28.03.2014, Rockhouse

EDENBRIDGE + EDGEDOWN

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 01.04.2014

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Der österreichische Symphonic Metal-Export EDENBRIDGE gab sich an diesem Freitagabend ein Stelldichein im Salzburger Rockhouse - jedoch nicht wie zu erwarten war im Saal, sondern in der kleinen Rockhouse-Bar. Zwar war diese Location soundtechnisch gesehen nicht die beste Wahl, im Hinblick auf das nicht übermäßig zahlreich erschienene Publikum jedoch fast perfekt. Unterstützt wurden EDENBRIDGE an diesem Abend von gleich vier Vorbands unterschiedlicher Stilrichtungen, was dafür sorgte dass sich das Konzert nebst den ohnehin schon zahlreichen technischen Schwierigkeiten und Verzögerungen noch zusätzlich in die Länge zog wie Kaugummi. Als erste Band des Abends betraten NIVALIS die Bühne, und legten mit richtig gutem Alternative Rock gleich einmal ein ordentliches Brett vor. Alleine der Platz am Mikrofon bliebt leer, was augenscheinlich bei einigen Leuten im Publikum für Verwirrung sorgte. Da stand also ein komplettes Setup für eine klassische Rock-Besetzung Schlagzeug, Bass, Gitarre, Vocals auf der Bühne - alleine das augenscheinlich für einen Sänger bestimmte Mikrofon blieb den gesamten Auftritt über einsam auf seinem Ständer, während die Band ihren amtlichen Alternative Rock mit Ohrwurmmelodien souverän und mit augenscheinlicher Freude vor sich hin zockte. Man wartete ständig auf eine Gesangslinie, die dann doch nicht kam - ein etwas seltsamer Auftritt.

Als nächstes war die Reihe an DEAD TERRITORY, die aus Oberösterreich kommend das Publikum mit Death Metal beschallten. Die Band rund um Sänger und Johan Hegg-Lookalike Matthias Bieregger kämpfte sowohl mit dem an diesem Abend generell mäßigen Publikumsinteresse, als auch mit sehr schlechter Soundqualität. Zu laut, zu breiig, zu übersteuert dröhnte der Sound im Stollen der Rockhouse-Bar aus den Boxen, und ließ leider kaum einen Rückschluss auf das Songmaterial zu, das von einigen eigens angereisten Fans dafür aber ordentlich abgefeiert wurde.

Ähnlich lag die Sache bei den folgenden THE QUEST die eine Schräge Mischung in Richtung Punk mit Metalcore-Einschlag spielten, und ebenfalls unter der an diesem Abend durchwegs schlechten Soundqualität zu leiden hatten. In den ruhigen Passagen gut verständlich, ging der weltoffene Stilmix der Bayern im teilweise übersteuernden Sound weitestgehend unter. Zu allem Überfluss hatten die Band auch noch mit Instrumentenproblemen zu kämpfen, dennoch zeigten sich die noch immer sehr lichten Publikumsreihen hier bereits ein wenig mehr in Feierlaune, und ließen sich von den flotten Stücken gut mitreißen.

EDGEDOWN schließlich entwickelten sich zum Abräumer des Abends. Nicht nur konnte der Fünfer aus Freilassing auf volle Publikumsunterstützung zurückgreifen da viele Fans und Freunde extra zum Gig der Lokalmatadoren gekommen waren, sondern auch als einzige Band des Abends mit klarem, und vor allem nicht übermäßig lautem und übersteuerndem Sound punkten. Mit ihrer einnehmenden Performance und Liedgut aus dem Bereich des modernen Metals konnten EDGEDOWN auch einige weitere Fans dazugewinnen, und überdies noch mit stolzgeschwellter Brust den Release ihres ersten Albums "Statues Fall" ankündigen, von dem auch gleich einige Songs live zum besten gegeben wurden. Der wird Release am 26. April mit einer Releaseparty im knapp über der Grenze in Piding gelegenen Baamhakke gefeiert werden, wofür an diesem Abend auch kräftig die Werbetrommel gerührt wurde.

Nach dem schweißtreibenden Auftritt von EDGEDOWN wurde es unversehends leerer in der Rockhouse-Bar, als die Fans der Freilassinger größtenteils noch vor dem Headliner abwanderten. Das sorgte dafür dass EDENBRIDGE bei ihrem (laut eigener Aussage) ersten Auftritt im Rockhouse vor gerade einmal etwas mehr als 30 Nasen spielen mussten. Trotz unterirdischer Soundqualität (Vocals selbst nach Mikrofonwechsel viel zu leise, Samples/Keyboard nicht hörbar, Schlagzeug viel zu laut) blieb die seit mehr als 15 Jahren existierende Band ganz Profi, und ließ sich auch von den lichten Reihen vor der Bühne zu keiner Zeit den Spaß an der Sache verderben. Insbesondere der erst 2013 als Bassist in die Band gekommene Allrounder Wolfgang Rothbauer (ua. THIRDMOON, IN SLUMBER, ZOMBIE INC.) sorgte mit energiegeladenem Stageacting und Propellerbanging für einen optischen Gegenpol zur Sängerin Sabine Edelsbacher. Letztere ein wenig unvorteilhaft verpackt in ein Kleid das entfernt an eine Wursthaut erinnerte, litt, gesundheitlich ohnehin angeschlagen, augenscheinlich sehr unter der zwischenzeitlich verqualmten Luft in der Raucherlocation, und musste das Publikum sogar höflich ersuchen ihrer Stimme zuliebe doch während des Auftritts auf das Rauchen zu verzichten. Was die meisten natürlich nicht taten, weshalb Lanvall - Gitarrist und Keyboarder in Personalunion - zum Ende des Auftritts hin die Ansagen übernahm. Aus diesem Grunde spielten EDENBRIDGE auch ein im Vergleich zur Tour etwas verkürztes Set, natürlich mit Gewichtung auf die neueren Alben. Die Setlist stellte sich wie folgt dar (ohne Gewähr!): - Mystic River - Alight A New Tomorrow - Skyline's End - Shadowplan - Brothers On Diamir - My Earth Dream - Star-Crossed Dreamer - The Invisible Force - Remember Me - Solitaire - Shine - Higher Alles in Allem hätte es dem Abend, zugunsten besserer Vorbereitung für Bands und Crew, gut getan weniger Bands als deren Fünf auf die Bühne zu schicken. Speziell im Hinblick auf die im Endeffekt darunter leidenden EDENBRIDGE, hätte man auch bei der Bandauswahl ein wenig auf stilistische Koherenz achten können, anstatt einen zwar abwechslungsreichen aber kaum kontrastreicher sein könnenden Stilmix auf das Publikum loszulassen. So präsentierte sich der Abend für die meisten Beteiligten leider eher zäh denn mitreißend.


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