Nach einer selbstbetitelten EP im Jahre 2005 liegt nun – mit einiger Verzögerung – das offizielle Debütwerk dieser jungen Holzhackertruppe aus dem Reiche Arnold Schwortzeneggers, sprich Kalifornien , vor uns. Die Amis dürfen sich an diesem Rundling schon seit einigen Monaten erfreuen, wir Europäer – aus welchen Gründen auch immer – nun erst dieser Tage.
Erstaunlich auch die Rundum-Besetzung: namhafte Grössen zeichneten für Artwork & Sound verantwortlich. Spricht für die Band. Oder die Plattenfirma …
Egal, „let the Music do the talking“ – wie einst Chuck Schuldiner (R.I.P.) zu sagen pflegte:
Gleich 13mal gibt’s auf „The Cleansing“ das volle Programm – nach einem handelsüblichen Intromätzchen beginnt „Unanswered“ rabiat und technisch versiert zugleich. Hektisches Drumming, hohes Tempo und die Variabilität im Vocalbereich drücken die Band in kein vorgefestigtes Muster. Da geht oft alles: Death, Grind, Noise, Core – alles da. Auch die Breakdowns sind anwesend. Dazu gibt’s die Tonlagen Kreisch, Grunz und Keif. Schön.
Auch in punkto Sound ist alles im grünen Bereich – druckvoll und dennoch transparent wirbelt diese Dreiviertelstunde den Hörer wie durch einen lebensgrossen Mixer. Parallelen zum Gitarrensound von Nevermore sind sicherlich reiner Zufall, aber andererseits auch nicht die schlechteste Referenz oder?
„Hands of a Killer“ ist anschliessend die perfekt Moshpitgranate – ruppig, eingängig und voller Energie. Auch den Bass hat man auf dem neuesten Streich nicht versteckt – geradezu grossflächig rührt dieser die Attacken im Hintergrund und macht hin und wieder auf sich aufmerksam!
Dezente Carcass-Anleihen im Vocalbereich pushen „The Price of Beauty“ immer wieder nach vorne. Und schon sind wir bei Track 5: Stakkatoriffing und eine wilder Ritt im 4. Gang schleifen den Hörer durch manche Breakuntiefen, verspielte Passagen und Radarfallen.
Anspieltipp Nummer 2 hört auf den schönen Namen „No Pity for a Coward“ und holzt einen gleich mal die Rübe vom Körper. Hilflos muss man treibende Twinguitar-Attacken plus die Pitbullstimme von Fronter Mitch über sich ergehen lassen während man den staubigen Erdboden nach dem blutigen Haupt abtastet. Kopf wieder rauf und weiter im Takt.
Unbarmherzig treiben Suicide Silence ihr Programm voran – Verschnaufpausen gibt’s keine, nur Schädelspalter en masse: egal ob ihr euer Haupt bei „In a Photograph“, „Eyes sewn Shut“ oder dem abschliessenden Bonustrack kreisen lasst, für Qualität & Härte wird durchgehend gesorgt!
Entgehen lassen solltet ihr auch auf keinen Fall das „Green Monster“, welches sich nach fulminanten Beginn zu einem Midtempobrecher erster Güte entwickelt, nebenbei aber immer wieder ausreichend Blastsalven einstreut und dann in ein beklemmendes Outro rüberkippt.
By the Way - die instrumentalen Fähigkeiten sollten hier nicht unerwähnt bleiben ; diese machen die Umsetzung erst spannend - so gibt’s neben dem Highspeedprogramm auch einige abgefahrene Exkursionen in andersartige Gefilde , die aus diesem Krachbonbon eine lohnenswerte Anschaffung machen!
Einziges Manko dieser durch und durch gelungen Scheibe ist der oft doch recht ähnliche Songaufbau; dieses kleine Schwäche sollte sich aber - bei entsprechender Praxis on stage & im Proberaum - recht rasch legen. Four big Points.
Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: PMH (07. Februar 2008)
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