Was für eine verdammte Dreckschleuder aber auch! Derart viel Staub, Schweiß und abgeriebenem Gummi wie ihn GORILLA MONSOON auf „Extermination Hammer“ aufwirbeln kann man wohl in ganz Deutschland nicht auffinden!
Hier mal der zaghafte Versuch dieses Stoner Rock/Metal Monstrum einzuschätzen:
Stellt Euch vor zwei Gefahrengut LKW’s, so richtig fette Brummis, düsen irgendwo im Niemandsland über den Asphalt. Beide mächtig mit dem Pedal am Anschlag. Nennen wir den einen der Schwertransporter einfach mal SABBATH und den Zweiten geben wir einen Doppelnamen, sagen wir KYUSS/old-COC. Tja Übermüdung, Unachtsamkeit und dergleichen führten schlussendlich dazu, dass diese beiden schweren Brocken quasi ungebremst ineinander krachten, sich verkeilten und schlussendlich in einem wahren Inferno in Flammen aufgingen. Bei dem daraus resultierenden Chaos, verschmelzen durch irgendwelche nicht näher erklärbare chemische Reaktionen diese beiden Laster zu einem neuen, einem hybridartigen Ganzen – noch unerklärlicher die Tatsache, dass dieses durch eine Katastrophe entstandene Etwas plötzlich auch leicht fremdartige Züge bekommen hat. Charakterzüge eines mit Warzen übersäten Wesens namens Lemmy sind ebenso wahrnehmbar wie die zentnerschweren und mächtig baumelnden Eier eines Mister Peter Steele. Funkt’s jetzt?? Nicht? OK, neuer Versuch!
GORILLA MONSOON versäbeln auf ihrem neuestem Werk eine klebrige Masse an old-school Stoner Metal, welchen sie – ganz nach dem kongenialen Pseudonym ihres Fronters – mit reichlich SABBATH Feeling vermengen. Hie und da darf die Coolness und Scheiß Drauf Attitüde eines Lemmy samt seiner MOTÖRHEAD Bande um die Ecke lugen und wenn Jack Sabbath einen auf Pete Steele’scher Lockerheit macht, artet die MONSOON Klangwelt gar in richtigen Weltklassekompositionen aus. „Hatebreed“ zum Beispiel sollte, Nein müsste Meister Steele nicht nur vor Neid erblassen, sondern auch sein Gehänge in Null Komma Nix schrumpfen lassen! Und wäre das Alles noch nicht genug, setzen die Dresdner mit dem autobiographischen (???), umwerfenden, richtig sprachlos machenden „50 $ Whore“ dem Ganzen dann noch die Krone auf. Sowas von einem dreckigen Bastard, samt wirklich äußerst satirisch, dabei gleichzeitig auch bissig arrangiertem Text ist mir - ohne Scheiß jetzt - schon lange nicht mehr untergekommen. Wohl nicht nur derzeit die unumstrittene Nummer Eins in meiner Playlist der Song!
Freunde und Liebhaber der gekonnt in Szene gesetzten Dreckigkeit, Anhänger einer sturz trockenen Produktion, bei der man geradezu miterlebt wie der Schweiß in die Amps rinnt…
Aach was: Jeder der es gern laut, schmutzig, ungehobelt, roh, rabiat, frech, zänkisch, wutentbrannt, unbeherrscht, aggressiv, ungezügelt, aber auch mitreißend, bewegend, ergreifend, faszinierend, fesselnd, überwältigend, dramatisch, packend, spannend, anregend und furios mag, darf sich diesen mutierten Bastard gerne einverleiben!
Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: reini (04. November 2008)
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