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:: BARONESS - Blue Record (CD)

Redaktionswertung: 4.0 Points
Userwertung: ohne Bewertung
VÖ Datum: 16. Oktober 2009
Genre: Metal, Psychedelic Rock
Label: Relapse Records
Info: baronessmusic.com
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Laufzeit: 44:17
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Trackliste...
01. Bullhead's Psalm
02. The Sweetest Curse
03. Jake Leg
04. Steel That Sleeps The Eye
05. Swollen And Halo
06. Ogeechee Hymnal
07. A Horse Called Golgotha
08. O'er Hell And Hide
09. War, Wisdom And Rhyme
10. Blackpowder Orchard
11. The Gnashing
12. Bullhead's Lament

Line Up
John Baizley - Guitar / Vocals
Pete Adams - Guitar / Vocals
Allen Blickle - Drums
Summer Welch - Bass

Credits
Produced by John Congleton
Artwork: John Baizley / Baroness
Review...
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Baroness, die vier Reiter der Southern Apocalypse, legen nach: war schon das überdurchschnittliche rote Album ein Auftakt nach Maß, so wird hier in einer Dreiviertelstunde mit allen möglichen Musikgenren jongliert ohne jemals den roten (ähem) Faden zu verlieren …

Eingebettet in eine vom Meister himself - John Baizley - entworfene , fast schon Rubens-dimensionen erreichende Szenarie (üppige Damen im Garten Eden?) und dem traditionellen, wie nach allen Seiten hin offenen Grundsound verströmt das blaue Werk eine Aura, die sich in den komplexen Texten nachhaltig manifestiert und dazu einen musikalischen Überbau serviert der sich wahrhaft gewaschen hat. Umrahmt von einigen kleinen Zwischenspielen (nicht nur) in Form von „Bullheads´Psalm & Lament“ (welche wohl als Intro und Outro fungieren ) funkelt die metallische Welt von Baroness wahrhaft hypnotisch auf den Hörer herab – „The Sweetest Curse“ gaukelt zuerst ein bedrohliches Anschwellen vor, wirft mit dem teils gebrüllten wie clean gehaltenen Refrain ein weiteres Stück Holz in die Glut nur um danach mit einem bluesgetränkten Solo die Flamme der Leidenschaft in psychedelischere Richtungen zu drängen. Wuchtig in Szene gesetzt, dabei stets am schmalen Grad zwischen Eingängigkeit und progressiver Natur wandelnd, dreht der Southern-Express anfangs noch nahe am Reservat des Vorgängers seine Runden.
Diesen zu verlassen und eine weitere Stufe in Richtung Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung zu erklimmen ist das höhere Ziel - spätestens bei „Steel that Sleeps the Eye“ wird dieser innere Drang nachhaltig und musikalisch der Brechstange beraubt, dargestellt: in nur knapp drei Minuten wird aus dem bisherigen, testosterongesteuerten Muskelrock ein folkbehafteter Zwischenspurt mit mehrstimmigen Gesang und Gänsehautgarantie – und spätestens danach kennen Baroness keine Grenzen mehr: egal ob Stonerrock, Psychedelic / Progrock oder Sludge´n´Metal; serviert wird was gefällt, alles fließt und strömt harmonisch ineinander - und selbst ein anfangs simpel gehaltenes Stück wie „Swollen and Halo“ durchläuft in seinen knapp 7 Minuten mehrere Metamorphosen: meist zwischen eingängig und treibend schwankend, versucht vor allem der geniale Mittelteil der wankellosen Dynamik einen Tritt zu versetzen - allerdings einen sanften, mit dem Sechssaiter zärtlich in die Weichteile ! Hier wird die bewusstseinserweiternde Wirkung einer traditionellen Instrumentierung weit mehr in den Vordergrund gestellt und nahezu verträumt idealisiert; das alles ist aber bei weitem noch nicht alles: was Baroness in der zweiten Halbzeit abliefern erstaunt, befremdet und fasziniert zu gleichen Teilen …

A Horse called Golgotha“ , eingeleitet von einem instrumentalen Ritt auf der eigenen Vergangenheit(„Ogechee Hymnal“), bietet neben wilden Gitarrenexzessen auch verschachtelte Drumfiguren - und einen Refrain der gnadenlos hypnotisch wie kräftig aus den Boxen quillt; daneben rocken Akustikgitarre und der Tieftöner beinahe gleichberechtigt durchs Bild und würzen so diese musikalische Hydra sparsam wie intelligent ab. Auch die folgenden Eigengewächse werfen mit Ideen und fremden wie einfach dazu passenden Federn nur so um sich, bemühen sich Stück für Stück um Abwechslung und Frische - neben dem vertrackt dahergaloppierenden „O´er Hell and Ride“ (eine Art SpokenWord-Ausflug in die Untiefen der Musikerseelen) weiß vorallem der vorzeitige Abschluss „The Gnashing“ zu überzeugen: ein zunächst entspannter Southernrock duelliert sich mit der immer füllig werdenderer Metallschlagseite & dem mächtigen, whiskeygetränkten Organ eines J. Baizely – und kippt nach viel zu kurzer Spieldauer in das nachdenklich aufspielende „Bullhead´s Lament"; ein Rausschmeisser der gelungen über die Hitzigkeit der vorangegangen Minuten hinwegsieht und das blaue Teil eben perfekt abrundet.

Sollten für interessierte, aber doch traditionell aufgestellte Hörer noch ein paar (berechtigte?) Zweifel bestehen, dann werden diese mit den maidenlastigen Harmonien im hinteren Teil von „War, Wysdom and Rhyme“ schlichtweg weggefegt – und dennoch sollten Scheuklappenhörer doch lieber woanders ihre Einkäufe erledigen ... zum Beispiel im Hause Nuclear Blast, wo noch immer der rostige Hammer fällt ? Egal, alle anderen dürfen Baroness´ Zweitling zwischen Mastodon´s „Crack the Skye“ & The Ocean´s „Fluxion“ im heimischen Regal einsortieren ... vorausgesetzt, man gesteht dem Vierer mehr 70er Rock und weniger augenscheinliche Härte zu.

Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: PMH (09. November 2009)

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