem solchen übers Gelände marschieren. Nietenbänder wurden dafür wieder einmal ausnahmslos einkassiert, irgendwo macht einem diese panische Angst vor was auch immer schon stutzig, oder wie einst ein geschätzter Kumpane sagte: "Die Zerstören das Ganze Flair, irgendwann dürfen wir auch nicht mehr schwarz tragen... traurig, traurig dieser verordnete Zwang zur Normalität!". Nichtsdestotrotz erfreut sich an manch bekannten Gesichter während man sich am Burgerstand die nötige Kalorienbombe für einen geballten Metal-Sunday verabreicht. Das Backstage öffnet heute übriges alle seine drei Hallen für die schwarzen Legionen, was bei Betrachten des Time-Tables leider zu einigen Überschneidungen führt. Wohl dessen bewusst, dass jede der heute auftretenden Bands ihr Review verdient hätte, war es dem Verfasser leider nicht möglich sämtliche Shows zu begutachten, somit folgt im folgenden eine schweren Herzens getroffene Auswahl, die wohl oder übel von den persönlichen Referenzen des Schreibers beeinflusst ist. Sollte das menschliche Klonen jedoch in naher Zukunft ermöglicht werden, so wird man nicht davor zurückschrecken sich ein Duplikat, für bis zum Bersten vollgepackte Events wie dem heutigen, zuzulegen. Der Opener des heutigen Tages, ABANDONED DREAMS stand jedoch schon auf der Betrachtungsliste, fiel aber einem gestopft vollen Club zum Opfer. "Voll, du kommst hier nicht rein!" meinte der Security, somit trottete man zurück zum Small Talk mit dem Rest der Horde und wartete geduldig auf die erste Band im Werk, wo genügend Platz für alle feierwütigen zur Verfügung stehen sollte.

GLORIOR BELLI:
Die Franzosen unter der Führung von Mastermind Billy Bayou dürfen also das Schlachtfest in der Haupthalle des Backstage eröffnen, doch so richtig füllen tut sich die Halle dann doch nicht wie gedacht. Was daran liegen mag, dass GLORIOR BELLI nicht gerade dem typischen Schwarzmetall-Fan zusagen, den wie schon Kollege Reini in seinem "The Great Southern Darkness"-Review feststellte, ist die textlich im Okkultismus plündernde Band von ihrer musikalischen Seite her eher der "open minded Fraktion" zuzuordnen. Stoner-Sound trifft auf Black-Metal-Monotonie-Riffs und das sagt eben nicht jedem zu, dem Verfasser gefallen die Soundstrukturen dafür umso besser, man denkt sofort an Tarantino´s "From Dusk Till Dawn", wenn die groovigen Gitarrenparts sich mit den durchgehämmerten eintönigen Riffs einer klassischen Second Wave of Black-Metal Band zu einem wüsten Bastard vereinigen. Aber leider ist heute die Soundabstimmung nicht gerade das beste was die Herren aus Paris zu bieten haben und Fronter/Aushilfshobbit Bayou scheint auch ein Frosch im Hals zu stecken. Ambitioniert aber nicht in Höchstform, schade den GLORIOR BELLI hätten durchaus ein erstes Highlight werden können.

KETZER:
Ein vorprogrammiertes Highlight folgt aber auf dem Fuße in der "Halle", den KETZER geben sich mit einem räudigen Black-Thrash Inferno die Ehre. Kaum zu glauben, dass seit dem Letzten Longplayer der Teutonen, nannte sich damals "Endzeit Metropolis" (zum Review), bereits 3 Jahre vergangen sind. Das Songmaterial hat sich aber in der Zwischenzeit kein bisschen am Plattenspieler abgenutzt und Live bolzen die Musiker sowieso immer aus allen Rohren. Genau das sollte im folgenden auch passieren, Nummern wie "The Fire To Conquer The World" oder "Satans Boundaries Unchained" lassen die weibliche Begleitung schon von einem nötigen Schlüpperwechsel sprechen oder liegt es doch am martialischen Aussehen des durchtrainierten Infernal Destroyer? Mit solchen Problemen nicht behaftet widmet sich der Verfasser dann doch lieber der gerade tight gezockten Show und die ist von vorn bis hinten abgestimmt, die Band weiß was sie macht und wie sie es zu präsentieren hat. KETZER haben heute den ersten amtlichen Abriss geliefert, bleibt nur mehr zu hoffen, dass bald eine neue Langrille aus der Nord-Rhein-Westfälischen Stahlschmiede zu erwarten ist.

