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Review: Ill Nino - Epidemia (CD)

(Printversion)
Redaktionswertung: 4.0 Points
VÖ Datum: 26. Oktober 2012
Genre: Modern Metal, Nu Metal
Label: AFM Records
Trackliste
01. The Depression
02. Only The Unloved
03. La Epidemia
04. Eva
05. Demi-god
06. Death Wants More
07. Escape
08. Time Won't Save You
09. Forgive Me Father...
10. Invisible People


Line Up
Vocals: Cristian Machado
Guitars: Ahrue Luster
Guita:rs: Jardel Paisante
Bass Laz Pina
Drums: Dave Chavarri
Percussion: Danny Couto
Review...

Das nun mittlerweile sechste Studioalbum der Latin-Metaller von ILL NINO trägt den Titel „Epidemia“ und zeigt ein weiteres Mal, dass die Jungs ihrem eingeschlagenen Weg treu bleiben. Durch den eigens angestrebten Anspruch, stets latein-amerikanische Einflüsse in die Musik einfließen zu lassen, stellt sich die Band auf gewisse Weise schon seit fast fünfzehn Jahren selbst ein Bein. Dieser musikalische Aspekt lässt nämlich reichlich wenig Spielraum für innovative Ideen zu und so verbaut sich die Gruppe die Möglichkeit, stark in ihrem eingefahrenen Stil zu variieren.

Auf „Epidemia“ klingt im Prinzip alles wie gewohnt: Leicht aggressive, sehr moderne Metal-Klänge gepaart mit einigen milden Refrains, während das ganze stets mit Perkussionen und akustischen Gitarren-Elementen gewürzt wird, die das spanische Flair aufrecht erhalten – ein Rezept, das den Fans seit langer Zeit gut zu bekommen scheint. Trotzdem konnte man auf den letzten Alben bereits eine Entwicklungstendenz verfolgen, nach der sich ILL NINO immer weiter von den anfänglichen Nu Metal Einflüssen entfernen, um sich zielstrebig in härtere Gefilde zu bewegen. Auf der neuen Scheibe kann man nun recht deutliche Metalcore-Merkmale finden, wenn die Doublebass öfter zum Einsatz kommt, die Gitarren härtere Riffs schreddern und die Growls tiefer und aggressiver werden. In „La Epidemia“ erhält die Band vokalische Unterstützung vom Frontmann der Death-Core Truppe EMMURE, Frankie Palmeri, der zusammen mit Cristian Machado hier ordentlich auf die Kacke haut, während gänzlich auf schmusige Klargesangspassagen verzichtet wird. Auch „Escape“ gehört klar zu den eher derben Songs der Platte mit ebenfalls harten Growls und Screams, sowie aggressiver Rhythmik. Die Produktion des Albums wurde diesen Klängen angepasst, sodass der Sound sich allgemein gut mit dem der aktuellen Metalcore-Größen vergleichen lässt.

Viel mehr „Neues“ gibt es auf „Epidemia“ nicht zu hören, doch erwartet das vermutlich sowieso niemand, der sich eine neue Scheibe von ILL NINO zulegt. Warum auch? Die Fans mögen den typischen Stil und allein der Umstand, dass die Band mit latein-amerikanischen Einflüssen arbeitet, macht sie ja bereits zu etwas Besonderem. Bemerkenswert bleibt hierbei, dass die einzelnen Songs sich trotz des sehr ähnlichen Stils immer ausreichend voneinander unterscheiden und die Abwechslung somit nach wie vor garantiert wird. Mir persönlich fehlen jedoch noch ein paar mehr packende Refrains, wie sie auf Alben wie „One Nation Underground“ noch zuhauf zu hören waren, denn nicht jeder der zehn Songs weiß richtig mitzureißen. Dennoch ist „Epidemia“ wie gewohnt ein solides Album ohne grobe Schnitzer und wird den eingefleischten Fan sicherlich begeistern.

Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: Marco Frieborg (19. Oktober 2012)

Artikel-Link: http://www.stormbringer.at/reviews.php?id=8469