Nightfall

:: Various Artists - Metal Message Vol. 5 (CD)

Redaktionswertung: ohne Bewertung
Userwertung: 4.5 Points
VÖ Datum: Dezember 2008
Genre: Metal
Label: Eigenproduktion
Laufzeit: 77:47
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Trackliste...
1. FIMBULVET - Helias Bann
2. HROMOVLAD - Slavia
3. TUMULUS - Kochevonov Pljas
4. DARK FOREST - Journey To Ever-Eternal Skies
5. TIWAZ - The Battlelore
6. DYRATHOR - Im Auge des Sturms
7. XERION - No Pazo Derruido Da Existencia
8. ADORNED BROOD - Sons Of The Damned
9. WAYLANDER - As Deities Clash
10. NATAN - Volkskracht
11. ANDRAS - Miasma Track
12. OBSCURITY - Nach Asgard wir reiten
13. VINTERNATT - De Zwarte Mis


Credits
Artwork: Ed Repka
Review...
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Nur ein knappes Jahr mussten sich Freunde und Interessierte der traditionellen Samplerreihe aus dem Hause METALMESSAGE gedulden, um den fünften Teil in der gewohnt limitierten Auflage von diesmal 2000 Stück, in den Händen halten zu können. Um vollständig erfassen zu können, was Workaholic und Vollblutmetaller MARKUS ECK wieder an Arbeit und Hingabe in diesen, mit 13 Tracks veredelten und im ungewohnten DVD-Case-Format veröffentlichten Pagan/Viking/Folk-Kracher gepackt hat, bedarf es schon einer Menge Zeit und viel Liebe zum Detail.

Bereits nach Erhalt des mit schier unglaublichem Idealismus und nicht enden wollender Akribie erstellten Tonwerks, sticht das großartige Covermotiv von Metalzeichner Legende Ed Repka hervor. Seine berühmten Zeichnungen für MEGADETH, DEATH oder POSSESSED können hier nur als wichtigste und bekannteste Referenzen seines grenzenlosen Schaffens angeführt werden. Erstmals hat sich MARKUS ECK für ein Motiv entschieden, welches sehr stark am traditionellen Heavy Metal angelehnt ist und als Kontrast zu den kühleren, schwarzmetallischeren Covern der Vorgänger gesehen werden kann. Absolut beispiellos und unvergleichbar in dieser Sparte sind aber die grandiosen und mit immenser Detailgenauigkeit fotografierten Naturbilder Bayerns die, wohl gewählt im Jahreszeiten-Zyklus, als Höhepunkt des Samplers zu bezeichnen sind und den interessierten Hörer – oder auch Beobachter – in eine Gedankenwelt voller Friede, Gemütlichkeit, Entspannung und Bewunderung abtauchen lässt. Wer für MARKUS ECK‘s Homepage www.metalmessage.de schon mal ein paar Minuten geopfert hat, wird genau wissen, in welch wundervoll traditionelle und ursprungsverliebte Welt er lädt. Neben den wunderbaren Motiven lässt ECK jedem seiner global verstreuten Mitstreiter eine volle Seite Platz, um sich mit Name, Besetzung, Bild und Internetkontakt vorzustellen.

Hauptbestandteil eines Samplers ist und bleibt selbstredlich die Musik selbst und somit gibt es einen kleinen Überblick über die 13 Tracks, der als Orientierungshilfe für Interessierte dienen sollte:

FIMBULVET (Ger) ist ein Trio aus Thüringen, dass sich auf den traditionellen und schnell gespielten Pagan Metal konzentriert. Die Melodielinien von „Helias Bann“ sind eingängig und verspielt, bieten den perfekten Auftakt für diesen Sampler. Für mich das Highlight des Samplers – MITHOTYN als Anhaltspunkt sollte weiterhelfen.

HROMOVLAD (SLK) haben vor Jahren schon mal richtig rohen und derben Black Metal gemacht, von dem man sich mit dem hier vorliegenden „Slavia“ aber vollständig entfernt hat. Das hohe Tempo und die Geschwindigkeit erinnern noch an frühe Zeiten, ansonsten bietet man solide, aber keine herausstechende Pagan-Kost.

TUMULUS (RUS) sind im progressiven Folk-Gebiet verankert und fahren mit „Kochevonov Pljas“ eine gemütlichere Schiene, die mit Einsatz von Flöten oder Tamburine verstärkt wird. Gewöhnungsbedürftig und auch wirklich nur für Fans der oben genannten Schiene geeignet.

DARK FOREST (CAN) sind die erste Überseeband des Samplers und stellen mit dem 8-minütigen „Journey To Ever-Eternal Skies“ den epischsten und längsten Song. Mit klingenden Schwertern beginnend, erinnert der Eröffnungspart stark an IMMORTAL im langsamen Stil. Der Song bleibt im Großen und Ganzen eher dem Schwarzmetallsektor zugetan. Passend und mutig gewählt ist der zeitweilige Einsatz einer Mundharmonika, die sich wunderbar in den Song einfügt.