ENDSTILLE:
Zu ENDSTILLE muss der Schreiber dann alleine seinen Weg antreten, die metalischen Ladies und die inzwischen nachgereisten Maniacs aus der heimischen Alpenhauptstadt bevorzugen Biertisch und kühles Helles, was sich auch als gute Entscheidung herausstellen würde. Von ENDSTILLE kann man ja halten was man will, von pubertärer Provokation bis zu geniale Musiker scheiden sich die Geister. Unbestritten dürfte aber sein, dass es den Kieler Schützengrabenpandabären schon seit längerer Zeit an Innovation fehlt und das plumpe Verwenden von unreflektierter geschichtsträchtiger Retorik/Samples als Mittel der Aufmerksamkeitshascherei zeugt nicht von Kreativität, sondern eher von unüberlegter und schlecht in Szene gesetzter Provokation, was Kollege FO schon in seinem Review zu "Kapitulation 2013" (zum Review) zu recht kritisierte. Und was sich schon seit längerer Zeit in der Veröffentlichung schwacher Longplayer zeigt, zieht sich heute auf der Bühne des "Werk" weiter. Der Sound klingt mehr nach dem Summen im Ohr kurz nach einem Granateneinschlag, keine Anzeichen einer mächtigen Batterie im Gefecht, da helfen auch das martialische Stageacting und die militärischen Ansagen von Fronter Zingultus nichts. Nüchtern betrachtet sind die "Navigator" Zeiten vorbei, in denen man ENDSTILLE noch als eine erfrischende Neuerung im Genre betrachteten konnte. Man ist zu einer Band von vielen geworden, auch wenn man später noch von einem grandiosen Auftritt schwärmende Black-Metal-Hipster beobachtet die jetzt sicher anderer Meinung sind.

WOLVES DEN:
Ein kurzer Abstecher zu den Locals von WOLVES DEN geht sich noch aus, bevor man mit URFAUST am beginnenden Abend die Zeit der Hochkaräter einläutet. Die Münchner Band unter der Führung von Helge Stang hat gerade ihr erstes Album "Deus Vult" veröffentlicht und präsentiert dieses heute auf der kleinen Bühne des "Club". Münchner Band in München, natürlich ist hier bis zum Anschlag gefüllt, man klemmt sich also zwischen Bar und einem etwas voluminöseren Vollbartträger und hofft nicht erdrückt zu werden. Hatte ich schon erwähnt, dass Fronter Helge Stang einst EQUILIBRIUM die Stimme lieh? Nein, den genau so klingen die Vocals hier auch, Keifen und Growlen ist angesagt und alles wird flankiert von Geprügel mit melodiösen Einschlag und schön clean aufgeputzt. Wem das zusagt, der sollte die Bayern auf jeden Fall einmal Anspielen, alle die es lieber dreckig haben greifen zu URFAUST, zu welchen der Schreiber auch sogleich weiter spurten muss.

