Dass Metalcore an sich ein eng gestecktes Genre ist, werden die wenigsten von Euch bestreiten können. Dass sich nur einige Bands in diesem Revier seit Jahren an der Spitze halten ebenso. KILLSWITCH ENGAGE, HEAVEN SHALL BURN, AS I LAY DYING, CATARACT, CALIBAN – dahinter kommen ungefähr 12.341.248 Bands, die musikalisch genausoviel auf dem Kasten haben, nur eben mit den Vorwurf behaftet, ein simples Plagiat zu sein, leben müssen.
Was also machen THE SORROW nun anders? Nun, genauso genommen nicht viel – es ist nur das fesselnde Songwriting, das diese aufstrebende Band aus der Masse herausragen lässt und auf ihrem Debütalbum „Blessings from a Blackened Sky“ lautstark nach Aufmerksamkeit giert… Dass das vorangegange Demo ebenso wie das aktuelle Album dabei absolute Toppostionen in diversen Musikzeitschriften (Platz 1 im MetalHammer / 10x Dynamit im RockHard) einnehmen konnte, verdeutlicht daher auch eines: dass die Vorarlberger einiges richtig gemacht haben (müssen)!
Blessings from a blackened Sky...
Schon der stimmige Shortrack „Elegy“ macht neugierig auf die kommenden 50 Minuten. Da werden anschliessend bei „The Dagger Thrust“ gleich mal schwere Geschütze aufgefahren - Riffs, Riffs, Breakdowns, und die kontrastreiche Untermalung von Fronter Mätze lassen einem keine Sekunde verschnaufen, die melodiöse Schwedenschlagseite wird geschickt in die Songs integriert ohne hier an irgendwelche Szenegrössen zu erinneren. Der blutige Sound lässt hier ebenso keine Feinheiten aussen vor – brachial, aber stimmig werden hier die Lauschlappen zu Klump verarbeitet !
„Death from a Lovers Hand“ & „Knights of Doom“ sind dann zwei Paradebeispiele für erstklassiges Moshpitfutter – punktgenau und bretthart, dabei ohne die passende Hookline ausser acht lassend werden hier keine Gefangenen gemacht; diverse Noiseparts bieten auch hier die nötige Würze im Metalcorealltag! Sänger Mätze schreit sich die Seele aus dem Leib und schont weder sich noch den Hörer. Einzig die clean gesungen Parts stellen einen (klitzekleinen) Schwachpunkt dar, die sollte man in Zukunft entweder besser ausarbeiten oder gänzlich weglassen!
Nach einer kleinen Verschnaufpause (Track 5, sinnigerweise ohne Titel) lassen sich die Herrschaften nicht lange bitten und kredenzen mit „Numbers of Failure“ die nächste Abrissbirne in bester KSE – Manier. Selbst kurze Solosequenzen werden so geschickt ins Gesamtbild integriert, dass sie beim ersten Hördurchgang kaum als solche wahrgenommen werden; ja sogar typische AMON AMARTH - Riffs werden mit einem solchen Augenzwinkern intoniert, dass man den Burschen unmöglich böse sein kann (auf dem „SummerNights“-Festival war ja sogar ein Coversong der Wikinger im Programm)…
„From this Life“ bietet dann sogar noch einen Zacken Speed im Albumkontext und ist ein weiterer Hit dieses Quintetts, das sich schon am Anfang ihrer Karriere lässig einen Höhepunkt nach dem anderen aus den Ärmeln schüttelt ohne grossartig mit der Wimper zu zucken. So frisch und ungestüm klang schon lange keine etablierte Combo mehr aus diesem Subgenre!
Dass dann nicht alle Songs dieses Niveau halten können ist beileibe kein Beinbruch – selbst gutes Durchschnittsfutter a la „Darkest Red“ bringt einem bei diesen Temperaturen noch zum schwitzen und bereitet lediglich den Weg zum Höhepunkt dieses Albums namens – Tusch! - „Saviour, Welcome Home“! Hier werden in gut sieben Minuten alle Register gezogen, die aus einem guten Stück ein Aussergewöhnliches machen: akustische Einsprengsel, gelungene Laut/Leise-Dynamik und ein berauschender Wechsel aus derben Shouts und Cleanpassagen machen dieses metallische Gewitter zu einem Pflichtkauf für die Zielgruppe! Well Done!
Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: PMH (22. Juli 2007)
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