Die Hannoveraner ROUGH SILK wurden 1989 gegründet. In letzter Zeit war es still um die deutschen Hardrocker geworden. Das letzte Album "End Of Infinity" stammt aus dem Jahr 2003. Doch jetzt zum 20-jährigen Jubiläum wurde die Truppe einer Frischzellenkur unterzogen. Bandgründer und –leader Ferdy Doernberg (AXEL RUDI PELL, TARAXACUM) hat eine neue Besetzung um sich versammelt, die viel frischen Wind in die Musik von ROUGH SILK einbringt. Das neue Werk "A New Beginning" zeugt hiervon. Noch nie waren ROUGH SILK so heavy wie heuer. Der Albumname ist sozusagen Programm.
Neben der unerwarteten Heaviness mancher Kompositionen, ist "A New Beginning" aber auch abwechslungsreich. Während bei "Temple Of Evil" astreiner Heavy Metal regiert, zeigt sich das Quartett bei dem Mid-Tempo-Groover "The Roll Of Dice" recht vielschichtig mit reichlich Tempo- und Intensitätenwechsel. Knackiger Heavy Rock wird mit "When The Circus Is Coming To Town" präsentiert, während "Home Is Where The Pain Is" fast ein wenig experimentell anmutet. "Sierra Madre" bringt uns erst Americana-Anleihen und romantisch-melancholische Klänge, bevor eine wahre Power-Keule ausgepackt wird
Dem etwas Crossover-anmutenden "A New Beginning" kann ich überhaupt nichts abgewinnen. Das ist aber der einzige wirklich Ausfall. "Warpaint" wirft teilweise düstere Töne in die Runde und schielt in Richtung Dark Metal. Die kraftvollen "Black Leather" und "Deadline" erinnern mich stark an ACCEPT zu ihren Hochzeiten. Bei "We´ve Got A File On You" wird 2,5 Minuten lang sogar einem fetzigen und eingängigen Punk Rock gefröhnt. Sanftere Töne werden bei der Ballade "We All Need Something To Hold On" ausgepackt, und mit dem melancholischen und großteils akustischen "A Song For Hilmer" wird dieses nicht nur dieses gelungene Album beendet, sondern verabschiedet sich Ferdy Doernberg musikalisch von dem verstorbenen ROUGH SILK-Mitbegründer Hilmer Staake.
ROUGH SILK präsentieren mit "A New Beginning" 61 Minuten vielfältige Heavy-Kost. Dabei steht der Band die knackige und moderne Härte gut zu Gesicht. Die Hannoveraner haben sich selbst übertroffen und das wohl beste und abwechslungsreichste Werk der Bandgeschichte abgeliefert. Nicht nur die einwandfreie technische Leistung, sondern auch das eindrucksvolle Songwriting verdienen ein besonderes Lob. Ich hoffe, dass ROUGH SILK genau auf dieser Linie weitermachen werden und die erfrischende Heaviness beibehalten. Die starke Gesamtleistung honoriere ich mit 4 Punkten und einer Empfehlung für alle Anhänger des vielfältigen Heavy Rock.
Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: Django (20. März 2009)
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