PURE LEGEND RECORDS

:: Grave Digger - The Last Supper (CD)

Redaktionswertung: 2.5 Points
Userwertung: 3.0 Points
VÖ Datum: 17. Jänner 2005
Genre: Heavy Metal
Label: Nuclear Blast
Info: Grave-Digger.de
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Trackliste...
1. Passion
2. The Last Supper
3. Desert Rose
4. Grave In The No Man's Land
5. Hell To Pay
6. Soul Saviour
7. Crucified
8. Divided Cross
9. The Night Before
10. Black Widows
11. Hundred Days
12. Always And Eternally

Line Up
Vocals: Chris Boltendahl
Guitars: Manni Schmidt
Bass: Jens Becker
Keyboards: Hans Peter ''H.P.'' Katzenburg
Drums: Stefan Arnold
2 Reviews...
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Full-Length Album No. 12 der unkaputtbaren Teutonen Institution. War es 1995 Mel Gibson´s Kinoklassiker “Braveheart“, der Chris Boltendahl zum Thema von “Tunes Of War“ inspirierte, kam dem neuen Longplayer der nicht unumstrittene Streifen “Die Passion Christi“ zuvor. Selbst wenn das der Sänger nie zugeben würde, trotzdem ... sehr praktisch. Der große Verdacht, GRAVE DIGGER schlagen wieder ein Kapitel der frühen Geschichte für den kompletten Songkatalog - sprich Konzeptalbum - auf, war allgegenwärtig, wurde diesmal aber nur mehr partiell vollzogen und präsentiert auf musikalischer Ebene einmal mehr typische GRAVE DIGGER Kost irgendwo zwischen zügelloser Gleichstrom Strategie und künstlerischer Banalität in Form von langsamen Stampfern (“The Last Supper“), schnörkellosen Midtemponummern (“Grave In The No Man´s Land“) bzw. pfeilschnellen Nackenbrechern (“Desert Rose“ oder “Hell To Pay“) und wurde obendrein - wie gehabt - mit einem fetten und druckvollen Sound ausgestattet. Ich tue mich schwer hier objektiv ein Urteil zu fällen, denn teilweise erzeugen die Altherren ganz besondere Klanggeschenke (z.B. “Crucified“ sorgt für wahre Gänsehautmomente), dann wieder holt einem der gesamte Backkatalog ein, der da zum x-ten mal mehr oder weniger reproduziert wurde und somit irgendwie eine kreative Sackgasse markiert. Die puristische Anhängerschaft kann der Band vermutlich gar nicht genug danken und wird “The Last Supper“ dementsprechend huldigen, während der etwas unbedarfte Banger dem Quartett ein „na ja, typisch GRAVE DIGGER halt“ oder „wer braucht die noch?“, zukommen läßt.

Wertung: 3.5 von 5.0
Autor: Drifter (15. Jänner 2005)


Anno 1983 mit Erscheinen des Debuts „Heavy Metal Breakdown“ haben – zumindest für mich – die Grabschaufler auch schon ihr Karrierehighlight abgeliefert, der Nachfolger „Witchunter“ (1985 erschienen) war auch noch ein schöner Brocken, aber spätestens nach dem peinlichen „Stronger Than Ever“ Ausrutscher (für diesen „Glam-Scheiß“ ließ man sogar das Grave im Namen weg) waren die Teutonen für mich gestorben. Ein dann und wann Reinhören in diverse – meist konzepttechnisch aufgemotzte – Veröffentlichungen der „Neuzeit“ bestärkte mich auch noch in dieser festgefahrenen Meinung.

Nun jetzt liegt also der neue Streich der Mannen um Chris Boltendahl vor und ich finde, der Albumtitel hätte treffender nicht ausfallen können, denn zum „letzten Abendmahl“ könnte sich dieser Rundling für die Band durchaus manifestieren.

Schon der Titelsong könnte banaler, nichts sagender und stumpfer nicht ausfallen (da helfen die eingebauten Pianoparts auch nicht mehr wirklich), mein hoch geschätzter Kollege Werner vom Darkscene hat es ja schon treffend ausgedruckt „künstlerische Banalität“ nannte er das, da hat er Recht, nur warum muss man so was gut finden?

Die „pfeilschnellen Nackenbrecher“ (wiederum O-Ton Werner) sind zwar pfeilschnell, aber qualitativ in der kreativen Sackgasse (Werner die Dritte). „Desert Rose“ ist ein manchmal an billigen Priest Abklatsch erinnernder, im Refrain „Deutsch Dümmelei“ verbreitender Langeweiler, „Hell to Pay“ tönt keinen Zacken überzeugender aus meinen Speakern - im Gegenteil - alleine für die eingebaute Bridge gehören Boltendahl und Anhang geteert und gefedert und der prollige Refrain reizt eher meine Magenwände, als das er zum Bangen animiert, nicht zu vergessen die nervigen Gitarrendisharmonien im Background dieses Songgerüsts.

Halbwegs annehmbare Groover, wie „Soul Savior“ werden durch sperrigste Zwischenteile verhunzt, das 7-minütige „Crucified“ fällt durch einen fast schon poppig-anmutenden Refrain und endloser Langeweile auf und so richtig überzeugen kann mich kein einziger der insgesamt 10 Stücke (excl. Intro). Am ehesten würde ich mich noch mit der Kitschballade „Always And Eternally“ anfreunden, hauptsächlich, weil Boltendahl’s Geröchel einen idealen Kontrast hierzu bildet, fernab eines guten Songs ist aber auch dieser balladeske Rausschmeißer.

Und um noch mal auf den lieben Werner zurückzukommen: Wenn ein unbedarfter Banger dem Quartett ein „na ja, typisch GRAVE DIGGER halt“ (eben nicht(!!!) das sind extrem schwächelnde Grave Digger, lieber Werner) oder „wer braucht die noch? (da haste Recht, ab in die härtetechnische Pension mit den Grabschauflern, das letzte Abendmahl wurde ja soeben zelebriert) zukommen lässt, dann bin ich verdammt noch mal ab heute ein unbedarfter Banger, aber dann muss ich Gott sei Dank kein Grave Digger Neuzeit-Zeux mehr an meine Ohren lassen.

In meinem CD-Schrank wird sich dieses Ding 100%ig nicht verirren, bin aber draufgekommen, dass sie sich vorzüglich fürs Mülleimer-Zielschießen eignet, war eh von Nöten, die neue TRISTANIA-CD sah nämlich genau aus diesem Grund schon ziemlich mitgenommen aus…

1,5 Points – weil die Produktion schön fett ist, aber auch nur deswegen...

Wertung: 1.5 von 5.0
Autor: reini (18. Jänner 2005)

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