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Review: Sinister - The Carnage Ending (CD)

(Printversion)
Redaktionswertung: 3.5 Points
VÖ Datum: 28. September 2012
Genre: Death Metal
Label: Massacre Records
Laufzeit: 48:07
Trackliste
1. Gates Of Bloodshed
2. Unheavenly Domain
3. Transylvania
4. My Casual Enemy
5. Crown Of Thorns
6. The Carnage Ending
7. Oath Of Rebirth
8. Regarding The Imagery
9. Blood Ecstasy
10. Defamatory Content
11. Final Destroyer


Line Up
Vocals: Aad Kloosterwaard
Drums: Toep Duin
Guitars: Bastiaan Brussaard
Guitars, Bass: Dennis Hartog
Bass: Mathijs Brussaard Credits
Artwork: Mike Hrubovcak
Review...

Eigentlich grenzt kann man dieses neue, mittlerweile zehnte, SINISTER-Album als Sensation bezeichnen. Im Frühling 2011 musste Sänger, Gründer und unwiderrufliche Band-Lebenserhalter Aad Kloosterwaard zähneknirschend verkünden, dass ihm aus diversen Gründen die komplette Besetzung abhanden gekommen ist. Aber ähnlich den sympathischen Deutsch-Thrashern DEW-SCENTED warf der Glatzkopf die Flinte nicht ins Korn, sondern engagierte innerhalb kürzester Zeit einen neuen Stamm aus Todmetallern, die mit Erfahrungen bei Bands wie SUPREME PAIN, MELECHESH oder ABSURD UNIVERSE alles andere als blutige Anfänger sind. Dass die Jungs gut 15 Monate später mit dem rabiaten „The Carnage Ending“ aus den neu gegrabenen Startlöchern kriechen, verdient schon mal ersten Vor-Respekt.

Ob das auch für die musikalische Darbietung der Fall sein soll wird jetzt hier genauer besprochen. Nach erstmaligem Durchlauf fällt zumindest auf, dass die veränderte Besetzung nichts Gravierendes am typischen SINISTER-Sound geändert hat. Wie schon beim feinen 2010er Werk „Legacy Of Ashes“ knallt dem Hörer kompromisslos-radikaler Death Metal der Ur-amerikanischen Schule aus den Boxen und erinnert auf „The Carnage Ending“ mehr als je zuvor an die Florida-Teufelsmeuchler DEICIDE und das genickbrechende New York-Kollektiv CANNIBAL CORPSE. Kann also schon mal grundsätzlich nicht falsch sein. Besonders schön klingen SINISTER, wenn sie zwischen ihrer wilden Knallerei auch melodische Hooks, atmosphärische Hintergrundgeräusche und diverse Soloeinlagen beimengen (etwa beim Titeltrack oder „Oath Of Rebirth“) oder einfach nur geile Old-School-Derbheit ins Rondeau werfen ("Transylvania"). Angenehm – die Groove-Anteile stechen am neuen Album wieder deutlicher hervor.

Nicht gerade hölzern, aber durchaus verbesserungswürdig klingt die Produktion des Albums, da haben die Holländer schon mal besser durchgegriffen. Songtechnisch liegen SINISTER aber großteils im grünen Bereich, auch wenn Aad und seine frisch integrierten Konsorten vor allem in der Endphase stark an Qualität einbüßen („Defamatory Content“ und „Final Destroyer“ sind wahrlich keine Jahrhunderthymnen) und den Rezensenten wehmütig an die 90er-Jahre zurückdenken lassen, wo SINISTER ohne Diskussion zu den absoluten Genre-Vorreitern zählten. Schlechtreden braucht man die Westeuropäer trotz allem nicht – „The Carnage Ending“ ist jetzt nicht unbedingt das Death Metal Vorzeigebrett und liegt bei mir qualitativ auch hinter dem erwähnten Vorgänger „Legacy Of Ashes“, doch wie man druckvoll, groovend und stiltreu durch den Szene-Dschungel holzt, wissen die Jungs auch noch 24 Jahren Bandbestehen. Ihr wisst also was zu tun ist – Schädel-Helikopter anwerfen!

Wertung: 3.5 von 5.0
Autor: FO (24. September 2012)

Artikel-Link: http://www.stormbringer.at/reviews.php?id=8354