03-06-2016, Freysitz, Hallein

HACKMONOCUT & THE GOOD END

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 09.06.2016

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Manchmal, da muss man auch einmal über den Tellerrand blicken und sich auf ein Abenteuer einlassen. So geschehen an einem lauen Juniabend in Hallein, wo HACKMONOCUT und THE GOOD END im Freysitz aufspielten. Alleine die Location war schon einen Besuch wert - mitten in der Altstadt von Hallein, im verwinkelten Altbau des Stadtkrugs, befand sich die urige Bar, die für einen Abend Grabesstimmung beherbergen sollte. Ganz entgegen der musikalischen Ausrichtung der Bands, war das zahlreich anwesende Publikum aber gut drauf - auch wenn es für den rudimentären Metalhead nun doch etwas ungewöhnlich erscheint, dass die Zuschauer auf Barhockern an Tischen sitzen, anstatt herumzustehen.


Depri-Musik und Projektionen: HACKMONOCUT

Entgegen der Ankündigung, eröffneten HACKMONOCUT den Abend voll Düstermusik. Melancholische, gar depressive Musikwelten, untermalt von unheilschwangeren Projektionen auf die Leinwand hinter der Bühne, brachen über das Publikum herein. Dem durchschnittlichen Metaller mag das Ganze womöglich, trotz amtlicher Instrumentierung mit zwei Gitarren, ein wenig zu ruhig sein, doch eine beeindruckend-bedrückende Atmosphäre zu kreieren vermochten HACKMONOCUT allemal. Hört einfach mal rein, vielleicht gefällt es euch ja auch! Wenn ihr allerdings bereits mit Suizidgedanken spielt, dann solltet ihr vielleicht doch lieber Abstand davon nehmen.

Apropos Metaller: Zwar ist die Musik der Vier deutlich mehr düster als brutal, doch dafür konnte man auf der Bühne einige bekannte Gesichter erspähen - Georg Karl (THE MORPHEAN) am Bass, an der Gitarre einer der Berufswahnsinnigen von INSÖRT (man konsultiere hierfür die diesbezügliche Auseinandersetzung dieses Autors mit dieser Truppe) und am Schlagzeug Stormbringer-Kollege Manuel Ennser, den man üblicherweise auch eher von härteren Kapellen kennt. Und um das Ganze gleich einmal fortzusetzen, erkletterte wenig später, bei der nächsten Band, ein weiteres bekanntes Gesicht die Bühne - wenn man den Herren an der stromverstärkten Gitarre nicht von ZOMBIE INC. kennt... Nur, dass er dort etwas, ähm... anders aussieht. Weniger... frisch, und so.


melancholisch und fröhlich zugleich: THE GOOD END

Der Brückenschlag ins metallische Universum ist also auch bei THE GOOD END geschlagen - diese präsentierten sich in der, bis auf die Mitwirkung einer Akustikgitarre, weitestgehend gleichen instrumentalen Aufstellung wie HACKMONOCUT, dabei etwas fröhlicher als ihre Kollegen zuvor. Tatsächlich kroch man hier hauptsächlich textlich in der melancholisch-depressiven Ecke herum, während musikalisch fluffigere, fast ein wenig poppige Klänge angeschlagen wurden, die einige Damen dazu animierten im Bereich vor der Bühne ein kesses Tänzchen hinzulegen - je nach Fasson, mal mehr, mal weniger elegant. Den Berichterstatter persönlich, konnte hie und da ein paar Anleihen an seine hochgeschätzten finnischen Freunde von POETS OF THE FALL hinein interpretieren und fühlte sich von THE GOOD END entsprechend gut unterhalten. So erfuhr der entspannte Abend in Hallein im wahrsten Sinne des Wortes, ein gutes Ende. Gute Musik muss also nicht immer hart sein, wie man im Anschluss des Konzertes mit Kollegen und Musikern auch noch in entspannter Atmosphäre hinreichend ausdiskutieren konnte.


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