1. Dancer In The Sun
2. Play With Fire
3. On The Run
4. Personal Rotation
5. The Smash Song
6. Sin
7. We Add The World
8. Mainstream Bypass
9. Clown Parade
10. 1k1
11. Lato
12. Vodka, Tribe And Dynamite
13. Zero
14. Känämänännä
15. Bomba
16. Face And Filter
Line Up
Agata - Vocals
Stefan - Vocals
Robert - Guitar
Gregor - Bass
Roman - Drums
Manuel - Percussion, Sampling
2 Reviews...
Mit Grausen erinnert man sich an Zeiten zurück, als NU Metal noch allgegenwärtig war, und Horden von lächerlichsten Kasperlgruppen reihenweise den Markt überschwemmt haben. Aber auch Teenager werden älter, und so verschwand dieser substanzlose Hype relativ schnell wieder in der völligen Bedeutungslosigkeit. Doch leider ist den damaligen „Künstlern“ mittlerweile die unverdient verdiente Kohle ausgegangen, was folgerichtig auch zur Wiedervereinigung der beiden vielleicht schlechtesten Bands der gesamten Musikgeschichte geführt hat. Die Rede ist natürlich von den GUANO APES und LIMP BIZKIT, die dieses Jahr auf diversen Festivals unschuldige Teenager heimgesucht haben, denen diese Gräuel aufgrund ihrer späten Geburt bislang erspart geblieben sind. Als wäre diese Tatsache alleine nicht schon schlimm genug, muss jetzt auch noch ein neues Album von KONTRUST erscheinen, Österreichs Antwort auf, man kann es sich schon denken, die GUANO APES und LIMP BIZKIT.
„Time to Tango“ wälzt sich durch die Abgründe der NU Metal Stumpfsinnigkeit, ohne dabei auch nur ein einziges Klischee auszulassen. Peinliches Posing, dumme Texte, und Titel wie „Vodka, Tribe and Dynamite“ oder „Bomba“ sprechen bereits für sich. Die Sängerin könnte man wohlwollend noch als austauschbar bezeichnen, aber der superböscool tönende Sänger, der permanent seine Shouts im „Rollin Rollin Rollin“ Stil von LIMP BIZKIT einwerfen muss, ist wirklich eine unbeschreibliche Frechheit. Eine solche ist auch gleich die Eröffnungsnummer „Dancer in the Sun“, die mit unsympathischem Gepfeife sofort kräftig auf die Nerven geht. Aber damit ist der Bodensatz noch nicht erreicht, denn KONTRUST lassen gar noch schlimmeres folgen. Und zwar „Play with Fire“ sowie die Single “The Smash Song”, zwei der wohl erbärmlichsten Songs der letzten Jahre, die so prollig sind, dass sich sogar ein Mark Medlock dafür genieren würde. Als Draufgabe gibt es noch die obligatorisch langweilige Ballade („Sin“), sowie diverse Anbiederungen an den gerade ach so angesagten Balkanpop, und dann sind irgendwann auch diese quälenden 50 Minuten überstanden.
Für KONTRUST ist eben kein Abgrund zu tief, und sie sind sich auch für keine Peinlichkeit zu gut, Hauptsache der Prollfaktor bleibt immer schön hoch. Die Zielgruppe bekommt ja immerhin auch ein fett produziertes dicke Hose Album geboten, zu dem man sich bei Bergfesten und Ibizapartys so richtig vollaufen lassen kann. „Time to Tango“ ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Musikliebhabers, und ungefähr so gehaltvoll und zeitgemäß, wie ein Sampler mit Krocha Hits. Bam oida!
Wertung: 1.0 von 5.0
Autor: bender (03. September 2009)
In zwei Dingen muß ich dem Kollegen Bender recht geben. Erstens: KONTRUST kann guten Gewissens als die Österreichische Antwort auf die GUANO APES bezeichnet werden. Und zweitens: sowohl die Shouts und - ähm, Dancehall-Passagen von Stefan als auch die ständig zum Einsatz kommenden Party-Samples gehen einem beim Anhören von "Time To Tango" rasch gehörig auf den Senkel.
Damit ist aber bereits alles kritisiert, was es an der aktuellen Scheibe von KONTRUST zu kritisieren gibt. Auch wenn kompositorisch kaum neue Maßstäbe gesetzt werden (was aber auch nicht meine oberste Erwartung an eine Crossover-Scheibe ist), gehen die Nummern durchwegs glatt ins Ohr und sorgen für sommerliche Partystimmung. Da wird Energie versprüht, Lebenslust und Partyfeeling - vorausgesetzt man läßt sich darauf ein. Was KONTRUST von ähnlich gelagerten Kapellen unterscheidet, sind die perkussiven Einlagen. Bei "1k1" beispielsweise ist die Band damit nicht allzuweit von südamerikanischen Kollegen SOULFLY entfernt. Dazu hat Gitarrist Robert Ehgartner stets ein fettes Riff parat, das einen Ballermann-verdächtigen Partysong kurzerhand in einen astreinen Nackenbrecher verwandelt. Die Stimme von Sängerin Agata gefällt mir hingegen in den ruhigen Momenten besser - etwa bei "Sin" oder bei "Zero", wo es ansatzweise sogar nach LACUNA COIL duftet. Grundsätzlich drängt sich zwar der Verdacht auf, daß KONTRUST mit ihrer Mucke rund 10 Jahre zu spät dran sind. Daß es aber immer noch zahlreiches Publikum für diesen Sound gibt, kann man aber auf heimischen Festivals wie Nova Rock oder Frequncy eindrucksvoll beobachten. Da paßt es eigentlich ganz gut, daß wir es hier in erster Linie eher mit einer Live- denn mit einer Konservenband zu tun haben.
Fürs nächste Album würde ich mir entschieden weniger Dancehall-Feeling (bittebitte keine "Shaggy"-Zitate mehr!), dafür noch etwas mehr Focus auf die Tribal-Passagen in Kombination mit den heftigen Riffs wünschen - sie sind eine echte Stärke im KONTRUST´schen Klangkosmos.
Wertung: 3.5 von 5.0
Autor: adl (06. September 2009)
Ich bin ja kein "Nu Metal"-Fan und hab' auch nichts mit der Band am Hut, aber ein bischen hart finde ich das schon - nur weil das Genre nicht mehr aktuell ist, muss man ja nicht die Leistung der Herrschaften insgesamt negativ bewerten. In seinen Genregrenzen ist das sowohl technisch als auch inhaltlich durchwegs gute Mucke einer österreichischen Band - was auch schon einige sehr lobende Reviews so gesehen haben (zB laut.de). Grüße, SavaF
Mely
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07.09.2009 (09:27 Uhr):
Ich finde auch, dass 1 Punkt völlig daneben ist und in keiner Weise die technische und kompositorische Leistung der Band widerspiegelt. Zugegebenermaßen ist 3,5 vielleicht ein Halbpunkt zu viel, aber realistischer als die andere Wertung.
Dude04
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17.09.2009 (11:20 Uhr):
Recht so, Bender! Auch wenn sichs um eine österr. Band handelt, man muss es sagen wies is: die Band is grottig.
Danke für dieses erfrischend offene und unterhaltsam formulierte Review!