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:: Gamma Ray - To the Metal (CD)

Redaktionswertung: 4.2 Points
Userwertung: 4.5 Points
VÖ Datum: 2010
Genre: Power Metal
Label: Ear Music
Info: Gamma Ray Homepage
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Trackliste...
1- Empathy
2- All You Need To Know.
3- Time To Live
4- To The Metal
5- Rise
6- Mother Angel
7 - Shine Forever
8 - Deadlands
9 - Chasing Shadows
10 - No Need To Cry

Line Up
Vocals, Guitars: Kai Hansen
Guitars: Henjo Richter
Bass: Dirk Schlächter
Drums: Daniel Zimmermann

Guests
Michael Kiske
2 Reviews...
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Schon komisch, wenn man bedenkt, dass es diese Band schon seit 20 Jahren gibt. Es war ein Erlebnis, als ich mir damals das Debutalbum „Heading for Tomorrow“ bei mir um die Ecke in einem Kaufhaus besorgte, wo es normalerweise fast keine Metalplatten gab. Das Debüt ist für mich immer noch einer der Meilensteine deutscher Rockgeschichte. Bis jetzt hat es noch keine deutsche Band geschafft, dieses Machwerk zu toppen.

Doch nun genug der Nostalgie und zum neuen Album „To the Metal“. Es besticht vor allem durch seine Vielfalt und sorgt für gewaltige Abwechslung. OK, den Titeltrack sollte man nicht zu bierernst nehmen. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, ob der Song - der frappierende Ähnlichkeit mit „Metal Gods" von den Oberpriestern hat - als Parodie anzusehen ist, oder ob die Jungs das ernst meinen. Sozusagen Steel Panther auf hanseatisch. Aber egal, die anderen Tracks sind natürlich durchgehend hochklassige Songs, die manvon den Jungs ja gewöhnt ist. Doch jetzt mal die Höhepunkte der Reihe nach. Gamma Ray eröffnen das Album mit „Empathy“, welches wie eine Halford-Ballade klingt und sich nach und nach zu einem verdammt geilen Song mit toller Melodie steigert.

„All you need to know“ ist hymnenhaft, aber dennoch auch rasend schnell. Die Krönung ist der Chorus, bei dem Michael Kiske, wieder einmal zeigt wo der Hammer hängt. „Shine Forever „ ist eine Speed Metal Attacke, mit deutlicher Primal Fear Schlagseite, während „Mother Angel“ von seiner Machart her wie ein Bastard aus Accept und Judas Priest klingt.

Alle Songs bestechen durch ihre Abwechslung und nützen sich auch nach mehrmaligen Hören nicht ab. Der Gesang ist vielseitiger denn je und reicht von Screams der Marke (junger) Halford, bis hin zu balladesken Tönen, wie in „No need to cry“. Dieser Song ist sehr ergreifend, tiefgründig und emotional. Er hat aber dennoch die notwendige Härte, wirkt deshalb nie kitschig und steigert sich mit seinem großen hymnenhafte Chorus a la Queen zu einer der besten Gamma Ray Nummern.

Fazit: Eine kompromisslose Metal Scheibe, die deutlich besser ist als „Angel of Retribution“ und höchsten Ansprüchen gerecht wird. Das Glücksgefühl, das mir damals „Heading for Tommorow“ verschaffte, verspüre ich bei „To the Metal„ zwar noch nicht, aber diesmal sind die Hanseaten wieder sehr nahe dran. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich dieses Album von Gamma Ray nicht erwartet habe. Aber Gott sei Dank haben die Jungs um Kai Hansen wieder zu alter Stärke zurückgefunden und ein bombiges Album eingespielt. Einziger Kritikpunkt wäre eventuell, dass Gamma Ray ihre Inspirationsquellen etwas zu offen darlegen. Doch Gamma Ray machen keinen Hehl daraus, und bauen das mit Geschick in die Musik ein. Dennoch kann man sich dem Eindruck nicht verwehren, einiges schon irgendwo mal, aber anders gehört zu haben.

Alles Gute zum 20ig jährigen Jubiläum an Kai, Henjo, Dani und Dirk. Hoch die Tassen , auf die nächsten 50 Jahre und wenn ihr immer mit so einem starken Alben daherkommt, dann spendiere ich die nächste Runde Bier.
Bewertung: Sehr geil

Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: manfred (25. Jänner 2010)


Da ist es nun endlich, dass angekündigte "Hit"-Album der deutschen Speed-Vorzeige-Band rund um 'Gott' Kai Hansen. Es ist das bereits zehnte Studioalbum in 20jähriger Bandgeschichte. Grund genug, sich selbst und den allgegenwärtigen Metal Gods zu huldigen.

Die erste Überraschung gleich zu Beginn. "Empathy" zeigt sich sperrig, wenig zugänglich. Der Song wächst allerdings bei höherer Dosierung immer mehr. Mit fantastischen Lyrics ausgestattet erinnert er ein wenig an "Empress" vom Vorgänger. Die angekündigten Industrial-Parts kommen allerdings nur wenig zur Geltung, auch wenn das Riffing schon ungewöhnlich rau ausgefallen ist. Guter Einstieg, den man zwar so nicht erwartet hat, der sich allerdings nach mehrmaligem Hören als absolut berechtigt darstellt.