URFAUST:
"Ich bin der Geist der stets verneint! Und das mit recht; denn alles, was entsteht, ist wert dass es zugrunde geht; Drum besser wär´s, dass nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz, das Böse nennt, mein eigentliches Element." So die berühmten Worte von Mephistopheles im Studierzimmer des Doktor Faustus und irgendwie beschreibt dieser Ausspruch auch perfekt jene düstere Stimmung, die URFAUST mit ihrem Spiel aus klanglicher Monotonie und dezent platzierten Melodien heraufbeschwören. Die zwei Niederländer beziehen sich mit ihrem Bandnamen auf die Urversion von Goethes "Faust", aus der im späteren Verlauf der Weltliteraturklassiker entstand und ob es sich der Dichter jemals erträumt hätte, dass sein Einfluss einmal bis zu so etwas wie einer Atmospheric-Black-Metal-Band reichen würde sei dahingestellt. Vom künstlerisch und intellektuellen Anspruch her brauchen sich Fronter/Gitarrist IX und Drummer VRDRBR jedenfalls nicht hinter dem Aushängeschild der deutschen Klassik verstecken und das sollten sie heute eindrucksvoll beweisen. Hier über einzelne Songs von URFAUST zu sinnieren wäre mehr als sinnlos, der Auftritt der Band zeichnet sich als eine in sich geschlossene Reise in tiefe Abgründe, welche aber ebenso mit Hoffnungsvollen Momenten gespickt ist in welchen die Dunkelheit kurzzeitig weicht. Eine Dimetrie aus Schatten und Licht, welche den Zuhörer nach einer gewissen Zeit absolut gefangen nimmt und in eine andere Sphäre transportiert. Die verzweifelten Schreie von IX, das monotone Gitarrenspiel und die immer weiter von der Realität hinweg treibenden Drums fügen sich zu diesem einzigartig genialen Gesamtkunstwerk namens URFAUST. Nach einer knappen Stunde purer Machtdemonstration verschwinden die beiden Künstler so wie sie gekommen sind, wortlos und ohne große Mimik und hinterlassen ein fasziniertes Publikum, welches den anfänglich kurzzeitig nicht perfekten Sound nur allzu gerne übersehen darf. Kein Wunder, wurde man doch durch das restlichen Set mit einer tief intensiven Erfahrung entlohnt.

AHAB:
Und als ob URFAUST noch nicht genug schwere Dunkelheit verbreitet haben, geht es in der "Halle" direkt weiter mit dem Schrecken aus den Untiefen des Meeres, den AHAB blasen zur Jagd auf den Leviathan. Schwerer Nautik-Doom mit Gänsehautfaktor ist angesagt, den die Heidelberger Seefahrer wissen wie man die unbändigen Naturgewalten des Ozeans mit der Furcht des Menschen vor den unergründlichen Tiefen auf erdrückende Weise verbindet. Zuletzt wurde dies 2012 mit "The Giant" " (zum Review) bewiesen und heute freut man sich auf eine Messe im Zeichen des gnadenlosen Sturms, welcher alles Leben mit seiner unbeschreiblichen Gewalt in ein kaltes nasses Grab reißt. "So woge weiter, tiefe, blaue See! Zehntausend Walspeckjäger pflügen dich umsonst.", so heißt es in Herman Melville´s Moby Dick und unerbitterliches Wogen ist heute der richtige Ausdruck für die Performance von AHAB. Getaucht in dumpfes Bühnenlicht entwickeln die zehnminütigen Wellenbrecher ihre gesamte Faszination. Die Waljäger brauchen keine abgedrehte Bühnenshow um Eindruck zu schinden, nein die tiefe dumpfe Musik mit der vor sich hin malmenden Stimme von Fronter Daniel Droste tun das von ganz alleine. Tiefer, immer tiefer hinab in die See reißt uns der weiße Wal und will uns bei Teufel komm raus nicht mehr an Land lassen. "Bis zum Letzten ring ich mit dir, aus dem Herzen der Hölle stech ich nach dir, dem Haß zu liebe spei' ich meinem letzten Hauch nach dir.", schreit der vom Wahnsinn besessene Captain Ahab und wir schließen uns dem Todeskampf in voller Hingabe an. Doch dann lässt man uns doch wieder viel zu schnell aus dem Tiefenrausch an die Oberfläche gleiten, AHAB verlassen die Bühne. Eine Show die man mit Fangglück beschreiben darf, heute gab es keine Abstriche und man blickt jetzt schon voller Vorfreude auf das für Herbst 2015 angekündigte vierte Album des Walfängers!

