01-05-2016, Rockhouse-Bar, Salzburg

MARDUK & BIO-CANCER & SARATAN & ISEGHAAL

Veröffentlicht am 05.05.2016

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Krawall überall in Salzburg! Die schwedische Panzerdivision MARDUK rollte in der Rockhouse-Bar ein und bereitete sich darauf vor, mit dem Vorschlaghammer Schädel zu spalten, die Reste unter den Ketten des gepanzerten Gefährtes zu zermantschen und die kümmerlichen Überbleibsel anschließend in die verbrannte Erde zu ackern. Soweit der Plan - der allerdings nicht so wirklich aufging. Doch bevor das Kriegsgewitter über die Zuschauer hereinbrechen konnte standen noch drei Supports auf dem Plan... und darunter waren leider nicht ORIGIN und IMMOLATION, die erst einige Tage später in die Tour einsteigen werden, sondern lediglich die griechischen Thrasher BIO-CANCER. Aufgefüllt wurde das Lineup durch die noch reichlich unbekannten Polen SARATAN sowie die Lokalmatadoren ISEGHAAL.

 


Oldschool-Geböller: ISEGHAAL

Erstere warfen dem Publikum gleich einmal eiskalten Schwarzmetall um die Ohren - stumpf ist bekanntlich Trumpf, und so holzten sich ISEGHAAL nachhaltig und mit überraschend guter Soundqualität durch ein knackiges Set aus alten und neuen Songs. In der Band hatte kurzfristig eine Vermehrung eingesetzt, denn der Auftritt am Vortag war mit einem Gastgitarristen bestritten worden, der dann prompt am nächsten Tag als vollwertiges Bandmitglied aufgenommen wurde, wodurch die Truppe die Bar nun mit drei Gitarren beschallte. ISEGHAAL feat. The Dark Side Of TUXEDOO quasi, tummeln sich bei den Black-Metallern doch inzwischen sowohl ein Ex-Mitglied als auch ein aktiver Musiker der Mattighofner Alpencorler...

 

SARATAN hatten nach dem Opener mit Lokalbonus anschließend einen schweren Stand aus dem sie sich kaum lösen konnten. Der ziemlich nichtssagende Black Metal mit abwechselnd Gekeife und weiblichem Sopran wollte beim Publikum in der etwa halb vollen Bar so überhaupt nicht zünden und die Ansagen des Fronters ernteten größtenteils Desinteresse bis hin zu eisigem Schweigen. Irgendwo schade, denn der Ansatz der Polen hinsichtlich der Mixtur der harten Klänge und des Frauengesangs war gar nicht als so schlecht zu erachten, krankte aber hauptsächlich an den mit Fortdauer des Auftritts eher eintönigen Strukturen - ein bißchen mehr Mut wäre hier wünschenswert gewesen! Als großen Wurf konnte man den Auftritt leider nicht bezeichnen - die Band nahm es allerdings zumindest mit Humor, dass das träge Salzburger Publikum so gar nicht auf Touren kommen wollte.

 


Aggressive Thrash-Granate: BIO-CANCER

Wenigstens bei BIO-CANCER ließ sich das Publikum dazu herab, so einige Haarpropeller zu spendieren - auch wenn die griechischen Thrasher nicht so recht ins ansonsten schwarzmetallische Billing des Abends passen wollten. Bei einem gemeinsamen Abend mit Genrekollegen hätten die Griechen vermutlich alles niedergeholzt, so mussten sie sich (immerhin!) mit Neugier und Interesse des Publikums in der inzwischen zu etwa zwei Dritteln gefüllten Rockhouse-Bar zufrieden geben. Dafür gab die Truppe auf der Bühne umso mehr Gas und shredderte sich mit Vollgas durch ein etwa halbstündiges Set - die zur Verfügung stehende Spielzeit von 45 Minuten wurde leider gar nicht ausgereizt. Technisch auf hohem Level und mit extrem aggressivem, wirklich angepisst wirkendem Geschrei: man hätte den Griechen doch gerne noch etwas länger gelauscht.

 


Stumpfer Trumpf mit stotterndem Motor: MARDUK

In der folgenden Umbaupause zu MARDUK wurde das Publikum stilecht mit Kriegslärm beschallt - nett, aber auf Dauer dann doch eher enervierend. Weiters wurden erst einmal sämtliche Supportbands aus dem Backstagebereich gekehrt, damit sich die Panzerdivision darauf vorbereiten konnte, die Bühne zu entern und die Bar dem Erdboden gleich zu machen. Dass dadurch die noch mit dem Verstauen des Equipments beschäftigen Vorbands nicht mehr an ihre Sachen konnten, erwies sich als eher suboptimal - MARDUK war's allerdings egal. Die Truppe erstürmte in Nebel und Schummerlicht die Bühne und schon bohrte sich der Vorschlaghammer schwedischen Blackmetals mitten ins Cerebrum. Stumpf ratterten die Panzerketten über das Publikum hinweg und zermatschten Gehirne und Gliedmaßen zu Brei - alleine, man konnte sich des Gefühls nicht erwehren, dass hier ein wenig Dienst nach Vorschrift geliefert wurde. Der bei den Vorbands noch schön transparente, bei MARDUK aber zu übersteuern beginnende Sound trug sein Übriges dazu bei, dass die Truppe bei der Stormbringer-Abordnung an diesem Abend so gar nicht zünden wollte. MARDUK schienen zudem nicht gerade glücklich darüber, in der kleinen Bar - statt im Saal - spielen zu müssen, dies beeinflusste sicher auch die Lust der Band auf das Konzert. Bei gerade einmal etwa 150 anwesenden Personen wäre der Saal allerdings auch gnadenlos überdimensioniert gewesen, was man unumwunden zugeben muss. Der nach gnadenloser Gehirnpenetration gierenden Meute war's egal, sie ließ sich bereitwillig von der Speerspitze des schwedischen Schwarzmetalls zu blutigem Brei zerstampfen - auch wenn der Motor des Panzers bei der Zerstörungsfahrt durch Salzburg ein wenig stotterte.


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