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Review: Ace Frehley - Keine Kompromisse (Buch)

(Printversion)
Redaktionswertung: ohne Bewertung
VÖ Datum: 20. März 2012
Genre: Biografie
Verlag: Iron Pages
Seitenanzahl: 256


Review...

Kompromisse sind wie Hurensöhne. Gott Sei Dank habe ich gelernt, in meinem Leben auf sie zu verzichten“

Paul Daniel Frehley, geboren am 27. April 1951, aufgewachsen in der New Yorker Bronx. Schon früh war der gute Paul ein Rebell, unscheinbar zwar, aber rebellisch, logisch, dass die ersten Erfahrungen in einer Gang (den Ducky Boys) nicht lange auf sich warten ließen. Aber der gute Paul hatte anderes im Sinn, er wollte Gitarre spielen und entschied sich schon sehr früh, dass er einmal ein Star werden wolle. Zig Bandversuche und ebenso viele Alkohol- sowie Drogeneskapaden später las Paul Frehley in der New Yorker Zeitung The Village Voice folgende Annonce:

LEADGITTARIST GESUCHT
Handwerklich fit, optisch ansprechend. Album in Kürze
Keine Nullnummern
Paul

Der Rest ist an sich Geschichte. Ace Frehley (wie er sich nach dem Einstieg bei KISS nannte) wurde Teil der größten Rock’n’Roll Band dieses Erdballs, soff, hurte und kokste über Jahre hinweg was das Zeug hielt, dennoch bietet uns „Keine Kompromisse“ (passenderen Titel hätte es echt keinen gegeben) einen Einblick in die Welt von KISS und besonders die des Spaceman, die man so womöglich noch nicht kannte. Seine Hassliebe zu Gene Simmons (zum Niederknien ist die Sackläuse Story!), die Eskapaden mit seinem Bandkumpel Peter Criss, seine enge Freundschaft zum viel zu früh verstorbenen John Belushi, aber auch die Prä-KISS Zeit hält amüsantes bereit. Unvorstellbar Ace’s Schilderungen wie er sich bei Megafestivals einfach so mir nichts, dir nichts in den Backstagebereich schwindelte, oder wie oft der Kerl die Schulen gewechselt hatte.

Auch die Schilderungen, die nach dem „The Elder“ Album zu seinen Ausstieg führten (was ja laut Ace mindestens ein Jahr lang geheim gehalten wurde), seine beiden wirklich guten Soloalben, die Wiederfindung anlässlich der MTV Unplugged Geschichte (wo Ace und Peter als Special Guests auftraten), die dann doch folgenden Reunion Tourneen (zwischen 1995 und 2002), das „Psycho Circus“ Album, die Eifersüchteleien eines Tommy Thayer (der übrigens vom Spaceman mal eine gehörig auf die Nase bekam) und der endgültige Bruch mit Gene und Paul im Jahr 2002.

Der Rest des „neuen“ Lebens von ACE FREHLEY wird eher nur kurz gestreift, wichtigste Message aber, der Spaceman ist mittlerweile seit 2005 völlig trocken und hat seine Energie und seinen Lebenswillen wieder gefunden.

Kritik muss bei diesem an sich flott zu lesendem Stoff aber auch erlaubt sein:
So ist die deutsche Übersetzung bei Zeiten wirklich komplett holprig ausgefallen (beim x-ten „jedem Tierchen sein Pläsierchen“ hätte ich das Teil fast gegen die Wand gepfeffert) und auch die des Öfteren unentdeckt gebliebenen, flüchtigen Rechtschreibfehler (statt niemand bekommt man z.B. niemanf zu lesen) trüben ein wenig den Lesefluss. Das heißt aber auch, dass jeder, der sich des englischen halbwegs mächtig glaubt auf jeden Fall auf die englische Originalversion „No Regrets: A Rock 'n' Roll Memoir“ umsteigen sollte, alle anderen sind mit der deutschen Ausgabe auch vorzüglich bedient, müssen aber halt den ein oder anderen Stolperstein überwinden.

Wertung: ohne Bewertung
Autor: reini (10. April 2012)

Artikel-Link: http://www.stormbringer.at/reviews.php?id=7779