[url=https://www.facebook.com/infestus.official?fref=ts]
INFESTUS:[/url] Der Verfasser selbst befindet sich als INFESTUS im CLUB antreten gerade mit AHAB im Kampf gegen den das Ungetier der Tiefen, deswegen wurde kurzerhand vor der Seefahrt Thrashing-Urban rekrutiert um uns im Nachhinein vom Auftritt der Garmisch-Partenkirchener Black-Metal Institution zu berichten. Leider ist es dem werten Herrn jedoch aus zeittechnischen Gründen nicht möglich für uns die Feder zu schwingen und so wurde der Mann kurzerhand vom Verfasser am Bierstand interviewt und es darf folgendes berichtet werden: "Infestus haben heute einen standesgemäßen Abriss hingelegt! Der Sound war für den kleinen "Club" perfekt abgestimmt, es hat einen bis ins Mark erschüttert. Gitarren und Drums waren im perfekten Verhältnis abgestimmt... du kennst das, wenn du vor lauter Drumgehämmer keine Riffs mehr hörst, aber INFESTUS wissen wie man es richtig macht. Kein Knarzen, keine Patzer, einfach eine überaus gelungene Black-Metal Show die man sich gerne öfter anschaut!"

DESASTER:
Nach dem Bierstand Intermezzo geht es mit dem vom Wahnsinn gebissenen Kollegen gleich weiter zum nächsten Abriss. DESASTER zerlegen das "Werk" und wenn wir hier von zerlegen sprechen, dann meinen wir das wortwörtlich oder hat schon jemals einer eine Show gesehen auf der die Koblenzer nicht alles abgefackelt hätten was sich da vor der Bühne zur Huldigung tummelt? Im alten Kino Landeck (zum Live-Report) blieben zuletzt auch nur Asche und Rauch übrig und das sollte heute auch wieder so sein. Keine Gnade und gleich voll auf die Fresse legt man mit dem räudigen Inferno los und es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie die optisch so inhomogenen Koblenzer es musikalisch zu solcher Perfektion gebracht haben. "Teutonic Steel" lässt Haare fliegen und Fäuste empor stehen und bei "Hellbangers" erreicht das Stahlgewitter seinen Höhepunkt. Am Sound gibt es überhaupt nichts auszusetzen, glasklar zum Genickbruck lautet die Devise und "In A Winter Battle" putzt den Schmalz der letzten drei Wochen aus den Gehörgängen. Ende Gelände... doch eine Zugabe genehmigt uns die Kulttruppe noch, "Metalized Blood" gibt den krönenden Abschluss eines wie immer tight durchgezockten DESASTER-Sets.

[url=https://www.facebook.com/Slaughtercult?fref=ts]
DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT:[/url] Langsam aber sicher befinden wir uns im Endspurt der heutigen Veranstaltung, doch DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT sollte man sich dennoch nicht entgehen lassen. So zumindest die allgemeine Meinung und springt alles schnell nach dem DESASTER-Abriss in die "Halle" wo Pandamama Onielar sich schon liebreizend um ihren Nachwuchs kümmert. Doch genau da liegt das Problem der heutigen Performance der sonst als brachial und zügellos geltenden Band. Da hilft auch das obligatorische Blutbad und die überdimensionierte Bühnendeko nichts, irgendwo liegt es heute bei den Satansjüngern aus Dormhagen im Argen. Der Auftritt ist eindeutig zu weich gespült, es kommt keine Atmosphäre auf und das blanke möglichst böse rumgepose ist da auch kein Ausweg. Irgendwo schade, hätte man sich doch vor dem Auftritt des heutigen Headliners noch auf eine ordentliche Portion Geschnetzeltes aus den Untiefen der Hölle gefreut.

PRIMORDIAL:
Kurz vor 23:00 Uhr und wir schreiten ins "Werk" für das Finale des jetzt schon mehr als gelungenen Tages. Es ist Zeit für PRIMORDIAL, welche mit "Where Greater Men Have Fallen" (zum Review) wieder einmal klar gestellt haben warum sie eine Ausnahmestellung innehaben. Oder wie Kollege Reini so treffend feststellte: "Es gibt in der heutigen Metal-Landschaft nur mehr wenige, wirklich wenige Bands, die man anhand ihres charakteristischen Gesamtbildes aus tausenden anderen Combos heraushört." Und auch Live sollten die Iren heute beweisen, dass sich dieser Status nicht nur auf ihre Studioproduktionen beschränkt.