Weiter geht es mit der ersten wahren Perle des Albums. "All you need to know" ist ein Speed-Kracher aller höchster Kunst. Straight, eingängig, hart, so wie es sein soll. Der Kontrast der aggressiven, kompromisslosen Strophen und dem harmonischen, fast poppigen Rafrain mit Kiske ist einfach unglaublich fantastisch, vor allem wenn man sich den Text ansieht. Der Protagonist hat einige Probleme damit sich in der Gesellschaft einzureihen. In den Strophen ist er wütend auf jene, die seinen Geist zu kontrollieren versuchen, und er wehrt sich. Im Refrain lehnt er sich relaxed zurück und genießt sein Dasein als Individualist. "And i'm not conform and i hate the norm, and i wish your world away. I'm falling to Pieces sometimes." Ein absolut genialer und ergreifender Song, der sowohl musikalisch als auch textlich und in seiner ganzen Umsetzung als absolute Power Metal-Weltklasse zu bezeichnen ist.

"Time to Live". Ja, die Gurke läuft. Ein Song, der weniger durch sein Tempo, sondern eher durch sein straightes Songwriting besticht. Die Strophen sind im "Wackel"-Tempo gehalten. Ich meine damit, dass die drei Edguy-Experten auf der Bühne ihre wahre Freude an diesem Rhythmus hätten. Die Bridge erhöt ein wenig das Tempo, auch der Gesang passt sich dem Tempo genial an. Der Song wartet zurückhaltend darauf, im Chorus explodieren zu können. Dieser entpuppt sich als sehr schön mitsingbar. Ein Song, der wegen seiner Einfachheit genial ist. Und Schande über den der Böses dabei denkt, und glaubt das gesungene 'Time to Live'' würde dem gesungenen 'I want out' in irgendeiner Weise ähneln-

Kommen wir zum kontrovers diskutierten Titelsong. Rip-Off, zu true, lächerlich, bla bla bla. Der Song knallt, und darauf kommt es an. Langsames, schweres Riffing, das natürlich den "Priestern", als auch den "akzeptierten" Deutschen Altmeistern sehr nahe kommt, mit truenesischem Text, wie man ihn besser eigentlich nicht schreiben kann. Denn auch das soll gelernt sein. Simpel, aber dadurch eben sympathisch. "We came to Hail the Metal Gods", ja wieso denn eigentlich auch nicht? Das ist die Musik die wir alle lieben, die auch Herr Hansen liebt. "Untruee" werden es nie mögen, und vielleicht auch eben nie begreifen, das es untruer ist solch einen Song zu schreiben, als sich hinterrücks ewig darüber aufzuregen. Humor ist wer trotzdem lacht. Und ich hoffe das Kai bei dem oben erwähnten Zitat auch selbst in den Spiegel geschaut hat, denn er verdient es als solcher bezeichnet zu werden.

Der wohl typischste Gamma Ray Song ist die Hymne "Rise", die vom Herrn "Zeimörmen" höchstpersönlich aus der Taufe gehoben wurde. Fantastische Melodien, Double-Bass Orgien, hartes Riffing, und ein Götter-Chorus zum Niederknien. Das man hier im Studio "schwitzt wie ein Ochse" (O-Ton Dan) ist logisch. Eine typische Power Metal-Atmosphäre wird geschaffen. Der Song hätte, vor allem wegen seinen Lyrics, so wie er ist auch auf den Vorgänger "Land of the Free II" gepasst. Auch sind hier wohl die schnellsten Soli des ganzen Albums zu hören. Ein typischer Power Metal-Kracher, der ebenso wie "All you need to know" als absolut Weltklasse zu bezeichnen ist. Awesome, Hell Yeah, Awesome!!!

In "Mother Angel" verarbeitet Kai den Tod seiner Mutter. Das einfache 80er Jahre Riffing zieht sich durch den gesamten Song. Dies ist einer der Songs, der derart glaubwürdig rüber kommt, dass er eigentlich nur von Kai stammen kann, nicht nur wegen des textlichen Bezuges zum Song. Auch hier ist Einfachheit Trumpf, und die zahlt sich aus. Man achte hier auch auf die fein abgestimmten Keyboard Spuren zum Ende des letzten Gitarren Solos. Die sind so fantastisch dem Song angepasst, dass ich mich freuen würde diese ein bisschen lauter hören zu können. Hier fühlt man sich definitiv an die 80er Jahre erinnert. Aber letztlich eher ein Song, der durch seinen Text besticht.

"Shine Forever" beginnt mit einem Bass-Intro, das von aggressiven Riffs abgelöst wird, und von einem kleinen Chor in die ebenso aggressiven Strophen einleitet. Beim Gesang der Strophe hört man sehr gut raus, wie sich die Stimme weiter steigert, in der Bridge dermaßen schnell wird, und dann in diesen göttlichen, hymnischen Chorus übergeht. Sehr basslastig geht es dann auch in das Solo, das wohl die höchste Melodien-Dichte des Albums aufweist. Ebenfalls ein typischer Gamma Ray Song, der sich ganz in der "All you need to know" und "Rise"-Liste einreiht.

