Die langsame, aber stetig spürbare Rückbesinnung des Mr. Barnes.
„13“ war eine Katastrophe sondergleichen, „Commandment“ hatte leise Ansätze den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, dort steckt er 2008 zwar immer noch mit zwei Rädern drinnen, aber „Death Rituals“ lässt zumindest leise Hoffnung aufkeimen, dass da in Zukunft vielleicht mal wieder was richtig fetziges aus dem Hause SFU kommen könnte.
Bezeichnend für die skeptisch verwendete Möglichkeitsform in meiner Kurzeinleitung ist auch der Umstand, dass der beste Track auf „Death Rituals“ ausgerechnet eine Coverversion ist. Barne’sches Verbeugung und Verdeathmetallisierung von MÖTLEY CRÜE’s „Bastard“ ist einfach nur unglaublich und hat sogar das Zeug dazu, den etatmäßigen Stimmungsmacher „TNT“ aus der SFU Setlist zu kicken. Aber es ist nicht alles verloren auf „DR“, gerade auch, weil seit langem wieder ein deutliches Mehr an Abwechslung integriert wurde. Drummer Greg Gall darf sogar manchmal richtig schön blasten, Flitzefinger Steve Swanson sich die Griffgeräte wund reiben und Barnes schafft sogar in hellen Momenten so was wie einen Pig-Scream. Und von diesen Momenten lebt „Death Rituals“ dann auch, sind es doch die eher getragenen Tracks, die des Öfteren Kollektivgähnanfälle auslösen. Sei es jetzt „Seed of Filth“, oder „Ten Deadly Plagues“, Langeweiler vor dem Deibel und noch dazu bar jeglicher Inspiration angesiedelt. Besser tönen da schon etwas flottere Tunes, „None Will Escape“, aber auch „Into The Crematorium“ waten richtig lecker daher. Nicht unerwähnt darf das gesprochene Intro von IGGY POP bei "Shot In The Head" bleiben, und gerade solche Farbtupfer haben wir von SFU schon seit Ewigkeiten nicht mehr kredenzt bekommen.
„Death Rituals“ ist beilieben kein DM Highlight geworden, das durfte man nach der konsequenten Niederlagenserie der Vergangenheit auch nicht unbedingt erwarten, aber wie heißt es so schön „mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ – und im Falle von Chris Barnes umgemünzt: Noch fünf Alben und wir haben wieder das Niveau von Krachern der Sorte „Haunted“ oder „Warpath“ – aja bevor ich es vergesse – Dann sollte der Herr Barnes aber auch zu produzieren im Stande sein, oder er holt sich (wieder mal) Hilfe von außen. Bis dahin enden wir mit einer neuerlichen Weisheit: Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!
Wertung: 3.0 von 5.0
Autor: reini (13. November 2008)
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