TIWAZ (BRA) sind mit „The Battlelore“ der mit Abstand größte Exot auf dieser Compilation. Musikalisch erinnert man aber frappant an finnischen oder isländischen Pagan Black Metal, der mit heroischem Gesang die puristische Schiene des Genres glorifiziert.

DYRATHOR (GER) sind wahrlich „Im Auge des Sturms“ und, zumindest optisch, die jüngsten Krieger. Das paganistische Liedgut wird durch folkige Elemente gedämpft und zeitigt einen erhöhten Melodiefaktor. Die Eigenbezeichnung „Northern Storm Metal“ wirkt bisweilen aber stark übertrieben…

XERION (ESP) spielen mit „No Pazo Derruido Da Existencia“ trotz ihrer harmlos wirkenden Herkunft den harschesten und wütendsten Black Metal dieses Samplers. Die Schwarzwurzelfraktion wird mit eingängigen Riffs und dem übelgelaunt, heiseren Organ des Vokalisten Nocturno genötigt.

ADORNED BROOD (GER) sind wohl der bekannteste Vertreter auf der fünften METALMESSAGE-Auflage. Auf „Sons Of The Damned“ werden in altbekannter Weise ruhige Melodien mit aggressiven Vokalschüben gemischt. Nicht neuartig, aber durchaus empfehlenswert!

WAYLANDER (IRL) erfreuen sich neuerdings auch wachsender Beliebtheit und schießen mit „As The Deities Clash“ einen feurigen Batzen Celtic/Folk Metal in die Rachen der lechzenden Hörer. Die langjährige Beständigkeit lässt sich an der Qualität der Insulaner deutlich ablesen. Einer der Höhepunkte dieser Zusammenstellung!

NATAN (BEL) ziehen mit „Volkskracht“ schon wieder dunklere Saiten auf und überraschen mit astreinem und eingängigem Melodic Black Metal. Der Song lockert sich aber mit Piano- und Violinensequenzen, wechselt dadurch auch rasant ins folkige.

ANDRAS (GER) brauchen auch niemandem mehr gesondert vorgestellt werden. Ihre qualitativ besten Zeiten hatten die Sachsen sicherlich Ende des letzten Jahrtausends. Der hier vorliegende „Miasma Track“ überrascht aber mit rasender Instrumentalisierung und herrlich epischem Gesang. Ganz klar die positive Überraschung dieses Samplers!

OBSCURITY (GER) wurden zuletzt schwer gehypt und beweisen mit „Nach Asgard wir reiten“, dass man nicht umsonst als schwächere Version von AMON AMARTH gesehen wird. Die Soundcollagen erinnern teilweise frappant an die Überväter aus dem nördlichen Schweden, nur der Gesang wird mehr schwärzlich, weniger tödlich vorgetragen.

VINTERNATT (BEL) schließen mit „De Zwarte Mis“ diese fast 80-minütige Kompilation ab und vermischen gewohnten Viking/Pagan mit einer folkigen Violine, bieten aber keine hörenswerten Höhepunkte.

Streiten lässt sich über das idealistische Werk von MARKUS ECK mit Sicherheit. Pro und Kontra der Sinnhaftigkeit eines Samplers in MySpace und Mp3-File Zeiten werden sich bei vielen die Waage halten. Die musikalische Ausrichtung ist im Szenekontext gleich, weist aber durch geschwindigkeitstechnische und stilistische Abwechslungen deutliche Unterschiedsmerkmale und mit einhergehend auch Konfliktpotenziale auf. Musikalisch bin ich möglicherweise nicht der ideale Rezensent und somit ist auch keine objektiv-neutrale Bewertung möglich, aber der Respekt für MARKUS ECK und seine unnachahmlich detailreiche Projektabwicklung lässt mich den Hut vor dieser Ein-Mann-Armee ziehen. Solange es Leute gibt, die so aufopferungsvoll den traditionellen und puristischen Weg des Metal und seiner Nebenprodukte gehen, braucht man sich keine Sorgen machen. Ein schöner – und auch wichtiger – Wink, was eine umfangreiche und bemühte Verarbeitung an Vorteilen bietet!

Wertung: ohne Bewertung
Autor: Robert Fröwein (22. April 2009)

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Mely, 22.04.2009 (15:58 Uhr):
<zitat>Musikalisch bin ich möglicherweise nicht der ideale Rezensent und somit ist auch keine objektiv-neutrale Bewertung möglich...</zitat>.
Das finde ich ein bisschen daneben. Wieso rezensiert es denn nicht jemand, der mit dieser Musik was anfangen kann???


fo, 22.04.2009 (20:21 Uhr):
Völlig neutrale oder objektive Kritiken sind sehr selten zu finden und das Werk eines Rezensenten beinhaltet auch die Wiedergabe seiner subjektiven Ansicht über die jeweilige Thematik. Ich höre des Öfteren und immer wieder gerne diese Sparte des Metals, nur nicht so kontinuierlich und häufig wie andere Stilrichtungen. Ich hoffe aber, dass du dich mit dieser Kritik nicht vor den Kopf gestoßen fühlst und trotzdem Freude am Lesen hattest!

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