Kommen wir nun zu meinem heimlichen Favoriten "Deadlands". Der Song wird von einer schönen Keyboard Melodie eingeläutet. Sehr melodische Riffs bringen den Zuhörer in die Strophe, in der die Geschichte eines Menschen erzählt wird, der sich in einer toten Stadt gegen sieben Heckenschützen behaupten muss. Da dies auch im Fernsehen zu sehen ist, folgen auch "The Eyes of a Stranger". Die Atmosphäre des Songs, der Riffs, der Keyboard Melodie während des ersten Teil der Strophe, sind einige der Gründe, weshalb ich Kai Hansen wohl als einen der genialsten Songschreiber ansehe. Alle Komponente des Songs, von den Gitarren bis zu den Keyboards, bringen die Geschichte des Textes absolut genial rüber, in fast schon außerirdischer Genialität und Perfektion. "Deadlands" ist ein absolutes Highlight. Sicherlich versteckt sich im Text auch die ein oder andere Kritik, an wem auch immer.

Noch genialer als die Keyboard-Einleitung des vorherigen Songs, ist wohl jene, die "Chasing Shadows" einläutet. Die Melodien sind herausragend, fast schon ein wenig aufdringlich, im positiven Sinn natürlich. Die Strophe kommt mir ein wenig ausdruckslos vor, der Gesang ist nicht flüssig, sondern stockt immer mal wieder und wird von Gitarren unterbrochen. Ganz im Gegenteil zum genialen Chorus, den auch nur Kai Hansen so genial rüberbringen kann. Einer der besten Refrains des Albums. Die Soli sind ein wenig unharmonisch, auch nicht flüssig. Bis wir dann an eine Bridge gelangen, die ebenso schnell und ohne Atempause dargeboten wird, und im selben Kontrast steht wie Strophe und Chorus. Wahrscheinlich sind es eben jene Kontraste, die den Song zu etwas besonderem machen. Vielleicht glaubt man beim Lesen, dass ich wenig begeistert von diesem Song bin. Das sollte aber nicht so rüberkommen, die genialen Bridges und Choruses gleichen das meiner Meinung nach etwas durchwachsene Gitarrenspiel wieder aus.

Zu "No need to cry" möchte ich eigentlich keine großen Worte verlieren. Nur so viel, dass Menschen, die ähnliches erlebt haben, was Dirk hier beschreibt, der Song mitten ins Herz treffen sollte. Wunderbar harmonische Melodien, die mich ein wenig an das Songwriting von Timo Tolkki erinnern. Und ja, der Mittelteil erinnert tatsächlich ein wenig an Rock Opern wie Tommy, Herr Hansen. Dirk gibt hier übrigens eine kleine Vorstellung als Sänger ab, die wie ich finde sehr gelungen ist. Für mich die beste Gamma Ray-Ballade. Wer den Song als Kitsch abtut, ist wohl entweder derart emotional unreif oder einfach nur ausgetrocknet und dämlich.

Auch ein Bonustrack liegt mir vor. "Wannabees" ist ein Stück von Dan Zimmermann, das sich an all jene richtet, die gerne etwas sein würden, dies aber nicht sind. Ein absolut genialer Happy Metal Song, der viel Humor beweist. Die Strophen erinnern an den aktuellen Freedom Call Output. Leider liegt mir nicht vor, wer den Song geschrieben hat, der diesem hier sehr ähnlich ist. Da Dan in beiden Bands spielt bzw. spielte, liegt nahe, das er es sein könnte (*hust* Freedom Call - A Perfect Day, written by Dan Zimmerman, *hust* - Chris). Der Mittelteil hört sich an, als hätten einige Soldaten ein paar zuviel getrunken. Absolut gelungen, fröhlich, humorvoll und 80er Glam Rock artig. Schade das er nur als Bonustrack vorliegt. The Guys from Ed hätten da vielleicht nicht so viele Kompromisse gemacht oder machen müssen.

Fazit: Absolut gelungen. Das Album wurde im Vorfeld als Hitalbum bezeichnet, und verdient diesen Titel auch. Ebenso wurde versucht, die Songs mehr auf den Punkt zu komponieren, was auch gelungen ist. Damit wären wir auch direkt beim größten Unterschied zum Vorgänger "Land of the Free II". Das Vorgänger Werk war epischer, komplizierter und abwechslungsreicher. Dieser Output ist straighter und direkter. Ein epischer Song der Marke "Insurrection" hätte ich mir schon gewünscht, bin aber deswegen nicht unbedingt zu Tode betrübt.
Der Sound ist fantastisch und knallt gut aus den Boxen. Eigentlich gibt es hier absolut nichts zu meckern. Alle Power Metaller MÜSSEN dieses Album besitzen, am besten mit der Bonus DVD, die schön gemacht und sehr informativ ist.

Wertung: 4.5 von 5.0
Autor: Steelbound (08. Februar 2010)

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