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Review... „Oriental Metal“ führt das fort, was Sam Dunn in seiner Metal-Dokumentation „Global Metal“ 2008 begonnen hat. Kobi Farhi, Sänger von ORPHANED LAND, übernahm die Schirmherrschaft über diese Zusammenstellung, die westlich orientierte Metalfans an den orientalischen (Folk-)Metal heranführen soll. Der Israeli entführt den geneigten Hörer in die schier unerschöpfliche Geschichts-, Glaubens- und Sagenwelt der persischen, arabischen, hebräischen, ägyptischen etc. Kultur – von den Märchen aus 1001 Nacht bis in die von H.P. Lovecraft beschriebene Cthulu-Mythenwelt.
Der Bogen des Krummsäbels wird aber auch geografisch sehr weit gespannt. Die Herkunft der Bands reicht von den USA (NILE) und Frankreich (ARKAN) bis Tunesien (MYRATH), Ägypten (AHL SINA) und Dubai (NERVECELL), der Schwerpunkt liegt aber auf Israel (AMASEFFER, ALMANA SHCHORA…). Die bekanntesten Vertreter ORPHANED LAND geben den Opener „Sapari“ vom sperrigen „The Never Ending Way Of ORwarriOR“ zum Besten. Von NERVECELL wurde ein getragenes Instrumental ausgewählt, das jedoch nicht repräsentativ für die Band ist, da ansonsten doch eher geballert und gegrunzt wird. Dafür dürfen die technikaffinen Ägyptologen rund um Mastermind Karl Sanders mit dem Opener ihrer „Those Whom The Gods Detest“-Großtat durchstarten, während die Tunesier MYRATH nicht zuletzt aufgrund ihres in den Sound integrierten Keyboards epischer, bombastischer und auch hitverdächtiger um die Ecke kommen als der Rest. Weiters vermögen vor allem die Türken PENTAGRAM (vielen wohl als MEZARKABUL bekannt) mit ihrem bereits elf Jahre alten Song, sowie die Palästinenser KHALAS zu gefallen. Die Genremeister MELECHESH krönen diesen Sampler schließlich mit dem Kracher „Grand Gathas Of Baal Sin“ von ihrem letzten Überalbum „The Epigenesis“.
Den meisten Bands gelingt es nicht nur meisterlich, die Härte des Metals in unterschiedlichen Ausprägungen mit dem verzaubernden Charme der orientalischen Folklore zu verbinden, auch inhaltlich sind die Beteiligten (mit dem Ansinnen, die Völker unter der Flagge des Metals zu einen) bemüht, positive Werte zu vermitteln, tatsächliche Barrieren (und solche im Kopf) niederzureißen, schwelende Konflikte beizulegen und den Traum einer friedvollen Gesellschaft und Koexistenz nicht gänzlich ad acta zu legen.
Die Compilation ist eine kreisrunde Sache die zeigt, wie vielfältig und bunt die Szene ist. Eine tiefe Auseinandersetzung mit (Welt-)Religionen, Kultur und Geschichte wird nicht vorausgesetzt, allerdings kann diese Zusammenstellung als Appetizer dafür dienen. Die wichtigsten Exponenten der Szene sind vertreten, was den Rundling (ausgestattet mit hochklassigstem Songmaterial) für interessierte Neueinsteiger zu einem perfekten Überblick macht. Wer auch sonst wenig mit genrefremden Einflüssen und exotischer Instrumentierung anfangen kann, der wird diesen Sampler meiden wie der Teufel das Weihwasser. Alle anderen dürfen sich wohl auf weitere Anregungen auf Teil zwei freuen!
Wertung: ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (28. März 2012)
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