:: Frame Saw - One Hundred And Twenty (CD)

Redaktionswertung: 3.5 Points
Userwertung: 4.0 Points
VÖ Datum: 2009
Genre: Alternative Rock
Label: Eigenproduktion
Info: Frame-Saw.com
FRAME SAW @ MySpace.com
Kaufen: CDBaby.com
Trackliste...
1. Mirror
2. Scream It Out
3. 110
4. Perfect Meaning
5. Anything (We Want It To Be)
6. Broken Inside
7. At Your Side
8. Let Me Go

Line Up
Vocals: Katharina Walter
Guitars, Vocals: Thomas Bärnthaler
Bass: Karin Czermak
Drums, Vocals: Werner Czermak
Review...
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Mit „One Hundred And Twenty“ wagt eine steirische Lokalgröße (endlich!) den Abschied vom Amateur-Underground, um sich die Aufmerksamkeit zu holen, die ihnen von Fans und Kritikern schon länger prophezeit wird. Wer in den letzen Jahren in der steirischen Rock/Alternative-Szene umtriebig war, ist FRAME SAW mit großer Wahrscheinlichkeit schon über den Weg gelaufen, und dürfte ihre Show fast ebenso sicher nicht vergessen haben. Mit Live-Qualitäten gesegnet, von der die breite Masse ähnlicher Bands im österreichischen Spektrum nur träumen kann (sorry Leute, is so), war die Spannung, die dem lange erwarteten Debut vorausging, nur eine logische Konsequenz.

Das Debut einer Band markiert idealerweise den Abschied von der musikalischen ‚Kindheit‘, fordert Respekt ein und steht Seite an Seite mit den Publikationen dienstälterer und professioneller Bands im Regal der Plattenläden (im konkreten Fall bei DUX Records in Graz bzw. cdbaby.com). Mit anderen Worten: ein ermutigendes Kopfnicken, oder ein unkritisches Thumbs-Up, das üblicherweise so ziemlich jeder jungen Band zuteil wird, ist bei einer Band, die mit den Großen mitspielen will (FRAME SAW supporten übrigens NAZARETH am 8. Mai in Spielberg), die ernstgenommen werden will, nicht mehr angebracht.

Dass Sängerin Katharina Walter ein ausgesprochenes Talent hat, wurde bereits oft erwähnt und hervorgehoben; dass ihr Stimmeinsatz das zentrale Element in der Musik von FRAME SAW darstellt, ist ebenfalls keine Neuigkeit. Die Kompositionen sind zu Recht darauf ausgelegt, ihrer Stimme möglichst viel Raum zu lassen, und mit ihrem Einsatz steht und fällt denn auch die Qualität eines Songs. Leider hat man das im Studio 66 offenbar etwas anders gesehen – mehrmals kommt es im Verlauf von „One Hundred And Twenty“ zu einer unangenehmen Konkurrenz zwischen Stimme und Gitarre, die z.B. bei „110“ definitiv zu laut abgemischt wurde. Das mag bei Metalbands, die ja auch oft und gerne im Studio 66 gastieren, durchaus angebracht bzw. notwendig sein, im Falle von FRAME SAW stellt dieser Umstand oft eine Barriere zwischen Hörer/In und Musik dar.

Trotzdem ist die Tonqualität auf „One Hundred And Twenty“ nicht zu bemängeln; was beim Abmischen stört, wird durch einen glasklaren Sound wieder wettgemacht. Auch die Komposition auf dem FRAME SAW-Debut ist durchgängig besser als auf „Nothingness“ und „Victim Of The Past“ – nicht eben komplex, aber grundsolide und durch gelegentliche Stilwechsel akzentuiert. Außerdem bewegt sich auch das Gitarrenspiel auf einem merklich höheren Level als bereits gehabt. Lediglich mit dem einen oder anderen balladesken Stück konnte ich mich nicht anfreunden – dazu muss allerdings gesagt werden, dass es nicht eben einfach ist, eine wirklich originelle Ballade zu schreiben.

Im Großen und Ganzen ist „One Hundred And Twenty“ also den Ansprüchen eines Debuts gerecht geworden, aber wenn FRAME SAW weiter nach oben wollen, hat Sängerin Katharina noch einige Arbeit vor sich – obwohl auch hier ein großer Schritt nach vorne gelungen ist. Gelegentliche Unsicherheiten und Patzer stören auf „One Hundred And Twenty“ zwar nicht wirklich, und sind auch live quasi nicht zu bemerken, aber ein Longplayer ist diesbezüglich wesentlich unbarmherziger und undynamischer als ein Liveauftritt.

Abschließend möchte ich bemerken, dass ich innig hoffe, die für das Coverartwork verantwortliche Person hat dafür kein Geld genommen – das Auge hört nämlich mit, und zumindest meine Augen mögen sich Leckerbissen wie „Anything (We want it to be)“ (geil!) oder „110“ nicht durch ein mieses Cover verleiden lassen. Fazit: FRAME SAW, ihr könnt zufrieden sein! Und den verehrten LeserInnen möchte ich an dieser Stelle empfehlen, sich „One Hundred And Twenty“ zuzulegen, denn es ist hoffentlich der Beginn einer langen (Erfolgs)Geschichte, und ich habe den Verdacht, dass man noch eines Tages stolz sein wird, das Debut von FRAME SAW im Regal zu haben…

Wertung: 3.5 von 5.0
Autor: youthanazia (08. März 2010)

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FRAME SAW - Nothingness (EP, 2008)
FRAME SAW - Victim Of The Past (EP, 2006)
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