18.11.2016, Röda, Steyr

CHAINBREÄKER & HERTA & NICK OF LETHE & GEORG FRIEDRICHS HÄNDEL

Veröffentlicht am 04.12.2016

Die neue SPH-Bandcontest-Saison für das Jahr 2017 hat im Röda Steyr schon 2016 begonnen, und zwar am 18.11., mit vier interessanten und wieder mal bunt gemischten Bands. Von den Heavy Metallern CHAINBREÄKER über die sanfteren Klänge der Mundart Rocker mit Blues-Einflüssen HERTHA, wieder härterem Rock mit Metal-Einflüssen von NICK OF LETHE, bis zu den Alternative Rockern mit dem schrägen Bandnamen GEORG FRIEDRICHS HÄNDEL wurde den leider nur sehr spärlich erschienenen Besuchern durchaus gute musikalische Unterhaltung geboten.

Einen harten Beginn legten die Linzer CHAINBREÄKER aufs Parkett bzw. auf die Bühne. Fast’n'Heavy wurde in den 30 Minuten Spielzeit den 80er Heavy Metal-Helden gehuldigt. Da Sänger Luke Savage leider verhindert war, sprang Gitarrist Chris Speedfire als Frontmann ein und machte seine Sache mehr als ordentlich. Den Gesangspart zusätzlich zu den nicht einfachen Gitarrenleads, noch dazu ohne viel dafür zu proben, zu meistern, muss gewürdigt werden. Die Band groovte durchgehend und es machte extrem viel Spaß, der Truppe beim Spielen zuzusehen. Das Bier schmeckte dadurch nochmal besser und ich freue mich, CHAINBREÄKER mit ihrer Heavy Mischung aus Speed- und Thrash-Metal in der nächsten Runde bzw. auf ihren Konzerten 2017 wiederzusehen.

Richtig Stimmung kam dann sicher auch durch die mitgereisten Fans der Band HERTHA auf, die mit einer interessanten Mischung aus Rock, Blues und Austro Pop als „Singer/Songwriter-Band“ beim Publikum punkten konnten. Als ein eingespieltes Team steuerte jeder einzelne Musiker seinen Part dazu bei, um sich aus der Vielzahl der Bands mit Mundartgesang herauszuheben. Vor allem Keyboarder Klaus setzte für dieses Genre ungewöhnlich frische Akzente und man merkte ihm auch den Spaß an der Sache am meisten an. E-Gitarrist Florian schüttelte eine Gitarrenmelodie nach der anderen aus dem Ärmel, könnte aber weniger zurückhaltend im Posing agieren. Der zweite Florian der Band suchte als Frontmann an der Akustikgitarre und den Vocals den Kontakt mit dem Publikum, was ihm bei seinen mitgereisten Fans sehr gut gelang. Man merkte ihm aber an, dass er teilweise mit geschlossenen Augen sehr in die Songs versunken war und auch durch Ansagen über die Bedeutung der Songs mehr Anklang finden könnte.Gerne sehe ich HERTHA in der nächsten Runde wieder, wenn sie vor größerem Publikum gute Stimmung verbreiten werden.

Ganz große Geschütze fuhr danach das Heavy-Rock Trio NICK OF LETHE auf, das vor allem instrumental mit einem außergewöhnlich tighten Zusammenspiel nicht nur das Publikum, sondern auch die Jury begeisterten, die daraufhin nicht mit Höchstnoten geizten. Neben dem fetten Basssound groovten die lässigen Basslines auch ordentlich fetzig und unterstützten den sympathischen Bandleader Christian Stiftinger, der neben seinen ausgezeichneten Fähigkeiten auf der Gitarre auch stimmlich glänzte. Sein Bruder Michael legte am Schlagzeug souverän das Rhythmusfundament, auf dem sich die Saitenfraktion über die gesamte Spielzeit austoben konnte. Die Spielfreude aller drei Musiker, für die es wohl egal ist, ob sie vor zehn oder 100 Leuten spielen, zeichnete die sympathische Band in erster Linie aus. Gerne möchte man mit ihnen auch Backstage ein paar Bier trinken.

Den schwierigen letzten Slot erwischten die niederösterreichischen Alternative Rocker GEORG FRIEDRICHS HÄNDEL, deren lustiger Name schon mal einen Bonus nicht nur bei mir abräumte. So lustig war dann die Musik aber doch nicht, sie hatte einen eher künstlerisch-depressiven Touch à la NIRVANA, ohne jedoch musikalische Parallelen zu besitzen. Frontmann Markus Gansberger hat zwar durchaus eine gewisse Bühnenpräsenz, auch seine dargestellte Scheiß-Drauf-Attitüde kann man wertschätzen, der Auftritt an diesem Abend hätte aber ein wenig runder laufen können. Der Gitarrenwechsel kam eher angepisst als routiniert rüber, auch wenn Markus‘ Bruder Michael am Bass mit seinen durchaus lustigen Zwischenansagen, dass es ihm eigentlich verboten wurde etwas zu sagen, die Übergänge zwischen den Songs sympathisch rettete. Nicht nur für den musikalischen Zusammenhalt des Trios nahm aber vor allem Schlagzeuger Nikolaus Schweiger das zentrale Element ein, der gesanglich neben dem Leadgesang des Gitarristen positive Akzente setzte, sich jedoch noch nachdrücklicher einbringen könnte.

Die Urteilsverkündung folgte kurz vor Mitternacht: Durch die Wildcard-Option sehen wir die Letztplatzieren GEORG FRIEDRICHS HÄNDEL auch in der nächste Runde wieder, bei der die Niederösterreicher in Heimatnähe wahrscheinlich auch auf mehr Publikum zählen dürfen. Den dritten Platz belegten CHAINBREÄKER, mit einer respektablen Jurywertung. Bei der nächsten Vorstellung dürfen die Linzer aber gerne mehr Fans mitbringen. Der zweite Platz ging an NICK OF LETHE, die durch den Jurysieg sicher auch in den nächsten Runden begeistern werden. Den Tagessieg holten sich HERTHA vor allem durch das Publikumsvoting und werden es dadurch sicher nicht nur im Rahmen des SPH-Contests weiter bringen. Die nächste Vorrunde im Röda Steyr kann kommen.


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