BATTLE BEAST - Battle Beast

:: Diablo Swing Orchestra - Sing-Along Songs For The Damned And Delirious (CD)

Redaktionswertung: 3.0 Points
Userwertung: ohne Bewertung
VÖ Datum: 25. September 2009
Genre: Crossover, Jazz Rock
Label: Ascendance Records
Info: DIABLO SWING ORCHESTRA Homepage
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Laufzeit: 48:17
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Trackliste...
01. A Tapdancer's Dilemma
02. A Rancid Romance
03. Lucy Fears The Morning Star
04. Bedlam Sticks
05. New World Widows
06. Siberian Love Affairs
07. Vodka Inferno
08. Memoirs Of A Roadkill
09. Ricerca Dellanima
10. Stratosphere Serenade

Line Up
Daniel Håkansson - Guitars & Vocals
Pontus Mantefors - Guitars & FX
Annlouice Wolgers - Vocals
Andy Johansson - Bass
Johannes Bergion - Cello
Andreas Halvardsson - Drums
Review...
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Als offizielle Biografie wird ein künstlicher Mythos geschaffen: Die Band bestünde seit dem Mittelalter, wurde dort aber von der Kirche ob ihres teuflischen Musikstils verboten. 600 Jahre später reinkarnierten die damaligen Musiker in das heutige Diablo Swing Orchestra.
How Shocking ! Ein skandinavischer „Ballroom Blitz“ auf Abwegen … dürfte das 2006er Debüt noch inmitten all dem gothicverseuchten Durcheinander etwas untergegangen sein, so mischt der illustre Haufen mit dem diabolischen Namen nun die Karten neu: Mitsingsongs für die Verdammten und Fantasten … das hat doch Stil. Oder ? Ein Blick auf das kindliche Cover macht da schon eher stutzig denn neugierig ...

Nightwish auf Acid ? Das Max Raabe Palastorchester mit bretternden Gitarren ? Korn mit einer sopranschmetternden Alice im Wunderland –Version völlig breit im Orchestergraben ? Rückt eure Zylinder zurecht, stutzt eure Barthaare und krümmt euch in finstere Roben und weite Röcke - das teuflische Orchester bittet zum Tanz. Mit dem nötigen Schuss Ironie zwischen den Eckpfeilern Musik , Songtiteln und Texte ausgestattet, kann man dem zweiten Opus durchaus etwas abgewinnen. Habt Spaß, kümmert euch nicht um Konventionen und nehmt das Leben nicht ernster als es ohnehin schon ist. Wenns denn immer so einfach wäre …

Aber wir sind schon mittendrin im Geschehen. Sprich, im ersten Song. Da darf auch schon mal ein typisch 20er-Jahre Swingpart durch das treibende „A Tapdancer´s Dilemma“ geistern und die männliche Stimme krakeelend im Hintergrund rumgeifern. Im Vordergrund reitet aber der Irrsinn durch alle zehn Tracks. Flamenco-Stimmung füllt den Ballsaal, „A Rancid Romance“ steppt nach anfänglicher Besinnlichkeit wie der Bär über und unter musikalische Grenzen, verlässt zuweilen das Hoheitsgebiet des guten Geschmacks und wischt sich mit einem verwegenen Lächeln das Etikett „Kabarettrock“ von der schweissgebadeten Stirn. Eine gesunde Portion musikalische Aufgeschlossenheit sollte man schon mitbringen um in diesem Stilmix nicht unterzugehen; klar wird hier mit einer zuweil atemberaubenden Eleganz in barocken Klamotten gewildert und musikalisch kompetent aufgegeigt, aber der rote Faden wird hier nicht nur einmal verlegt.
Überdreht, aufgekratzt und noch eine Spur unkonventioneller, dabei aber mehr dem Licht als dem Schatten zugetan befremden Songs wie das völlig absurd um die Ecke biegende „Bedlam Sticks“ den Otto-Normal-Konsument wohl auf Immer und Ewig. Und birgt aber wohl genau SO den Reiz für die übriggebliebene Klientel. So wie der Teufel das Weihwasser fürchtet, schreckt das DSO vor (fast) keiner akustischen Grausamkeit zurück - entrückte russische Gesänge aus der Kneipe nebenan, versetzt mit Drehleier und erhöhter Promillezahl federn das nachfolgende „Vodka Inferno“ nur geringfügig ab: hier gibt das Ensemble nochmal richtig Gas und nietet jeden Stimmungskiller mit Charme, Wahnwitz und Cello-Abfahrten aus den Latschen.
Grösster Schwachpunkt im Kontext sind – neben den ewig gleich tönenden Bratpfannengitarrenausritten - die männlichen Vocalparts: hier fehlt einfach die nötige Klasse, um gegen die Apocalptica´s und Therion´s dieser Welt bestehen zu können. Und neben einer ausgebildeteten Annlouice Wolgers zu bestehen bedarf es in diesem Falle etwas mehr als nur komödienhaftes Donnergrollen . Sagte ich a usgebildet ? Ja ! Ausgezeichnet ? Jein. Zu oft geht die Dame an die Schmerzgrenze, verziert das bandeigene Schaffen mit der erdrückenden Last ihrer Stimme und liegt generell immer im obersten Tonbereich. Das geht irgendwann an die Nieren. Oder verleitet zu einem Stop zwischendurch.

Meinen Respekt vor dieser musikalischen Achterbahnfahrt. Aber wenn einem manchmal mehr nach Brechtüte denn Gehstock zumute ist, sollte man es gut sein lassen … Oder sich mit einem akustischen Zuckerl das Ende versüssen lassen ? Kommt sofort, einmal „Stratosphere Serenade“ mit entspanntem Schlussabschnitt als Magenbitter-Extra liefert das „Na also, geht doch“-Gefühl frei Haus. Und die durchaus passenden Tribal-Parts lassen sogar Madame Wolgers von der Tonleiter etwas runter steigen; bietet dabei Platz für instrumentalen (Prog)Rock & sowie einer Beinahe-Endlosschleife aus FX-Gewaber plus forschem Riffgeschiebe. Hat was … Versöhnliches.

Wertung: 3.0 von 5.0
Autor: PMH (20. September 2009)

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