Trackliste 1. Home At Last
2. Rage Of The Savage Beast
3. Metal Will Never Die
4. Ballad Of A Hangman (Live In Wacken 2010)
5. Excalibur (Live In Wacken 2010)
6. Heavy Metal Breakdown (Live In Wacken 2010)
Line Up Vocals: Chris Boltendahl
Guitars: Axel Ritt
Bass: Jens Becker
Keyboards: Hans Peter ''H.P.'' Katzenburg
Drums: Stefan Arnold
Review...
Dass GRAVE DIGGER-Konstante und Frontmann Chris Boltendahl nicht unbedingt gerne mit der Zeit geht, das sagt uns nicht nur seine mehrere Dekaden überstehende Frisur, sondern auch der puristische Teutonen-Metal, den er mit abwechselnden Mitstreitern seit mittlerweile 32 Jahren in die Konzertclubs Europas knallt. Eine weitere veraltete und in Zeiten von iTunes und mp3s tatsächlich obsolete Vorgehensweise ist das beharrliche Veröffentlichen von EPs. Bevor also Ende August der nächste Longplayer „Clash Of The Gods“ auf uns hernieder prasselt, fetzt Schotten-Chris mit „Home At Last“ die mittlerweile zehnte EP der Bandgeschichte aus der Hüfte, wohlwissend, dass damit heute kaum mehr ein Hund hinter dem Ofen hervorgelockt werden kann.
Das Material an sich ist typisch GRAVE DIGGER-solide. Keine Offenbarung am Schwermetallfirmament, aber ein solider Nackenschaufler, der die kuttentragenden Pommesgabeln mit Sicherheit inflationär nach oben schnellen lässt. Interessanter sind da schon die beiden Non-Album-Tracks „Rage Of The Savage Beast“ und „Metal Will Never Die“ (immerhin bietet man auf der EP wirklich Unveröffentlichtes). Ersterer fährt verdächtig knapp im Fahrwasser von den glorreich wiederauferstandenen ACCEPT, ohne aber an die Einzigartigkeit der Hoffmann/Baltes-Schmiede heranzukommen. Die Fan-Hymne „Metal Will Never Die“ trieft nur so vor lauter Klischee-Käse, aber gerade solche Mitwipper-Riffs sorgen dafür, dass Heavy-Bands aus unserem Lieblingsnachbarland noch immer an der Spitze des „echten“ Metal stehen.
Abgerundet wird das kurze Vergnügen mit drei Songs von der triumphalen Wacken-Jubiläumsshow 2010. „Ballad Of A Hangman“, „Excalibur“ und das kultige „Heavy Metal Breakdown“ sorgten dort auf jeden Fall für positiven Aufruhr und live sind die Grabschaufler bekanntlich ohnehin besser, als (zumindest in den letzten Jahren) auf Konserve. Mehr gibt’s dazu auch nicht zu sagen. Wer ein paar Mücken zu viel im Börserl hat, kann sich den Appetizer gerne einverleiben, dennoch bleibt die Frage, warum GRAVE DIGGER das Teil nicht als Bonus-CD zum günstigeren Preis auf das anstehende Album packen. Sei’s drum – Fans wissen ohnehin was zu tun ist.