"Are you with us? We are with you!", verkündet Fronter A.A. Nemtheanga und man startet mit einem unglaublich starken "Where Greater Men Have Fallen" ins Set. Anfänglich ist man doch noch von Soundabstimmungsproblemen geplagt, was sich aber in kürzester Zeit beheben lässt und so können PRIMORDIAL ihre gesamte Klasse aufspielen. Dies beginnt bei den abgründigen Ansagen des Fronters, welcher uns heute wie ein Zeremonienmeister durch die Show geleitet, setzt sich im genial aufspielenden Hauptsongwriter Ciaran MacUiliam fort und wird komplettiert durch den Rest der Band, der sich als atmosphärischer Zirkel um die beiden Hauptakteure positioniert. "Babels Tower" zeigt sich als Live Hymne par exellence und mit den Essentials wird auch nicht gespart. "No Grave Deep Enough" und "The Coffin Ships" dürfen heute ihre ganze Wucht entfachen und sich eines Fäustemeeres gewiss sein. Überraschend entpuppt sich das vom Verfasser am letzten Album als einziges ungeliebte "The Alchemist’s Head" als faszinierende Live-Watschen. "Wield Ligtning To Split The Sun", wer kann diesen Song nicht lieben? Doch nach 90 Minuten und somit wieder einmal viel zu schnell geht PRIMORDIAL mit dem unsterblichen "Empire Falls" unter mehr als verdienten Beifall von der Bühne. PRIMORDIAL sind und bleiben eine spielerische Wucht die sich mittlerweilen mehr als zurecht zu so etwas wie Kultstatus gemausert hat! Bevor man die Heimreise antritt, möchte der Verfasser noch einige Worte zur Organisation des diesjährigen "Dark Easter Metal Meeting" verlieren, obwohl dies eigentlich gar nicht nötig wäre. Alles war von vorne bis hinten durchorganisiert, keine Komplikationen und heute auch einmal ein Lob an die Securities, welche sich heute als äußerst freundlich entpuppten. Das Publikum war auch ruhig und besondere Vorkommnisse durften nicht beobachtet werden, die Metal-Comunity zeigte sich wieder von ihrer besten Seite. Nur von einem speziellen Exemplar aus dem Publikumsvolk darf noch berichtet werden... Steht man doch nach dem Headliner noch zusammen, so kommt auf einmal ein wahrscheinlich nicht mehr ganz nüchtern zu sein scheinender Kerl angelatscht und flüstert einer meiner zwei jüngeren Begleiterinnen ins Ohr "Schmusen?". Will man doch selbst schon zum verbalen Gegenschlag ausholen, so ist die Berliner Schnauze wieder einmal schneller und errettet unser verdutzt dreinschauendes Krawall-Girl: "Jungchen, lass meine Tochter in Ruhe!". Ein blamiertes "Nichts für ungut, das ist nun mal in Bayern so", hilft dem Herren mit dem Ginger-Beard und dem Amish-Look-Alike Hut auch nicht mehr aus der Misere und sollte der liebestolle Kasperl diese Zeilen hier lesen, so sei ihm noch mitgeteilt: Erstens, sei froh dass die von dir begehrte Madame heute einen guten Tag hatte und dir nicht die Wohlverdiente scheuerte ("Nichts für ungut, das ist nun mal in Tirol so"). Zweitens, warst du angesoffen oder ist dein Frauenbild wirklich dermaßen zurückgeblieben? Beides entschuldigt nicht, bitte in die Ecke stellen, in Grund und Boden schämen und derweilen das wohl etwas krude Frauenbild überdenken. Und falls die Blamage vor deinen Tränen lachenden Kumpanen noch nicht genug Schelte war, so hofft man doch, dass sich unsere Leserschaft herzlichst über deinen primitiven Balzversuche amüsieren! Somit kann nach einem überaus gelungenen "Dark Easter Metal Meeting 2015" die Heimreise angetreten werden, wo hoffentlich der eingangs erwähnte Ostersonntagswahnsinn mittlerweilen dem Ende zugeht. Auf Wiedersehen, bis nächstes Jahr wenn wieder der Osterhase im Backstage dem Gehörnten geopfert wird!

Für die Pics bedanken wir uns bei Sabine Vollert! Weiter Fotos könnt ihr in der Galerie zum Event sehen.


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